„Ein Menschheitsverbrechen“ / „Schmutziger Krieg“ (Frieder Wagner / Klaus-Dieter Kolenda, Rubikon) #Krieg #Frieden #Umwelt #Klima #Völkerrecht #NearEast #Syria #Afghanistan #Iraq #Serbia #Uran #InternationalLaw #Radioactivity #depleteduranium

Im Grunde war dieser Empfehlungsartikel für unsere Herbst-Winter-Offensive zum Thema Umwelt / Klima vorgesehen, folgend dem Rubikon-Special dazu, dessen Beiträge wir schrittweise besprechen. Wir gliedern den vorliegenden Text jedoch aus, weil wir meinen, er zählt doch mehr zu „Krieg und Frieden“, und dazu gibt es bei uns derzeit kein spezielles Feature und keine Beitragsreihe.

Die Titel der Beiträge lauten „Ein Menschheitsverbrechen“ und „Schmutziger Krieg“ und befassen sich mit der Verwendung von Uranmunition – bitte in der angegebenen Reihenfolge lesen, aus Gründen der Chronologie.

Selbstverständlich sind Kriege, Rüstung, Militär auch Verursacher von Umweltzerstörung und ob darüberhinaus geht es um den Einfluss von Radioaktivität, die von Menschen freigesetzt wird, beispielsweise auf die Anzahl von Krebserkrankungen. Viele Faktoren, viele Verursacher, viele Annahmen und bis heute keine komplett wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnisse. Es ist viel einfacher, die Völkerrechtswidrigkeit bestimmter Kriege zu belegen, als deren gesundheitliche Folgen, die über Tötungs- und Verletzungshandlungen hinausgehen, welche unmittelbar durch Schusswaffen- oder Bombeneinsatz, unmittelbar, physisch, vorgenommen wurden. Ein Aspekt der Kriegsführung des Westens, der nicht tabufrei und schwierig darzustellen ist, ist die Verwendung von sogenannter Uranmunition. Gleich zwei Beiträge dazu sind in das Rubikon-Umweltspecial „Die Planetenzerstörer“ eingegliedert worden.

Mit etwas unterchiedlichem Duktus befassen sich der Journalist Frieder Wagner und der Mediziner Klaus-Dieter Kolenda mit dem Thema Uranmunition. Wir wollen die Beiträge nicht kommentieren, da uns dazu schlicht das Wisse fehlt, das über sie hinausgeht und mit dem wir eine inhaltliche Erweiterung vornehmen könnten. Assoziationen gibt es immer, wie zum Beispiel diejenige, dass die USA sich außerhalb jedweder internationalen Rechtsordnung stellen und wie eng die deutsche Politik mit ihnen und anderen, die gerne alles torpedieren, was die Welt ein Stück friedlicher machen soll, verbunden ist. Oder die banale, aber wahre Feststellung, dass über die Ausführungsmodalitäten hinaus alle diese kriegerischen Handlungen zu verurteilen sind, denn sie verteidigen keine Werte, sondern wirtschaftliche und geopolitische Interessen. Das gilt selbstverständlich für alle Parteien, besonders im Nahen Osten, die sich imperialistisch verhalten.

Das Leid der Bevölkerung in diesen Kriegen ist hingegen längst zu uns gekommen, in Form vieler Geflüchteter, und sollte uns für die Ursachen sensibilisieren. Der Verdacht liegt nah, dass es das in weiten Teilen der Bevölkerung aber nicht tut. Denn Hilfe und das schöne Gefühl, altruistisch sein zu dürfen, von der Verurteilung, dem aktiven Anprangern der Ursachen, die solchen Altruismus erst erforderlich macht, zu abstrahieren, scheint recht einfach zu sein. Ob wir uns darüber noch wundern sollten, is eine andere Frage, angesichts dessen, was sich im Alltag schon an seltsam abgespaltenen Verhaltensweisen zeigt. Wir wollen uns da nicht ausnehmen, aber es gibt unterschiedliche Grade von selektiver Wahrnehmung und daraus folgenden Widersprüchen im Denken und Handeln.

Wir werden nicht das besonders ausgefeilte Kompositum über alles, was die Welt zu einem unfriedlichen Ort macht und wie wir Umwelt, Soziales, Krieg und Frieden gleichermaßen nicht geregelt bekommen, jemals zu Papier bringen, aber immer wieder neue Aspekte einzuführen, die über unser aktuelles Zentralthema Mieten & Wohnen hinausweisen, halten wir doch für unsere Pflicht und sehen es eher journalistisch: Es bleibt alles bruchstückhaft und jedes Mal, wenn wir mit einem neuen Problem konfrontiert werden, geht es darum, wie wir uns dazu stellen – und wo wir auch bezüglich des Mindsets, das in Artikeln anderer zutage tritt, die Grenzen ziehen. Wir denken im vorliegenden Fall aber, beide Rubikon-Veröffentlichungen sind sehr grundlegend und in einem Fall auch recht abwägend geschrieben. So, wie man das macht, wenn man zwar eine klare Meinung hat und für ein Meinungsmagazin schreibt, aber nicht die wissenschaftliche Basis drangeben möchte. Das sachgemäß intensive Lesen der beiden Artikel wird etwas Zeit in Anspruch nehmen, vor allem, wenn man, wie wir und vermutlich die meisten Leser*innen, die unserer Empfehlung folgen, im Thema nicht so zuhause sind, aber es handelt sich um Grundlageninformationen, ohne die man einen wichtigen Gesichtspunkt heutiger Kriegführung nicht in die Diskussion einbringen kann.

TH

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