#Corona 63: „Die Corona-Schock-Strategie – Klatschen für Krankenschwestern, Milliardengeschenke für Aktionäre“ (nds) + Kommentar #Neofeudalismus #Milliardäre #Demokratie #COVID19 #COVID2019 #COVIDー19 #Coronavirus #CoronavirusDE #coronavirusdeutschland #Covid_19 #Berlin #Kontaktbeschränkungen

Während der Corona-Krise hat vieles, was die „Alternativmedien“ geschrieben haben, nicht unsere Zustimmung gefunden, allerdings gab und gibt es Abstufungen und manchmal auch Pluralismus zu beobachten. Aber jetzt wird wieder Wirtschaftspolitik kommentiert – und, wie sollte es anders sein, im Zusammenhang mit Corona.

Alles, was wir befürchtet haben, der Worst Case, alles, was wir bisher nur angedeutet oder gestreift haben, scheint sich zu bewahrheiten. Das Kapital nutzt die Corona-Krise, um den Klassenkampf von oben zu verschärfen. Nun hat Jens Berger in den Nachdenkseiten einen Artikel geschrieben, den wir im Grunde nicht kommentieren müssen: Genauso, wie es da drin steht, ist es.

Leider. Trotzdem ein paar eigene Worte: Schlimm, schlimmer, Wirtschaftsmanagement à la GroKo in der Coronakrise. Dem Fall Lufthansa werden wir uns noch widmen, weil er doch nicht so ausging, wie wir erwarteten und wie wir es hier schon als quasi sichere (weil vernünftige) Lösung dargestellt haben. Diese Regierung und wirtschaftlicher Mut, das wird’s nicht mehr geben. Und die Kaufprämie für Oberklasse-Autos wird uns sicher noch einen Sonderbeitrag wert sein.

Noch vor wenigen Wochen war die beinahe surreal wirkende Steigerung der Umfragewerte der Union (nicht der SPD) wegen eines angeblich formidablen Corona-Managements zu beobachten. Ja, es hätte schlimmer kommen können, aber die Wirtschaft braucht Konsumenten und natürlich Arbeitssklaven, solange die KI nicht alles alleine macht – das wurde dann doch noch einigermaßen berücksichtigt, als es um die Gestaltung der Corona-Abwehr ging. Rentner*innen und die Angehörigen anderer „Risikogruppen“ zählen zwar nicht mehr zu den Lohnabhängigen, wohl aber zu den Konsumenten. Mehr, als mancher denkt.

Wir haben den CDU-Hype genauso lächerlich gefunden wie im Frühjahr 2017 den Schulz-Zug, der dann irgendwo im Nirgendwo eines miserablen Wahlergebnisses zum Stehen kam. Wir sagen voraus, dass auch die Umfragewerte der Union wieder bröckeln werden, wenn das wirtschaftliche Krisenmanagement so weiterläuft wie bisher. Dass die Menschen es offenbar normal finden, dass sie zulasten von Superreichen und Konzernen immer weiter gestrippt werden, könnte man einer Art Schock zuschreiben, das würde auch mit dem Titel des NDS-Beitrags korrespondieren. Es besagt aber auch, dass auch unser Bildungssystem die beabsichtigte zerstörerische Wirkung nicht verfehlt: Die Unfähigkeit, in Zusammenhängen zu denken, nimmt mittlerweile beängstigende Ausmaße an.

So kann es kommen, dass nur noch impulsgesteuert reagiert wird: Ist die Klimakrise das Thema, heben die Grünen ab, obwohl sie kein Konzept für einen echten ökologischen Umbau haben, der auch kapitalistische Anteile der Wirtschaft in Frage stellen muss. Ist Corona angesagt, hängen alle an den Lippen von Mutti Merkel, als wenn sie etwas wesentlich anderes sagen würde als das, was sonst viele so nervt: schön tranquillo, und das mit Ernst, aber bitte nicht tiefgründig. Klar, beim Thema Corona ist die akute Reaktion wichtig, aber sie muss mit Sachlichkeit cocoont werden – eine solche Lage privilegiert den Politikertyp Merkel.

Richtige Impulse und das sich verlassen auf die Intuition können in akuter Gefahr Leben retten. Wie während der Corona-Krise. Dann soll man ihnen auch nachgeben. Aber wenn sich die Sachlage verändert und wieder andere Themen in den Blick genommen werden können, muss man schauen, was im Schatten des Pandemie-Riesen so alles passiert ist und noch passieren soll. Und das hat, für den Bereich der Wirtschaft, Jens Berger sehr gut zusammengefasst.

Die Corona-Schock-Strategie – Klatschen für Krankenschwestern, Milliardengeschenke für Aktionäre

Auf einen ähnlichen Artikel können wir daher vorerst verzichten, zumal wir uns heute bei der Rückwärtspublikation in Sachen China schon etwas verausgabt haben. Das einzige, was uns gestört hat, waren die „angeblichen Verschwörungstheoretiker“. Ohne diesen Satz hätte Berger den Text wohl nicht durch die interne Zensurstelle namens Albrecht Müller bekommen. Das war jetzt etwas Polemik, aber wir sind grundsätzlich eher konstruktivistisch, das wird sich nicht ändern, und Aluhüte tragen nichts zur Lösung der Probleme bei. Aber es gibt diese Verschwörungstheoretiker und deren Verhalten hat uns während der letzten Wochen mehr als nur manchmal ein wenig getriggert. Wir leben schließlich in Berlin und konnten aus relativer Nähe betrachten, was Phase ist. Aber der Hinweis als Mantra: Nein, nicht jede Kritik im Corona-Management ist falsch. Wie man ja gerade wieder an der Handhabe des Wirtschaftsteils sieht.

Aber auch die Abgedrehten spalten uns, nicht nur die Politiker, die gerade wieder eine massive Umverteilung von unten nach oben organisieren, ohne dass jemand die Kraft und den Durchblick zu haben scheint, dem etwas entgegenzusetzen. Damit klar ist, woher es kommt, werden wir in den nächsten Tagen auch wieder Artikel von „Lobbycontrol“, „Abgeordnetenwatch“, „FragdenStaat“ und anderen Modulen besprechen, die ihre Augen auf die demokratische Praxis gerichtet haben – und die eine oder andere Petition gegen den Wirtschaftswahnsinn, der nun voll um sich greift, empfehlen. Noch besser wär’s, wir würden alle dagegen auf die Straße gehen. Aber das Thema ist schon wieder so scheußlich abstrakt, dass viele nicht erkennen, dass zum Beispiel der weitere Rückgang des Medianvermögens der Bevölkerung in Deutschland, der nun zu erwarten ist, die exakte Gegenbewegung zur immer weiteren Anreicherung von Vermögen in wenigen Händen darstellt.

TH

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