David Copperfield (USA 1935) #Filmfest 125

Filmfest 125 A

2020-08-14 Filmfest ACharles Dickens als Star,  zweimal fünfundachtzig Jahre später

„Wir kommen voran mit für den Oscar nominierten und anderen Filmen aus dem Jahr 1935. Es ist mehr oder weniger Zufall, keine groß angelegte Aufarbeitung einzelner Jahre“ schrieben wir anlässlich der ersten Veröffentlichung dieser Rezension im Jahr 2013. Das gilt für das Filmfest im neuen Wahlberliner in noch stärkerem Maße – allerdings haben wir zuletzt gezielt aus jenem Jahr Filmbesprechungen zusammengetragen und mehr als die Hälfte der 15 Filme, welche die IMDb als die besten des Jahres listet, haben wir gesehen, das ist außergewöhnlich viel und reizt zur weiteren Vertiefung.

Warum gerade 1935? Vermutlich, weil man damals endgültig sagen konnte: Der Tonfilm ist frei! Er ist frei von den Restriktionen und künstlerischen Schwächen seiner ersten Jahre, die durch die zunächst schwerfällige Technik und eine zu wörtliche Auslegung des Begriffs „Talkie“ verursacht worden waren. Werke wie „Meuterei auf der Bounty“ und „David Copperfield, zum zwei MGM-Filme zu erwähnen, bewiesen auch, dass man die im Stummfilm bereits häufig erreichte Spielzeitgrenze von über 2 Stunden überschreiten konnte, ohne dass Filme gedehnt wirkten oder das Publikum vom überwältigenden Eindruck überfordert war, den Bilder, Dialoge und Musik im Zusammenwirken verursachen konnten.

Auch die Verfilmung des ersten Romans von Charles Dickens war in drei Kategorien für den Oscar nominiert, gewann keine, gilt heute als eine der gelungensten Literaturverfilmungen bis dahin.

Dass er bei der 8. Verleihung der Academy Awards leer ausging, ändert diese Beurteilung nicht. Regisseur George Cukor war vor allem dafür bekannt, dass er weibliche Darsteller zu Höchstleistungen anspornen konnte und kann eine sehr lange Karriere von der Stummfilmzeit bis 1981 vorweisen. In „David Copperfield“ oder „The Personal History, Adventures, Experience, & Observation of David Copperfield the Younger”, wie die Buchvorlage mit vollständigem Titel heißt, kommt einiges zusammen, was ihn wundervoll macht. Mehr darüber verraten wir in der -> Rezension.

Handlung

Sechs Monate nach dem Tod seines Vaters wird David Copperfield geboren. Der englische Junge wird von seiner Mutter Clara und der Amme Peggotty großgezogen. David wächst heran, seine Mutter hat einen Verehrer in Person des strengen und gebieterischen Mr. Murdstone. David und Peggotty können den Mann aber nicht leiden.

Peggotty nimmt David zu einem Besuch bei ihrer Familie mit. Dabei erzählt sie ihm, wie ihr Bruder Dan die beiden Waisenkinder Little Em’ly und Ham adoptiert hat. Als David wieder heimkommt, hat seine Mutter Mr. Murdstone geheiratet. Peggotty hat ihren Job an Jane verloren, Davids neuer Tante. Clara ist gegen Janes Anwesenheit, doch ihr neuer Mann weist sie zurecht. Als David in seinen schulischen Leistungen nachlässt, wird er von Mr. Murdstone bestraft.

Clara bringt ein weiteres Kind zur Welt, stirbt aber bei der Geburt. Der kleine David wird nach London zum Arbeiten geschickt. Er steht unter der Aufsicht von Wilkins Micawber, der ständig von seinen Gläubigern gejagt wird. Als Micawber verhaftet und im Anschluss an seine Haft der Stadt verwiesen wird, flieht David zu seiner Tante Betsey nach Dover. Der kleine David muss die Reise zu Fuß zurücklegen, als ihm sein Reisegeld gestohlen wird. Bei der Ankunft gewinnt er sofort Zuneigung zu seiner resoluten, ihm Schutz und Hilfe gewährenden Tante sowie ihrem verrückten Cousin, Mr. Dick.

David wird von der gutsituierten Familie Wickfield aufgenommen. Den Familienvorstand hat der alkoholkranke Mr. Wickfield inne, zum Haushalt gehören neben dem Sekretär Uriah Heep auch Mr. Wickfields Tochter Agnes, die sich in David verliebt. Doch David beginnt ein Studium in Canterbury und nimmt daher kaum Notiz von Agnes. Der Sekretär ist clever und erlangt durch hinterlistige Manöver eine machtvolle Position in der Familie. Er stellt Davids alten Bekannten Micawber ein.

Im Anschluss an sein Studium reist David nach London, um eine Arbeit als Schreiber zu suchen. Er begegnet seinem alten Studienfreund Steerforth, der ihn in die Oper einlädt. Dort verliebt sich David in die attraktive, jedoch naive Dora.

Bei einem Besuch der Familie von Mrs. Peggotty brennt Steerforth mit Little Em’ly, die sich tags zuvor mit Ham verlobte, nach Italien durch. Als David von Dan Peggotty erfährt, dass sie von Steerforth in Italien sitzengelassen wurde, will er sie zurückholen. Kurz vor der Abreise will er Ham bitten, Little Em’ly zu verzeihen und sie nach seiner Rückkehr wieder zu sich zu nehmen. Doch es tobt ein Sturm, und Ham, der mit den Seeleuten seines Hafenortes versucht, die Mannschaft eines vor der Küste kenternden Segelschiffs zu retten, ertrinkt, als er den letzten Mann der havarierten Yacht zu retten versucht. Dieser Mann ist Steerforth, der ebenfalls im Sturm ertrinkt.

David kann in London einige seiner Kurzgeschichten veröffentlichen und Dora heiraten. Die immer noch in ihn verliebte Agnes ist geschockt. Dora ist schwächlich und stirbt bald an einer schweren Krankheit. Zu Besuch bei den Wickfields entdeckt David, dass der Sekretär Heep so viel Macht angehäuft hat, dass er um Agnes Hand anhalten konnte. Mit Hilfe von Micawber kann David Heep in Anwesenheit der Wickfields, seiner Tante Betsey und Mr. Dick als Bösewicht entlarven. David wendet sich nun Agnes zu und gesteht ihr seine bis jetzt verborgenen Gefühle zu ihr.

Rezension

Da ist eine Besetzung, die vorwiegend aus England und dem Commonwealth stammt – von den wichtigen Darstellern ist nur W. C. Fields gebürtiger Amerikaner – dessen Darstellung des Mr. Micawber von der Kritik allerdings zumeist besonders hervorgehoben wird. Die Darsteller indes werden nicht nur bei dieser Figur eingesetzt, um wirkliche Dickens-Charaktere zu kreieren, ganz im Stil und Sinn der Buchvorlage.

Zudem entstand der Film bei MGM unter der Produktion eines gewissen David O. Selznick. Dies bedeutet, er ist ausstattungstechnisch überlegen und mit dem großen Gefühl fürs Epos ausgestattet, das ein Film benötigt, der über zwanzig Jahre aus dem Leben eines Jungen und jungen Mannes wiedergibt, wofür selbstverständlich auch zwei Schauspieler benötigt wurden (Freddy Bartholomew, irischer Herkunft, wurde mit der Rolle des jüngeren David zum Kinderstar).

Alles zusammen liegt in einem Trend, der sich Mitte der 30er Jahre abzeichnete – die A-Filme, die Großproduktionen, begannen, die Zweistunden-Grenze bei der Spielzeit zu sprengen, der Jahressieger „Meuterei auf der Bounty“, ebenfalls bei MGM gedreht, ist noch etwas länger als „David Copperfield“. In den frühen 30ern hatten die Schwierigkeiten mit der neuen Tontechnik noch dafür gesorgt, dass niemand sich an die ganz langen Formate und eptischen Panoramen heranwagte, die es in der Stummfilmzeit längst gab.

Gleichzeitig deutete der Trend auf eine qualitative und quantitative Weiterentwicklung mit dem unvergesslichen Höhepunkt von 1939, als der oben erwähnte David O. Selznick als unabhängiger Produzent „Gone With the Wind“ realisierte. Vieles, was dort zu bestaunen ist, sieht man auch schon in „David Copperfield“.

Keine Scheu davor, eine Handlung zu filmen, die über Jahrzehnte geht. Dabei werden die zu Anfang des Films schon erwachsenen Personen, die es am Ende auch noch gibt, kaum Alterungserscheinungen unterzogen, die Kinderdarsteller durch junge Erwachsene ersetzt. Der Film wirkt reich und differenziert ausgestattet, malerisch und ein klein wenig expressionistisch, was den Stil der Figuren und einige Settings angeht. Der Dickens’sche Geist wabert dick durch diesen Film und lässt eine Welt wiedererstehen, die doch schon lange vergangen war, als der Film gedreht wurde. Zwischen dem Erscheinen des Buches und seinem Entstehen lagen 85 Jahre – und 85 Jahre nun schon zwischen der Premiere des Films am 8. Januar 1935 und der heutigen Rezension.

Wir würden uns jederzeit wehren, wenn man uns schreiben würde, wir hätten eine allzu nostalgische Ader, wenn wir darauf bestehen, dass die Filme der 1930er und 1940er Jahre unvergleichlich viel echter wirken als heutige Adaptionen klassischer Literatur. Gerade in diesem Genre gibt es kaum Fortschritte seit Jahrzehnten. Das Gegenteil ist der Fall.

Es versteht sich, dass die moderne Technik alles steriler wirken lässt, dafür kann die Technik per se gar nichts. „David Copperfield“ von 1935 hat zwar die erwähnte, gute Ausstattung, aber noch nicht den satten Bildglanz, der bereits wenige Jahre später ein Markenzeichen der MGM-Filme war. Einige Szenen wirken deutlich flacher und weniger kontrastreich als andere, auch die Schnitte sind nicht immer perfekt gesetzt.

Aber würde man sich heute noch trauen, so beherzt und ganz ohne Scheu an die Dickens-Figuren heranzugehen und sie genauso skurril und individuell auf die Leinwand zu bringen, wie man das in dieser inspirierten Adaption getan hat? Nein, das würde man nicht. Zwei oder drei Dinge wären nicht mehr politisch korrekt, der überwiegende Teil der Darstellungen wäre heutigen Schauspielern nicht mehr abzugewinnen. Die gewisse Naivität und die überragende Eindeutigkeit der 1935er Verfilmung sind auch ihr großes Plus, denn mit wenigen, sehr kräftigen Pinselstrichen werden Figuren gezeichnet, bei denen man gar nicht anders kann, als sie drollig oder sehr böse, als Persönlichkeiten richtig stark oder unglaublich schwach zu finden und jede von ihnen faszinierend – dass solche Figuren zeitgebunden sind, darüber muss man nicht streiten. Für Schauspieler, die schon in der Stummfilmzeit tätig waren, keine Frage, dass alles, was ihre Figuren verkörperten, selbstverständlich durch aussagekräftige Gesten und eine sehr abwechslungsreiche Mimik zum Ausdruck gebracht werden musste. Understatement war erkennbar keine bevorzugte Darstellungsvariante.

Es gibt, wie üblich in den damaligen Filmen, noch einige Szenen, die einen leicht stummfilmhaften Einschlag haben, aber überwiegend setzt George Cukor auf eine Gesamtwirkung zwischen Ausstattung, Gestik, Mimik und Dialog, die eine große Einheitlichkeit erreicht und kurze Auftritte zu wunderbaren, ganz und gar cineastischen Momenten  machen.

Man muss sich vorstellen, dass in ca. 130 Spielminten 68 Charaktere gezeigt werden (im Buch sind es 92, man hat also tatsächlich die Mehrzahl der Typen aus diesem großen Werk ins Kino gebracht). Wie kann das gehen, ohne dass man den Überblick verliert? Durch die angesprochene, kräftige Färbung der hervorstechenden Eigenschaften und natürlich durch einen Effekt, der vielleicht eine der wenigen Schwächen des Films ist: Das Episodenhafte.

Wie man das hätte vermeiden können, dass der Film wie ein Karussell kurzer Szenen und vieler Missgeschicke wirkt, die das frühe Leben von David Copperfield bestimmen? Schließlich baut ein Element auf dem anderen auf, da kann man nicht einfach Abschnitte weglassen, welche die sehr gute Logik der Handlung herausbilden. Cukor schafft es, die einzelnen Ereignisse nicht übertrieben wirken zu lassen – erst ihr Zusammentreffen als Schicksal einer einzigen Person wirkt romanhaft und – doch gibt es auch dies in der Wirklichkeit.

Vor allem in einer Zeit, in der die Menschen vom Schicksal gezeichnet und offenbar alles andere als konfektioniert waren, besonders in England, der Heimat der unglaublich individualistischen Individualisten und grenzwertigen Charaktere. Die gibt es wie selbstverständlich in „David Copperfield“ zu bestaunen. Nach heutigen Maßstäben als „normal“ würde man höchstens die knappe Mehrzahl der Figuren einstufen, die anderen sind so wundervoll übersteigert, dass sie natürlich auch etwas Märchen- oder Comichaftes aufweisen. Doch so steht es auch in den Büchern von Dickens und wurde kongenial ins Kino übersetzt, in einem faszinierenden Aufbruch-Jahrzehnt, als Filme per se etwas Abenteuerliches aufwiesen.

Man kann die Handlung von „David Copperfield“ in zwei natürliche Abschnitte teilen – der Junge und der junge Mann. Man kann aber auch gemäß Plotpoint-Theorie die Momente der großen Wandlung herausarbeiten.

Die sind etwas sentimental, aber warum nicht? Ein Film, der so viel zeigt, Witz und Drohung und schwere Schläge, der bereitet uns darauf vor, dass in dem Moment, in dem der jungen Copperfield sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, sich dieses zum Besseren wendet. Er verliert zwar später seine junge Frau Dora (gespielt von Maureen O’Sullivan, die wir in „Tarzan“ (1932) rezensiert haben) und sein Schulfreund Steerforth enttäuscht ihn und stirbt schließlich.

Doch, was Dickens an Charakteren zaubert, das hat Gewicht. David Copperfield hat zwar eine schwere Kindheit von dem Moment an, als seine Mutter diesen widerlichen Mr. Murdstone heiratet, der ihn demütigt und bei jeder Gelegenheit züchtigt, aber da war eine Zeit davor (Murdstone, der Sadist, der als Kind selbst gezüchtigt wurde, wie er stolz erwähnt [Dickens brauchte keine moderne Psychologie, um zu wissen, wie Menschen funktionieren, er hat einfach gut beobachtet] wird wieder einmal genial finster von Basil Rathbone gespielt, der im selben Jahr als Pirat und Widersacher von Captain Blood ficht).

Trotz der Tatsache, dass David Copperfield seinen Vater nie kennenlernte, verbrachte er zehn unbeschwerte Jahre mit seiner offenbar trotzdem wohlhabenden Mutter und der herrlich herzlichen Hausangestellten Miss Peggotty und damit die entscheidende Lebenszeit in einer Umgebung, die ihn stark gemacht hatte für alles, was an Widrigkeiten auf ihn zukommen sollte und sicher in seiner Menschenkenntnis.

Weil er nicht gebrochen wird, kommt es  zu diesem Moment, wo er das wenig erfreuliche Leben im Lagerhaus von Murdstone, wo dieser ihn zum Arbeiten hingeschickt hat, verlässt und unglaubliche 72 Meilen (etwa 130 Kilometer) über schlechteste Straßen zu Fuß von London nach Dover geht, um seine herbe, aber gutmütige Tante Betsy zu erreichen. Solche Wanderungen haben etwas Sakrales, sie sind Pilgerfahrten ins Licht und Höhepunkte vieler großer Filme (ins Negative gewandelt gibt es diese großen Märsche auch, wie Dr. Schiwagos Stampfen durch die verschneite Taiga, die ihn als todkranken Mann zurücklässt).

Von diesem Moment an hat der Junge sich ein besseres Schicksal selbst verdient und wird am Ende mit der blonden Agnes vereint, die ihn schon als Kind geliebt hat. Es kommt alles ins Lot – und im Gegensatz zu Dickens‘ „Oliver Twist“, der wirklich an den Ufern des Lebens siedelt, geht es hier mehr um Intrigen und Repressalien als um echte physische Not unter den Ärmsten der Armen. Dadurch wirkt der Film nicht so bedrückend und die skurrilen Figuren. Wir zittern mit, als es zu der Szene kommt, als der Stiefvater den Jungen zurückhaben will und hoffen auf Tante Betsys energische Art, dies zu verhindern, im Verein mit dem Entscheider-Sonderling Mr. Dick. Als Betsy diesen fragt, was man nun mit dem Jungen tun solle, sagt er: „Man sollte ihm einen neuen Anzug kaufen.“

Damit ist die Sache klar, Murdstone und seine ebenbürtig sinistere Schwester müssen unverrichteter Dinge abziehen. Der Film hat so viele schöne Momente, die so leicht gespielt wirken, dass man sich fragen muss, was eine Kinoentwicklung von beinahe 80 Jahren wirklich für die Verfilmung klassischer Literatur gebracht hat. Die leider nicht sehr erfreuliche Wahrheit für uns alle, die wir ja immer meinen, Fortschritt sei ein Selbstläufer: technisch einiges, inhaltlich wenig. Es sei denn, man traut sich, anstatt hoher Werktreue mit entsprechend grandioser Atmosphäre die große Stilisierung zu, wie etwa in den Elisabeth-Filmen mit Cate Blanchett.

Es gibt einen einleuchtenden Grund dafür, warum das so ist. Die Filmpioniere waren selbst noch Menschen mit echten Schicksalen, viele von den Hollywood-Größen z. B. waren jüdischen Glaubens und vor Pogromstimmungen geflüchte oder arm und voller Hoffnung, Fantasie und Tatkraft in die USA eingewandert; Produzenten, Filmemacher, Schauspieler in der Zeit ihrer Anfänge bettelarm – und dann brachten sie diese Träume auf die Leinwand, die so dicht an dem Leben waren, das sie selbst oder ihre direkten Vorfahren noch bestens kannten und in schlechtester Erinnerung hatten. Die Filme sagten wiederum dem Publikum im Land etwas, das sich 1935 mühte, endlich aus der großen Depression herauszufinden.

Finale

Werke spiegeln ihre Zeit und wo soll heute diese Einfachheit und das tiefe Empfinden fürs Menschliche herkommen? Wer heute Filme macht, kennt schlechte Zeiten und Schicksalsschläge nur aus der Theorie. Zum Vergleich ein kurzer Auszug aus der Biografie von David O. Selznick, der später u. a. „Vom Winde verwehrt“ auf den Weg brachte.

Der Roman David Copperfield (1850) war das Lieblingsbuch von David O. Selznick, dem Produzenten des Filmes. Sein russischer Vater Lewis J. Selznick hatte durch Dickens’ Buch die englische Sprache gelernt und seinen Söhnen jeden Abend daraus vorgelesen. Aus diesem familiären Hintergrund heraus hatte Selznick schon lange den Wunsch, David Copperfield zu verfilmen. Es war nach drei Stummfilmen die erste Tonfilmverfilmung des Literaturklassikers.

Insofern ist es logisch, dass bombastischer, im Grunde nichtssagender Kitsch und hirnlose Action genau das richtige Kino für eine langweilige und gelangweilte Menschheit darstellt. Selbstverständlich werden auch heute noch gute Filme gemacht – vor allem für ein Minderheitenpublikum und meist sind dies keine Aufgüsse früherer Literaturverfilmungen.

82/100  

© 2020, 2013 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie George Cukor
Drehbuch Hugh Walpole,
Howard Estabrook
Produktion David O. Selznick/MGM
Musik Herbert Stothart
Kamera Oliver T. Marsh
Schnitt Robert Kern
Besetzung

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