„Anschein der Modernität“ (Telepolis) // #Telepolis #TubaSarica #Türkei #RecepErdogan #Deutschtürken #Erdogan #Parallelgesellschaften #Linke #Fortschritt #säkular #religiös

Medienspiegel 149

Warum ausgerechnet heute und mitten im Trubel des Mietenwahnsinns wieder ein Rückgriff auf die Migrations-Integrationsdebatte – anhand eines drei Monate alten Beitrages in „Telepolis“?

Sonntag ist der Tag mit mehr Zeit und damit zum Nachdenken und mal einen Schritt zurückgehen und wieder das Ganze mehr in den Blick nehmen.

Die Quelle habe ich im August schon gesichert, denn bei solchermaßen zur Kontroverse reizenden Beiträgen ist es bereits vorgekommen, dass Telepolis einen Artikel auch mal zurückzieht. So kam es, dass ich in einem Fall schon nach ein paar Tagen ohne Quelle dastand, nachdem ich einen Artikel verlinkt hatte, der sich mit allen möglichen Organisationen und deren Querverbindungen im islamischen Teil Deutschlands befasste. Dieser Vorgang hat unsere Beitragsverwaltung beeinflusst, ich speichere Quellen mittlerweile meistens direkt mit dem Beitrag auf Festplatte. Eine solche Form von Archivierung gibt es erst seit dem Start des „neuen“ Wahlberliners im Juni.

Und warum gerade heute dieser Beitrag?

Den eigenen Kurzkommentar schreibe ich erst jetzt, aber die Quelle ist schon als Entwurfsartikel seit Ende August hier vorhanden und wir müssen den Überhang von Entwürfen abbauen, es sind derzeit über 60. Aber so hatte ich Zeit zu überlegen,  ob ich dieses Interview tatsächlich vorstelle. Es hilft nichts, man kann sich nicht immer wegducken und sich die Welt so drehen, wie man sie gerne hätte. Konkret gibt es aber auch einen Anlass: Ich komme normalerweise selten gegen 18 Uhr Samstags zum Herrmannplatz in Neukölln, gestern war das aber so. Meine Eindrücke werde ich allerdings nur dann genauer wiedergeben und vielleicht auch nur privat, weil ich meine gestrige Begleitung da nicht involvieren will, falls ich mich aufgrund eines Kommentars dazu aufgefordert fühle.

Ist denn der bezogene Beitrag die Realität?

Er ist die Realität der Autorin. Ihre Wahrnehmung. Die beschriebene Gegenseite würde das alles mit Entrüstung von sich weisen. Ich möchte dieses Mal auch keine zu genaue eigene Wertung abgeben. Aber zum Beispiel die unkritische Erdogan-Verteidigung ist mir bekannt. Unsere Medien werden sozusagen als Lügner dargestellt. Das ist eine Rezeptionsfrage, die ich für mich so geklärt habe: Nicht einmal alternative Medien, die normalerweise immer ein Haar in der Suppe der Berichterstattung des „Mainstreams“ finden, tendieren diesbezüglich anders und Aussagen des türkischen Präsidenten sind nun einmal seine Aussagen, die werden ja nicht verfälscht wiedergegeben. Das wäre leicht zu enttarnen. Allerdings müsste man, wenn man als sein Anhänger anderer Ansicht ist, offensiv nach außen kommunizieren, wenn man das Bedürfnis hat, eine Richtigstellung an andere Ethnien zu vermitteln. Gemäß Tuba Sarica ist aber gerade das nicht Kommunizieren nach außen ein Merkmal der Parallelgesellschaft.

Das Bild, das gezeichnet wird, ist erschreckend. Kann man das einfach so weitergeben?

Es gibt ein paar Sätze, bei denen ich ein wenig anders tendiere, aber Sarica sollte da den tieferen Einblick haben. Etwas fehlt mir auch noch: Der Blick auf die Generationen und wie sich ihre Mentalität verändert hat. Ich setze da quasi auf die nächste Generation, die vielleicht merkt, dass die heutige sie mit ihren ständigen Schuldverschiebungen und ihren Manipulationen sie betrogen und um die durchaus mögliche Partizipation gebracht hat, die einen besseren Zugang zu anderen Kulturen ermöglicht.

Ich passe schon auf, welche Quellen ich verwende, gerade bei solchen Themen. Telepolis ist absolut kein rechtes Medium und zeichnet sich oft durch sehr durchdachten Journalismus aus. Nicht immer, dann gibt’s auch mal Probleme mit der Rechtschreibung. -Die qualitative Bandbreite ist relativ groß. Abgesehen von einigen Redundanzen kommt mir das, was ich in diesem Interview gelesen habe, durchdacht – und eben nicht unrealistisch vor, sonst würde ich nicht das Risiko eingehen, den Wahlberliner aus seinem derzeit sehr guten Lauf im Bereich Mieten und Wohnen herauszureißen oder, etwas weniger pathetisch, ein bisschen Widerstand zu provozieren. Ich meine aber, auch journalistisch betrachtet, es muss von Zeit zu Zeit etwas Kontroverses geben und auch mal ein anderes Thema, das uns aber ohnehin immer beschäftigt. Siehe Unterzeichnung des UN-Migrationspaktes im Dezember, der sich übrigens mit keinem einzigen Wort  zu Problemen dieser Art äußert und überhaupt sehr einseitig verfasst ist, inklusive des Wordings. Mich hat dieses Interview damals ziemlich getriggert und um den gestrigen Trigger zu kanalisieren, empfehle ich es heute im Wahlberliner.

Aber wir reden unter Blogger_innen.

Das ist gut so. Denn wir sind freier von Sachzwängen als in große Medienhäuser eingebundene Journalisten oder gar Politiker. Die Beschönigungen seitens der Politik und vieler deutschtürkischer Influencer_innen sind übrigens so treffend beschrieben, dass das Übrige nicht vollkommen falsch sein sollte.

Über Recep Erdogan wurde doch hier schon öfters kritisch berichtet, ohne dass es zu einem Auftrieb gekommen wäre – warum jetzt dieses tief Luft holen?

Das Publikum des Wahlberliners verändert sich derzeit stark – und es geht hier um mehr, als einen Diktator Diktator nennen zu dürfen. Zum Beispiel um Narrative. Und um Probleme, die etwa im Mainstream meiner Partei überhaupt nicht diskutiert werden, wenn es um das geht, was unsere Gesellschaft von morgen darstellen soll. Wer aber als Linker akzeptiert, dass religiöser Fundamentalismus irgendwann dieses Land dominiert und damit jede soziale Progression vereitelt, dem  muss ich entgegenhalten, dass er kein Linker sein kann – weder ein kosmopolitisch-antiautoritärer „Gesellschaftslinker“, der eine tatsächlich diverse und außerhalb des eigenen Milieus eher unverbindliche Gesellschaftsordnung bevorzugt – noch ein „Klassenlinker“, dem jede quer zu den Klassen verlaufende gesellschaftliche Spaltung, im Wesentlichen aus religiösen oder ethnischen Gründen, zuwider sein muss.

TH

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