Das fleißige Lieschen – Tatort 1128 #Crimetime 606 + Präsentation + Vorschau #Tatort #Saarbrücken #Saarbruecken #Schürk #Hölzer #Baumann #Heinrich #SR #Lieschen #fleißig

Crimetime 606 + Präsentation + Vorschau - Alle Fotos © SR, Manuela Meyer

Aufgewacht!

Der Schlusssatz „Er ist aufgewacht“ könnte noch zu einem Klassiker werden. Er bezieht sich auf den Vater von Kommissar Adam Schürk. Erwacht ist aber auch die Vergangenheit der Firma Hofer und wie sie in die Gegenwart hineinwirkt, wird mit dem Schicksal der Kommissare – nicht verflochten, sondern parallel gezeigt. Dunkle Geheimnisse, 15 oder 77 Jahre alt, belasten das Hier und Jetzt. Wie wir mit dieser Vergangenheit klarkamen, steht in der -> Rezension.

Handlung

Das fleißige Lieschen“, der erste Fall der neuen Saarbrücker Kommissare Adam Schürk (Daniel
Sträßer) und Leo Hölzer (Vladimir Burlokov), hat es in sich. Die beiden kennen sich aus Kindertagen und haben sich seit über 15 Jahren nicht mehr gesehen. Zudem verbindet sie ein dunkles Geheimnis, das ihr Wiedersehen überschattet. Auch die Art, wie sie zusammenkommen, ist nicht unkompliziert: Leo hatte bislang einen Partner im Team, der sich nun weigert, mit ihm weiter zusammen- zuarbeiten. Denn Leo hat ein Ermittlungsverfahren am Hals: Er hatte sich geweigert, an entscheidender Stelle von der Schusswaffe Gebrauch zu machen und sich damit nach Ansicht des Disziplinar- beamten wegen unterlassener Amtshilfe schuldig gemacht.

Adam übernimmt die Rolle des Teampartners an Leos Seite. Ihr erster gemeinsamer Fall führt die beiden mitten in das Geflecht einer völlig verfeindeten Industriellenfamilie, in der jeder jeden hasst.

Ermordet wurde der jüngere zweier Brüder, der das Familienunternehmen übernehmen sollte. Schnell wird klar, dass die Hintergründe, die zum Mord führten, weit in die Vergangenheit zurückreichen.

Bereits der Vater der beiden Brüder ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.
Während des Zweiten Weltkrieges beschäftigte die Firma – wie so viele damals – Zwangsarbeiter.*

Liegen hier die Ursachen für die aktuellen Ereignisse?

Schnell kämpfen die Kommissare an zwei Fronten: Zum einen der ihrer eigenen Vergangenheit und zum anderen jener der einflussreichen Saarbrücker Familie. Beide haben konträre Ansichten darüber, wie man sich dem Fall nähern sollte.

Liegt die Schuld bei dem herrischen Familienpatriarchen, der die Ansichten über das Recht des Stärkeren immer noch offen postuliert? Ist es der Neid zwischen den Brüdern, der den Konflikt befeuert hat? Kann der Mord mit den Spielschulden des Opfers zu tun haben oder steht hier eine Rache aus der Vergangenheit an?

So sehr die unterschiedlichen Temperamente und Ansichten der beiden Kommissare auch aufeinanderprallen, so sehr wird ihnen im Laufe dieses Falls auch klar, dass sie sich schmerzlich vermisst haben.

*Anmerkung TH: Das entspricht auch an der Saar den Tatsachen und ist z. .B. belegt für die Röchling-Stahlwerke, die ein wichtiges Unternehmen der NS-Rüstungsindustrie waren.

Rezension

Seit 2011 begleiten wir neue Tatort-Teams von Beginn an; wir sahen also den Start und das Ende von Steier und Mey, denen wir damals sehr viel zugetraut hatten, die Dortmunder, die das erste Vierer-Team nach dem Muster waren, das jetzt auch im Saarland verwendet wird (zwei männliche,  zwei weibliche Ermittler) und seitdem viele andere, auch solche, die schon wieder Geschichte sind – darunter ein sehr junges Gespann in Erfurt, das leider falsch positioniert wurde. Die Neuen wirken jung, keine Frage – aber nicht aufgesetzt jugendlich. Die Darsteller sind wenige Jahre jünger, als die immer noch aktiven Batic und Leitmayr aus München waren, als sie 1991 starteten, und was haben die für eine Karriere gemacht. Aber Lena-Odenthal-Darstellerin Ulrike Folkerts hält immer noch die Bestmarke unter den „Jungen“, die es auf sehr lange Dienstzeiten brachten. Sie startete 1989 im Alter von 28 Jahren.

Die in der Vorschau verlinkten Kritiken haben sich teilweise schon mit der Altersfrage auseinandergesetzt, wir wollen noch die epische Spannweite erwähnen: Dieter Schaad, der den Familienpatriarchen Hofer spielt, ist 94 Jahre alt, hier werden in der Tat drei Generationen gezeigt – und ihre Konflikte. Die Familie Hofer ist ein bisschen stereotyp bezüglich des Verhältnisses der einzelnen Mitglieder zueinander dargestellt, aber aus der Tiefe der Zeit steigt in Form von Aktenbergen das Verbrechen empor und das ist toll gemacht. Obwohl es nur Rückblenden aus dem Leben der Kommissare gibt und keine, die das Geschehen kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs bebildern, fühlt man, wie bedrückend diese Zeit war und – wie sie in die heutige hineinwirkt. Vor allem natürlich, wenn Menschen, die in jenen Jahren geprägt wurden, immer noch das Geschehen bestimmen, zum Beispiel das eines Unternehmens. Dass jemand erst mit über 90 als CEO abtritt, ist zwar nicht gerade der Normalfall, man merkt stellenweise schon, dass das Zeitkorsett, das der natürliche Lauf der Dinge vorgibt, arg gedehnt werden musste, aber die Fiktionalisierung bedingt immer eine Verdichtung, das gilt auch für die Art, wie der Firmenpatriarch als Kondensat einer harten Zeit aufgestellt wird, in der Menschenverachtung an der Tagesordnung war.

Wir hatten kürzlich eine Dokumentation über das Saargebiet in den Jahren vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur Saar-Abstimmung 1935 angeschaut; darin war beispielsweise der Stahlmagnat Röchling zu sehen, mit seinen Schmissen und seinem Auftritt, der exakt und klischeehaft zu dem passt, wie man sich einen rechtsnationalen Kapitalisten vorstellt, der mit den Nazis paktiert (und dann in die NSDAP eintritt). Alles, was man heute zeigen kann, muss trotz Charkateren wie Bernhard Hofer  fragmentarisch bleiben. Umso wichtiger ist es, sich trotzdem immer wieder an die Themen heranzutrauen, die in einer angespannten politischen Lage mit einem deutlichen Ruck nach rechts so wichtig sind. Das weit überwiegende Publikum akzeptiert diese Themenwahl auch, wenn Handlung und Spiel überzeugend sind. Die Rangliste des Tatort-Fundus weist „Das fleißige Lieschen“ auf Rang 201 von 1141 aus (Stand 14.04.2020), das ist für einen Erstling ein sehr guter Platz.

Kritikpunkte an „Das fleißige Lieschen“ betreffen zumindest oberschwelllig nicht dieses Thema, sondern ein paar Ungenauigkeiten und vor allem die beiden weiblichen Ermittlerpersonen, die nach dem Geschmack vieler Fans – wieder einmal – zu gewollt in Kontrast zu ihren männlichen Kollegen gesetzt wurden. Wir machen es kurz und schließen uns dieser Kritik an, das Ganze erinnert stark an künstliche Konfrontationen, die andere Teams schon spannungsreicher machen sollten. Das haben die vier Neuen an der Saar aber nicht nötig, denn ihnen wird ausnahmslos großes Potenzial bescheinigt. In dne sozialen Netzwerken fiel auf, dass man dort Schürk / Hölzer bzw. deren Darsteller immer wieder mit verschiedenen Prominenten zu vergleichen und Ähnlichkeiten herauszuheben versucht – das wird sicher bei den kommenden Filmen nachlassen. Hingegen gibt es kaum wirklich negative Aussagen zu ihnen, eine spezielle Komponente ist die homoerotische Ausstrahlung, die einige in das Verhältnis der alten Freunde hineinlegen – wir wissen aber zumindest, Hölzer hat eine Freundin. Vielleicht man genau deshalb mit ihr eine einzige Szene gezeigt: Um den Eindruck, die beiden seien schwul, abzumildern oder, wenn man es sehr auf die Kante treibt, eine bisexuelle Ausrichtung zu ermöglichen.

Ein paar Sachfehler gibt es auch: Eine Zeitung aus der Zukunft oder wie Kommissar Schürk wissen konnte, wo der Wettbürobesitzer hinrennt und deshalb aufs Dach der Garager fährt, aber vielleicht hat man bei dem Trauma, das Schürk mit sich schleppt, auch die besondere Gabe, andere so gut beobachten oder sich in sie einfühlen zu können, dass man ihre Wege vorausahnt. Was wir noch beizusteuern haben, rechtsgelenkt, nachschauen überflüssig. Es gab 1955 kein Rolls-Royce-Modell mit Doppelscheinwerfern. 

Nun zeichnet sich das Saarland gewiss nicht durch einen riesigen Bestand an Autos dieser Art aus und man wollte ja, dass das Fahrzeug im selben Jahr gefertigt wurde, in dem der Pförtner, der es besitzt, das Licht der Welt erblickte – warum er zum Portier befördert wurde, erschließt sich allerdings nicht, er konnte den Patriarchen nicht erpresst haben, denn der Firmenchef der mittleren Generation beging tatsächlich Selbstmord und es deutet nichts darauf hin, dass Hofer, der Älteste, ihn quasi dazu bestimmt hätte – auch wenn er ihn bei dieser in seinen Augen offenbar mutigen letzten Entscheidung erstmals respektierte. Es gibt noch ein paar Kratzerchen, die vermeidbar gewesen wären, aber die gibt es in fast allen Tatorten – zumal es oftmals mehr auf Fragwürdigkeit als auf eindeutige Fehler hinausläuft.

Saarland-Tatorte sind die neuen Saarbrücker Tatorte nicht mehr, das muss man festhalten. Wir haben in der Begleitrezension „Saarbrücken, an einem Montag“ festgestellt, dass das Lokalkolrit in der Tatort-Frühzeit auch nicht stark ausgeprägt war, aber mit Max Palü wurde dies ein Markenzeichen und in keiner anderen Tatortschiene so ausgespielt. Baguette! Selbst auf Wahlplakaten damaliger Ministerpräsidenten. In den beiden Nachfolgeschienen hat man die Präsentation der tatsächlich ein wenig französisch geprägten Lebensart schrittweise zurückgefahren, auch zog das Kommisariat aus seiner tatsächlichen Lage im gemütlichen Alt-Saarbrücken, als Stellbrink kam, in eine verwaiste Fabrik um, die offenbar weiterhin genutzt wird. Immerhin ein Kontinuum, aber gerade diese Ortswahl hat  einen Verfremdungseffekt. Nun ist das Saarländische also weg und wird wohl nicht wiederkommen. Bei den aktuellen Typen kaum denkbar, dass sie Sätze sagen wie: „Erschd wird gud gess, geschafft hann mir schnell.“

Irgendwie ist das gut so. Jedes Ding hat seine Zeit und wir leben in einer Zeit, in der alle irgendwie gejagt und von ihren Dämonen verfolgt wirken. Es ist eine sehr unsaarländische Zeit, auch wenn die Stadtansicht von Saarbrücken seit den 1960ern kaum eine Veränderung erfahren hat. Wenn wir die Darsteller interviewt hätten, hätten wir sicher gefragt, wie das Ambiente auf sie gewirkt hat, aber das ist vielleicht nur interessant, wenn man sich selbst dadurch spiegeln kann.

Die Rückblenden in die Vergangenheit der Kommissare fanden wir okay, die Optik der Darsteller der Kommissare im Alter von ca. 15 Jahren weicht allerdings so deutlich von ihrem Aussehen in heutiger Zeit ab, dass dadurch auch eine Distanz zu dem erhalten blieb, was in den Rückblenden geschieht: Doch einmal mehr haben wir erfahren, dass derjenige, der den Befreiungsschlag führt, und sei es mit einem Spaten und insbesondere nicht für sich selbst, sondern für einen Freund, psychologisch besser wegkommt und seine Persönlichkeit ungestörter entwickeln kann, als jemand, der Opfer fortgesetzter häuslicher Gewalt wurde.

Das wirkt stimmig und damit zum Haupt-Pluspunkt des Films: Die beiden Hauptdarsteller und ihre Rollenprofile sind ein richtiger Wurf. Da steckt so viel drin an Emotionen, an Unterschiedlichkeit, aber auch an einer Form von Vertrauen und Zugewandtheit, weil die Vergangenheit von einem Geheimnis dominiert wird, das eine besondere Verbindung schafft, nachdem man ohnehin schon beste Freund war. Der weichere der beiden, der beim Dienstwaffengebrauch versagt, Hölzer, hat damals den, der zum harten Typ erzogen werden sollte, vor dessen Vater gerettet. Die Gegensätze und Gemeinsamkeiten, wie sich aus dieser Konstellation Wendungen und Weiterentwicklungen ergaben, sind so subtil angelegt wie bei keinem anderen der vielen Tatort-Teams. Die Freundschaft der beiden wirkt echt und tiefgründiger als bei den Tatort-Kumpels, die man seit Jahren kennt – aber nicht so selbstgewiss bürgerlich und dadurch moderner. Künftige Drehbuchautoren müssen aufpassen, dass sie aus diesem komplexen Verhältnis herausholen, was es hergibt und dass keine Verflachung eintritt.

Als Kriminalfall ist „Das fleißige Lieschen“ eher durchschnittlich. Es wird durchaus ermittelt, aber am Ende wirkt die Idee, ja, die Akten sind wichtig und, ja, auch der Hund ist wichtig, schon fast etwas ironisch angehaucht, nach dem Motto: Guck mal, Zugucker: Jede von uns Spürnasen hat gleichermaßen etwas beigetragen, wir sind verschieden und doch vom selben Stern, unsere Fähigkeiten liegen auf einem Niveau und unsere Ansätze ergänzen sich. Nur nur die Mädels auf der Wache, die haben sich geirrt, denn der Bruder hatte nichts mit dem Mord am gerade erst gekürten Jung-Firmenchef zu tun.

Wir meinen, dass das Verhältnis der Kommissare auch funktionieren wird, wenn man die weiblichen Ermittler nicht fachlich so abtinken und auch charakterlich nicht besonders gut wegkommen lässt. Aber wir haben auch beim Check der Reaktionen festgestellt, dass es eine Nebenfavoritin gibt, wenn man es so bezeichnen will: Rechtsmedizinerin Hanny Wenzel.

 Finale

Die Erinnerungen insbesondere von Adam Schürk mit dem Fall zu verknüpfen, um die Figur einzuführen, ist eine gute Idee und gekonnt umgesetzt, der Fall war nicht überragend schwer zu lösen. Warum auch, es handelt sich um eine Affekttat, die nicht die Finesse eines von langer Hand gelanten Mordes aufweisen muss. Aber wie entsteht ein Verbrechen und wie formen sich Persönlichkeiten, was bewirken Familienaufstellungen über einen langen Zeitraum hinweg und warum kommt das Verbrechen noch heute glaubwürdig aus der Tiefe einer Zeit, die schon recht lange vergangen ist? Das ist auf der persönlichen wie auf der politischen Ebene sehr spannend. Für uns waren die 88 Minuten Tatort dieses Mal schnell vorüber und es heißt: Wach bleiben, wenn reaktionäre und autoritäre Tendenzen sich in der Gesellschaft breit machen und stets die Erinnerung an eine schreckliche Zeit bewahren.

Wenn unsere Erinnerung nicht täuscht, haben wir für einen Einstand noch nie mehr vergeben als

8/10.

© 2020 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

 

Heute schicken wir den zweiten Teil der Präsentation des neuen Teams, mit der wir gestern begonnen haben, an unsere Leser – und die übliche Vorschau mit Stimmen zum Film – in dieser Reihenfolge. Hier geht’s zum gestrigen ersten Teil der Präsentation, er ist aber auch unten angehängt.

Wir zeigen zunächst zwei Intervies mit den Darstellern der neuen Ermittler Schürk und Hölzer, sie werden gespielt von Daniel Sträßer und Vladimir Burlakow (die Biografien der Darsteller finden sich im gestrigen Teil 1).

Fragen an Vladimir Burlakov

Was hat Sie gereizt, saarländischer „Tatort“-Kommissar zu werden und was bedeutet Ihnen das ganz persönlich?

Zu allererst haben mich die Figur Leo Hölzer und das Drehbuch gereizt. Nun ist es aber auch so, dass Leo Hölzer ein saarländischer „Tatort“-Kommissar ist. Ich sage das deswegen, weil meine Entscheidung die Rolle anzunehmen, darauf basierte, wie präzise sowohl das Drehbuch als auch die sogenannte Figurenbibel, die wir zu den jeweiligen Rollen bekommen haben, recherchiert und geschrieben wurde. Die damit einhergehende Verantwortung, in die „Tatort“-Fußstapfen zu treten, habe ich tatsächlich erst so richtig realisiert, als ich den fertigen Film sah. Der „Tatort“ ist deutsches Kulturgut und ich bin stolz – schon aufgrund meiner Biografie – ein Teil davon sein zu dürfen.

Wie würden Sie Ihre Rolle im neuen SR-„Tatort“ beschreiben? Was sind Sie im Krimi für ein Typ?

Leo musste viel in seinem Leben durchmachen, etwas, das weit in der Vergangenheit liegt, verfolgt ihn noch bis heute. Und jetzt, nach 15 Jahren, muss er sich seiner Vergangenheit endgültig stellen. Leo ist jemand, der ganz genau zuhört, beobachtet, analysiert. Er wird immer versuchen einen neuen, eigenen „Ton“ zu treffen, je nachdem, wer vor ihm sitzt. Vielleicht macht ihn das auch etwas manipulativ. Er versucht Stück für Stück aus kleinen Puzzleteilen ein Bild zusammenzusetzen. Er hat einen sehr psychologischen und reflektierenden Ansatz, an seine Fälle ranzugehen. Er möchte das Gegenüber durchleuchten, es verstehen und erfühlen.

Leo Hölzer – diese Figur verkörpern Sie im Film. Wieviel von Ihrer Persönlichkeit steckt da drin?

Nun, Leo und ich haben in der Tat eine ausschlaggebende Eigenschaft gemeinsam: Ich liebe es ebenfalls, Menschen zu beobachten, sie zu analysieren. Ich denke, ich mache das oft, ohne es zu beabsichtigen. Ich bin einfach immer wieder absolut fasziniert, eine neue Persönlichkeit kennenzulernen, jede Persönlichkeit ist so unique und es gibt nichts Spannenderes für mich, als zu versuchen, hinter die öffentliche „Maske“ dieser Person zu blicken, denn wir alle tragen eine.

Wie verlief das Zusammenspiel mit dem gesamten Team am Set? Und mit Regisseur Christian Theede?

Ich könnte einen Monolog darüber schreiben, wie großartig die Arbeit war. Ich kann dem gesamten Team nicht oft genug danken. Es war unser erster gemeinsamer „Tatort“ und es fühlte sich dennoch so an, als arbeiteten wir alle schon sehr viele Jahre zusammen. Jedes Department hat eine so großartige und kreative Arbeit geleistet. Das ist auch der Grund, warum der Film – meiner Meinung nach – so stark geworden ist. Film ist Teamwork und unser Team rockt! Die Arbeit mit Christian Theede war sehr konzentriert, genau und respektvoll und auch wenn das so selbstverständlich klingt, ist es leider nicht immer die Regel.

Fragen an Daniel Sträßer

Was hat Sie gereizt, saarländischer „Tatort“-Kommissar zu werden und was bedeutet Ihnen das ganz persönlich?

Als Schauspieler „Tatort“-Kommissar zu werden, ist etwas Großes, etwas ganz Besonderes. Dass ich als gebürtiger Saarbrücker nun in meiner Heimatstadt ermitteln darf, ist dann noch die Kirsche auf der Sahnehaube! Das Heimkommen macht mich glücklich und erfüllt mich mit Stolz. Das Land und die Leute, all das ist vertraut aus vergangenen Tagen und das kann ich nun, zurückkehrend, mit einem frischen Blick neu erleben.

Wie würden Sie Ihre Rolle im neuen SR-„Tatort“ beschreiben? Was sind Sie im Krimi für ein Typ?

Adam ist früh vom Leben gezeichnet, von denjenigen, die für ihn sorgen, ihn hätten schützen sollen, im Stich gelassen und buchstäblich mit Füßen getreten worden. Das hinterlässt dicke Flecken auf seiner Seele und eine gewisse Kälte in seinen Augen. Aber Adam ist auch jemand, der nicht eingeknickt ist, jemand der sein Schicksal selbst in die Hand genommen und sich Stück für Stück wieder aufgebaut hat. Adam hat eine enorme Kraft und Zähigkeit, einen unbedingten Überlebenswillen, einen unbestechlichen Sinn für Gerechtigkeit sowie eine unbeugsame Loyalität und ein Riesen-Herz.

Adam Schürk – diese Figur verkörpern Sie im Film. Wieviel von Ihrer Persönlichkeit steckt da drin?

Ich glaube, dass jede Figur, wie weit sie auch von einem selbst entfernt scheint, nur eine weitere Möglichkeit von einem selbst ist. Und so ist Adam jemand, den ich seit der ersten Begegnung sehr tief in mein Herz geschlossen habe. Alle Fähigkeiten und Unfähigkeiten Adams stecken in mir, auch wenn wir (zum Glück) nicht das gleiche Schicksal teilen.

Wie verlief das Zusammenspiel mit dem gesamten Team am Set? Und mit Regisseur Christian Theede?

Die Dreharbeiten waren kurzum ein Traum. Ich habe schon an vielen Sets gearbeitet, aber dieses Team vom „Tatort“-Saarbrücken, das seit vielen Jahren zusammenarbeitet, ist auf eine gute Weise perfekt eingespielt. Das bedeutet, man kommt als Neuling in ein funktionierendes System und kann trotzdem seinen persönlichen Einfluss darauf nehmen und sich angenommen fühlen. Christian Theede und Christian Bauer sowie die Produktion waren für Vladimir und mich von Tag eins an enge Komplizen. Ich freue mich sehr auf den nächsten Fall.   

Vorschau

Zunächst müssen wir klarstellen, dass der Titel einen sehr floralen Bezug hat: Das Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana, Schweizerdeutsch: Süüfferli wegen des vergleichsweise hohen Wasserbedarfs) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Springkräuter (Impatiens) in der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae), heißt es in der Wikipedia.

Wer im Tatort 1128 das fleißige Lieschen darstellt, eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, werden wir sehen.

Wir hatten schon im ersten Teil der Präsentation angedeutet, dass die Macher des Saar-Tatorts wohl erst einmal aufatmen können – zumindest, wenn es nach den Kritiker*innen geht. Der noch heute überwiegend als Fehlstart interpretierte Wechsel von Kappl / Deininger zu Stellbrink im Jahr 2013 wird sich wohl nicht wiederholen – wobei man immer abwarten muss, ob das Publikum die Meinung der Profis teilt, das ist bekanntlich oftmals nicht der Fall. Etwas näher am Publikum als manche anderen Rezensenten ist sicher die Redaktion von Tatort Fans, und die votiert erst einmal positiv, aber auch noch etwas vorsichtig. Hohes schauspielerisches Potenzial, noch ausbaufähig, Optimismus bezüglich der Zukunft des Saar-Tatorts kann man jedenfalls herauslesen.

„Die Neuen sind gut für Saarbrücken“, befindet der SWR3-Tatort-Check. „Mit Vladimir Burlakov und Daniel Sträßer und bekommt der Saarbrücker Tatort wirklich neue und junge Gesichter, die in ihrem Charakter sehr unterschiedlich sind. Adam Schürk ist der harte – eher impulsive, Leo Sträßer eher der Weiche. Und beide Schauspieler machen ihren Premieren-Job echt gut. Hin und wieder hätte die Story etwas mehr Drive gebrauchen können. Aber ich finde, dass kann man verzeihen, weil hier eben noch so viele Menschen und Hintergründe eingeführt werden müssen. Aber grundsätzlich hat die Geschichte der beiden Potential für die nächsten Fälle – und deshalb endet der Tatort auch mit einem Cliffhanger.“ Angesichts dieser Aussichten werden vier von fünf Elchköpfen an die Wand gehängt.

Filmstarts.de nimmt bekanntlich nie ein Blatt vor den Mund und zählt erst einmal genüsslich die vermeintlichen oder tatsächlichen Saarbrücker Tatortsünden der letzten Jahrzehnte auf, meint aber: „Sieben Jahre und mehrere Kurskorrekturen später sind auch Stellbrink & Co. wieder Geschichte. Der SR schickt in Christian Theedes Tatort: Das fleißige Lieschenein neu aus der Taufe gehobenes Ermittlerduo ins Rennen um die Zuschauergunst am Sonntagabend, doch diesmal könnte daraus tatsächlich eine Erfolgsgeschichte werden: Der erste Fall der beiden jungen Kommissare überzeugt als spannender Krimi der alten Schule und erzählt darüber hinaus den Auftakt einer vielversprechenden Hintergrundstory über die Ermittler.“

Allerdings wird bemängelt, dem Mord sei zu wenig Zeit zugeteilt worden – ein typisches Problem von Teamstart-Filmen, dessen Existenz wir bestätigen können und es resultiert daraus, dass die Figuren erst einmal eingeführt werden müssen. Da die Teams immer größer werden, geht immer mehr Spielzeit dafür drauf, die Zuschauer mit ihnen vertraut zu machen. Eine sukzessive Ausformung der Charaktere kann sich leider gerade der Saar-Tatort nicht leisten, weil es nur einmal pro Jahr einen neuen Fall gibt. Der zweite mit dem neuen Vierer- oder Fünfer-Team sollte übrigens gerade gedreht werden, blieb aber, wie so vieles, erst einmal in der Coronakrise stecken.

Einen Corona-Fall noch während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen zu drehen, fänden wir eine super Idee, allgemein gesprochen. Aber: falls infektionsschutzgerecht realisierbar, außerdem muss erst einmal ein geeignetes Drehbuch vorliegen, welches ein Sender kaufen und umsetzen kann.

Weiter hebt „Filmstarts.de“ die Jugendlichkeit des Teams hervor und listet die wenigen Tatort-Teamfiguren einzeln auf, die noch jünger sind als die beiden Saarbrücken-Kommissare bzw. deren Darsteller. Die Punktzahl liegt bei 3/5 und das ist okay für einen Erstling, zumal, wenn die Bewertung von „Filmstars“ kommt (bei uns würde sie bei ähnlichen Ansichten zu einem Film wohl eher 7 bis 7,5/10 als 6/10 entsprechen).

Tittelbach.TV reflektiert über die beiden Kommissare in ihrer Gegensätzlichkeit bei vorhandener gemeinsamer emotionaler Basis, die Modernität der Tatsache, dass die beiden nicht optisch oder bezüglich ihres dienstlichen oder privaten Verhältnisses zueinander, sondern das Mindset und die Eigenschaften betreffend unterschiedlich positioniert werden; beiden Darstellern wird auch hier eine gute Leistung bescheinigt und der große Generationenkonflikt, der auch in anderen Kritiken angedeutet wird, findet eine Ausformulierung: Dies dürfte einer der letzten Tatorte sein, in denen noch Täter und Opfer des NS-Regimes als Lebende eine Rolle spielen. Trotzdem eher knapp positiv für die Verhältnisse dieses Mediums die Wertung: 4/6 Sterne.

Im STERN heißt es, Einschalten lohnt sich auf jeden Fall, das Team sei spannend, Macht und Ohnmacht ein großes Ding, die mächtigen Figurenbiografien der Ermittler – nun ja, werden sie mal ein Klotz am Bein oder tolles horizontales Erzählen ermöglichen?

Wir haben in den letzten Jahren die immer weitere Expansion der Reihe Tatort kritisiert. Können wir da fordern, dass der SR künftig zwei Fälle statt einem pro Jahr filmt? Ja, können wir. Einige Sender könnten stattdessen mit einem Team weniger auskommen, auf das eine oder andere hat die Welt weder gewartet, noch würde sie den Abgang sonderlich vermissen. Und was für die kleine Station Radio Bremen gilt, nämlich, dass in einem Abstand gedreht wird, der es den Zuschauern erlaubt, sich einigermaßen an die Figuren zu gewöhnen, sollte für den SR ebenfalls drin sein. Zur Erinnerung: Alle Sender bis auf die eben genannten, bedienen zwei, viele davon drei Schienen, einige zusätzlich die Reihe „Polizeiruf 110“ und nicht so selten bemerkt man, dass zu wenige gute Drehbücher für alle 26 Teams geliefert werden können (die vier Polizeiruf-Standorte inklusive).

Ein Kritik-Sahnehäubchen haben wir uns noch aufgehoben: Christian Buß vom Spiegel vergibt für seine Verhältnisse sehr starke 8/10. Wir können uns nicht erinnern, den Erstling eines Teams schon einmal so hoch bewertet zu haben, meist reicht es mit Anfängerbonus für 7, allenfalls für 7,5 Punkte – eben wegen der typischen negativen Auswirkungen einer umfassenden Figureneinführung auf die Handlungsdynamik. Kritik übt Buß an der Charakterisierung der beiden Polizistinnen, die nicht mehr zeitgemäß sei; etwas Derartiges kann man auch aus anderen Kritiken herauslesen. Wenn man bedenkt, wie viel beim Vorgänger-Konzept mit Stellbrink im Verlauf von sechs Jahren umgebastelt wurde, sollte man diesen Knackpunkt aber noch in den Griff bekommen, außerdem konzediert Buß dem Tatort 1128 eine sehr stark gespielte weibliche Episodenrolle.

Die Inszenierung und das Spiel werden mehr oder weniger einheitlich für gut befunden, die Elemente der Handlung und die Aufarbeitung der Verstrickungen von drei Generationen seit der NS-Diktatur grundsätzlich ebenso, unterschiedliche Ansichten existieren bezüglich der Proportionierung der Handlungselemente und die Aufstellung der weiblichen Figuren des Teams betreffend. Heute Abend wissen wir mehr und in den nächsten Tagen werden jene mehr erfahren, denen unsere Meinung wichtig ist.

TH

Präsentation Teil 1 vom 12.04.2020:

Wir haben heute das Vergnügen, das neue Saarland-Tatort-Team vorstellen zu dürfen. Morgen, am 13. April 2020, wird der erste SR-Tatort der „neuen Generation“ zur üblichen Zeit, um 20:15 Uhr, von DAS ERSTE ausgestrahlt werden – allerdings an einem Montagabend, aber auch das ist Standard, wenn der Montag ein Feiertag ist.

Die betreuende PR-Agentur hatte uns angeschrieben und uns das verwendete Material zur Vorstellung angeboten – ohne zu wissen, dass wir Saar-Spezialisten sind. Im Wege der Arbeit mit dem Vorgänger-Blog hatten wir am Ende, nach 450 Artikeln der Rubrik „TatortAnthologie“, Kontakt zu zwei Drehbuchautoren und einem Produzenten der „ersten Stunde“ (Werner Kließ), der uns interessante Einblicke in die Tatortgeschichte, besonders die WDR-Produktionen der 1970er, vermittelte.

Die Zeiten sind härter geworden, nicht erst sei Corona.

Das gilt für viele Berufe, auch für Kriminalkommissar*innen. Der SR-Tatort hatte es schon mit dem knuffigen Jens Stellbrink nicht so leicht, trotz des beliebten Devid Striesow in der Rolle des leitenden Ermittlers. Die neue Aufstellung mit vier Ermittler*innen, zwei Frauen, zwei Männer, ist mittlerweile nicht mehr untypisch, wir kennen sie z. B. aus Dortmund.

Es scheint vielversprechend zu beginnen: Die Vorab-Kritiken, die wir gelesen haben, lassen Gutes vermuten: Verrisse gab es nicht, das neue Team wird zumindest von den Profis unter den Tatortguckern positiv aufgenommen. Wir werden morgen in der üblichen Vorschau einige Stimmen einfangen. Heute geht es zunächst um den Inhalt und einige Worte zum Team.


Handlung

„Das fleißige Lieschen“, der erste Fall der neuen Saarbrücker Kommissare Adam Schürk (Daniel
Sträßer) und Leo Hölzer (Vladimir Burlokov), hat es in sich. Die beiden kennen sich aus Kindertagen und haben sich seit über 15 Jahren nicht mehr gesehen. Zudem verbindet sie ein dunkles Geheimnis, das ihr Wiedersehen überschattet. Auch die Art, wie sie zusammenkommen, ist nicht unkompliziert: Leo hatte bislang einen Partner im Team, der sich nun weigert, mit ihm weiter zusammen- zuarbeiten. Denn Leo hat ein Ermittlungsverfahren am Hals: Er hatte sich geweigert, an entscheidender Stelle von der Schusswaffe Gebrauch zu machen und sich damit nach Ansicht des Disziplinar- beamten wegen unterlassener Amtshilfe schuldig gemacht.



Adam übernimmt die Rolle des Teampartners an Leos Seite. Ihr erster gemeinsamer Fall führt die beiden mitten in das Geflecht einer völlig verfeindeten Industriellenfamilie, in der jeder jeden hasst.

Ermordet wurde der jüngere zweier Brüder, der das Familienunternehmen übernehmen sollte. Schnell wird klar, dass die Hintergründe, die zum Mord führten, weit in die Vergangenheit zurückreichen.

Bereits der Vater der beiden Brüder ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.
Während des Zweiten Weltkrieges beschäftigte die Firma – wie so viele damals – Zwangsarbeiter.*

Liegen hier die Ursachen für die aktuellen Ereignisse?

Schnell kämpfen die Kommissare an zwei Fronten: Zum einen der ihrer eigenen Vergangenheit und zum anderen jener der einflussreichen Saarbrücker Familie. Beide haben konträre Ansichten darüber, wie man sich dem Fall nähern sollte.

Liegt die Schuld bei dem herrischen Familienpatriarchen, der die Ansichten über das Recht des Stärkeren immer noch offen postuliert? Ist es der Neid zwischen den Brüdern, der den Konflikt befeuert hat? Kann der Mord mit den Spielschulden des Opfers zu tun haben oder steht hier eine Rache aus der Vergangenheit an?

So sehr die unterschiedlichen Temperamente und Ansichten der beiden Kommissare auch aufeinanderprallen, so sehr wird ihnen im Laufe dieses Falls auch klar, dass sie sich schmerzlich vermisst haben.

*Anmerkung TH: Das entspricht auch an der Saar den Tatsachen und ist z. .B. belegt für die Röchling-Stahlwerke, die ein wichtiges Unternehmen der NS-Rüstungsindustrie waren.

Trailer

Ein Film zum Hochladen in unsere Mediathek wurde uns freundlicherweise zugesendet, aber aufgrund der Dateigröße solcher Videos, wenn sie in hochauflösender Qualität geliefert werden, haben wir nur eingebettet.

Die Kommissare und Kommissarinnen

Vladimir Burlakov ist Hauptkommissar Leo Hölzer. Vladimir Burlakov, 1987 in Moskau geboren, siedelte im Alter von neun Jahren mit seiner Mutter, seiner Zwillingsschwester und der jüdischen Großmutter nach Deutschland über. Früh in seiner Kindheit hegte Vladimir Burlakov bereits den Wunsch, Schauspieler zu werden. Er verfolgte konsequent dieses Ziel und ließ sich 2006 bis 2010 an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München ausbilden. 2010 gab er sein Film-Debüt für das deutsche Fernsehen: Er spielte eine Hauptrolle in dem von der Kritik hochgelobten Krimi-Mehrteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf.

Gemeinsam mit dem Ensemble gewann Burlakov hierfür den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Besondere Leistung Fiktion“. 2011 übernahm er in „Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis“ neben Veronica Ferres und Herbert Knaup die Hauptrolle des Marco Weiss und erhielt für seine schauspielerische Leistung den Bayerischen Fernsehpreis. Es folgten seitdem zahlreiche weitere TV-, Kino- und Theaterproduktionen. Vladimir Burlakov lebt in Berlin.

Daniel Sträßer ist Hauptkommissar Adam Schürk. Daniel Sträßer wurde 1987 in Völklingen im Saarland geboren und besuchte die freie Waldor schule Saarbrücken. Ab 2008 absolvierte er die Schauspielausbildung an der Universität Mozarteum in Salzburg. 2011 debütierte er in der Rolle des Romeo am Wiener Burgtheater, dessen Ensembleer bis 2015 angehörte.
Zweimal wurde er für seine Leistungen als bester Schauspieler für den „Nestroy-Preis“ nominiert. Ebenfalls in Österreich bekam er seine erste Kinohauptrolle in dem Film „Der letzte Tanz“, der 2014 mit dem „Großen Preis der Diagonale“ ausgezeichnet wurde. Seither lebt Sträßer in Berlin und arbeitet weiterhin am Theater (unter anderem Schauspielhaus Zürich) sowie in zahlreichen Kino- („Schönefeld Boulevard“, „Jeder stirbt für sich allein“, „La Palma“) und Fernsehproduktionen („Die Pfeiler der Macht“, „Polizeiruf“, „Charité“).

Brigitte Urhausen ist Hauptkommissarin Esther Baumann.
Sie wurde in Luxemburg geboren und hat an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart Schauspiel studiert. Nach ersten Verpflichtungen an Theatern in ihrem Heimatland, dem Staatstheater in Stuttgart sowie dem Theater Magdeburg trat sie 2004 ein mehrjähriges Festengagement am Pfalztheater in Kaiserslautern an. Seit 2009 gastierte sie an verschiedenen
Luxemburger Bühnen, außerdem am Badischen Staatstheater Karlsruhe, am Staatstheater Mainz sowie bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

Vor der Kamera spielte Brigitte Urhausen in jüngster Zeit bereits im SR-„Tatort“ „Mord Ex Machina“ (Regie: Christian Theede) sowie in der ZDF-Arte Serie „Bad Banks“ (Regie: Christian Schwochow) und in den internationalen Kinofilmen „Dreamland“ (Regie: Bruce McDonald) und „Marionette“ (Regie: Elbert van Strien). Außerdem hat sie in zahl- reichen luxemburgischen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, unter anderem dem Kinofilm „Doudege Wènkel“ und der Serie „De Bësch“ (beides Regie: Christophe Wagner). Seit 2013 spricht sie die Rolle der Kommissarin Amalie Gentner in den vom Saarländischen Rundfunk produzierten „ARD Radio Tatorten“. Brigitte Urhausen lebt in Karlsruhe.



Ines Marie Westernströer ist Hauptkommissarin Pia Heinrich. Sie wurde in Bochum geboren und absolvierte von 2007 bis 2011 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Im Anschluss wurde sie von 2011 bis 2016 festes Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Dresden, wo sie unter anderem dieTitelrolle in dem Stück „Miss Sara Sampson“, die „Hilde Wangel“ in „Baumeister Solness“ sowie die „Mignon“ in „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ spielte. 2016 wechselte sie vom Staatsschauspiel Dresden an das Schauspiel Köln, wo sie erneut festes Ensemblemitglied ist.

Hier arbeitet sie mit Regisseur- innen und Regisseuren wie Frank Castorf, Stefan Bachmann, Therese Willstedt, Nuran David Calis und Rafael Sanchez. Für ihre Leistung in dem Stück „Istanbul“ (Regie: Nuran David Calis) wurde sie 2017 von der Zeitschrift Theaterheute als beste Nachwuchsschauspielerin nominiert. Außerdem ist sie regelmäßig für Film, Fernsehen und Hörfunk tätig. In dem Kinofilm „Die Hannas“ spielte sie die Hauptrolle „Nico“. Für ihre Leistung wurde sie beim Filmfest München 2016 als beste Hauptdarstellerin nominiert. Im Sommer 2017 wurde der Film beim Achtung Berlin Filmfestival als bester Spielfilm ausgezeichnet. In jüngster Zeit stand sie für den Kölner „Tatort: Kein Mitleid, keine Gnade“ (Regie: Felix Herzogenrath) und für den Kinofilm „Tagundnachtgleiche“ (Regie: Lena Knauss) vor der Kamera.

Anna Böttcher ist Rechtsmedizinerin Dr. Henny Wenzel. Sie wurde in Berlin geboren und absolvierte ihre Ausbildung zur Schauspielerin an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. Sie wirkte in unzähligen TV- und Kinospielfilmen mit, darunter der „Tatort: Der Hammer“ (Regie: Lars Kraume), die Serien „Sperling“ und „Weinberg“ (Regie: Till Franzen) sowie die Spielfilme „Goethe!“ (Regie: Philipp Stölzl), „Kaddisch – Für einen Freund“ (Regie: Leo Khasin) und gerade erst „Cortex“ (Regie: Moritz Bleibtreu). 2000 erhielt sie den Deutschen Fernsehpreis für die beste Nebenrolle in Jan Joseph Liefers Regiedebüt „Jacks Baby“.

Neben ihren Filmrollen zieht es sie auch immer wieder zum Theater hin. So spielte sie am Renaissance Theater Berlin, dem Hans Otto Theater in Potsdam und im Theater an der Parkaue, dem größten Staatstheater für junges Publikum in Deutschland. Dass ihr das junge Publikum am Herzen liegt, zeigt auch ihr Mitwirken in den Kinderfilmen „Sams im Glück“, „Rico, Oscar und der Diebstahlstein“ und „Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs“. Anna Böttcher lebt mit ihrer Familie in Berlin.

In einem Punkt wird sich die morgige Vorschau von der üblichen Gestaltung unterscheiden: Wir werden in sie Interviews mit Vladimir Burlakow und Daniel Sträßer integieren, die uns ebenfalls von der betreuenden Agentur PR Heike Ackermann zur Verfügung gestellt wurden. Es bleibt also spannend – bleiben Sie dran!

TH

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