Schau (t’s euch) an! Vermieter-Demo am 9.12.2019 am Brandenburger Tor, 10 Uhr (falls ihr nicht arbeiten müsst), Stimmen: Prütz:Schnauze, taz, unser Kommentar. @prtzi @HeimatNeue usw. #Mietenwahnsinn #Mietendeckel #Vermieter #b0912

Wir wollen und können nicht alle Stimmen wiedergeben, die sich mittlerweile zur passenderweise im Wallstreet-Online-Jounal ausgebiebig und mit vielen, vielen spekulativen Annahmen beworbenen Vermieter-Demo am 9.12.2019 gemeldet haben. Aber dass wir uns melden und unsere Meinung kundtun, versteht sich von selbst.

Das Kapital geht also gegen diejenigen auf die Straße, die von ihm ausgebeutet und verdrängt werden. Das wäre komplett albern, wenn es nicht mit diesem Aspekt verbunden wäre: Es gibt immer Menschen, die sich instrumentalisieren lassen gegen ihre eigenen Interessen. Wir denken da beispielsweise an Handwerker*innen und andere Arbeitende, die sich keine goldene Nase verdienen können, wenn sie Aufträge für die Kapitalisten ausführen. Es sei denn, sie sind selbst Vermieter oder umgehen die eine oder andere rechtliche Bestimmung.

Wir denken an junge Menschen, die sich für 13 Euro pro Stunde als bezahlte Kampagnenunterstützer*innen gegen Mieter*innen-Interessen missbrauchen lassen, weil sie sich was dazu verdienen müssen – wieso wohl? – und obwohl sie selbst Mieter*innen sind. Diese Aspekte sind das eigentliche Problem der Demo, die morgen früh stattfindet. Zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten Menschen, die für ihr Auskommen werktätig sein müssen, sich nicht dagegenstellen können. Das ist ziemlich durchsichtig, wie das Meiste, was die Immobilienlobby so alles an Ideen hat und an Spins, die sie versucht, massenwirksam unter die Menschen zu bringen.

In den Jahren seit 2009 haben sich die Gewinne aus Vermietung und Verpachtung in ebenjener Stadt verfünffacht. Wer für sein Geld arbeiten muss und das auch von sich behaupten kann, es sei denn, er hat den Status gewechselt, etwa vom Student zum Berufstätigen, der kann ja morgen mitmachen, wenn er dafür frei nehmen darf, und glauben, die Kapitalinteressen seien seine Interessen. Ob ein klotziges SUV Voraussetzung fürs Dabeisein ist, wissen wir nicht, aber vermutlich machen die Vermieter*innen keine Latschdemo, sondern führen standesgemäß einen Korso mit schwerem vierrädrigen Gerät durch. Wundern würde uns das zumindest nicht.

Hier schreibt die taz über den Klassenkampf von oben und wir haben die Gelegenheit, das neueste Prütz:Schnauze hier vorzustellen, weil es sich unter anderem mit dieser Demo befasst. Das kann man als Mieter*in wirklich depressive Verstimmungen bekommen.

Aber solche Stimmungen gehen vorbei, der November 2019 war wirklich in etwa der wolkengraueste Monat, den wir bisher in Berlin erlebt haben und der Dezember bisher nicht viel besser. Einen Effekt aber wird die Kapitalisten-und-diese-gegen-die-eigenen-Interessen-Unterstützer-Demo sicher haben: Die Stimmung in der Stadt wird diesen Winter gut aufwärmen.

Mieter*innen, die über Jahre hilflos riesigen Preissteigerungen ausgeliefert waren, werden immer mehr zurückstressen, wie es in einem Lied aus dem HAU-Musical „Stadt unter Einfluss“ heißt. Wir fordern heute etwas, was wir bisher nicht in den Vordergrund unserer Überlegungen gestellt haben. Die wenigen Organisationen, die sich für Mieter*innenrechte einsetzen, müssen den Status von Gewerkschaften bekommen, dann wird sich auch der Organisationsgrad erhöhen. Sie müssen Mieter*inne tatsächlich kollektiv vertreten können, mit allen Möglichkeiten echter Gegenwehr, die sich daraus ergeben.

Prütz:Schnauze haben wir auch deswegen in diesen Beitrag eingebettet, weil er einer der Initiatoren von „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ ist. Wer zweifelt angesichts der unzähligen Kampagnen, medialen Angriffe und des Klassenkampfs von oben noch dran, dass dies eine richtige Idee ist?

TH

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