Ein Herz und eine Krone (Roman Holiday, USA 1953) #Filmfest 361 #Top250

Filmfest 361 A "Concept IMDb Top 250 of All Time" (41)

2021-02-01 Ein Herz und eine Krone Roman Holiday USA 1953

Neun von zehn möglichen Punkten war mir „Ein Herz und eine Krone“ wert, als ich ihn Ende der 1980er Jahre in mein „Jugendprojekt“, das noch mit der Maschine getippte „Internationale Filmverzeichnis“ aufnahm. Die oben gezeigte Rezension ist der achten und letzten Version dieser kleinen Filmesammlung entnommen und führt uns unter anderem weiter beim Aufsammeln der Kinostücke, die irgendwann einmal in der Top-250-Liste der Internet Movie Database enthalten waren.

Bei „Roman Holiday“ scheint das bis vor Kurzem noch der Fall gewesen zu sein, denn in der Referenzliste, an der entlang ich mich vorarbeite, wird er noch als „platziert“ gemeldet. Die IMDb-Nutzer*innen vergeben aktuell durchschnittlich 8/10 (1). Das reicht auch beinahe, der Eintritt beginnt derzeit bei 8,1. Einen Metascore hat der Film, im Gegensatz zu den meisten Werken, die schon so alt sind, ebenfalls, und auch dieser liegt mit 78/100 recht hoch (1).

Wenn man genau hinschaut, kommt es sehr selten vor, dass Stars über Nacht „geboren“ werden, es dauert, bis sie die Aufmerksamkeit der Filmemacher und Studiobosse erregen und manchmal ist noch etwas mehr Einsatz erforderlich als nur gut und attraktiv zu sein – doch bei Audrey Hepburn war es beinahe so, sie hatte vor „Ein Herz und eine Krone“ kaum Erfahrung am Set und die ersten Sätze, die sie zum Reporter Bradley spricht, nimmt man ihr ab – sie war noch nie allein mit einem Mann, nicht einmal in einem Kleid. Zu den vielen Anekdoten, die den Film begleiten, zählen diese:

Ihr Filmpartner Gregory Peck ruft bereits kurz nach Drehbeginn die Produzenten an. Auf den Plakaten zum Film soll sein Name ganz oben stehen. Er sagt jedoch: „Das müsst ihr ändern. Sie ist der Star. Wenn ihr Name nicht ganz oben steht, dann sehe ich aus wie ein Trottel. Denn Audrey wird für diese Rolle den Oscar bekommen.“ (2)

Das schaffte sie tatsächlich und wenn man bedenkt, wie lange es normalerweise dauert, bis eine Newcomerin sich über mehrere Nominierungen den Oscar mehr oder weniger „verdient“ hat, kann man ermessen, wie bezaubert man in Hollywood von ihr war.

Billy Wilder, Regisseur von „Manche mögen’s heiß“ und Freund des „Ein Herz und eine Krone“-Regisseurs William Wyler, sagt zu dieser Zeit: „Das ganze Land ist besessen von Brüsten. Aber dieses Mädchen allein könnte es schaffen, dass Brüste eine Sache der Vergangenheit sein werden.“

Hier behielt der große Billy Wilder nicht recht, wie wir heute wissen, denn gleichzeitig mit Audrey Hepburns Stern ging auch der von Marilyn Monroe auf, mit den beiden Filmen „Blondinen bevorzugt“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“, die wir beide demnächst hier vorstellen werden – und wenn man sich die Silikonberge von heute anschaut, nun ja. Aber er hatte sich Audrey Hepburn gleich für sein nächstes Projekt „Sabrina“ gesichert, wo sie an der Seite eines weiteren Superstars spielen sollte: Humphrey Bogart. Mein Lieblingsfilm mit ihr ist und wird immer bleiben: „My Fair Lady“, der elf Jahre nach „Roman Holiday“ entstand.

TH

(1) IMDb
(2) WDR

Regie William Wyler
Drehbuch Ian McLellan Hunter
John Dighton
Dalton Trumbo
Produktion William Wyler für Paramount
Musik Georges Auric
Kamera Henri Alekan
Frank F. Planer
Schnitt Robert Swink
Besetzung

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s