Granit – Tatort 715 / Crimetime 177 // #Tatort #TatortWien #ORF #Wien #MoritzEisner #Eisner #Harald Krassnitzer #Krassnitzer #Granit #Tatort715

Crimetime 177 - Titelfoto © ORF, Andreas Fischer

Wo dem Eisner sein Name herkommt

Die Handlung in einem Satz, ohne Auflösung: Hier ist er noch Chefinspektor, der Moritz, und fährt zur Mordermitlung und kurz vor Weihnachten in eine Gegend, in der die Autos Innsbrucker Kennzeichen haben, also nach Tirol – und trifft dort gleichzeitig auf eine archaische Bergwelt und eine moderne Medienwelt, was ihm  anfangs den Vorteil einbringt, dass er wenig ermitteln, sondern immer nur im Hintergrund zuhören muss, was „Akut Agnes“ gerade aus den Leuten im Umfeld des Mordes herausholt.

Der 715. Tatort, der tatsächlich als Beinahe-Weihnachtskrimi am 21.12.2008 erstausgestrahlt wurde, zeigt bereits die heutige Co-Ermittlerin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) in einer Testrolle, in der sie eleganter wirkt denn als stets angefasste Polizistin. Wir veröffentlichen die Rezension als „Double Feature“ mit der zum jüngsten Wiener Tatorts „Abgründe“, der am 2. März 2014 ins Fernsehen kam.

Darüber hinaus wird die Bergwelt weit oben und hinten in Tirol beleuchtet, auf eine sehr zugespitzte Weise. Mit Österreich kennen wir uns ein wenig aus – das heißt aber nicht, dass wir ein gültiges Urteil über diesen Teil des Landes und diese Figuren abgeben können, denn es ist ein großer Unterschied, ob man eher mit Wien und Umgebung zu tun hatte oder mit dieser doch ganz anderen Welt – es ist ähnlich wie bei uns, Land und Stadt entscheiden genauso über das Wesen der Menschen wie die regionale Verortung. Vielleicht sogar mehr. Und sonst so? Das klären wir in der -> Rezension.

Handlung (komplett)

Helmut Pechtl wird in den Tiroler Bergen in seinem Auto erdrosselt aufgefunden. Franz Pfurtscheller, der ermittelnde Inspektor, erfährt von Pechtls Ehefrau, dass der Bergbauer Erich Gufler ihren Mann zutiefst gehasst hat. Dieser hat auch mit seinem Bruder Heinz Streit, da er in Konkurs gehen musste und nun sein Bruder den Hof ersteigert hat.

Den dazugehörenden Steinbruch hat jedoch der reiche Pechtl gekauft. Der Bruderstreit ist so massiv, dass sich sogar das Fernsehen für diesen Fall interessiert. Die beliebte Moderatorin Agnes Aichinger, die als Anwältin des kleinen Mannes landesweit Missstände anprangert, hat angekündigt in ihrer Sendung über den Zwist zu berichten und begibt sich nun nach Tirol.

Auf dem Weg dorthin begegnet sie Moritz Eisner, der ebenfalls in ihrer Richtung unterwegs ist, um den Mordfall zu untersuchen. An der Stelle, an der der Tote gefunden wurde, entdeckt Eisner Getreidekörner im Schnee. Das veranlasst ihn, zusammen mit Inspektor Pfurtscheller den Hof der Gufler-Brüder aufzusuchen. Erich Gufler gibt zu, auf Pechtl nicht gut zu sprechen zu sein, da dieser ihm seinen Steinbruch „weggenommen“ hat. Aber auch sein Bruder Heinz ist von Pechtl betrogen worden. Dieser hatte Heinz Gufler einen Anteil am Steinbruch versprochen, wenn er ein bisschen nachhelfen würde, damit sein Bruder in wirtschaftliche Schieflage gerät und er ihm den Steinbruch abkaufen kann. Als es dann soweit war, hat Pechtl jedoch den Steinbruch allein übernommen ohne seinen Bruder Heinz zu beteiligen. Eislers Ermittlungen ergeben, dass Heinz Gufler zur Tatzeit am Tatort gewesen sein kann.

Das TV-Team interviewt Norbert Leimgruber, den Filialleiter der Bank, der die Kredite von Erich Gufler hat platzen lassen, dem Bruder Heinz jedoch einen Kredit zu Kauf des Hofes bewilligt hat. Auch Eisner ist zugegen und erfährt so, dass die Guflers noch einen dritten Bruder haben, Walter. Er hätte eigentlich als Erstgeborener nach Bergbauern-Tradition den Hof des Vaters übernehmen müssen.

Da er aber kein Bauer ist, sondern Lehrer, hat er das Erbe nicht angetreten. Trotzdem bewegt es ihn, dass der Hof nach 300 Jahren Familienbesitz jetzt auseinander zu brechen droht, darum hat er Erich gebeten, sich ans Fernsehen zu wenden, was Heinz wiederum gar nicht recht ist. Zumal dieser Agnes Aichinger aus einer älteren Geschichte kennt, bei der sie schuld daran war, dass ein Unschuldiger durch ihre falschen TV-Recherchen in den Tod getrieben wurde.

Die Obduktion des Toten ergibt, dass die Strangulationsmale, die der Tote trägt, zu einer roten Schnurpassen, wie sie zur Ausrichtung von Bodenplatten oder Steinpflaster in Pechtls Firma verwendet wird, in der auch Heinz Gufler arbeitet. Das ist ein weiteres Indiz, was auf ihn als Täter weist. Eisner ist jedoch skeptisch und ermittelt weiter. Erich droht mittlerweile die Nerven zu verlieren und will den Hof lieber in die Luft zu sprengen, als ihn herzugeben. Dem Fernsehteam, das wieder vor Ort ist, sind diese dramatischen Szenen mehr als recht. Dennoch muss die Familie den Hof verlassen, da Heinz bei Gericht eine Räumungsklage erwirkt hat.

Am Abend sitzt Eisner mit der attraktiven Agnes Aichinger in einer Bar, als sie von einem Informanten angerufen wird, der sie treffen will und dabei aber in eine Falle lockt. Auf einem zugefrorenen See bricht sie ins Eis ein, wo sie jedoch von Eisner gerettet werden kann. Im Krankenhaus trifft er zufällig auf Frau Pechtl, die sich um Norbert Leimgruber sorgt, der mit einem akuten Herzanfall eingeliefert wurde. Dabei gibt sie ungefragt zu, dass sie mit Norbert Leimgruber ein Verhältnis hat.

Das erklärt den strengen Umgang der Bank mit Erich Gufler, als dieser mit seinen Verbindlichkeiten kurzfristig in Verzug kam. Doch entgegen allen Vermutungen, dass Heinz Gufler, obwohl er ein Motiv hatte, zu Tatzeit in der Nähe des Tatortes war und auch die Tatwaffe (Schnur) in seinem Umfeld zu finden war, nur der Mörder sein kann, findet Eisner plötzlich wieder Dinkelkörner am Boden.

Und so outet sich Erich Guflers ältester Sohn Peter als Täter. Pechtl ist ihm zufällig auf dem Weg zum Hof begegnet. und als er ihn in seinem Auto bei dem Schneetreiben mitgenommen hat, hat er ihn erdrosselt. Seit sein Großvater gestorben ist, streiten sich alle um den Hof, aber ihm hätte er eines Tages gehören müssen.

Von allen Geschehnissen bewegt, übergibt Heinz seinem Bruder Erich am Ende die Schlüssel zum Hof. Handlung: Wikipedia – mit Informationen zum Weiterlesen.

Rezension

Selbst wenn man in Tirol geurlaubt hat und Connections nach Oberbayern, wo es in abgelegenen Tälern und Höhen ähnlich zugehen könnte, kann man nur eine Authentizitätsvermutung wagen, und die ist bei uns positiv. Poiniert, wie geschrieben, aber positiv. Alles dient der Aussage des Films, in der Weihnachtskälte ist das nicht anders als im besten Fall in einem überhitzten Sommer-Stadtkrimi.

Das Konzept wirkt geschlossen – die Handlung und der teilweise doch starke Dialekt, der ja auch wieder anders ist als der ostösterreichische (für den natürlich Moritz Eisner steht), machen das Folgen schwieriger, als es der Fall gewesen wäre, hätte man alles so schlicht erzählt, wie e sich, abseits eines unnötigen Twists am Ende, dann doch ausnimmt.

Ja oder na, das ist hier die Frage. Man muss nicht selbst bei den Bergbauern groß geworden sein, um die eingangs angedeutete Authentizitätsvermutung zu hegen. Auch die Mehrzahl der Österreicher lebt natürlich heute nicht mehr so, wie die Welt der Guflers gezeigt wird, sondern eher so wie die Pechtls oder Leimgrubers oder wirklich in der Stadt, arbeitet in der Industrie oder bei den Dienstleistungen oder beim Staat, wie der Moritz Eisner.

Über ihn müssen wir ein paar Worte verlieren. Man tut ihm Unrecht, wenn man aus heutiger Sicht behauptet, er sei erst gut, seit er mit Bibi Fellner zusammenarbeitet. Die Betrachtung eines Tatorts, in dem Adele Neuhauser bereits in einer Nebenrolle zu sehen ist, ist der richtige Platz, um festzustellen, dass Harald Krassnitzer immer schon gut war und es ganz gut passt, dass er seine Ermittlungen im ländlichen Raum allein durchführt und sich ganz auf die Leute und das Milieu konzentriert.

Es ist die Machart der ORF-Tatorte, die sich verändert hat. Filme wie „Granit“, die man für ihre konsequente Figurenkonzeption loben muss, sind wohl, ebenso wie die Welt, in der sie spielen, etwas zu verschlossen gewesen – vor allem für die deutschen Zuschauer. Die Quoten waren damals für übliche Tatortverhältnisse sehr niedrig. „Granit“ hatte bei der Erstausstrahlung 6,21 Millionen Zuseher und einen Marktanteil von 17,3 %, heute sind – standortübergreifend – 9 Millionen und ein Marktanteil von über 22 % gängig (deutsche Zahlen).

Irgendwann ist also den Wienern der Kragen geplatzt, angesichts der Missachtung ihres Starpolizisten, und statt der nicht immer leicht zugänglichen Konzepte hat man die Kracher mit den vielen Toten und den krassen Sprüchen, dem flirrenden Hin und Her zwischen Moritz und Bibi und der Reihe nach alle dem Verbrechen zugeneigten Ethnien, die es in Wien gibt, inszeniert, und immer wieder die Kinderschänder und immer wieder die Verstrickung von Amtspersonen und Staatsorganen. Nach dem Motto: Wir können auch anders, wenn’s für subtil zu deppert seid.

Es hat aber viele Jahre gedauert, bis man diesen Schwenk vollzogen hat, der gewiss auch einer Analyse von Tendenzen in den deutschen Tatorten und ausländischen Serien gefolgt ist. Für das lange Festhalten an sperrigen Filmen loben wir den ORF nachträglich, auch wenn wir, zugegeben, die heutigen Extratouren mit ihren hohen Show-Werten genauso gut finden. Der Zuschauer als solcher ist eben doch ein Individuum und weiß bestenfalls beide Spielarten zu schätzen. Man kann etwas aber erst vermissen, wenn man es kennt, und der konsequente Regionakrimi ist leider am Aussterben, auch in den deutschen Landschaften tritt das Regionale immer mehr zurück.

Manchmal ist das allerdings insofern gut, als die Sprache leichter zu verstehen ist. Gut auch, dass die Figuren in „Granit“ so wenig sprechen. Bei üblichen Dialoglängen wär’s richtig anstrengend geworden; so dachten wir immer, wenn wir mal ein Wort nicht verstanden haben: Das war jetzt sicher nicht zentral, darauf haben sie bestimmt geachtet, dass der eine oder andere gegrummelte Regionalterminus, wenn man ihn nicht versteht, nicht das Verständnis für den Krimi komplett vernichtet. So war es dann auch.

Dass Menschen sich wegen eines kleinen Hofes streiten, der  seinen Bewohnern kaum den Lebensunterhalt sichert, dass Brüder aufeinander einschlagen, dass einfache Menschen sich mit einfachen Mitteln ausdrücken und wehren und dass daraus drastische Szenarien entstehen können, halten wir genauso für realistisch wie die Linien von Rache, Neid und Hass, die in so enger Umgebung entstehen und sich immer mehr festfressen, im Lauf der Jahre.

Die Bergbauerndramen, in denen jahrhundertelange Freund- und Feindschaften das Schicksal der wenigen örtlichen Familien bestimmen, sind sehr gut vorstellbar und wenn man sie nicht zu schmalzig inszeniert, haben sie einen Western-Touch. Beide Genres zeigen archaische Gemeinschaften, in denen man die Dinge selbst regelt. Der große Unterschied: Im Western treffen sich Fremde und gehen wieder oder schießen einander. Manchmal wird einer sesshaft. Bei den Bergbauern ist es heute so, dass sie alle so lange am Ort waren, aber Junge immer wieder abwandern.

Was alles zwischen Familien im Lauf von Generationen vorkommen kann, die immer nur aufeinander bezogen und von der Außenwelt relativ wenig beeinträchtigt leben, das hat nun einmal Sippencharakter und damit gibt es auch Sippenfehden. Dieser Aspekt wird in „Granit“ nicht einmal voll ausgespielt, es geht im Grunde nur ums Hier und Jetzt, auch wenn die Erbfolge bei einem Erbhof natürlicherweise eine Rolle spielt.

Dass wir Städter uns über die einfachen Methoden der Kommunikation mokieren, die in einer Welt wie der gezeigten stattfinden, ist komplett unangebracht. Bei uns drücken sich Aggressionen in Gewalt gegen Sachen oder Unbekannte aus, wenn Menschen Frust schieben, alles ist nur anonymer, nicht etwa friedlicher oder hochwertiger. Die Kommunikation ist wortreicher, aber nicht weniger funktionsuntüchtig. Sicher, Intellektuellentypen mit sozialpädagogischem Duktus wird man in Tiroler Bergdörfern eher selten finden, aber man hat auch sie in „Granit“ nicht ganz außen vor gelassen.

Man hat vielmehr den Gufler-Figuren deren Bruder Walter beigestellt, einen homosexuellen Lehrer, der begreiflicherweise von seinen Brüdern immer nur als derjenige oder benannt wird, der halt kein Bauer ist – und sich selbst sieht er auch aus der Perspektive. Es ist auch  derjenige, der geistig die Fäden in der Hand hält, indem er zum Beispiel „Akut Agnes“ aus Wien kommen lässt, um den Fall seines Bruders Erich, der dabei ist, den Hof zu verlieren, in die Medien zu bringen. Selbst ihm liegt also etwas daran, den Hof zu erhalten.

Dass es am Ende eine fatale Verknüpfung mit Agnes Aichinger bzw. ihrer Sendung gibt, ist unseres Erachtens ein Twist zu viel, auch wenn er für einen letzten dramatischen Höhepunkt nach der eigentlichen Auflösung des Falles sorgt. Dafür ist Eisner gegenüber der Dame auf eine angenehme Art scheu. Hätte der Ritter aus Berlin neben der Frau an der Bar gesessen, wäre sie fällig gewesen, darauf dürfen wir wetten – es ist sicher subjektiv, aber Eisner ist für uns eher ein Frauentyp und wirkt in diesem Wechselspiel, das dann doch nicht mehr bringt als eine kurzfristige, unerfüllte Annäherung, glaubwürdig.

Allerdings vollbringt Eisner im Anschluss an die Barszene eine ganz ungemütliche Rettungstat, deren Ende wir deshalb nicht miterleben dürfen, weil dieses Eisloch, in das er springt, um die Fernsehdame zu retten, auch ein Logikloch ist. Niemals wäre das, was hier Gottseidank nur angedeutet wird, möglich, ohne dass eine dritte Person anwesend ist, die außerhalb des Eislochs verharrt und sich dort flach hinlegt, um nicht auch einzubrechen.

Wenn wir bei der Dame sind, können wir kundtun, dass uns die positive Darstellung dieser reißerischen, in Wirklichkeit wohl kaum so authentischen Reality-Shows überrascht hat. Sogar Eisner mit Tochter hängt vor dem Fernseher, um sich Agnes anzuschauen und will ihr im Auftrag seiner Tochter ein Autogramm abringen. Zudem wirkt sie zwar quoten- und sensationsbewusst, aber im Kern will sie den Leuten, die sie besucht, wirklich helfen.

Wir lassen das in der echten Medienwelt noch für Formate wie „Raus aus den Schulden“ angehen, wenn die Person des Helfers dafür steht und die meisten Fälle, bei denen der Sender um Hilfe gebeten wird, ohne mediale Aufbereitung hinter den Kulissen gelöst werden, aber die plakativen Darstellungen von sozialem Elend und intellektueller Minderbemittlung, mit denen die meisten dieser Shows dem Publikum dienlich sind, passen genau ins Schema einer Zeit, in der individuelle Integrität und ein gewisses natürliches Schamgefühl komplett abhanden zu kommen scheinen.

Dienlich und den Neid der Unterprivilegierten in Schach haltend sind diese Sendungen vor allem deshalb, weil die meisten Zuschauer sich noch über den Menschen angesiedelt sehen, die darin gezeigt werden – und so ihr eigenes schwaches Selbstbewusstsein kurzfristig aufpolieren können.

In einer Bauernwelt, die sehr in sich selbst gefangen ist und nur sich selbst kennt, wirkt derlei fremd und der Kontrast ist bewusst hergestellt worden, um eben dieses Aufeinanderprallen von Welten zu zeigen. Das Einfache der ursprünglichen Welt ist sehr genau gezeichnet – auch wenn ein Ermittler normalerweise nicht Weihnachten mit Verdächtigen feiern dürfte. Aber von der Wirkung verschütteter Milch bis zu den dünnen Stimmen bei den Weihnachtsliedern ist alles präzise auf karg gestanzt.

So sehr, dass das Playback dahinter schon wieder wie eine eigene Art der Ironie wirkt, wie ein Echo der Bergromantik, die uns in diesen Momenten doch wieder einholt, weil wir das verschneite Familienweihnachten im Unterbewusstsein als einen Höhepunkt des Jahres mit uns tragen. Dass es um diese Zeit herum besonders konfliktreich zugeht, ist auch kein Klischee, sondern die Wahrheit, weil Konflikte im Zusammensein von Menschen, die sich sonst nicht jeden Tag begegnen, aber deutliche Meinungen übereinander haben, gerne bei diesem Ereignis zum Ausbruch kommen und es damit ad absurdum führen.

Der Täter am Ende ist derjenige, dem der Hof einst hätte gehören sollen oder müssen, wenn die Vorgeneration nicht so viele Fehler gemacht hätte – seine Motivation ebenso wie die Indizien zu seiner Ermittlung sind etwas grobmaschig, aber ziemlich zu Beginn des Tatorts gibt es eine Szene in der kargen Bauernstube, da sitzt er bereits abseits der übrigen Familie im Dunkeln und nur sein schlichtes Bauernjungengesicht wir angeleuchtet. Aufgrund dieser herausgehobenen Arr, in zu inszenieren, dachten wir für einen Moment: Das könnte er sein.

Fazit

Auch die Vor-Bibi-Fälle mit Moritz Eisner sind oft sehenswert, auch wenn sie erfordern, dass man sich auf sie einlässt und auf die Figuren. Die hintergründige Ironie, die wir zu erkennen glauben, ist Geschmack- oder Erkenntnissache, die Menschen in unserer Wahlstadt zum Beispiel sind damit nicht sehr befasst. Zumindest die „Ureinwohner“ nicht. Man muss das, wenn man gelernt hat, hinter Andeutungen zu blicken, erst einmal verstehen, dass Menschen auf Diskretion und versteckte Meinungsäußerungen ganz verzichten – und dass in Statements wie „Ja“ und „Na“ eine ganze emotionale Welt sich ausdrücken kann.

„Granit“ ist nicht frei von Schwachpunkten, aber seine unübersehbare Literarizität hat uns gut gefallen. Daher sagen wir nicht, dieser Tatort liegt irgendwo in der Mitte, wir müssen uns entscheiden für gut oder schlecht, ganz wie die Menschen in den Bergdörfen in einfachen Begriffen und Schemata denken: also gut, und damit 8/10.

© 2018, 2014 Der Wahlberliner, Thomas Hocke 

Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Pfurtscheller – Alexander Mitterer
Claudia Eisner – Sarah Tkotsch
Agnes Aichinger – Muriel Baumeister
Heinz Gufler – Andreas Lust
Frieda Gufler – Maria Hofstätter
Walter Gufler – Cornelius Obonya
Erich Gufler – Simon Schwarz
Paula Pfurtschneller – Julia Gschnitzer
Frau Pechtl – Adele Neuhauser
Helmut Pechtl – Ludwig Dornauer
Herr Leimgruber – Carl Achtleitner

Drehbuch – Felix Mitterer
Regie – Fabian Eder
Kamera – Fabian Eder

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

- Sascha Iwanows Welt -

Wir können die Gegenwart nur verstehen, wenn wir die Vergangenheit studiert haben, die in einer Klassengesellschaft vorhandenen Gesetzmäßigkeiten kennen und unser Handeln darauf ausrichten. Um die Zukunft gestalten zu können, muss man also die Vergangenheit und die Gegenwart kennen!

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

Wortwechsel 15

Das Schreibblog von Anja, Armena, Elke und Thomas

%d Bloggern gefällt das: