Liebeshunger – Tatort 658 #Crimetime Vorschau 05.10.2019 NDR 21:45 Uhr #Tatort #Casstorff #Holicek #NDR #HH

Crimetime Vorschau - Titelfoto © NDR, Svenja von Schulzendorf

In diesem noch immer nicht bekannten Land

Die Casstorff-Filme sind für uns von allem, was für die Reihe nach 2000 gedreht wurde, am meisten das, was man als „Terra incognita“ bezeichnen kann. Es gibt auch nie eine Retrospektive, wie der NDR sie für Casstorffs Vorgänger Stoever und Brockmöller schon mal anlegt. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass der Mann mit dem etwas künstlich geschärft wirkenden Namen, der Programm für seinen Charakter ist, keine Ära geprägt hat. Die Filme mit ihm waren zwar moderner als die der berühmten Vorgänger, aber als er 2002 begann, war es noch nicht so gängig wie heute, dass Polizisten sonderbar sind. Außerdem kommt es darauf an, wie „sonderbar“ ausgelegt wird. Mittlerweile darf man ein Freak sein (Dortmund, Faber) oder eine Comicfigur (Lessing, Dorn, Weimar) oder vollkommen unglaubwürdig im Einzelnen wie als Team (Münster), aber nicht sackig, zumindest nicht als Leitender, auf den die Zuschauer sich fixieren. Seltsam in allen Facetten, aber nicht – naja. Eben so. So, wie wir Casstorff in den wenigen bisher gesehenen Fällen wahrgenommen haben.

Zumindest ein Bild der Auswahl zu „Liebeshunger“ zeigt, dass Casstorff sogar selbst eine Liebesbeziehung zu haben scheint, wir haben das Bild aber nicht verwendet. Einen Sohn hat er, die Mutter ist von ihm geschieden. Das wissen wir bisher. Und darüber gehen wir in der Vorschau nicht hinaus. Wir haben einen weiteren Film mit ihm aufgezeichnet („Verlorene Töchter“), das heißt, wir werden demnächst etwas mehr über ihn wissen.

TH

Handlung

Der neueste Fall der Hamburger Kripo trifft Jan Casstorff unvermittelt auch persönlich: Die 45-jährige Karin Freiberg wird ermordet in ihrer „Arbeitswohnung“ aufgefunden; sie hatte so genannten „Hausfrauensex“ angeboten – Prostitution ohne Anbindung ans Milieu. Zur Überraschung seiner Kollegen kannte Casstorff die Frau, denn er hatte vor vielen Jahren eine kurze, aber intensive Liebesaffäre mit ihr. Danach sah er sie nie wieder.

Betroffen durch den Anblick der recht übel zugerichteten Leiche, beleuchtet Casstorff zunächst den familiären Hintergrund der Toten. Er trifft auf ihren im Rollstuhl sitzenden Ehemann Joachim Freiberg und deren zwölfjährigen Sohn Felix. Mit ihrer Beschäftigung als Prostituierte hatte Karin – mit Wissen ihres Mannes – der Familie das Leben finanziert, nachdem der ehemalige Autoverkäufer nach einem Unfall seinen Job nicht mehr ausüben konnte.

Holicek ermittelt parallel im Umfeld der Arbeitswohnung: Bis auf den Hausmeister Kowalski reagieren die Mieter zwar schockiert, machen aber aus der offenen Ablehnung dieses Gewerbes in ihrem Haus keinen Hehl.

Das Ergebnis aus der Pathologie ergibt, dass Karin Freiberg nicht, wie zunächst vermutet, erwürgt wurde, sondern qualvoll erstickte – unter der Decke, die auf ihrem Körper lag. Schnell bringen die Ermittlungen weitere konkrete Hinweise: Karin teilte sich die Wohnung mit einer Kollegin Christiane, für die sie an dem besagten Tag eingesprungen ist. Hatte Christiane sterben sollen? Diese weigert sich hartnäckig, etwas zu dem Fall zu sagen, auch als sie von zwei brutalen Schutzgelderpressern zusammengeschlagen wird.

Casstorff und Holicek können diese zwar schnell festsetzen, haben aber keine Beweise. Aus der Not heraus macht Casstorff einen Deal mit ihnen und nutzt deren Kontakte in die Szene. Es sind ihre Infos über Freier, die auf brutale Fesselspielvarianten stehen, die dazu führen, dass ihnen Philipp Kochbeck ins Netz geht. Der unter seinen Neigungen leidende Kochbeck gibt zu, Karin Freiberg gegen ihren Willen für seine Spiele gefesselt zu haben, bestreitet aber den Mord.

Weitere Spurenabgleiche führen zurück in das Umfeld einzelner Hausbewohner, die weit mehr Kontakt zu den beiden Prostituierten hatten als zunächst zugegeben. So gerät Casstorff immer tiefer in die Beziehungswelt, die Karin Freiberg umgab, und gestützt von einer verständnisvollen Wanda Wilhelmi gelingt es ihm, die tragischen Zusammenhänge des Falles zu klären.

Besetzung und Stab

Jan CasstorffRobert Atzorn
Eduard HolicekTilo Prückner
Wanda WilhelmiUrsula Karven
Joachim FreibergNils Düwell
Felix FreibergJannik Schümann
Karin FreibergNatascha Bub
Musik:Jan Kazda
Kamera:Clemens Messow
Buch:Rafael Solá Ferrer
Regie:Thomas Bohn

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s