Es geschah in einer Nacht (It Happenend One Night, USA 1934) | 5 Empfehlungen | #Filmfest 237 #Top250

Filmfest 237 B "Concept IMDb Top 250 of All Time" (21)

2020-10-08 Filmfest BEs geschah in einer Nacht (Originaltitel: It Happened One Night) ist eine US-amerikanische Screwball-Komödie des Regisseurs Frank Capra aus dem Jahr 1934. Das Drehbuch entstand auf der Grundlage der Kurzgeschichte Night Bus von Samuel Hopkins Adams. Mit dieser Produktion gewann erstmals ein Film Oscars in den fünf wichtigsten Kategorien.

Ich hatte gehofft, bis wir beim Jahr 1934 angelangt sind, hatte ich die Gelegenheit, den Film anzuschauen, aber leider sind derzeit andere Aufgaben prioritär, sodass ich doch in die Empfehlungskiste greifen muss und fange damit an, was in der Wikipedia an Kritikerstimmen gesammelt ist:

In der New York Times schrieb Mordaunt Hall 1934, dass Es geschah in einer Nacht ein guter Spielfilm sei, der mit fiebrigen Stunts, mit glänzendem Dialog und einer ausgewogenen Anzahl von relativ verhaltenen Szenen gesegnet sei.[4] Das Branchenblatt Variety stellte fest, dass „die Geschichte […] den nicht konkret bestimmbaren Reiz“ habe, „der aus einer ausgewogenen Mischung verschiedener Zutaten“ entstehe. Der Film sei „schwer zu analysieren, unmöglich […] zu reproduzieren“ und „einfach ein glücklicher Zufall“.[5]

Das Lexikon des internationalen Films urteilte: „Glänzend gespielt und inszeniert, vermag die mit geistreicher gesellschaftskritischer Ironie durchsetzte und erfrischende Hollywood-Komödie auch heute noch ausgezeichnet zu unterhalten.“[6] Auch Cinema beschreibt Capras Film als „immer noch bezaubernde Komödie“. Diese sei ein „Meisterstück mit zeitlos geistreichen Dialogen“.[7]

Der Film-Kurier titelte am Tag nach der deutschen Erstaufführung: „Triumph amerikanischer Lustspieltechnik“.[8] Joseph Goebbels war der Auffassung, man könne von diesem Film viel lernen; im Vergleich dazu seien deutsche Komödien wie Leichte Kavallerie oft unnatürlich und „zum Sterben langweilig“ (Tagebuch 17. Oktober 1935).

Wenn Lob vom Propagandaspezialisten persönlich kommt, muss etwas dran sein, aber das Unnatürliche an deutschen Komödien kam eben auch dadurch, dass das Volk in einem unnatürlichen Zustand war,  seit es die Nazis gewählt hatte. Die frühen Tonfilmkomödien, die bis etwa 1932 entstanden, waren oft gar nicht so schlecht und sehr musikalisch – das Problem stellte die Weiterentwicklung dar, und die war in den USA problemlos möglich, weil man die Great Depression, die im Film durchaus nicht verschwiegen wird, nicht mit dem Abgleiten in die Diktatur zu besiegen gedachte, sondern mit – in Maßen – mehr sozialem Denken, hohen Steuern für die Reichen und dem Vertrauen auf den Grundoptimismus einer Bevölkerung, die schon durch ihre Auswanderung aus vielen europäischen Ländern bewiesen hatte, dass sie bereit war, ein Risiko einzugehen, um ein besseres Leben zu gewinnen. Aus dem Zauber, dass vielleicht nicht alles geht, aber doch vieles, speisen sich u. a. die Screwball-Komödien, die ich bisher gesehen habe. Nach den Beschreibungen zu „It Happened One Night“ dürfte dieser Film geradezu die Initialzündung für ein Genre gewesen sein, das – nun ja, seine Existenz einem glücklichen Zufall verdankt, wie oben zu lesen ist. Es war offenbar auch schwierig, das später zu steigern. Aus dem glücklichen Zusammentreffen verschiedener Umstände zog man aber die richtigen Schlüsse und es gab in späteren Jahren noch manche recht geist- und wortreiche Komödie mit wunderbaren Gags zu vermelden.

Es geschah in einer Nacht war 1935 der erste Film, der Oscars in den fünf wichtigsten Kategorien, den Big FiveBester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller (Clark Gable) und Beste Hauptdarstellerin (Claudette Colbert) –, gewann. Seither ist dies nur noch Einer flog über das Kuckucksnest (1975) und Das Schweigen der Lämmer (1991) gelungen. Bereits 1934 wurde der Film mit dem Preis des National Board of Review in der Kategorie Bester Film ausgezeichnet und war für den Coppa Mussolini, den Hauptpreis der Filmfestspiele von Venedig, als Bester Film nominiert.

1993 wurde Es geschah in einer Nacht in das National Film Registry aufgenommen. Das American Film Institute wählte den Film 1998 bzw. 2007 in mehrere Listen: Liste der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten (Ausgabe 1998: Platz 35; Ausgabe 2007: Platz 46), Liste der 100 witzigsten amerikanischen Filmkomödien aller Zeiten (Platz 8) und Liste der 100 besten amerikanischen Liebesfilme aller Zeiten (Platz 38).

Nicht zu vergessen der Grund, warum ich ihn hier schon platziere, obwohl noch keine eigene Rezension vorliegt: 8,1/10 von den Nutzern der IMDb und aktuell Platz 241. Das heißt allerdings auch, dass er Gefahr läuft, aus den Top 250 zu fliegen, wenn noch ein paar technische Monstrositäten in 3D hinzukommen. In unserer Schau der Top 250 aller bisherigen IMDb-Zeiten hätte er dann selbstverständlich auch seinen Platz sicher.

Als deutsche Rezensionwollen wir noch empfehlen: Doreen Matthei, Testkammer, die auch die Wikipedia ähnlich konsequent auswertet, wie wir das gerne tun, aus dieser Publikation werden wir künftig im Rahmen des „Filmfest B“ auch zu neuen Filmen immer mal wieder eine Leseempfehlung aussprechen. In Gedenken an Roger Ebert schweife ich doch noch einmal ins Entstehungsland des Films und empfehle, was Michael Olesczyk auf dessen Plattform geschrieben hat. Ihm fiel unter anderem dieselbe Differenz zwischen einem wirklich gleichberechtigten Comedy-Paar auf und dem, was wir z. B. in „Die Frau, von der man spricht“ sehen kann. Aber Letzterer stammt ja auch nicht von dem großen Sozialromantiker Frank Capra.

TH

Regie Frank Capra
Drehbuch Robert Riskin
Produktion Frank Capra für
Columbia Pictures
Musik Frank Churchill,
Louis Silvers
Kamera Joseph Walker
Schnitt Gene Havlick
Besetzung

 

 

 

 

 

 

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