2019/122 Verdrängungsfall in Friedrichshain! Bitte morgen, 03.05.2019, 15 Uhr, alle zum Hoffest in die Boxhagener Straße 32! / @F_Schmidt_BB @Dieffe29 @hobrecht59 @schoeneweider20 @Else75bleibt @derjochen @BSchweiger51 @elbeeckeweigand @Sander11_11a @HeimatNeue @Syndikat44 / #Vorkaufsrecht #Abwendungsvereinbarung #Kommunalisierung #Spekulationbeenden #Mietenwahnsinn #wirbleibenalle #Friedrichshain #Xhain #Kreuzberg #Verdrängung #Enteignung

2018-11-11 Mieter,kämpft um diese Stadt + zusammen gegen MietenwahnsinnEs ist wieder soweit. Die Investoren aus den Steuervermeidungsterritorien schlagen einmal mehr zu.

Nun wieder in Friedrichshain, in der bekannten Boxhagener Straße – und es geht  um das Haus Nr. 32.

Damit das Wichtigste ganz oben steht – bitte, alle, die ihr könnt, folgt morgen dieser Einladung, günstigerweise ist das Fest am Freitagnachmittag:

„Wir, die Hausgemeinschaft der Boxhagener Straße 32, laden Sie herzlich zu unserem Hoffest am Freitag, den 3. Mai ab 15 Uhr ein. 

Um auf unsere Situation aufmerksam zu machen und über unseren Investor aufzuklären, veranstalten wir in unserem Innenhof ein kleines Fest mit karibischem Flair – passend zum Investor. Für Essen und Getränke ist gesorgt, ebenfalls werden einige Bands auftreten.

Canan Bayram MdB, Pascal Meiser MdB und Daniela Billig MdA werden teilnehmen, weitere Politiker sind eingeladen.“

Die Initiative hat u. W. noch keinen Twitter-Account, sodass wir die üblichen „Vertriebswege“ nicht vollständig nutzen können. Wir haben uns deshalb entschlossen,  die Dieffe29 aus Kreuzberg und alle mit uns auf Twitter verbundenen Hausinitiativen aus Neukölln sowie die @HeimatNeue aus Mitte zu adressieren, ebenso die Baustadräte von Fr’hain-Kreuzberg und Neukölln, um möglichst viel Verbreitung zu erreichen. Sollte jemand einen Twitter-Account der Boxhagener 32 entdecken, bitte Info an uns!

Dafür haben die Menschen aus der Boxhagener Straße aber eine sehr informative Pressemappe erstellt, die uns per Mail  zuging – wir leiten diese Informationen gemäß Angaben der Initiative an unserer Leser_innen weiter:

  • Unser Haus mit über 40 Wohnungen wurde über eine Luxemburgische Zweckgesellschaft (die Charlotte GR 2 S.á.r.l.) an einen Investmentfonds auf den Cayman Islands – einer berüchtigten Steueroase – verkauft. Es liegt in einem der
    begehrtesten Kieze für Investoren, die für die grassierende Spekulation auf dem Wohnungsmarkt verantwortlich sind.
  • Da das Haus noch nicht luxussaniert ist, befürchten wir eine Zwangssanierung und/oder die Umwandlung in Eigentumswohnungen. Unsere Hausverwaltung versucht zwar vehement uns vorzumachen, dass sich für uns keine Veränderungen ergeben werden, wie man im Kiez allerdings überall miterleben kann, ist dies nicht der Fall.
  • Weil unser Haus im Millieuschutzgebiet “Boxhagener Platz” liegt, prüft der
    Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg derzeit, ob er das Vorkaufsrecht wahrnehmen kann. Dafür muss bis spätestens 20.05.2019 ein Käufer gefunden werden, der bereit ist, das Haus zu kaufen und sich zum sozialen Erhalt zu verpflichten, also:
    ○ Eine städtische Wohnungsbaugesellschaft
    ○ Eine Genossenschaft
    ○ Eine gemeinnützige Stiftung
    ○ (Eine/n) private(n) Geldgeber*in(nen) mit sozialem Gewissen. 
  • Wir haben herausgefunden, dass die Charlotte GR 2 S.á.r.l. erst vor kurzem gegründet wurde und über ein Geflecht von mehreren Holdinggesellschaften zu
    einer Investmentfirma auf den Cayman Islands, einer berüchtigten Steuer- und Geldwäsche-Oase in der Karibik, gehört.
  • Wir wissen natürlich nicht, wo die Millionen, mit denen unser Haus gekauft wurde tatsächlich herkommen. Aber wir wissen, dass der deutsche Immobilienmarkt – besonders seit der Finanzkrise und dem Immobilienboom der letzten Jahre – nicht
    nur ein beliebtes Ziel für die Finanzströme aus dem legalen internationalen Investmentgeschäft ist, sondern auch immer häufiger für organisierte
    Steuerhinterziehung und Geldwäsche genutzt wird.

Es gibt zudem eine Grafik mit mehr Informationen dazu. Dort ist in Syndikat-Manier das Firmengeflecht beschrieben und es werden sogar zuständige Geschäftsführende genannt. Die Initiative hat sich also viel Mühe gemacht und glänzend recherchiert. Ob es im Moment eine gute Idee ist, diese instruktiven Tatsachen Eins zu Eins zu veröffentlichen, dessen sind wir uns nicht ganz sicher und halten uns vorerst zurück.

  • Wir sind ein Querschnitt von Friedrichshain. Wir sind Alteingesessene und junge aktive Menschen, aus aller Welt, wir sind keine Großverdiener*innen. Wir haben hier Freund*innen, einen großen Teil unseres sozialen Netzwerkes. Wir kennen die Leute vom Späti, dem Bäcker, dem Blumenladen, sitzen in der Kneipe oder Bar, schlendern um den Boxi – unser Dorf in Berlin.
  • Wir sind eine bunte Mischung aus typischen Kiezbewohner*innen – keine Besserverdiener*innen, die sich teuer sanierte Miet- oder Eigentumswohnungen leisten können.

Und hier der Forderungskatalog der Mieterinitiative:

  • Rendite für Gemeinwohl statt Investoren – Klar geht es uns darum, unsere Wohnung, unser Zuhause zu behalten. Dennoch geht es uns auch ums Prinzip! Das Geld, das mit Immobilien gemacht wird, sollte nicht als Geldanlage für
    Menschen dienen, die bereits mehr haben, als der Durchschnitt der Bevölkerung jemals besitzen wird. Mit dem Vorkauf durch städtische Wohnungsbaugesellschaft, Genossenschaft oder Stiftung bleibt das Eigentum in Händen die das
    Gemeinwohl bedienen und der Lebensraum bezahlbar.
  • Lebensraum für Friedrichshainer*innen statt für Großverdiener. Wenn Menschen wie wir besser Situierten weichen müssen, wird aus dem Kiez schnell etwas anderes. Natürlich muss Veränderung nicht immer gleich schlecht sein, jedoch halten wir die Gemeinschaft und das Lebensgefühl hier für schützenswert. Wir gehen hier gerne vor die Tür und würden das auch gern weiterhin tun – nicht nur weil der Kiez noch immer liebenswert ist, sondern auch weil sich unsere Tür noch immer hier befindet.
  • Erhalt der “Passgenauigkeit” zwischen Bevölkerung und Infrastruktur – Die angesiedelte Infrastruktur ist auf Menschen wie uns ausgerichtet. Durch mehr und mehr Vermögende verändert sich auch die Nachfrage und es werden die
    bestehenden Strukturen verdrängt. Auch hier ist es uns ein Anliegen – nicht nur für uns selbst – Gegenwehr zu leisten und die etablierte Diversität unserer Kieze zu bewahren.

Wir finden alles, was oben steht, nicht nur nachvollziehbar, sondern auch moderat und außerdem im Ton sehr dezent vorgetragen: Es geht nur darum, dass die Menschen aus der Boxhagener Straße 32 in dieser Stadt weiterhin ihr bezahlbares Zuhause behalten dürfen. Das Weblog, in dem einige der Infos nachlesbar sind und das viele nette Hausbewohner_innen auf einem Bild zeigt, erreicht man mit diesem Link.

Heute unsere Solidarität mit den Mieter_innen in der Boxhagener Straße 32 in Friedrichshain!

TH

Medienspiegel 356

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