Ökosozialistische Online-Konferenz für Klimagerechtigkeit – weniger produzieren, gerecht teilen, gemeinsam entscheiden – 26. bis 28. Juni 2020

Liebe Leser*innen, heute ging uns der Hinweis auf eine Veranstaltung zu, deren Motto recht gut umschreibt, wo wir die Chance sehen, unsere Zivilisation in einer Welt der knappen Ressourcen zu bewahren. Mit unserer Zivilisation meinen wir nicht ein paar unzivilisiert gierige Superreiche, sondern die Zivilgesellschaft. Die Mehrheit. Unterhalb des Veranstaltungshinweises und des Programms ein paar Anmerkungen von uns.

Ökosozialistische Online-Konferenz für Klimagerechtigkeit
Weniger produzieren, gerecht teilen, gemeinsam entscheiden

Freitagabend, 26. Juni bis Sonntag, 28. Juni 2020

Liebe Klimaaktivist*innen,

Die Corona-Pandemie, die Wirtschaftskrise und die Zerstörung unserer Ökosysteme hängen zusammen und sind Folgen unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems! Ohne Widerstand von unten und glaubwürdige Alternativen wird eine autoritäre und neoliberale Antwort auf diese Krise unausweichlich.

Die nächsten Monate sind deshalb entscheidend! Es gilt Forderungen nach einer industriellen Konversion und einem radikalen Systemwandel zu entwickeln.

In dieser Situation ist es zentral, dass sich Aktivist*innen aus der ganzen Welt austauschen und strategische Initiativen diskutieren: An der ökosozialistischen Konferenz für Klimagerechtigkeit werden wir besprechen, wie Kämpfe gegen die verschiedenen Krisen zu einer ökosozialistischen Alternativen führen könnten – zu einer Welt, in der die Leben und Bedürfnisse der Mehrheit statt die ökonomischen Interessen einer Minderheit im Zentrum stehen.

Die ökosozialistische Konferenz findet online vom 26.-28. Juni statt.

Das ganze Programm und weitere Infos findet ihr auf unserer Homepage: http://eco-soc.net

und auf Facebook: https://www.facebook.com/events/1252493448471989/

Mit solidarischen Grüßen

Anouk Essyad (solidaritéS), Lausanne
David Ales (Bewegung für den Sozialismus), Basel
Christian Zeller (Aufbruch für eine ökosozialistische Alternative), Salzburg

Englischer Text:

Let’s organise!

The health care crisis, the economic crisis and the climate crisis are connected and consequences of the capitalist system of production and consumption! Without popular resistance and credible alternatives, authoritarian and neoliberal answers to the crisis are inevitable.

The following months are crucial! The shut-down of many parts of the economy is an opportunity for us to develop demands for an industrial conversion and a radical change of our current system.

At our (digital) International Ecosocialist Conference on Climate Justice from 26 to 28 June 2020, we want to bring anti-capitalist forces together and develop ecosocialist demands and strategies!

The conference will be held on Zoom, Facebook live and Youtube! Translation will be organised!

Become a part of it!

We call on individuals, networks, organisations and trade unions to participate in the preparations and the conference itself! Only together we are strong! Contact us via Mail for more information or in order to receive the invitation for our next preparatory meeting!

Das Programm der Konferenz

Date
26-28.06.2020
Time
(UTC +2)
Programme
Friday 19:00 – 20:30 Public conference: The nature of the sanitary and economic crises from an ecosocialist perspective
Saturday 12:00 – 14:00 Parallel workshops (1-4)
Saturday 15:00 – 17:00 Parallel workshop (5-8)
Saturday 19:00 – 21:00 Plenary discussion:
Our common demands based on the workshop results
Sunday by_arrangement Open space:
Exchange about political activism and intervention strategies
Sunday 19:00 – 20:30 Public conference:
What strategy for climate justice and other social movements?
Parallel workshops from 12:00-14:00 Parallel workshops from 15:00-17:00
1 Industrial conversion 5 Trade union work and climate justice
2 Ecological and democratic agriculture 6 Sexual labor division and revaluation of care
3 Public health care and social needs 7 Internationalism and South-North relations
4 Urban and rural transport systems 8 Race and corona virus

***ENDE Veranstaltungshinweis***

Der Ökosozialismus dürfte wohl der einzige Weg aus einer Situation sein, in der sich die Krisenzeichen immer mehr häufen, in immer kürzeren Abständen die Fails des finanzkapitalistischen Systems sichtbar werden. Dieses System hat ausgespielt. Es hat uns nichts mehr zu sagen. Das sieht an den Argumenten seiner Propagandisten.

Es sind alles irrelevanten Spins, die auf falschen Gleichsetzungen fußen und oft auf eine Vergangenheit gemünzt sind, die mit demokratischem Sozialismus nichts zu tun hatte. Hingegen hat niemand von ihnen eine Antwort auf die drängenden ökologischen und sozialen Fragen, auf den Klimawandel und auf die immer weiter ansteigende Vermögensungerechtigkeit, auf massive Fehlallokationen, die soziale Segregation fördern und auf die Tatsache, dass die Welt immer unfriedlicher wird, weil die Verteilungskämpfe zunehmen, obwohl genug für alle da ist. Aber es war nie genug da und wird nie genug da sein für die Gier des Großkapitals, dessen wenige Angehörige mehr Güter und Ressourcen beanspruchen als die übrigen mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung zusammen.

Je länger es dauert, bis die Notwendigkeit einer demokratischen Systemveränderung hin zu nachhaltiger und partizipativer Wirtschaftsweise begriffen wird, desto härter werden die Maßnahmen sein, die ein Umsteuern noch ermöglichen – oder die heutigen Mid-Ager werden die letzte Generation sein, die noch einigermaßen unbeschadet ihr Leben zu Ende leben kann. Und auch das nur in einem Teil der Welt und unter Druck durch die zornige Jugend, deren Zukunft verraten wurde.

Alle, die begreifen, um was es geht, müssen sich zusammenschließen und die vielen Energie zehrenden Nebenwidersprüche hintanstellen, um ein großes Ziel zu erreichen: Die Verantwortung, die sie fürs Ganze, für das Schicksal von uns allen spüren, in praktisches Handeln umzusetzen. Hin und wieder blitzen solche Ansätze in Städten wie Berlin auf, aber das reicht nicht, es ist viel zu kleinteilig und kann die meisten Menschen nicht mitnehmen.

Daher müssen wir weiter über die konkrete Ausformung eines ökologisch-demokratischen Sozialismus diskutieren und etwas für den Alltag mitnehmen. Das wäre unser wichtiges Anliegen, wenn wir bei der Konferenz mitdiskutieren würden: Was können wir heute schon tun, um progressiv voranzugehen? Zu warten, bis alle mitmachen und die parlamentarischen Verhältnisse sich dadurch ändern, wäre zu gewagt. Ein zu großes Risiko. Denn noch, Corona zum Trotz, verharren allzu viele in ihrer angestammten Bequemlichkeit. Interventionsstrategien sind Teil des Konferenzprogramms und sie sind besonders wichtig für die tägliche Arbeit am Wandel.

TH

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