„Europa muss die katalanische Frage behandeln“ (Telepolis / Andrej Hunko) // #Telepolis #Katalonien #Spanien #EU #Europa #PolitischeGefangene #Gefangene

2019-01-05 medienspiegel aktuelles format

Heute ist wieder ein Tag, an dem wir uns auch Themen außerhalb des heimischen Mietensumpfes widmen können. Nachdem wir das mit einem etwas längeren Kommentar zu den Gelbwesten und wie sie nun den Ärmelkanal überqueren, getan haben, gehen wir über zu einem Thema, das uns auch sehr interessiert: Was ist mit Spanien und Katalonien? Wie stehen die Dinge?

Darüber gibt dieser Beitrag Aufschluss.

Man hört und liest bei uns zu wenig davon, aber sie stehen nicht still, die Dinge auf der iberischen Halbinsel.  Deshalb leiten wir hier im Wesentlichen einen Beitrag von Telepolis weiter. Dabei handelt es sich um ein Interview mit dem Politiker der LINKEn Andrej Hunko, den wir bereits als Europa-Experten persönlich kennenlernen konnten, als er in der heimischen Bezirksgiederung der Partei zu einer Informationsveranstaltung als Experte eingeladen war.

„Seit 2009 [ist Andrej Hunko] Mitglied des Bundestages und seit 2010 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates sowie hier stellvertretender Vorsitzender der UEL (Linksfraktion). Seit 2014 Mitglied des Parteivorstandes DIE LINKE. Seit 2016 Europapolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag.“ (Info Bundestag / Abgeordnete)

Was Spanien und Katalonien angeht – wir sind sehr gespalten in uns selbst. Wir sind nicht der Ansicht, dass der Regionalismus per se ein Vorteil ist. Er bedeutet nämlich auch einen Verlust an politischem Gewicht gegenüber größeren Einheiten. Die undemokratische EU-Kommission freidrehen zu lassen, ohne dass ihr starke Nationalstaaten gegenüberstehen, das würde einigen sehr gut gefallen, die aus ziemlich durchsichtigen Gründen jeden Separatismus gutheißen.

Außerdem haben wir Katalonien immer als integralen Bestandteil Spaniens wahrgenommen, mehr beispielsweise, als Schottland für uns ein integraler Teil des UK ist. Und gerade die Tatsache, dass Katalonien der fortschrittlichste und wirtschaftlich stärkste Teil Spaniens ist, hier besteht eine Ähnlichkeit zu Norditalien und den dortigen, mittlerweile dank des nationalen Erfolgs der Lega abgeebten Bestrebungen, sich vom Rest zu lösen, lässt uns einer Abspaltung gegenüber eher skeptisch sein. Was machen wir wirtschaftlich in Deutschland eigentlich, wenn Bayern sich abspalten möchte, vielleicht noch zusammen mit Baden-Württemberg? Niemand denkt dort ernsthaft daran und das hat gute Gründe – nämlich die bessere Repräsentanz in einer größeren Einheit, die stabil und langfristig organisiert ist.

Damit wollen wir erstens nicht andeuten, dass wir den  Umgang der spanischen Zentralregierung mit den katalonischen Politiker_innen bzw. politischen Gefangenen richtig finden und zum anderen verstehen wir die Autonomiebestrebungen eigenständiger Völker zumindest auf psychologischer Ebene. Denn wo „Region“ draufsteht, steckt immer „Volk“ drin, das darf man nicht vergessen. Wenn sich die Menschen keine ethnischen Unterschiede zu anderen zurechnen würden und sich, offen geschrieben, für etwas Besseres oder mindestens auf sehr erhaltens- und förderungswürdige Weise für eigenständig halten würden, kämen sie nicht auf die Idee, mehr Unabhängigkeit von jenen anderen zu fordern, an denen ihnen irgendwas nicht so richtig passt und die sie nicht so sehr lieben, dass sie sich von ihnen nicht unterscheiden   und die Gemeinschaft mit ihnen über die alltäglichen Schwierigkeiten mit ihnen zu stellen bereit sind.

Mithin ist dies eine Gegenaussage zum Globalismus. Wenn man schon in einer globalisierten Welt bestehen muss, dann lieber, indem man sich auf die Stärken der eigenen, engeren Community der Ähnlichen konzentriert, der man mehr Power zurechnet als dem größeren Gebilde, das man eher als lästige Bremse empfindet.

Wirtschaftliche Gründe spielen sicher auch eine Rolle, aber sie allein sind nie ausschlaggebend für solche Bewegungen wie die Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien. Im Grunde zielt auch der Brexit, über den wir gerade geschrieben haben, in diese Richtung, .

Wir wissen natürlich auch, dass Zentralregierungen immer dazu neigen, die Regionen etwas enger an sich binden zu wollen, als diesen es lieb ist.

Unser gegenwärtiger Meinungsstand ist: Wir würden uns mehr Autonomie für Katalonien wünschen, wenn sie dies wünschen, aber keine komplette Ablösung von Spanien, auch wenn die Katalanen sich dafür aussprechen würden – was sie ja 2017 schon einmal getan haben.

TH

Medienspiegel 213

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