Moby Dick (USA 1956) #Filmfest 406

Filmfest 406 Cinema

2021-03-16 FF 0406 Moby Dick USA 1956

Moby Dick ist ein nach dem gleichnamigen Roman von Herman Melville im Jahr 1954 entstandener und 1956 uraufgeführter US-amerikanischer Film des Regisseurs John Huston. Das Drehbuch schrieben Ray Bradbury und John Huston.

Gut möglich, dass ich mich bei der ersten Sichtung dieses Werks habe von der Meinung anderer beeinflussen lassen, denn heute würde ich dem Film auf jeden Fall eine höhere Wertung zukommen lassen. In der Wikipedia ist mittlerweile recht differenziert dargestellt worden, was an „Moby Dick“ gelungen ist und worüber man streiten kann. Außerdem ist es mittlerweile eine bewährte Übung von mir, bei John Hustons Werken genauer hinzuschauen – vor allem, seit ich seinen „Asphalt Jungle“ (1950) zu einem der besten und vielschichtigsten Filme gekürt habe, welche die „Schwarze Serie“ jemals hervorgebracht hat. Über die Qualitäten von „Der Schatz der Sierre Madre“ (1948) und ähnlich gut anerkannte müssen wir an dieser Stelle nicht sprechen. Nun zu den Einlassungen der Wikipedia:

Huston ist seinerzeit bereits vor dem Beginn der Dreharbeiten in zweierlei Hinsicht mit Zweifeln konfrontiert gewesen: Einerseits galt Melvilles Roman, der in epischer Breite die Praxis des Walfangs schildert und von zahlreichen philosophischen und mythologischen Exkursen durchzogen ist, als nicht verfilmbar. Andererseits aber auch, weil die Hauptrolle des Kapitän Ahab mit einem Schauspieler besetzt war, der auf das Rollenschema des attraktiven, integren und leicht melancholischen Sympathieträgers festgelegt schien.

In der Tat ist Gregory Peck auch nach der Premiere des Films von großen Teilen des Publikums und der Kritik nicht als Idealbesetzung gesehen worden. Zwar ist anerkannt worden, er habe eine vom Hass deformierte Persönlichkeit durchaus passabel dargestellt, und die Kameraführung habe ihren Teil dazu beigetragen. Allerdings habe sein Gesicht, insbesondere der weich geformte Mund und der an Abraham Lincoln erinnernde Bart, doch auch eine gewisse Sanftmut ausgestrahlt, die nicht zur Rolle passe.

Diese „Fehlbesetzung“ war mit dafür verantwortlich, dass Moby Dick seinerzeit kein allzu großer Erfolg an den Kinokassen war. Als herausragendes Werk der Filmgeschichte gilt er heute trotzdem, und zwar vor allem wegen der besonderen Licht- und Farbstimmung, mit der die Zeichnung Ahabs Charakter und der unheilschwangere Plot der Handlung unterstützt werden.

Gregory Peck hat sich nach dem Erlebnis als verbiesterter Kapitän mit Holzbein durch die Paraderolle in „Weites Land“ (1958) schadlos gehalten, den er selbst mitproduziert hat. Diesen halte ich wiederum für einen der besten Western aus der klassischen Ära der „Pferdeopern“.

Bereits die zeitgenössischen Kritiken zu „Moby Dick“ waren nicht so schlecht und das ist bis heute so geblieben. Dass ich seinerzeit nur 6/10 vergeben habe, könnte auch daran liegen, dass ich das Buch kannte, das mich tief beeindruckt hatte und dass mir der düstere und tiefenpsychologisch wirksame Stil des Films nicht sehr gut gefallen hat, der für seine Entstehungszeit in der Tat ungewöhnlich war – inklusive der gedeckten Farbgebung, die den Technicolor-Usancen jener Zeit widersprach. Sie war allerdings im wörtlichen Sinne visionär. Auch das Publikum honoriert heute die Benefits des Werks und vergibt immerhin durchschnittlich 7,3/10 (IMDb-Nutzer*innen). Eine aktuelle Rezension würde „Moby Dick“ bei uns sicher eine Bewertung nah an 80/100 oder sogar leicht darüber hinaus sichern.

Kritiken (1)

  • Lexikon des internationalen Films: „Abenteuerfilm nach Hermann Melvilles allegorischem Roman. Großartige Bildkunst.“[3]
  • Michael Denks, Zelluloid.de: „Aus heutiger Sicht ist diese “Moby Dick” Verfilmung eine fesselnd überzeugende Irrfahrt, ein mystischer Albtraum, nicht nur für jeden Seefahrer. Die Effekte sind alle gelungen, und können sich selbst heute noch sehen lassen.“
  • Die New York Times lobte in ihrer Rezension des Films die bewundernswert werkgetreue Verfilmung von John Huston („admirably faithful to its source“) sowie die Kameraarbeit von Oswald Morris, die in brillanter Weise die schicksalhafte Trostlosigkeit der Geschichte akzentuiere („brilliantly underlines the foredoomed bleakness of the story“).[4]

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) und kursiv: Wikipedia

Regie John Huston
Drehbuch Ray Bradbury
John Huston
Produktion John Huston
Musik Philip Sainton
Kamera Oswald Morris
Schnitt Russell Lloyd
Besetzung

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