DIE WEICHSELSTRASSE 56 in Neukölln braucht EURE Unterstützung am Sonntag, 18.08.2019, beim HOFFEST ab 17 Uhr! / @weichsel56 @derjochen @HeimatNeue u. v. a. / #Mietenwahnsinn #wirbleibenalle #Vorkaufsrecht #Neukölln #Neukoelln

Jetzt hat es wieder Neukölln-Nord getroffen. Im Reuterkiez, in dem schon so viele Häuser von Spekulation betroffen sind, ist es nun die Weichselstraße 56, die um die Rettung vor dem Ausverkauf kämpft.

Die Hausinitiative braucht dringend die Unterstützung der vielen Menschen, die im Kampf um die Stadt aktiv sind und veranstaltet am Sonntag ihr erstes Hoffest:

  • Weichselstraße 56 in 12045 Neukölln
  • am Sonntag, 18.8.2019
  • 17 Uhr.

Wir geben im Folgenden die Pressemitteilung der Initiative wieder, zeigen ein paar Fotos von Hausbewohner*innen und schreiben am Ende des Beitrags noch ein paar eigene Sätze hinzu, das geht im Reuterkiez nicht anders.

Pressemitteilung der Hausinitiative:

Das Haus, in dem wir wohnen, die Weichselstraße 56, wurde Ende Juni 2019 an die Hamburger Waitz-Brüder verkauft. Da sich unser Haus in einem Milieuschutzgebiet befindet, prüft der Bezirk, ob er von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen kann und sucht nun nach einem/einer geeigneten Drittkäufer*in. Die Deadline zur Ausübung endet bereits am 27. August 2019.

Käufer und Befürchtungen

Der Kauf der Hamburger Rechtsanwalts-Brüder Waitz erfolgte über die eigens gegründete Gesellschaft W 56 Grundstücks OHG. Der Vater, Hans Joachim (Jockel) Waitz, hat sich in Hamburg während des Hafenstraßenkonfliktes vermittelnd engagiert. Wie wir nach Auskunft des Bezirks Neukölln erfahren haben, lehnen die Brüder Waitz die Unterzeichnung der Abwendungserklärung kategorisch ab

Aufgrund dessen und aufgrund der hohen Marktpreise von Immobilien, die sich für Käufer nur durch renditeabschöpfende Maßnahmen rentieren, fürchten wir drastische Mieterhöhungen oder Umwandlung in Eigentum. Unseren einkommensschwachen Mieter*innen drohen dann der Verlust ihrer Wohnung und ihres gewohnten sozialen Umfelds. 

Ältester Bewohner: seit über 84 Jahren im Haus

In der Neuköllner Weichselstr. 56 wohnen Mieter*innen zum Teil schon seit Jahrzehnten. Viele haben ein geringes Einkommen oder sind Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Sie alle haben ein Recht auf den Erhalt ihres Wohnraums und dürfen nicht von Investoren und Spekulanten verdrängt werden. Besonders alte Menschen sind von der Verdrängung in den Innenstadtbezirken betroffen. Häufig können sie sich die gestiegenen Mieten nach einem Verkauf und der folgenden Modernisierung oder den Kauf der eigenen Wohnung nicht leisten. Ein Mieter der Weichselstr. 56 lebt bereits seit 84 Jahren im Haus und wird keine bezahlbare Wohnung in der Nähe finden.

Einladung zum Hoffest 

Die Hausgemeinschaft Weichselstraße 56 führt bis zu einer Entscheidung des Bezirks zahlreiche Aktionen in der Öffentlichkeit durch, um auf die Situation der Mieter*innen des Hauses aufmerksam zu machen. Dazu findet auch am Sonntag, den 18. August 2019 um 17:00 Uhr ein Hoffest statt, zu dem wir Vertreter*innen aus Politik, Medien sowie Mieter*innen-Initiativen und unsere Nachbarschaft einladen. 

Wir sind zu finden auf: 

Facebook fb.me/Weichsel56bleibt 
Twitter twitter.com/weichsel56 
E-Mail-Kontakt: weichsel56bleibt@gmx.net 

Ende der Pressemitteilung

Wir stellen einige Mieter*innen der Weichselstraße 56 vor:

Eigentlich stellen sich die Mieter*innen ja in Wort und Bild selbst vor. Wir haben eine Auflösung gewählt, welche das Lesen der Texte auf den Tafeln ermöglichen sollte.

Wir waren nicht sicher, ob die Weichselstraße 56 noch zum Reuterkiez zählt, aber das Milieuschutzgebiet ist „Reuterplatz“, daher schlagen wir das Haus diesem Kiez zu. Es liegt ca. 700 Meter per Fußweg von unserem ersten Wohnort in Berlin entfernt. Wer unsere Berichterstattung verfolgt, weiß, wie sehr wir uns trotz einer relativ kurzen Verweilzeit in Neukölln dieser Ecke noch verbunden fühlen und wir fiebern jedes Mal mit, wenn Mieter*innen ihren Kampf gegen Verdrängung aufnehmen. Manche von ihnen konnten ihn sehr erfolgreich abschließen, denn mit Jochen Biedermann hatten sie in Neukölln einen Baustadtrat als Ansprechpartner, der die zweithöchste Zahl an Vorkäufen in Berlin durchgezogen hat. Die Chancen stehen also politisch nicht schlecht, dass es auch für die Weichselstraße 56 klappt.

Dass diejenigen, die das Haus gerne haben möchten, die Waitz-Brüder, keine Abwendungsvereinbarung unterschreiben wollen, haben wir gelesen. Falls ein städtische Wohnungsbaugesellschaft, unterstützt vom Finanzsenator, sich als begünstigte Dritte kaufbereit zeigt, würde diese Aussage, falls sie ehrlich gemeint ist, das gute Ende des Mieter*innenkampfes in dem Moment bedeuten, in dem das Vorkaufsrecht ausgeübt wird. Ein Widerspruch wäre dann nicht mehr zu befürchten. Das ist freilich eine Momentaufnahme, im Zeichen des #Mietenwahnsinn/s kann sich alles jeden Tag ändern, bis ein Vorkauf endgültig abgesichert ist, auch die Meinung von Investoren. Deswegen muss immer der dauerhafte Verbleib der Mieter*innen durch Vorkauf das Ziel sein.

Wir wünschen den Mieter*innen der Weichselstraße 56 das Allerbeste für ihren Weg und der Politik, dass sie wieder ein Zeichen gegen Verdrängung setzt.

Heute unsere Solidarität mit der Weichselstraße 56!

TH

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