Der Mann aus Laramie (The Man from Laramie, USA 1955) #Filmfest 39

Crimetime 39 A

Der letzte Mann kommt aus Laramie

2019-01-25 filmfest - neue version mit mittiger schriftEin Fremder zieht durchs Land und findet die Reste einer von Apachen überfallenen Armeepatrouille, zieht weiter in die Stadt und lernt verschiedene Personen mit dem Namen Waggoman kennen, die auf ihre Art die Stadt prägen, mit der Zeit finden wir heraus, dass der Fremde seinen Bruder rächen will, der ebenfalls bei der Armee war und von Indianern umgebracht wurde – mit Hilfe von neuen Repetiergewehren, die irgendjemand aus der Gegend, in der die Waggomans das Sagen haben, an die kämpferischen Apachen verkauft hat.

Jetzt haben wir wieder einen in die Anthologie einreihen können. Im Grunde ist es der letzte. Wir sprechen von den Filmen, die James Stewart und Anthony Mann zusammen gemacht haben, als Hauptdarsteller der eine, der andere als Regisseur (1) (2). Heute hätten wir vielleicht die Archiv-Power, eine geschlossene Serie von Rezensionen nacheinander abzufeuern, aber als wir anfingen, hatten wir kein großes Lager, so dass uns James Stewart und Anthony Mann nun über 200 Rezensionen hinweg immer wieder begegnet sind. Wie die Begegnunbg mit dem Mann aus Laramie verlaufen ist, erklären wir in der -> Rezension.

Handlung (Wikipedia)

Will Lockhart, beurlaubter Captain der Armee aus Laramie, will seinen ermordeten Bruder rächen. Verbrecherische Profitjäger hatten den Indianern geschmuggelte moderne Repetiergewehre verkauft, und seinen Bruder kostete dieser frevelhafte Handel das Leben. Lockhart will die Verbrecher erledigen und zugleich die Hintermänner entlarven. Als Lockhart in New Mexico die Opfer eines Gemetzels entdeckt, bei dem die Apachen eine ganze Kavalleriepatrouille getötet haben, weiß er, dass er den Verbrechern näher gekommen ist.

Lockhart gelangt nach Coronado, wo er in einem Kaufladen die schöne Besitzerin Barbara kennenlernt. In dem Gebiet gibt es eine ernsthafte Spannung zwischen zwei Farmen, der Barb-Ranch des alten, mächtigen Alec Waggoman, dem die ganze Gegend gehört und der in Coronado das Sagen hat, und der Halbmond-Ranch von Kate, einer grauhaarigen alten Frau. Die Spannung besteht gleichzeitig aus Konkurrenzdenken und einer alten persönlichen Zwietracht.

Als Lockhart außerhalb der Stadt Salz laden will, wird er von Vic Hansboro, dem Vormann der Barb-Ranch, und Dave, dem Sohn des alten Alec, und seinen Leuten daran gehindert. In einem ungleichen Kampf verliert Lockhart seinen Wagen, seine Maultiere und sein eigenes Pferd. Wutentbrannt kehrt Lockhart nach Coronado zurück und verprügelt bei nächster Gelegenheit Vic und Dave. Als ihm dann ein Mord in die Schuhe geschoben werden soll, landet er im Gefängnis, aus dem er erst mithilfe der alten Kate wieder freikommt. Fortan arbeitet Lockhart für Kate. Bei einem Viehtreiben wird er wieder von Dave überfallen und wehrt sich, wobei er Dave den rechten Handteller durchschießt. Als nun Daves Leute dazukommen, überwältigen sie Will, und Dave schießt dem Wehrlosen aus Rache ebenfalls durch die rechte Hand.

Als Dave die Indianer, mit denen er Geschäfte bestreitet, zu Hilfe holen will, wird er von Vic Hansboro in Notwehr erschossen. Dieser ist selbst an den Waffengeschäften beteiligt und sieht durch Daves Verhalten seine Geschäfte in Gefahr. Daves Vater Alec weiß nichts von diesen Verwicklungen. Inzwischen ahnt Lockhart, dass er die Rätsel nur auf der Barb-Ranch entschlüsseln kann (…)

Rezension

Auf „Der Mann aus Laramie“ waren wir auch deshalb gespannt, weil wir den Film noch nie gesehen haben. Nicht komplett jedenfalls, an einige Szenen konnten wir uns sehr wohl erinnern. Außerdem ist es der Film, der von allen Stewart-Mann-Filmen nach „Winchester 73“ in der IMDb am höchsten bewertet ist. Und er ist natürlich der technisch modernste, in Cinemascope und für damalige Verhältnisse schönen und natürlichen Farben gedreht. Als einziger hat er auch einen Titelsong, der passenderweise „The Man from Laramie“ heißt.

Der bedächtige und sanfte Ton dieses Liedes gibt schon vor, wie wir den Helden zu verstehen haben, Will Lockhart, der aus der Armee ausgeschieden ist (oder von ihr beurlaubt wurde), der nach den Hintergründen für den Mord an seinem Bruder suchen will. Nicht die Apachen macht er verantwortlich, sondern diejenigen, die ihnen moderne Waffen verkauft haben, aus Profitsucht, was sonst sollten Waffenhändler im Sinn haben? Etwas nach der Mitte des Films wissen wir mehr als Lockhart, wandelt sich der Film für uns vom Whodunnit zum Howcatchem, um es auf Krimiverhältnisse zu übertragen (3).

Wir haben nach dem Anschauen des Films eine leichte Enttäuschung verspürt. Okay, uns ist es nun mal lieber, wenn die Helden sich niederlassen, als wenn sie ins Nichts reiten. Nun reitet Lockhart nicht in jenes ominöse Nichts, sondern nur nach Laramie zurück, woher er kommt. Es gibt also, im Gegensatz zu einigen besonders typischen Archetypen, nicht diese Wahnsinns-Dialog-Gesten-Kombination. Ein Mann fragt einen anderen: Woher kommst du. Der andere deutet nach hinten. Wohin gehst du? Der Zeigefinger des anderen zeigt in die andere Richtung. So geschehen in „Die glorreichen Sieben“ (1960), in dem einige Klischees auf die Spitze getrieben werden.

Man kann Lockhart also finden, wenn man mag. Aber ob er das ernst meint, als er der hübschen Barbara Waggoman (Cathy O’Donnell) sagt, sie soll doch mal dort vorbeikommen? Er hätte ja auch dableiben können und fragen, ob sie ihn  heiraten möchte. In den Mann-Stewart-Filmen geht die Initiative aber regelmäßig von den Frauen aus, und das ist hier nicht ohne Weiteres möglich, denn Barbara war gerade noch mit Vic Hansbro, dem Ziehson und Vorarbeitet der Waggoman-Ranch verlobt, der anfangs als gemäßigter und friedfertiger Mann erscheint und auch Lockhart gegen den psychopathischen Sohn des Ranchers hilft – aber dann just der Waffenschieber ist, den Lockhart sucht.

Das Ding hat er mit Dave, jenem bösartigen Ranchersprössling, gedreht und war aufgrund seines höheren Intellekts das Hirn der Aktion. Zurück zur Mann-Frau-Beziehung: Auch wenn die Sache so verlief und Vic außerdem sein gerechtes Ende gefunden hat, so schnell darf eine Frau in der klassischen Zeit nicht einem neuen Mann hinterher laufen. Ein offenes Ende also, im Gegensatz zu den drei vorangegangenen Western von Stewart und Mann, in denen eine Frau dabei nachhilft, den Einzelgänger zu zivilisieren – das weibliche Prinzip, die sozialen Fähigkeiten.

Einen solchen Einzelgänger gibt Stewart in „Der Mann aus Laramie“ zwar vom Auftreten, aber nicht der Herkunft nach, sondern ist ein verantwortungsvoller Hauptmann in der Armee. Überhaupt relativiert dieser Film einige der Muster aus den vorhergehenden der Kooperation zweier Männer, die sich offenbar sehr gut verstanden. Nach „Der Mann aus Laramie“ endete die  Zusammenarbeit allerdings, und vielleicht hatte es damit zu tun, dass der Film aufzeigt, dass hier eine Entwicklung tatsächlich zu Ende ging.

Vielleicht ist es nur subjektiv, aber unser Eindruck ist, dass jeder der Mann-Stewart-Filme (der Western zumindest) langsamer ist als der vorhergehende. Stewart mit seiner gedehnten Sprechweise und den bedächtigen Bewegungen war dafür ja auch geeignet, er ist kein hektischer, sondern ein beharrlicher Typ, das kann man in allen Filmen der Reihe beobachten. Aber die Aktion insgesamt wirkt in „Der Mann aus Laramie“ ebenfalls gedehnt.

Das ist vor allem durch eine Auffälligkeit bedingt: Es gibt viele Szenen, in denen die Waffen sprechen könnten, es aber nicht tun. Uns wird hier eine Welt präsentiert, die sich im Übergang zwischen dem rauen Westen und der Zivilisation befindet. Dementsprechend denken die Leute ab und zu erst nach, bevor sie schießen und der Wandel der Zeiten wird insbesondere vom alten Rancher Alec Waggoman (Donald Crisp) immer wieder angesprochen. Es dem Willen zum zivilisierteren Handeln folgt unter anderem nun, dass Lockhart in einem klassischen Western, der in der klassischen Western-Zeit spielt, wohl mehrmals erschossen worden wäre, bevor die Handlungs so hätte enden können wie in „The Man from Laramie“. Hier aber wird sein Hab und Gut verbrannt und, sofern es aus Zugtieren besteht, getötet, hier wird er mit dem Lasso gefangen, schließlich angeschossen und muss mit dem Gewehr weitermachen, weil er keine Pistole mehr halten kann. Ein ähnliches Element gibt es schon im Vorgänger „Über den Todespass“.

Der Unterschied ist aber, dass das Überleben von Stewart in „Über den Todespass“ ein Versehen seiner Häscher war, während ein Jahr später dieser Mann bewusst in die Lage versetzt wird, immer weiter zu forschen und Unruhe zu stiften. Das ist es auch, was uns beshäftigt hat. Nicht, dass wir dagegen wären, dass Menschen  humanistisch handeln oder wenigstens einen Sinn für Gerechtigkeit haben, aber hier werden wichtige Mechanismen außer Kraft gesetzt, die für klassische und für Neo-Western gleichermaßen gelten – wie etwa das Agieren einer Figur auf ihrem höchstmöglichen Level, was die Möglichkeit angeht, andere Personen zu töten. Die bewusste Heranzüchtung immer neuer Verwicklungen durch diejenigen, denen an solchen Verwicklungen keinesfalls gelegen sein kann, also den drei Männern, welche die riesige W-Ranch beherrschen und bewirtschaften, hat uns nur in Maßen überzeugt. Mag schon sein, dass wir durch die radikale Stringenz und Einfachheit der meisten Western geprägt sind, was die Handlungsmuster der darin vorkommenden Figuren angeht.

Ein wenig geschraubt hat man an der Vergangenheit des Mannes, den Stewart spielt. In den vorangehenden Western war immer er selbst es, der eine geradezu mörderische Vita zu bewältigen hatte, üblicherweise mit dem Verlust seiner Familie durch Raub und Mord. Hier ist es „nur“ sein Bruder, um den es geht. Es macht einen Unterschied, ob man vergessen oder sich rächen will, ob man traumatisiert ist oder involviert. Es war eine kluge Entscheidung, immer dann, wenn Stewarts Figur ein eigenes Trauma hatte, ihren Charakter dadurch zu erklären, in „Der Mann aus Laramie“ hingegen einen friedlichen und im Grunde netten Mann, und schon dass Titellied deutet an, dass er ein freundlicher Mensch ist, eine selbst gestellte, schwierige Aufgabe erledigen zu lassen. Vom Kopfgeldjäger oder Viehhändler mit Tendenz zur allgemeinen Rücksichtslosigkeit und Egozentrik bis zum Ex-Army-Offizier, der ganz präzise nur gegen diejenigen etwas hat, die es betrifft, ist es ein weiter Weg.

Aber die Psychologisierung, die „Der Mann aus Laramie“ sehr weit treibt, ja treiben muss, um Psychologie anstelle von Handlungsorientierung zu setzen, war stellenweise verwirrend. Schuld ist vor allem Waggoman senior, der vollkommen uneinheitlich wirkt. Nicht wie jemand, der im Alter zu Einsicht und Klarheit gelangt ist, sondern wie ein Mann, der im Lauf des Lebens immer unsicherer wird und Zweifel an allem hat. Symbolisch dafür wird er auch mit Blindheit geschlagen. Ihm ist der Weitblick verloren gegangen, der ihn einst erfolgreich und mächtig gemacht hat. Am Ende kann er nicht einmal mehr sehen, was sich in seiner direkten Umgebung zuträgt. Zum Beispiel, dass Vic zwar loyal ist, aber auch ein skrupelloser Waffenhändler. Der wiederum spricht gegenüber Dave davon, dass man den Indianern nicht vorschreiben könne, wen sie berauben und töten, als Dave ihnen die Gewehre zukommen lassen will, damit sie (hoffentlich, nach seiner Meinung) die Ranch der älteren Dame Katie überfallen. Diese hat Lockhart angeheuert, nachdem sie ihn aus dem Gefängnis freigekauft hat, in dem er wegen Mordverdachts sitzt. Und Lockhart hat Dave mehrfach gedemütigt. Das ist auch soweit klar und stimmig. Aber wenn Vic versucht, Dave jetzt aufzuhalten mit dem Argument, dass die Apachen unberechenbar seien, dann hätte er bei der Waffenschieberei nicht mitmachen dürfen, die letztlich auch die von ihm begehrte Waggoman-Ranche bedrohen könnte, falls die Krieger sie als ihr bevorzugtes Ziel ansehen sollten.

Dass hingegen Lockhart am Ende, als er ihn gestellt hat, Vic laufen lässt, finden wir okay. Rache ist kein guter Antrieb, das wird uns klar gezeigt. Außerdem erledigen alsbald die Apachen die Arbeit für Lockhart, weil dieser Vic gezwungen hat, den Wagen mit den neuen Gewehren über einen Felsvorsprung in die Tiefe zu stürzen, obwohl die Indianer die Waffen schon bezahlt hatten. Weshalb mit der Auslieferung überhaupt so lange gezögert wird, wo das Versteck der Fuhre doch recht leicht zu finden ist, in diesem kargen Land von New Mexico, erklärt sich ebenfalls nicht.

Im traditionellen Western, auch wenn er schon nach der Mode der Zeit mehr Dialog als Handlung hat und der Dialog uns mehr über die Figuren sagen soll, als ein Verhalten es ohne Worte könnte. Wir sind trotz aller Anekennung für die Idee, Figurenpsychologie wichtig zu nehmen, der Meinung, dass man Personen durchaus sehr gut anhand ihres Verhaltens erklären kann. Bestenfalls weicht das Verhalten  auf entlarvende Weise von den Worten ab – so weit sind wir in „Der Mann aus Laramie“ allerdings nicht. Zudem überagieren die Figuren Vic und Dave stellenweise. Wir haben das schon in „Nackte Gewalt“ wahrgenommen, dass Mann seine Schauspieler sehr ausdrücklich im Wortsinn spielen lässt, weniger aber in „Über den Todespass“ oder „Winchester 73“.

Das führt unter anderem dazu, dass Vic mit verzerrtem Gesicht dem alten Waggoman im Wortsinn an den Kragen geht, als dieser sich nicht davon abhalten lässt, nach diesem Wagen voller Gewehre zu forschen. Dadurch und sicher nicht von Vic gewollt, fällt Waggoman vom Pferd in eine Schlucht und überlebt nur knapp. Wie der bis dahin so besonnene Vic plötzlich so anders wird, das hat uns verblüfft und nicht überzeugt. Es steht im Drehbuch, klar. Aber wir hatten bis dahin den Eindruck, dass er Alec wirklich mag und nicht nur hinter seinem Anteil an der Ranch her ist. Wäre dem nämlich so, dann hätte Vic sich des unbequemen Lockhart auf die alte, skrupellos Art entledigt, anstatt ihn überwiegend gesprächsweise zu behandeln.

Keine Frage, dass „Der Mann aus Laramie“ sehr viel mit der Figurenpsychologie arbeitet, aber die Feinzeichnung stimmt nicht immer. Plötzliche (An-) Wandlungen von Figuren sind nicht so hinterlegt, dass man sie ohne weiteres kaufen mag. Der einzige, der unberechenbar und stets gewaltbereit von Beginn an wirkt, ist Dave Waggoman, deshalb gibt es an seiner Figur am wengisten zu deuteln und sie ist am besten zu verstehen – zumal Katie gegenüber Lockhart auch noch erklärt, wie dieser schräge Charakter durch eine Erziehung gegen den Vater zustande kam, weil die Mutter ein verwöhntes Früchtchen war, das den Sohn verzog, um dem dominanten Mann eins auzuwischen. Knapp erzählt, aber solche eheinternen Machtkämpfe, in denen Kinde rzu Spielbällen werden und dadurch zu unausgeglichenen, schwachen Menschen, gibt es in der Realität. In einem Film wirken sie aber immer etwas rudimentär, wenn diese Verhältnisse nur gestreift, durch Dritte als talking Heads kurz nacherzählt werden. Bei uns löst das den Reflex der Hinterfragung sehr zuverlässig aus und wir bevorzugen deshalb Filme, die Wesentliches gut aufbereiten und sich nicht auf Nebenschausplätzen verzetteln. Dort ist es nämlich oft nicht einfach, festzulegen, welche Information nun für den Zuschauer relevant ist und welche nicht.

Man kann sagen, dass Anthony Mann mit Stewart seinen Beitrag zum in den 1950ern sehr beliebten Subgenre „Großrancher gegen den Rest der Welt“ liefern wollte, aber die Dramatik, die solchen Filmen oft innewohnt, das Gefühl für Spannung und Bedrohung, das sie vermitteln, die eindeutige Identifizierung mit den Schwächeren, die macht die reflexive Anlage des Films schwierig.

Finale

Was wir auch bei vielen Beiträgen der TatortAnthologie schreiben (müssen), gilt auch für diesen bekannten Western, der von US-Kritikern in beeindruckender Einhelligkeit gepriesen wird (folgt man Rotten Tomatoes“ mit derzeit 13 Kritiken, dann sind knackige 100 % positiv (4)):

Die Schauspieler hätten stellenweise überzeugender gewirkt, wenn der Plot es erlaubt hätte. Diese Eigenart von Figuren, sich innerhalb weniger Sekunden zu widersprechen oder so zu reden und anders zu handeln, ist nicht nur im eher straighten Westerngenre ein Problem, weil es der Glaubwürdigkeit schadet. Dieses Phänomen haben wir bei keinem anderen Stewart-Mann-Film so stark wahrgenommen wie bei „Der Mann aus Laramie“.

Natürlich kann es sein, dass man z. B. das flirrende Verhalten Alec Waggomans im Spiel mit Vic, diesem Tauziehen, wenn man genau hinschaut, so inszenieren wollte, siehe Erklärungsversuche in der Rezension. Die Sinneswandel wirken dennoch zu plötzlich und haben nichts mit einer Figurenwandlung im Handlungsverlauf und aufgrund von kathartischen Erlebnissen zu tun. Wegen der bleibenden Zweifel sind wir auch vorsichtig, den Film als Tragödie shakespearescher Prägung zu hypen, wie einige Kritiker es tun. Hamlet hat sich zwar gefragt, ob Sein oder Nichtsein, aber nicht, wer oder was bin ich.

Dies bedingt leider, dass wir trotz vieler Reize den Film als den schwächsten der Pentalogie ansehen, was aber immerhin noch eine Bewertung von 70/100 bedeutet. Das liegt auch an James Stewart, denn seine Handlungen und Dialoge sind zwar langsam, aber dafür kohärent.

© 2020 (Entwurf 2014) Der Wahlberliner, Thomas Hocke

  1. Hier alle Filme aus der Stewart-Mann-Kooperation, die wir für den Wahlberliner rezensiert haben:
  2. Der letzte Film, der aus dieser Zusammenarbeit noch fehlt, ist „Strategic Air Command“, wie der Name vermuten lässt, kein Western, sondern Film über die Air Force der Vereinigten Staaten.
  3. Bei Anthony Mann als Regisseur ist dieser Vergleich auch deshalb sinnvoll, weil er vor seinen Western einige Filme der „Schwarzen Serie“ gedreht hat, darunter „T-Men“ (1947) und „Side Street“ (1949), die zu den wichtigen Werken des Genres gezählt werden.
  4. Wir haben allerdings an anderer Stelle schon erwähnt, dass dieses Bewertungs-Sammelportal auch gemischte Kritiken meist als positiv wertet. Hinzu kommt ein Zwang, alle Bewertungen durch Punkte (3,5/5 etwa) vergleichbar zu machen, die nicht von den Rezensenten selbst stammen, sondern nach dem Lesen der Kritik durch die RT-Redaktion aufgrund des geschätzten Anteils an positiven und negativen Anmerkungen inklusive deren Gewichtung vergeben werden.
Regie Anthony Mann
Drehbuch Philip Yordan,
Frank Burt
Produktion William Goetz
Musik George Duning
Kamera Charles Lang
Schnitt William A. Lyon
Besetzung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s