„Verspätung?“ Streiks im ÖPNV – Aufruf für Berlin und Hamburg, Sa. 10.10.2020, 12 Uhr!

Liebe Leser*innen,

wir rufen heute wieder einmal zu einer wichtigen Aktion auf. Anstatt, dass Sie sich darüber ärgern, dass es etwas unbequemer werden könnte, denken Sie bitte fünf Minuten darüber nach, warum und wofür die Menschen, die im ÖPNV beschäftigt sind, streiken. Der folgende Brief von Campact, der mich heute erreicht hat (es waren zwei, ich habe sie zusammengefasst), hilft bei der Einordnung der Streikgründe und ich kommentiere im Anschluss an den Aufruf nochmal kurz:

****CAMPACT 08.10.2020****

Hallo Thomas Hocke,

zu spät zur Arbeit, zur Kita oder zum Arzttermin: Wenn im öffentlichen Nahverkehr gespart wird, geht für viele Menschen nichts mehr. 15.000 Stellen im ÖPNV sind unbesetzt, die hohe Arbeitsbelastung macht Fahrer*innen krank.[1] Das Klima leidet mit, denn ohne zuverlässigen ÖPNV wächst der Autoverkehr weiter.

Die Bus- und Bahnfahrer*innen haben sich nun bundesweit zusammengetan: Sie streiken für bessere Arbeitsbedingungen und einen gemeinsamen Tarifvertrag. Doch die Arbeitgeber*innen mauern. Sie glauben: Genervte Fahrgäste machen die Beschäftigten für den Streik verantwortlich. Doch wenn sich jetzt viele Menschen mit den Fahrer*innen solidarisieren, geht diese Rechnung nicht auf. Und die Arbeitgeber*innen müssen verhandeln.

Deshalb stellen sich die Jugendlichen von Fridays for Future jetzt an die Seite der Angestellten: An diesem Samstag, 10. Oktober, gibt es Aktionen in ganz Deutschland – direkt bei den Verkehrsministerien der Bundesländer.

Unsere große Bitte: Kommen Sie zur Aktion bei sich in Berlin. Gemeinsam machen wir klar: Wir stehen auf der Seite der Beschäftigten und des Klimas – und verlangen einen starken öffentlichen Nahverkehr. Seien Sie dabei!

Aktion: Menschenkette am Bundesverkehrsministerium, Invalidenstraße 44, 10115 Berlin

Zeit: Samstag, 10. Oktober, 12 Uhr

Unsere große Bitte: Kommen Sie zur Aktion bei sich in Hamburg. Gemeinsam machen wir klar: Wir stehen auf der Seite der Beschäftigten und des Klimas – und verlangen einen starken öffentlichen Nahverkehr. Seien Sie dabei!

Aktion: Fahrrad-Demo „Critical Mass“, vom Klosterstern zur Verkehrsbehörde (Alter Steinweg 4, 20459 Hamburg)

Zeit: Samstag, 10. Oktober, 12 Uhr

Herzliche Grüße

Inken Behrmann, Campaignerin

PS: Die Zeit bis Samstag ist knapp. Um möglichst viele Menschen für unsere Aktion in Berlin zu mobilisieren, freuen wir uns, wenn Sie diese E-Mail auch an Freund*innen und Nachbar*innen weiterleiten. Die Aktion wird von Fridays for Future Berlin organisiert, Campact mobilisiert zur Aktion.

[1]„ÖPNV-Tarifkonflikt: ver.di kündigt weitere Warnstreiks an“, Mitteilung auf verdi.de, 5. Oktober 2020

****ENDE DES AUFRUFS****

Ich sehe schon etwas länger darauf, wie FFF sich zu sozialen Problemen stellt, weil vollkommen klar ist, dass ökologischer Fortschritt und soziale Probleme nicht voneinander zu trennen sind und freue mich daher, dass FFF den Ver.di-Streik bzw. -Warnstreik im ÖPNV unterstützt. Ich  hoffe, das macht Schule. Es ist wichtig, dass Klimapolitik nicht elitär wirkt und der ÖPNV ist als Einstieg ins soziale Denken geeignet.

Es geht darum, dass ein besserer ÖPNV umweltschonend ist, deshalb ist es aber wichtig, wie Menschen, die in den öffentlichen Nahverkehrssystemen arbeiten, mit ihrer Arbeit klarkommen und dass sie sie lange ausüben und den Stress dabei bewältigen können. Nicht zuletzt: Diese arbeitenden Menschen zählen zu den „Systemrelevanten“, die während der Corona-Zeiten gerne von der abgehobenen Politik-Blase beklatscht werden, aber trotzdem wie eh und je um ihre Rechte und um annehmbare Arbeitsbedingungen kämpfen müssen, wie man jetzt wieder sieht. Im Jahr 2019 gab es zwar einen recht guten Tarifabschluss bei der Berliner BVG, aber insbesondere an den Arbeitsbedingungen hat sich offenbar wenig zum Guten geändert.

TH

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