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Frontpage | Lage Corona | Impfungen, Fälle und Todesfälle

Ostern ist vorbei, die Infektionszahlen steigen wieder. So kann man in einem Satz die aktuelle Lage an der Corona-Front beschreiben. Nachdem statistische Rückstände nun offensichtlich weitgehend abgearbeitet sind, kam es gestern zu fast 25.000 gemeldeten Neuinfektion. Das ist die höchste Zahl seit dem 8. Januar, der noch zur Zeitspanne der zweiten Welle gerechnet wird.

In der Osterzeit war die Statistik aufgrund weniger Testungen und aufgrund nicht vollständiger Meldungen (nicht alle Gesundheitsämter lieferten Zahlen) nach unten verzerrt, das wird nun offensichtlich aufgeholt. Außerdem sind die Schulen noch geschlossen. Wir werden sehen, was passiert, wenn die Osterferien vorüber sind.

Die Todesfallzahl lag gestern bei 299, vorgestern waren 312 Fälle. Seit Mitte März waren so hohe Todesziffern nicht mehr erreicht worden. Die Todesfallzahlen steigen mit einem gewissen Zeitversatz aufgrund der höheren Neuinfektionszahlen. Deutschland lag gestern bei den Neuinfektionen auf Platz 6 weltweit, bei den Todesfallzahlen auf Platz 10. Zum Vergleich: Bei der Bevölkerungszahl steht Deutschland auf Rang 19 der Weltstatistik. Seit der zweiten Welle ist es bereits so, dass die deutschen Corona-Zahlen im Vergleich zur Bevölkerung überdurchschnittlich sind. Teilweise weit überdurchschnittlich. Hier sind die gestrigen Zahlen abgebildet, Rangfolge nach Neuinfektionen.

Wir halten also fest, die Politik versagt weiterhin und die Menschen sind weiterhin zu unvorsichtig.

Und wie sieht es mit dem Impfen aus? In meinem Freundeskreis wurden diese Woche zwei Personen geimpft, herzlichen Glückwunsch dazu! Ich freu mich für euch. Hoffentlich klappt es mit der zweiten Impfung wie geplant bzw. im optimalen Abstand zur ersten. Denn die Grafik der Impfungen zeigt gestern einen steilen Anstieg. Das ist zunächst einmal gut, offenbar wurde einiges geliefert und auch verimpft. Aber die Zahl der Zweitimpfungen war relativ gering und ich hoffe, beim nächsten Engpass kommt es nicht dazu, dass die Zweitimpfungen sich zu lange hinziehen. Hier die • Infografik: Kommt die Impfkampagne jetzt in Schwung? | Statista:

Im Begleittext heißt es:

In Deutschland wurden bislang rund`16,3 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht (Stand 08.04.2021). Die Zahl der täglichen ersten und zweiten Impfungen zusammen hat am 07.04.2021 zum ersten Mal die Marke von 600.000 überschritten.

Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Robert Koch-Instituts. Der Anstieg ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass am vergangenen Mittwoch in den meisten Bundesländern die Impfungen in vielen teilnehmenden Hausarztpraxen gestartet sind. Laut Bundesgesundheitsministerium gibt es in Deutschland etwa 50.000 Hausarztpraxen. Davon wollen nach Angaben des Hausärzteverbands derzeit rund 35.000 Corona-Impfungen durchführen und haben Impfstoff bestellt. Die Praxen ergänzen damit das Angebot der bundesweit rund 430 Impfzentren, in denen die Vakzine gegen das Coronavirus bisher schwerpunktmäßig verabreicht wurden.

Die letzten Zahlen, die ich dazu gelesen habe, bedeuten allerdings, dass pro impfbereiter Hausarztpraxis pro Woche nur 50 Impfdosen bestellt werden dürfen. Die Auslieferungszahlen sollen zunächst sogar noch niedriger sein. Ob sich damit die hohe Zahl der Impfungen am 8. April halten lässt, wird sich zeigen. Aus gegebenem Anlass werfen wir wieder einen Blick auf die weltweite Impfstatistik. Zum Zeitpunkt unseres letzten Updates lag Deutschland auf einem ziemlich miserablen 35. Platz in der weltweiten Impfstatistik. Vor allem die gestrige Offensive hat Deutschland um ein paar Plätze vorangebracht, nun ist es Rang 31. Ja, wird denn noch alles gut? Kann es nicht mehr werden. Das Versäumte lässt sich nicht mehr aufholen. Die unnötigen Todesfälle sind ebenso wenig rückgängig zu machen wie die Tatsache, dass bereits über 300.000 Menschen in Deutschland mit Corona-Langzeitfolgen kämpfen. Dass die Wirtschaft am liebsten überhaupt keine Corona-Maßnahmen hätte, damit der Rubel für Eigentümer und Aktionäre rollt, ist mehr als nur kurzsichtig, es ist unverantwortlich. Aber wenn in Deutschland zunehmend Arbeitende durch Covid-Folgen ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können, kann der produzierende Teil der Wirtschaft ausweichen, es ist doch alles so schön globalisiert. Gewinne privatisieren, negative Folgen vergemeinschaften, das ist nicht neu im Zeitalter der neoliberalen Weltordnung, aber in der Corona-Krise wird es neue Dimensionen annehmen.

Derweil ist die Politik in Deutschland uneins, wer den größten Fail produzieren darf. Besonderes Augenmerk lege ich auf den Feldversuch im Saarland, der mit mehr Testungen mehr Freiheiten gewähren soll. Ich wünsche den Menschen in meiner alten Heimat wirklich, dass das funktioniert. Lange Zeit war das Saarland bei der Inzidenz ziemlich oben, aber jetzt hat es die geringste in ganz Deutschland. „Es muss uns nach einem Jahr Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken“, hatte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gesagt. (Berliner Tagesspiegel)

Schnelleres und konsequentes Reagieren auf die ansteigenden Zahlen im Herbst 2020, mehr Testen und schneller impfen, das wären geradezu hervorragende Einfälle gewesen. Kundige Stimmen, die das alles gefordert und vor dem Versorgungsengpass beim Impfen, gewarnt haben, haben, gab es genug. Die Politik ist nicht blind in die zweite Welle gestolpert. 

Bleibt die Inzidenz im Saarland unter 100, hat Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) das eine oder andere richtig gemacht, zumindest in dieser späten Phase und nach einer langen Lehrzeit, die Menschenleben gekostet hat. Ich gestehe ehrlich, mir fehlt der Glaube, dass dieses Experiment in einem (derzeit noch) sehr dicht besiedelten Bundesland gutgehen wird. Und wann wird der nächste Corona-Gipfel der Länderchefs, der neben dem Bundesgesundheitsministerium hauptsächlichen Verursacher des chaotischen Corona-Managements, stattfinden? Nicht einmal darüber herrscht aktuell Einigkeit.

Vier Impfstoffe sind bisher in der EU zugelassen, weitere werden in nächster Zeit hinzukommen. Vor allem in China gibt es bereits einige Vakzine, die sehr wohl dort, aber noch nicht in Europa zugelassen sind. Ob diese auch hierherkommen sollen, ist mir derzeit nicht bekannt. Die Übersicht über die vielen Impfprojekte sieht sehr vielversprechend aus und nur so wird letztlich der Pandemie auch Einhalt zu gebieten sein: Indem weltweit die größtmöglichen Anstrengungen unternommen werden, um Impfstoffe herzustellen. Vor allem günstige Impfstoffe, die auch an ärmere Länder in hinreichender Zahl ausgegeben werden können. Vor allem die Zahlen in Afrika dürften nicht dem tatsächlichen Geschehen dort entsprechen. Was in Europa u. a. für Deutschland gilt, gilt in noch stärkerem Maße in den meisten Ländern dort: Es wird zu wenig getestet, als dass sich ein realistisches Lagebild ergeben könnte.

TH

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