UPDATE: Helft der HOLTEISTRASSE – Fristende Vorkaufsrecht + Appell an die Stadt + DEMO und PROTESTFEST „SUMMER SALE“! / @Holtei19 @Tabor20_ @KKonnektors @elena_poeschl @HeimatNeue / @u67bleibt @GloReiche36 @Krossener36 @schoeneweider20 @F_Schmidt_BB @Forster112 @DoebertSteffen @Syndikat44 @HeimatNeue / #FortisGroup #Berlin #b2007 #Kommunalisierung #Mietenwahnsinn #wirbleibenalle #Friedrichshain #Xhain #Kreuzberg #Verdrängung #PlanReComXhain

Am vergangenen Freitag hatten wir einen Aufruf zum Protestfest „Summer Sale“ der Holteistraße 19 / 19a geschrieben, heute wollen wir unseren Bericht ergänzen und fortführen. Was ist seitdem geschehen?

Alles Grundsätzliche zur Holteistraße 19 / 19a und zur Fortis Group, die das Doppelhaus gerne kaufen möchte, steht im oben verlinkten Ausgangsbeitrag, wie haben ihn aber auch an dieses Update angehängt. Zunächst geben wir Impressionen vom Protestfest vom 20. Juli weiter:

Unter den Gästen und Unterstützer*innen stießen wir auf viele Namen, die uns mittlerweile ein Begriff sind und freuen uns, dass die Solidarität nicht endet und es wunderbare Initiativen und Menschen gibt, die immer bereit sind, mit anderen zusammen zu kämpfen. Unter anderem macht Florian Schmidt, der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, den Mieter*innen Mut, dass es klappen könnte – ein vom kaufwilligen Investor offenbar zu zahlender Preis von 6 Millionen Euro bei 21 Wohnungen kann, wie häufig zuletzt, nur durch den kommunalen Vorkauf kompensiert werden, wenn der Senat die grundsätzlich kaufbereite städtische Wohnungsbaugesellschaft mit einem Zuschuss unterstützt.

An einer solchen Zusage wird gerade mit heißer Nadel gestrickt, denn die Zeit drängt, nachdem sich die Wohnbaugesellschaft Mitte (WBM) am Freitag das Haus angeschaut hat (Bericht in der B.Z.).

Hier nur als Beispiel ein Tweet von der Urbanstraße 67, den wir auch deshalb herausgehoben haben, weil dieses Haus es bereits geschafft hat, weil es kommunalisiert wurde und seine Bewohner*innen dabei bleiben und anderen helfen.

Gestern nun kam ein bemerkenswerter Appell von der Initiative der Holteistraße, der an die Stadt Berlin gerichtet ist und der sehr viel vom Mietenwahnsinn zusammenfasst – unter anderem unsere Standardforderung, endlich Share Deals zu verbieten, die den Milieuschutz ad absurdum führen.

Wir sind gespannt, wann die Bundespolitik reagiert und ob die Länder endlich so viel Druck machen, dass sich auf dieser Ebene etwas tut.

Wir posten diesen richtig gut geschriebenen Brief der Holtei-Bewohner*innen zunächst mit dem Tweet von gestern und dann die beiden Fotos, die wir daraus gespeichert haben:

Wie wir von Posts der Holteistraße und auch aus dem RBB-Bericht wissen, läuft morgen die Frist für die Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts ab.

Wir wollen heute die Gelegenheit nutzen, uns wieder solidarisch zu erklären und den Menschen der Holteistraße 19 / 19a mitzuteilen, dass wir sehr für sie hoffen, dass es morgen bzw. übermorgen klappt. Wir wissen, dass damit noch nicht alles in trockenen Tüchern ist, doch der wichtigste Schritt wäre getan: Der Investor Fortis wüsste, dass die Stadt Berlin und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wieder einmal ernst machen mit dem Mieterschutz.

Außerdem haben wir die Online-Petition „Verdrängung stoppen! – Für den Vorkauf der Holteistraße 19 & 19a durch die Stadt Berlin“ unterschrieben und würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Leser*innen auch mitmachen würden.

Gerade haben wir gesehen, dass Steffen Doebert von der Mieterpartei, den RBB-Abendschau-Beitrag schon auf Youtube archiviert hat und betten ihn in dieser Form hier ein:

Morgen ist wieder ein wichtiger Tag. Für die kämpfenden Bewohnerinnen der Holteistraße 19 / 19a und für die Story von Berlin, zu der gerade ein neues Kapitel beigefügt wird: Wie eine Stadt den Widerstand neu belebt und Mieter*innen-Schutz möglich wird. Es ist ein besonders spannendes Kapitel, das nicht nur schöne Ereignisse beschreibt, aber jedes Haus, das seinen Kampf gewinnt, ist ein Gewinn für uns alle und ein unabdingbarer Teil dieser Geschichte!

TH

Weiter zum Ausgangsbeitrag vom 19. Juli 2019:

Zuletzt gab es viel Positives von Häuserkämpfen zu berichten, hier und hier beispielsweise. Aber es kam zu keiner Pause, weil andere ihren Kampf immer weiterführen mussten – und nun kommen weitere Häuser hinzu, deren Bewoner*innen Verdrängung droht. Zu ihnen gehört die Holteistraße 19 / 19a in Berlin-Friedrichshain, die morgen mit einer Demo und einem Protestfest gegen Verdrängung anfeiern wird.

Während wir am Verfassen dieses Beitrags waren, kam noch ein Tweet, der die Demoroute zeigt und die geplanten Aktionen beschreibt:

Worum geht es für die Mieter*innen der Holteistraße? Dankenswerterweise unterstützen „Kiezkonnektors“ den Kampf dieses Hauses und haben uns eine Pressemitteilung der Hausinitiative gesendet bzw. sie mit ihr zusammen verfasst, die wir weiterleiten können:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind die Hausgemeinschaft der Holteistraße 19/19a, in Berlin Friedrichshain. Die nächsten 21 Mietparteien denen trotz des Milieuschutzes die Verdrängung droht.

Vor gut vier Wochen ereilte uns die Nachricht, die wir sonst nur von anderen Häusern aus den Medien kennen: unser Haus wurde verkauft!

Der Käufer ist ein Subunternehmen der Fortis Group, welche schon mit ihren extremen Mieterhöhungen und Luxusmodernisierungen u.a. in der Lenbachstraße 7 traurigen Ruhm erlangt hat. Besonders pikant, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein ist involviert in die Geschäfte der Fortis Group*. Hier wird ohne das Wissen oder die explizite Zustimmung der einzahlenden Ärzte aktiv Verdrängung vorangetrieben.

https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Mietexplosion-Fortis-Group-Hilferuf-an-Zahnaerzte-in-Schleswig-Holstein

Um unser Haus vor diesem Schicksal zu bewahren, gehen wir als Hausgemeinschaft und im Schulterschluss mit anderen betroffenen Hausgemeinschaften des Kiezes auf die Straße.

Wann?                

Am Sa. 20.07.2019 um 14 Uhr

Wo?                     

Startpunkt, Holteistraße 19/19a in 10245 Berlin

Wieso?                

Um die Stadt Berlin aufzufordern hier im Sinne des Milieuschutzes zu handeln und Gebrauch von ihrem Vorkaufsrecht zu machen. Die Zeit drängt: In der kommenden Woche läuft die Frist für den Vorkauf aus, also muss jetzt gehandelt werden!

Im Rahmen der Demonstration und dem anschließenden Protestfest treten wir in den direkten Dialog mit den verantwortlichen Politiker*innen. Wir wollen gemeinsam mit ihnen einen Weg finden, unser Haus langfristig als bezahlbaren Wohnraum in unserem Kiez zu erhalten und dem profitgetriebenen Handeln der Spekulanten ein Ende zu bereiten.

Dazu laden wir Sie recht herzlich ein uns am Samstag in der Holteistraße 19/19a zu treffen und zu begleiten.

Mit freundlichen Grüßen,

Die Hausgemeinschaft der Holteistraße 19/19a

Ansprechpartner:

Nadja Müller – 0176 39879940

Dennis Klug – 0178 4001031

Paule Harzer – 0151 65142449

www.holtei19.de – Twitter: @holtei19 – Facebook: @holtei19

Das Schicksal der Holteistraße 19 / 19a erinnert uns an ein Versäumnis. Über Zahnärzte, die Mieter*innen Kopfschmerzen bereiten, wollten wir doch längst einen Artikel geschrieben haben. Die Realität holt uns also immer wieder ein, auf die eine oder andere Weise.

Auch die Holteistraße hat ihre Bewohner*innen sichtbar gemacht, wir geben die Fotos aus der Pressemappe wieder, die wir von „Kiezkonnektors“ erhalten haben:

Die Holteistraße liegt in einem schönen Nebenstraßen-Bereich von Friedrichshain mit dem idyllischen kleinen Wühlischpark als Mittelpunkt, dessen Wahrzeichen wiederum der 1978 enstandene Nilpferdbrunnen ist. Die Häuser 19/19a wirken auf allen Fotos, die wir finden konnten vom äußeren Zustand her sehr gut und da wir ohnehin ein wenig am Recherchieren waren – bereits am 9. Juli gab es das erste Protestfest:

Und hier noch einmal ein Foto mit Bewohner*innen:

Und hier noch einmal mehr Bilder, die wir einfach super finden:

Weitere Menschen sind eingetreten in den Kampf um die Stadt! Wir verzichten heute auf allgemeine Darstellungen zur Situation in den Zeiten des Mietenwahnsinns, es geht erst einmal um Unterstützung:

Bereits am 25. Juli läuft die Frist für die Ausübung des bezirklichen Vorkaufsrechts ab. Jeder Tag zählt!

Heute unsere Solidarität mit der Holteistraße 19 / 19a!

TH

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