Krieg im Kopf – Tatort 1126 #Crimetime Vorschau #Tatort #LKA #Göttingen #Lindholm #Schmitz #NDR #Krieg #Kopf

Crimetime Vorschau - Titelfoto © NDR, Manju Sawhney

„Krieg im Kopf“ ist der Titel des zweiten Tatort-Krimis, den Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) als neue Kollegin von Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) für die Polizei Göttingen aufklärt.

Noch immer befindet sich Lindholm nach den tragischen Ereignissen im Fall „Holdt“ (Tatort-Folge 1034) in der Strafversetzung, und agiert außerhalb ihres eigentlichen Reviers Hannover. Ob sich Göttingen zur dauerhaften Tatort-Location entwickelt, bleibt abzuwarten: der NDR hält sich dahingehend bedeckt und hat bislang lediglich bekannt gegeben, dass die Zusammenarbeit von Schmitz und Lindholm „mehrere Einsätze“ beinhaltet., schreibt die Redaktion von Tatort Fans zur Nr. 1126.

Das Fazit fällt wenig begeistert aus: „Himmel, war das ermüdend! Der Krimi beginnt vielversprechend, plätschert dann aber 80 weitere Minuten seicht dahin und geht schließlich den Bach runter“ oder der Film wird als mittelmäßig, als okay, eingestuft.

Gibt es wirklich Waffen, die Gedanken manipulieren können?, die Frage stellt der SWR3-Tatortcheck: Wie weit ist die Forschung auf diesem Gebiet? Und lässt sich das schon zuverlässig einsetzen? Fragen über Fragen, je länger der Tatort dauert. Und das ist gut so! Denn so wird es im Verlauf des Krimis immer unvorhersehbarer und damit spannender. Soldat mit PTBS oder Kind versteckt im Schrank, sowas ist ja nicht originell und wir haben das alle oft gesehen. Deshalb ist es toll, dass sich dieser Tatort im Verlauf so entwickelt. Anfangs lahm, später besser, da heißt es: durchhalten! Es lohnt sich aber, für zusammen gute drei von fünf Elchen.

So unterschiedlich kann die Wahrnehmung derselben Sache sein, sogar hinsichtlich der Spannungskurve. Drei von fünf Elchen ist aber nun auch keine herausragende Bewertung.

Rainer Tittelbach schreibt: Autor Christian Jeltsch hat sich über Jahre immer wieder mit der Entwicklung von Militärtechnik beschäftigt – jetzt konnte er seine Recherchen für sein Drehbuch vertiefen und es zum Thema eines hochspannenden Krimis machen. Außerdem hat Jeltsch den Grimme-Preis gewonnen und Kritiker, die vor Preisträgern gerne mal etwas strammstehen, vor allem, wenn man selbst lange Zeit in der Jury für die Vergabe der Grimme-Preise saß, können dann gar nicht anders, als (in diesem Fall 5/6) eine hohe Punktzahl für einen Film zu vergeben. Etwas Ironie muss schon sein, weil Tittelbach-TV in letzter Zeit alles hoch bewertet hat, was unter dem Label „Tatort“ auf den Bildschirm kam, die Kritiken sind aber schon deshalb lesenswert, weil sie mit enorm vielen Sachinformationen aufwarten und sich oft die Sicht der Filmkünstler zu eigen machen oder diese zumindest wiedergeben.

Außerdem wird die oben gestellte Frage teilweise beantwortet: Was nach „Terminator“ klingt, die Konstruktion von Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine, ist mittlerweile Realität. Ob das auch für die konkret gezeigte Technik gilt, ist eine andere Sache.

Der offenbar weniger technikbegeisterte Christian Buß vom SPIEGEL stellt sich zwar auch diese Frage, aber deswegen sieht er noch lange keinen herausragenden Film: Können Militärs unsere Gedanken kontrollieren? Der neue „Tatort“ konfrontiert Kommissarin Lindholm mit neuen Techniken der Kriegsführung. Ein B-Movie mit Aufmerksamkeitsdefizit. Buß kommt auf 4 von 10, immerhin eine Steigerung von 2 gegenüber der vergangenen Woche.

Auf immerhin 3/5 kommt „Filmstarts.de“, die mit Lob eher sparsam umgehen. Eine Linie zum Ludwigshafen-Tatort „Maleficius“ wird gezogen und natürlich zu „Terminator“, das tun auch meisten anderen Kritiker*innen. Und wir erhalten die finale Antwort im Finale der Kritik: Mutiger, wenn auch nicht rundum überzeugender Science-Fiction-„Tatort“ mit zwei Kommissarinnen, die die Schattenseiten des technischen Fortschritts am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Genre-Crossovers werden vom Tatort-Publikum meist nicht sehr geliebt, dabei beinhalten doch SF-Filme oft sehr viel Crime, sind nicht selten Krimis in futuristischen Settings, ohne dass sich jemand daran stören würde. Nach allem, was wir gelesen haben, wagen wir ausnahmsweise eine Prognose: Dies ist wieder eher ein Kritiker- als ein Publikumstatort, und genau das kommt in letzter Zeit ziemlich häufig vor. Die Prognose ist eine leichte Übertretung, aber wir kommen damit klar, weil wir in vielen Rezensionen unsere Vorbehalte gegenüber der Lindholm-Figur dargelegt haben – während wir für Florence Kasumba aufgrund ihrer gelungenen Darstellungen in Episoden-Rollen schon vor Jahren eine Rolle als Ermittlerin gefordert und uns sehr gefreut hatten, als der NDR sich entschloss, sie herauszuheben, indem er sie als Teampartnerin der mit Abstand teuersten aller Tatort-Kommissarinnen einsetzt. Erhält Kasumba für ihre Rolle als Emittlerin Anais Schmitz, also für gleiche Arbeit, auch eine gleich hohe Gage wie die bestens vernetzte Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm?

Handlung, Besetzung, Stab

Ihr neuer Fall beginnt für Charlotte Lindholm und Anaïs Schmitz mit einer schrecklichen Situation: Ein unbekannter Mann überwältigt Charlotte Lindholm, setzt ihr ein Messer an den Hals und redet wirr von „Stimmen in seinem Kopf“ und dass jemand ihn jage.

Als die Situation eskaliert, muss Anaïs Schmitz sich im Bruchteil einer Sekunde entscheiden: Den Mann töten oder Charlottes Leben riskieren. Die weiteren Ermittlungen führen die beiden Kommissarinnen zu einer zweiten Leiche und einem offenbar fehlgeschlagenen Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali.

Hauptkommissarin Charlotte Lindholm – Maria Furtwängler
Hauptkommissarin Anaïs Schmitz – Florence Kasumba
Generaldirektor Gerd Liebig – Luc Feit
Rechtsmediziner Nick Schmitz, Mann von Anaïs – Daniel Donskoy
Dr. Gottlieb – Hendrik Heutmann
Prof. Leyh, Psychologin – Victoria Trauttmansdorff
Prof. Bloch – Joachim Bismeier
Geiselnehmer Benno „Ben“ Vegener – Matthias Lier
sein Sohn Josch Vegener – Julius Nitschkoff
Simone Strasser – Katja Burkle
Soldatin Susanne Bortner – Katharina Schlothauer
Leon Ciaballa – Jonas Minthe
Alfred Neumann vom Militärischen Abschirmdienst – Steven Scharf
Jochen Kunkel, Polizist am Präsidiumsempfang – Roland Wolf
u.a.

Drehbuch – Christian Jeltsch
Regie – Jobst Christian Oetzmann
Kamera – Volker Tittel
Szenenbild – Susanne Dieringer
Schnitt – Anke Berthold
Ton – Michael Kunz
Musik – Sebastian Fillenberg

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