Grenzen europäischer Länder – mit französischer Überraschung / @VoyagerVerlag #Europa #Europe #Schengen #Grenze #Frankreich #France #Guayana #Kourou #Arianespace #map #karte

Es wird einigen Leser_innen aufgefallen sein: Über Ostern haben wir uns vom Mietenwahnsinn eine kleine Pause gegönnt, in der Hoffnung, das gleiche gilt auch für den Gegenstand der Betrachtung.

Vielleicht kehren wir heute ins Thema zurück, vielleicht erst morgen. Es ist ja alles Politik, letztlich.

Stattdessen machen wir mal ein wenig in Weltfakten, auch Geografie sind politisch, solange es sich um von Menschen gemachte Einteilungen handelt. 

Einige Fakten zeigt der Voyager Verlag, ein Startup aus Köln, sehr schön und aus nicht selten überraschender Perspektive oder arbeitet überraschende Tatsachen und überhaupt Wissenswertes heraus. Heue

Wir erlauben uns, sonst wäre ein Retweet sinnvoller, eine Kommentierung oder Ergänzung. Als erste Grafik haben wir diese herausgesucht, sie erschien am 20. Februar 2019. Im Mai werden die nächsten Europawahlen stattfinden und da bietet sich diese Darstellung zum Einstieg an:

Wir sehen auf der Karte, dass Deutschland die längste Grenze mit Österreich hat, nicht etwa mit Frankreich, den Niederlanden oder der Schweiz, aber das ist nun nicht so überraschend, ebensowenig, dass Norwegen und Schweden und Portugal und Spanien miteinander die längste Grenze teilen und dass Russland an viele europäische Länder angrenzt, darunter mittlerweile vier EU-Staaten.

Und Frankreich so? Da fällt sofort die Pyrenäengrenze in Richtung Spanien ein, aber auch die Rheingrenze zu Deutschland. Oder doch Belgien oder die Schweiz oder gar Italien? Alles falsch. Aufgrund der Überseegebiete in Südamerika, die heute nicht mehr als Kolonien bezeichnet werden, hat es die längste Grenze nicht mit einem europäischen Land, sondern mit Brasilien. Selbstverständlich sind diese Überseegebiete Überbleibsel der Kolonialherrschaft europäischer Länder über weite Teile der Welt, aber ihr recht unterschiedlicher Status gilt heute als freiwillig gewählt.

Die lange französische Grenze mit Brasilien resultiert aus der Lage von Französisch-Guayana, das nahe dem Äquator auf der Nordseite Südamerikas liegt und landseitig nur eine Grenze mit Brasilien und mit Surinam hat, die Grenze mit Brasilien dürfte die etwas längere sein. Französisch-Guayana ist mit ca. 83.000 km² fast so groß wie Österreich, es leben dort aber wenig mehr als 280.000 Menschen. Bedeutung für Europa hat es vor allem, weil dort die Raketenbasis Kourou liegt, von der aus das Ariane-Programm durchgeführt wird.

Die Bevölkerung hat sich durch geschickte Wirtschaftspolitik mit dem europäischen Raumfahrtzentrum als Anker seit 1950 mehr als verzehnfacht. Bis 1951 war Französisch-Guayana Strafkolonie und wurde in dieser Funktion durch den Roman „Papillon“ von Henri Charrière literarisch verewigt.

Französisch-Guayana ist eines der Überseegebiete, die besonders eng an Frankreich angebunden sind und ein eigenes Département darstellen. Guayana gehört zwar nicht zum Schengen-Raum, wohl aber zur Eurozone. Wäre es ein eigenständiger Staat in der EU, würde es zwischen Österreich und Tschechien auf Platz 15 der Größenrangliste liegen, aber mit der kleinsten Bevölkerung (hinter Luxemburg und Malta, die derzeit ca. 620.000 bzw. 450.000 Einwohner aufweisen).

TH

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