Der Tag wird kommen – Polizeiruf 110 Fall 386 #Crimetime Vorschau 14.06.2020 DAS ERSTE 20:15 Uhr #Polizeiruf #Polizeiruf 110 #Rostock #Buckow #König #NDR #Tag #komm

Crimetime Vorschau - Titelbild © NDR, Christine Schroeder

„Katrin Königs (Anneke Kim Sarnau) Nerven liegen blank. Die LKA-Analystin, die seit vielen Jahren für die Mordkommission Rostock tätig ist, wird von einem Dämon verfolgt: Guido Wachs sitzt zwar im Gefängnis, übt aber von hier aus bösen, manipulativen Einfluss auf die Ermittlerin aus. Und dabei haben sie und Kollege Alexander „Sascha“ Bukow (Charly Hübner) eigentlich alle Hände voll zu tun und einen mysteriösen Mord am Stadthafen aufzuklären“, schreibt die Redaktion von Tatort Fans einleitend zum 386. Polizeiruf und kommt am Ende einheitlich zu vier bis fünf Sternen.

Die Frage, ob der Polizeiruf der bessere Tatort ist, klingt ebenfalls wieder an. Allerdings darf man das nicht nur an den Rostocker Polizeirufen festmachen, die auch für mich zu den Tops aus beiden Reihen zählen. Die Premium-Schiene München sortiert sich gerade neu, mit den Krimis aus Magdeburg habe ich nach wie vor Schwierigkeiten und die RBB-Filme aus Brandenburg / Swiecko in Polen finden sich eher im Mittelfeld, wenn ich alle Tatort- und Polizeiruf-Teams in den Blick nehme.

Was schreiben andere Kritiker*innen? Tittelbach.TV vergibt fünf von sechs Sternen und sieht eine gelungene Verknüpfung vieler Handlungsfäden – nicht nur Königs alter Feind Guido Wachs spielt also eine Rolle, sondern es geht auch wieder um die kriminellen Machenschaften von Bukows Vater. Bei keinem anderen Team wie den Rostockern ist es allerdings so wichtig, dass man sich die mittlerweile 22 Filme einmal chronologisch anschaut, damit man nachvollziehen kann, wie die horizontale, nunmehr über zehn Jahre gedehnte Erzählweise funktioniert, die nicht nur eine Entwicklung zwischen Buckow und König zur Folge hat, sondern auch die Koordinaten der Polizeiarbeit verschiebt: War Buckow anfangs ständig unter Druck, gerät nun König mehr und mehr in einen Ausnahmezustand hinein.

Lohnt sich das Einschalten? „Auf jeden Fall. Der Krimi ist sehr spannend, äußerst raffiniert gestrickt und obwohl viele der Haupt- und wiederkehrenden Figuren diesmal ihren eigenen, ganz persönlichen Kampf führen, verbinden sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem großen roten Faden. Wirklich beeindruckend, wie viel in einen einzigen Krimi passt“, schreibt der Stern. Auch von dieser Seite wird die Entwicklung des horizontalen Erzählens gelobt.

Die Funktion von Eoin Moore, der auch hier wieder Regie führt für den Rostock-Tatort ist dabei besonders zu erwähnen. Er hat diese Schiene mitentwickelt und auch dann, wenn er an Filmen nicht ausführend beteiligt war, als Head-Autor über sie gewacht, zumindest ist er bei Rostock-Polizeirufen in dieser Funktion angegeben. Nicht in allen Bukow-König-Filmen wird deren persönliche Story gleichermaßen vorangetrieben, es gibt durchaus Haltepunkte, aber zumindest vom Ende der Nr. 21 her gesehen, „Söhne Rostocks“, scheint alles auf Linie zu sein. Auch wenn die Linie sehr lang ist, schließlich arbeiten die vier Rostocker Teammitglieder seit zehn Jahren zusammen und die Anbahnung einer Liaison unter Arbeitskolleg*innen dauert nicht so lange, wenn die Grundlagen dafür vorhanden sind.

„Geliebter Serientäter“ titelt Christian Buß im Spiegel: „Schluss mit Scheusal: König und Bukow treffen im letzten „Polizeiruf“ vor der Sommerpause zum zweiten Mal auf den Frauenhasser Wachs – ein Krimi, der die losen Enden der letzten Folgen effektvoll zusammenbindet.“

Blöd leider doch, dass die letzte Episode für mich nun über 90 Rezensionen her ist, die Rubrik „Filmfest“ nicht mitgerechnet, aber ich werde versuchen, mich zu erinnern. „Zorn und Zärtlichkeit“ hieß der Titel des Artikel ursprünglich, wie man in der Browserzeile noch sehen kann – sehr charmant, wieder einmal. Buß vergibt 8/10, nur einmal habe ich von ihm eine höhere Bewertung gesehen, seit wir die Vorschauen als kleine Kritikenpräsentation anlegen – letzte Woche für den München-Tatort „Lass den Mond am Himmel stehn“.

In der Süddeutschen wird die moralische Frage betont: „Darf man selbst schuldig werden, um Schuldige bestrafen zu können?“ Der Film sei für Gelegenheitsgucker kaum geeignet, aber für Fans der richtige Abschluss der Saison 2019/2020 vor der Sommerpause. Ich bin mittlerweile Fan, also hoffe ich auf genau das: Einen fulminanten Abschluss als Entschädigung für die Leiden in der Pandemie-Zeit. Es wird übrigens spannend werden, zu sehen, ob im zweiten Halbjahr die enge Premierentaktung besonders bei den Tatorten eingehalten werden kann, denn vermutlich kam es infolge des Corona-Lockdowns auch zu Produktionsverzögerungen.

TH

Handlung

Katrin König wird früh morgens beim Joggen am Warnow-Ufer von zwei Männern zusammengeschlagen, nachdem sie eine andere Frau – Nadja Flemming – vor deren Belästigung schützen wollte.

Besonders schlimm für König, da es ihr sowieso schon sehr schlecht geht, seit sich der Serientäter Guido Wachs erneut bei ihr gemeldet hat. Sie hatte ihn durch eine Beweismanipulation hinter Gitter gebracht. Nun setzt er König unter Druck: Entweder sie hilft ihm, wieder Kontakt zu seiner Frau zu finden, oder er wird sie ihres Vergehens bezichtigen.

Aber es kommt noch schlimmer: Nadja Flemming wird wenig später an der Warnow tot aufgefunden, mit einem Messer erstochen. Und dann ist da noch Bukows Vater, der seinen letzten Deal vorbereitet, um dem Sohn ein Erbe zu hinterlassen.

Playlist, Besetzung, Stab

Anja Plaschg – „Me and the Devil”
Jermaine Cole – “No Role Modelz”
Anja Plaschg – “Sleep”
Leonard Cohen – “So Long Marianne”
Regine Dobberschütz – “Solo Sunny”

LKA-Analystin Katrin König – Anneke Kim Sarnau
Kriminalhauptkommissar Alexander „Sascha“ Bukow – Charly Hübner
Leiter der Mordkommission Henning Röder – Uwe Preuss
Kriminaloberkommissar Anton Pöschel – Andreas Guenther
Kriminaloberkommissar Volker Thiesler – Josef Heynert
Häftling Guido Wachs – Peter Trabner
Alexanders Vater Veit Bukow – Klaus Manchen
Nadja Flemming – Xenia Rahn
Nadjas Ex-Mann Klaus Flemming – Helgi Schmid
Klaus‘ zweite Ehefrau Annie Flemming – Victoria Schulz
Hausmeister Bender – Björn Meyer
Roman Dörfel – Anton Weil
Mike Führmeister – Florian Kroop
Benni – Miguel Ribeiro
Tito – Alexandru Cirneala
Obdachlose Erna – Rike Eckermann
Ex-Frau von Guido Wachs – Florentine Schara
Marion Breckwoldt – Sandra Freist
Dr. Brandstetter – Julia Schmidt
u.a.

Drehbuch – Florian Oeller
Regie – Eoin Moore
Kamera – Andreas Höfer
Szenenbild – Sonja Strömer
Schnitt – Florentine Bruck
Ton – Thorsten Schröder
Musik – Warner Poland, Bernhard Glum, Kai Uwe Kohlschmidt

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