Babylon Berlin – Die Serie, Folge 11 / Crimetime 300/11 // #Babylon #Berlin #BabylonBerlin #Crimetime #ARD #Sky

Crimetime 300/11- Titelfoto und weitere Bilder: ARD Degeto / X-Filme / Beta Film / Sky Deutschland / Frédéric Batier

Kurzfassung

Gereon Rath unternimmt mit dem Polizeifotografen Gräf einen waghalsigen Flug über Russland, um Beweismaterial gegen die Schwarze Reichswehr zu sammeln. Trotz widriger Bedingungen und unter Beschuss stehend gelingt es ihnen, belastende Bilder zu schießen. Charlotte muss bei ihrer Bewerbung für die Polizei einen Rückschlag hinnehmen. (ARD-Text)

Hier geht’s zurück zu Folge 10 (Crimetime 300/10).

Titelbild: Dialog mit dem russischen Attaché Trochin.

2019-07-29 Babylon Berlin Folge 11 001 Rath und der russische Militärattaché Trochin konspirativ
Man paktiert zum beiderseitigen Nutzen, doch versteht man einander auch? Rath und der russische Militärattaché Trochin.

Die Folge beginnt am Eingangsportal der sowjetischen Botschaft in Berlin. Trochin, der Militärattaché, der schon so viele Dinge in Babylon Berlin bewegt hat und handlungsseitig eine der wichtigsten Figuren ist, sucht nach Akten. Er will sich mit Rath am S-Bahnhof Friedrichstraße treffen und ihm Dokumente übergeben. Der Deal sieht also dergestalt aus: Rath bekommt etwas über das geheime Ausbildungslager der Reichswehr bei Lipezk südlich von Moskau, dafür darf Trochin den immer noch im Anhalter Bahnhof stehenden Zug zurück nach Russland dirigieren. Auch Charlotte ist in die Aktion am Bahnhof eingebunden und observiert. 

Und damit höchste Zeit, etwas zu den Aktivitäten der „Schwarzen Reichswehr“ in der Sowjetunion zu schreiben, die, ebenso wie der Blutmai, in „Babylon Berlin“ recht faktentreu dargestellt werden. Dadurch kommt es in Folge 11 zur Abwechslung wieder zu einigen Abschnitten, die nicht von uns stammen, sondern in diesem Fall aus der Wikipedia.

Die Geheime Fliegerschule und Erprobungsstätte der Reichswehr war eine in der Sowjetunion gelegene geheime Ausbildungsstätte der Reichswehr.

2019-07-29 Babylon Berlin Folge 11 006 LIpezk Fliergeschule
Der Flugplatz Lipezk, die Schule der Flieger – die Reichswehr baut auf, im Arbeiter- und Bauernstaat Sowjetunion.

Am 15. April 1925 wurde zwischen Vertretern der deutschen Reichswehr und der Luftstreitkräfte der Roten Armee ein Vertrag unterzeichnet, der die Einrichtung einer deutschen Fliegerschule und Erprobungsstelle in der russischen Stadt Lipezk, etwa 400 km südöstlich von Moskau, regelte. Im innerbetrieblichen deutschen Schriftverkehr und Sprachgebrauch firmierte diese Einrichtung unter der Bezeichnung Schule Stahr nach dem Leiter Hauptmann a. D. Walter Stahr (1882–1948) bzw. unter der Abkürzung WIVUPAL(Wissenschaftliche Versuchs- und Personalausbildungsstation). (…)

Grundlage der Zusammenarbeit war der Vertrag von Rapallo aus dem Jahr 1922, i dem auch eine militärische Zusammenarbeit festgelegt wurde. Nicht erwähnt wird in „Babylon Berlin“, dass die Aufgabe der Bedenken hinsichtlich Verstößen zur Rüstungsbegrenzung in Deutschland, die im Versailler Vertrag festgelegt wurden, auch der Ruhrbesetzung durch Belgien und Frankreich im Jahr 1923 zu verdanken war und nicht lediglich ein Modul in reaktionären Plänen zur Beseitigung der Demokratie, wie es hier überwiegend erscheint. Bereits 1932, also noch vor dem Machtantritt Hitlers, wurde ohnehin die militärische Gleichberechtigung Deutschlands restituiert – auch diese war also nicht sein Erfolg, sondern der einer Form von Politik, die auf Entspannung und gemeinsamer Arbeit im Völkerbund zwischen ehemaligen Siegern und Besiegten basierte. Da wir hier beim Film sind: Auch in der Kunst wurde dies deutlich, es kam zu Beginn der 1930er Jahre zu bedeutenden deutsch-französischen Coproduktionen wie „Kameradschaft“ (1932) unter der Regie von G. W. Pabst. Noch einmal zur Fliegerschule von Lipezk:

2019-07-29 Babylon Berlin Folge 11 007 LIpezk Fliergeschule Unfall
Unfälle gab es auch schon mal, aber wir wollen hoffen, dies ist kein böses Omen für den weiteren Verlauf dieser Folge 11 von „Babylon Berlin“.

Der eigentliche Flugbetrieb begann im Juni 1925, der Ausbildungsbetrieb wurde Anfang 1926 aufgenommen. Bis zur Schließung der Ausbildungsstätte im September 1933 wurden etwa 120 Flieger, etwa 100 Luftbeobachter sowie zahlreiches Bodenpersonal ausgebildet. Darüber hinaus wurden sowjetische Flieger und Techniker durch deutsche Lehrkräfte geschult. Neben der Erprobung von neuem Gerät wurden insbesondere der Formationsflug und verschiedene Bombenabwurfsverfahren getestet. Die eingesetzte Flotte bestand hauptsächlich aus den Modellen Fokker D.XIIIHeinkel HD 17 und den Albatros-Typen L 76L 77 und L 78.

Wie auf dem Titelbild zu sehen ist, versteht Militärattaché Trochin Raths Verhalten nicht, anders ausgedrückt: Alles, was dem eigenen Land dient, ist in Ordnung, Rechtsstaatlichkeit nachrangig. Der Internationalismus im Zweifel ebenso. 

Nun kommen wir zu einer schrägen Angelegenheit, die man wirklich anders hätte regeln können, aber in „Babylon Berlin“ ist eben auch vieles auf Kreativität, verbunden mit Effekt, ausgerichtet. Gereon Rath richtet mit dem Radio des österreichischen Journalisten Katelbach die Sendefrequenz so ein, wie er sie von dem Armenier schriftlich mitgeteilt bekam. Auf diese Weise hört er einen Vortrag von jenem Psychiater, den wir schon kennen, er heißt Dr. Schmidt, über Elektrophysiologie und über suggestive Therapie – mit ihr sollen Radiowellen quasi in den Hirnen von Menschen platziert werden. An der Stelle ist leider die Sprachaufzeichnung etwas schlecht gewesen und wir schreiben die Rezension doch mit einigem Zeitabstand, naturwissenschaftlich gebildete Menschen mögen uns verzeihen – Recherche zu dem Thema fällt aus, denn pro Folge können wir das höchstens einmal machen und dieses Mal ist der Flugplatz Lipezk wichtiger gewesen. Außerdem, siehe oben, die Idee, Rath auf diese Weise an Schmidt heranzuführen, zählt zu den etwas gekünstelt wirkenden Elementen von „Babylon Berlin“. 

Rath muss dann wieder eine Ration Ampullen abholen, seltsamerweise ist der Apotheker-Landsmann aus Köln dieses Mal nicht an schlüpfrigen Bildern interessiert, die er sonst entgegennimmt, um ohne Rezept Drogen an den Kommissar auszugeben. Bald wird aber der rote Faden dieser Folge 11 wieder sichtbar: Ein Staatsanwalt, Regierungsrat Benda und Rath beratschlagen, wie man die illegalen Aktivitäten der Reichswehr in Russland ermitteln könnte, die vom deutschen Generalstab gedeckt sein müssen, sonst wären sie nicht durchzuführen. 

Wichtig ist auf’m Platz, sagt der Trainier zum Fußballer und richtig ist Recherche vor Ort, sagen sich Benda und der Staatsanwalt und Rath wird höchstpersönlich auserwählt, um einen Exkursionflug durchzuführen, bei dem Fotografien anzufertigen sind, die als Beweismaterial dienen sollen. Das ist auch der Grund, warum wir oben etwas Zeit in die Fliegerschule Lipezk investiert haben. Wir werden sie bzw. ein Modell von ihr bald zu sehen bekommen. Nebenbei deckt Charlotte auf, dass bei der Materialbeschaffung der Polizei offenbar ein wenig Schmu gemacht wird, aber hat das Konsequenzen? 

2019-07-29 Babylon Berlin Folge 11 003 Gereon Rath bei einer Beschattung am Bahnhof Friedrichstraße
Es gibt nicht so viele offizielle Fotos zu Folge 11, daher verteilen wir sie etwas freier als sonst. Hier sind wir am Beginn, Rath am Bahnhof Friedrichstraße. Das Geländer hinter ihm wirkt schon recht sachlich, für die Verhältnisse der Zeit.

Der Polizeifotograf Graf soll Rath nach Russland begleiten, derweil versucht Fritz weiterhin, Greta gegen Benda zu infiltrieren. Worauf will er sie damit vorbereiten? Ahnen wir es schon? Alle sind irgendwas am ausforschen – auch Moritz, der Sohn von Helga (gesichert) und Vater Arno oder Gereon Rath. Er hat etwas von der Lieferung an Wolter mitbekommen und schaut durch die Ritzen im Kellerverschlag. Auf der Innenseite hängt ein Schlüssel, was absolut sinnfrei ist, aber sehr praktisch, auch wenn der noch nicht ausgewachsene Moritz Mühe hat, da oben ranzukommen. Aber da erscheint Rath im Keller, wir wissen leider nicht mehr, was er dort wollte, und erwischt den Jungen.

2019-07-29 Babylon Berlin Folge 11 002 Charlotte Ritter am Bahnhof Friedrichstraße
Auch Charlotte ist da und tut ihre Arbeit. Offiziell ist sie aber noch nicht bei der Polizei, zumindest nicht bei der weiblichen Kripo.

Auch dies hat keine erkennbaren Folgen, derweil gehen Fritz und Greta ins Kino und dort läuft eine Wochenschau mit den Unruhen vom 1. Mai und es wird berichtet, dass Außenminister Gustav Stresemann seinen französischen Kollegen Aristide Briand in Berlin erwartet. Auch dieser Staatsbesuch wird noch eine Bedeutung haben. Fritz macht einen Witz und Greta ist ihm wieder gut, die etwas Naive. So zerfahren, wie die Beschreibung wirkt, war die Szenenfolge, die wir zuletzt referiert haben, nicht ganz, aber dieser Teil von Folge elf ist vor allem der Informationsbeschaffung und dem Aufgalopp für das große Abenteuer in den Lüften gedacht.

Auch Gereon Rath privatisiert ein wenig und Helga ist begeistert von den großen Kaufhäusern in Berlin, wobei besonders das just 1929 errichtet Karstadt-Gebäude in Neukölln am Herrmannplatz zu beeindrucken vermag. Gegenwärtig gibt es bekanntlich einen Streit um seine Rekonstruktion. Aber, um zumindest dies festzuhalten: Es war kein Nazi-Bau, wurde sogar von der SS gesprengt und sein Stil ist deutlich vom kommenden Art Déco beeinflusst. Es ähnelte gestalterisch dem Empire State Building, natürlich gemäß Berliner Bautradition mehr in die Breite als in die Höhe gezogen. 

Dann nimmt Rath in Helgas Beisein eine Ampulle, sie ist wohl mit seinem Problem vertraut. Es ist nicht schlimmer geworden, nicht schlechter, nur anders; sie sagt, es steht nicht mehr zwischen uns, aber auch sie hat wohl das Gefühl, etwas ist nicht in Ordnung. Angesichts dieser fragilen Stimmung ist es kein Wunder, dass Rath im Anschluss einen bösen Traum hat – oder ist es eher ein Wachtraum? Jedenfalls sieht er sich mit zitternden Händen und Zement überall. Ja, der Zement, der ist nicht so leicht zu verdrängen. Damit alle, die bisher gezweifelt haben, nun Klarheit erhalten: Ja, er hat den Priester umgebracht und in ein Zementbad getaucht: Tagsüber wird gegossen, nachts ausgehärtet. Zu welchem Zeitpunkt der Zement welche Konsistenz haben kann, da wollen wir jetzt aber mal nicht zu genau sein. 

Was wir angesichts der rauen Verhältnisse in Berlin mit einiger Zufriedenheit registrieren: Rath hat gelernt, sich zu wehren, seine Waffe einzusetzen und ohne fremde Hilfe zu überleben. Im Grunde ist die ganze Serie auch die Initiation des Rath, nachdem Downfall im Ersten Weltkrieg natürlich eher die Wiederkehr seiner eigenständigen und widerständigen Persönlichkeit. Trotzdem seht er nicht drüber, bei Weitem nicht, wie wir unter anderem an seiner Haltung in Sachen Blutmai feststellen dürfen. Niemand ist ohne Schuld, in diesen Zeiten, wenn er Verantwortung tragen muss. Trotzdem – als Rath aufwacht, hat nicht er eine Waffe in der Hand, sondern Moritz ist da, mit der alten, aber wertvollen und präzisen Büchse von Wolter auf dem Schoß. Wolter und der Junge verstehen sich, einige Zeit zuvor haben sie zusammen einen Boxkampf simuliert. Ja, der Wolter, der ist halt auch zugänglich, manipulativ und doch auch ganz bei sich und authentisch. Wir haben ihm in der Beschreibung von Folge 10 viel Raum gewidmet, dieses Mal steht er aber nicht so im Mittelpunkt. 

Es ist, wie meistens in „Babylon Berlin“, schlechtes Wetter, als man sich auf dem Flugplatz Staaken versammelt. Offensichtlich sollen die Herren Polizisten mit einem Vorserienmodell der Junkers JU 52 geflogen werden und da sie noch nie zuvor in die Luft gegangen waren, müssen sie eingewiesen werden. Weise notierten wir während des Anschauens der Folge ins Mobiltelefon: „Vermutlich hatten sie gerade kein anderes flugfähiges Gerät zur Verfügung, aber die JU 52 dürfte es 1929 nicht einmal als Prototyp gegeben haben.“ Und genau so ist es, von ihr gibt es aber noch Exemplare, die für Schauflüge verwendet werden, anders als etwa von den zeitgenössischen G23, G24 vom selben Hersteller, mit denen man auch hätte nach Russland fliegen können. Also findet der Erkundungsflug unter der unsinnigen Annahme statt, dass er gleichzeitig als Testflug für ein neues Baumuster gilt, anstatt, dass auf maximale Sicherheit Wert gelegt wird. Dafür hat dieses Luftfahrtgerät hübsche bunte Knöpfe unter den Armaturen, die für 1929 ziemlich avantgardistisch aussehen. 

Nicht ganz unerwartet hat das Erprobungsmodell etwas Mühe, den Boden zu verlassen und als es endlich passiert ist, muss Rath sich übergeben. Die Luftkrankheit, man merkt es sogleich, weist Ähnlichkeiten mit der Seekrankheit auf. Über den Wolken wird es ruhiger, auch wenn die Freiheit nie grenzenlos ist, in einer engen Blechröhre. Fliegen ist Pionierleistung, noch nicht Massenverkehr, das kommt hier sehr deutlich raus. Ja, es ist auch toll, zum ersten Mal im Leben eine Wolkendecke von oben zu betrachten und drüber ist immer Sonne, sogar über dem Babylon von Berlin. Leider haben wir kein Foto gefunden, das die Flugszenen des Films festhält, deswegen ersatzweise zwei vom Flugplatz Lipezk verwendet. 

Während Rath ausländischen Luftraum entert, ist Benda bei Stresemann und unterrichtet ihn von einem geplanten Anschlag – der antwortet, es habe schon zuvor zwölf davon gegeben. Bei Hitler waren es über 30 und keiner hatte funktioniert. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass Stresemanns Politik den Revisionisten nicht in den Kram passte und dass politische Morde mehr als heute zum Alltagsgeschäft zählten, im unruhigen Europa der Zwischenkriegszeit. Stresemann weiß über Lipezk Bescheid, wie auch der Reichstag. So geheim ist also diese Fliegerschule gar nicht. Stresemann skizziert seine Strategie, nämlich, dass alles, was er außenpolitisch erreicht, dazu führen soll, dass Deutschland nicht mehr den Maßgaben und Beurteilungen nach dem Versailler Vertrag unterworfen ist und Handlungsfreiheit wiedergewinnt. Ähnlich also wie nach dem Zweiten Weltkrieg, wenn auch nach diesem mit einem viel gemächlicheren Zeitverlauf. Aber Stresemann hat kein Interesse daran, dass Lipezk zu einem Politikum wird, weil er dann vor dem französischen Außenminister als Lügner dastehen würde. Offenbar fehlte den Franzosen damals ein guter Geheimdienst, sonst hätten sie angesichts der vielen Mitwisser von diesem Projekt doch  Wind von der Sache bekommen müssen. 

Benda aber schlägt vor, man könne es so aussehen lassen, als sei Stresemann der Aufklärer, hingegen könne man die Kriegstreiber wie Seegers oder Ludendorff (wieder eine historische Figur) verhaften und damit unschädlich machen. 

2019-07-29 Babylon Berlin Folge 11 004 Rath und Helga keine heimliche Liebe mehr
Das passende Bild zum Absatz: Gereon Rath und Helga: Eine andere Zeit und wie alles begann.

In dünner Luft entsteht eine lyrische Halluzination bei Rath. Sein Vater instruiert ihn darin über die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihre verschiedenen Fähigkeiten. Helga erzählt diesem, wie sie sich in den Bruder verliebt hat – aber sie sei schwanger vom anderen. Leider sieht man jene Person nur sehr unscharf, aus einem Grund, der nicht in der dünnen Luft zu suchen ist, sondern, weil wir noch eine Überraschung vor uns haben sollen. 

Auf dem ersten Flug des Lebens versucht der Geist, die Dinge zu ordnen und zu heilen, aber dann sitzt auch der Vater bei der früh, zu früh verstorbenen Mutter und beklagt sich, erst sei der falsche Sohn aus dem Krieg heimgekehrt, dann ließe sie, die Frau, den Vater mit ihm allein. So kann man’s natürlich auch sehen und die Art, wie Menschen miteinander umgegangen sind oder es heute oft noch tun, lässt das gar nicht unrealistisch wirken, wenn auch sehr direkt.

Kein Wunder angesichts solcher Gedanken, dass das Flugzeug dabei in ein Gewitter kommt und gleichzeitig das Navigieren schwieriger wird, man also unter die Wolkendecke stroßen muss, andernfalls die Maschine ja von dem Unwetter auch gar nichts abbekäme und es etwas seltsam wirken würde, wenn erst einer, dann plötzlich alle drei Motoren ausfallen. Damit die Propeller nicht blockieren, wird in den steilen Sinkflug übergegangen und tatsächlich nimmt der JU-Prototyp wieder Fahrt auf. Ob das realistisch ist oder eher so wirklichkeitsgetreu wie das JU-Modell selbst, im Jahr 1929, wollen wir an dieser Stelle nicht eruieren. Dafür erfahren wir aber nun, warum zwei Polizisten mitreisen mussten: Eine Luke wird geöffnet und Rath hält den Fotograf fest, damit er beim Fotografieren nicht aus dem Flugzeug kippt. Beinahe geht das natürlich schief, aber nur beinahe, Rath verliert den Graf fast, kann aber wieder reinziehen. Die beiden schwitzen vor Angst, aber glücklich: Auftrag ausgeführt. Die Flak hat die Maschine entdeckt und schießt, aber man verschwindet in den Wolken und solange die Wolkendecke dicht bleibt, kann wenig passieren. Das ging ja alles nochmal gerade gut. 

Zu Asche, zu Staub. 

© 2019 Der Wahlberliner, Thomas Hocke 

Rolle Darsteller
Gereon Rath Volker Bruch
Charlotte Ritter Liv Lisa Fries
Wolter Peter Kurth
August Benda Matthias Brandt
Greta Leonie Benesch
S. Sorokina / Nikoros Severija Janusauskaite
Kardakow Ivan Shvedoff
Alfred Nyssen Lars Eidinger
Jänicke Anton von Lucke
Krajewski Henning Peker
Armenier Misel Maticevic
Elisabeth Behnke Fritzi Haberlandt
Katelbach Karl Markovics
General Major Seegers Ernst Stötzner
Dr. Schmidt „Anno“ Jens Harzer
Dr. Völcker Jördis Triebel
Gräf Christian Friedel
Zörgiebel Thomas Thieme
Trochin Denis Burgazliev
Musik: Johnny Klimek
  Tom Tykwer
Kamera: Frank Griebe
  Bernd Fischer
  Philipp Haberlandt
Buch: Tom Tykwer
  Hendrik Handloegten
  Achim von Borries
Regie: Tom Tykwer
  Achim von Borries
  Hendrik Handloegten

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