Esther Bejarano: Den 8. Mai zum Feiertag machen. Petition.

Wir möchten am heutigen Karfreitag eine Petition weiterleiten, die uns am Herzen liegt und auf die wir via Change.org aufmerksam wurden.

Der 8. Mai, der 75. Jahrestag Tag der Befreiung vom Faschismus im Jahr 1945, liegt noch beinahe einen Monat voraus, dennoch wollen wir den Text heute schon weiterleiten. Wir unterstützen diese Forderung und die Ziele, die in der Petition genannt sind sowie generell die Ziele des VVN-BdA. Unter dem Aufruf kommentieren wir in kurzer Form.

*Aufruf / Petition*

Esther Bejarano ist eine der letzten Überlebenden des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz. Sie fordert in ihrer Petition, den 08. Mai zum offiziellen Feiertag zu machen. „Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes.“

  1. Mai zum Feiertag machen! Was 75 Jahre nach Befreiung vom Faschismus getan werden muss!          

„Ich überlebte als Mitglied des „Mädchenorchesters“ das deutsche Vernichtungslager Auschwitz und konnte vor 75 Jahren auf dem Todesmarsch der Häftlinge des KZ-Ravensbrück der SS entkommen. Ich bin Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der BRD e.V und Ehrenpräsidentin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes. Dies schrieb ich in einem offenen Brief am 26. Januar 2020 „an die Regierenden und alle Menschen, die aus der Geschichte lernen wollen“.

Die militärische Zerschlagung des Faschismus durch die Alliierten, Partisan*innen und Widerstandskämpfer*innen als Befreiung zu begreifen, bedeutet die richtigen Schlüsse zu ziehen und auch so zu handeln. Es ist nicht hinnehmbar, dass 75 Jahre danach extreme Rechte in allen deutschen Parlamenten sitzen und in immer rascherer Folge Mord auf Mord folgt.

Die Lehren des 8. Mai umzusetzen, bedeutet für uns:

  • AfD, NPD und ihre Verbündeten aufzuhalten,  
  • das Treiben gewalttätiger und mordender Neonazis zu unterbinden, ihre Netzwerke in Polizei, Bundeswehr aufzudecken und aufzulösen,   
  • einzugreifen, wenn Jüdinnen und Juden, Muslime, Roma und Sinti und andere, die nicht in dasWeltbild von Nazis passen, beleidigt und angegriffen werden,    
  • Geflüchtete in Deutschland aufzunehmen, 
  • die Logik des Militärischen zu durchbrechen und Waffenexporte zu verhindern und
  • die Diffamierung und Behinderung demokratischer und antifaschistischer Gruppen und Organisationen durch Geheimdienste und Finanzämter zu beenden.

Sonntagsreden, die Betroffenheit zeigen, reichen nicht. Es muss gestritten werden für die neue Welt des Friedens und der Freiheit, die die befreiten Häftlinge im Schwur von Buchenwald als Auftrag hinterlassen haben. Ein offizieller bundesweiter Feiertag wäre dafür die regelmäßige Verpflichtung. – Nicht nur, aber eben auch an jedem 8. Mai.

Deshalb: Achter Mai – arbeitsfrei! Zeit für Antifaschismus!

Esther Bejarano und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)

Unterschreiben Sie diese Petition mit einem Klick

Petitionsseite anschauen

*ENDE Aufruf / Petition*

Anmerkung

So lange ist es gar nicht mehr hin, bis zum 8. Mai, höchste Zeit, sich mit dem Datum zu beschäftigen, das einen Wendepunkt der Geschichte darstellt.

Heute denken wir auch daran, dass die Friedensmärsche an Ostern ausfallen, von denen stets auch ein starkes Zeichen des Antifaschismus ausgeht. Deshalb und wegen der politischen Entwicklungen der letzten Zeit, die wir trotz der Corona-Krise nicht vergessen dürfen, finden wir den Zeitpunkt für diese Petition besonders gut geeignet.

Eine antifaschistische Haltung lässt sich nicht auf einen Tag im Jahr begrenzen, aber wichtige Ereignisse und Themen haben ihre eigenen Gedenktage. Das muss auch für den Antifaschismus gelten, der zentral wichtig ist für die Erhaltung der Demokratie. Dies umso mehr in einer Zeit, in der rechtes Gedankengut nicht auf dem Rückzug ist, sondern sich ausbreitet bis weit in die sogenannte Mitte der Gesellschaft hinein – oder nie weg war und jetzt glaubt, sich wieder sehr offen zeigen zu dürfen.

Dagegen müssen weitere Zeichen gesetzt werden: Nicht vergessen und niemals wieder.

TH

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