Impfen: Die andere Sicht auf die deutsche Kampagne? +++ Regelungen für Geimpfte ab Sonntag, 09.05.2021 | #Frontpage | #Corona #Lage #Service | #Covid19 #Vaccination #Impfung #Covid–19 #Impfkampagne #Lockerung #Freiheitsrechte #Freiheit #

Frontpage | Corona | Regeln für Geimpfte, deutsche Impfkampagne III

Für die ungeduldigen Menschen unter unseren Leser*innen haben wir hier sofort die neuen Regeln verlinkt, die ab dem heutigen Sonntag, dem 09.05.2021, gelten sollen. Für nicht komplett Geimpfte bleibt vorerst alles, wie es war, ansonsten sieht es so aus:

Corona-Pandemie: Lockerungen für Geimpfte – das gilt ab heute | Politik (fr.de)

Es war nicht so leicht, eine Publikation zu finden, die alle Bundesländer mit ihren Regelungen separat auflistet, ein Dank an die Frankfurter Rundschau. Wir mussten auch deshalb suchen, weil zu viele Presseorgane bei der weiterbestehenden Maskenpflicht nur den Einheitstext „an bestimmten Orten“ verwenden.

Wir wollten es aber genauer wissen, denn uns springt derzeit ein neues Phänomen geradezu an: Alte Menschen, die sich beim Einkaufen ohne Masken bewegen und auf erstaunte oder auch kritische Blicke hin sehr herausfordernd reagieren, nach dem Motto: Wenn ihr jetzt euch wagt und was sagt, dann sagen wir euch mal, dass wir schon geimpft sind, ätsch, ihr (eigenes Milieu, eigene Altersgruppe etc. einsetzen). Ich habe gestern zweimal überlegt, ob ich in die Konfrontation gehe, zumal die Erleichterungen noch gar nicht galten, mich dann aber doch zurückgenommen. Ich bin nun einmal ein zurückhaltender Mensch, der sich nicht gerne in unkontrollierbare Situationen bringt.

Während dieser Pandemie lernt man seine Mitmenschen allerdings von der schlechtesten Seite kennen. Das ist nicht neu, es ist seit März 2020 zu beobachten, es ist auch genau das Gegenteil dessen, was anfangs einige gehofft hatten, was wir beim Wahlberliner auch zumindest für möglich hielten: dass das gemeinsame Durchstehen dieser Zeit eine Solidaritätswelle auslösen wird. Da von einer solchen Verbesserung des sozialen Zusammenhalts keine Rede sein kann, nochmal zum Mitschreiben:

Auch für komplett Geimpfte gilt weiterhin die Maskenpflicht beim Einkaufen und überall dort in der Öffentlichkeit, wo sie für die anderen auch gilt!

Ich glaube, wenn ich in ein paar Wochen die zweite Impfung auch habe, werde ich freiwillig überall draußen eine FFP2-Maske tragen, rein aus Demonstrationsgründen und, so gut es in dem Wirrwar, das sich Berliner Leben nennt, möglich ist, Abstand halten.

Nun aber zur Impfkampagne dieses Landes. Wir hatten uns mehrfach nicht allzu positiv dazu geäußert, aber wir erweitern ständig unsere Recherchebasis (weswegen wir auch kaum noch zum Schreiben kommen), und es gibt eine zumindest auf den ersten Blick abweichende Sicht auf die weltweiten Kampagnenstände, hier mit Datum 07.05.2021. Nimmt man nur die großen Länder heraus, fällt Deutschland nur hinter die USA und Großbritannien wesentlich zurück und liegt in der EU derzeit leicht vor den übrigen größeren Staaten. Das war auch mal anders, kann sich auch wieder ändern, aber es soll ja auch so sein, dass innerhalb der EU keine zu großen Unterschiede auftreten. Allerdings hat die EU den Vertrag mit AstraZeneca nicht über den Juni hinaus verlängert,EU kauft bis zu 1,8 Milliarden weitere Biontech-Impfdosen (businessinsider.de). Das sind mehr als 3 Dosen pro Einwohner*in, dieser nächste Liefervertrag, der allerdings nicht ganz billig wird (man geht von einem Preis von knapp unter 20 Euro pro Dosis aus) beinhaltet demnach die Möglichkeit, Auffrischungsimpfungen vorzunehmen ebenso wie die Auslieferung einer angepassten Version des Impfstoffs, die wegen eventueller Mutationen notwendig wurde.

Auch die Unterschiede bei der Impfkampagne zwischen den Bundesländern wachsen, das zeigt sich nicht nur daran, dass die Impfquoten mittlerweile recht weit auseinanderliegen, sondern auch daran, wie mit den drei bisher verwendeten Impfstoffen verfahren wird. Die Seite der Berliner Morgenpost zeigt auch, welche Impfstoff weltweit verwendet werden. Wer genauer hinschaut, kann diese Weltkarte bis zu einem gewissen Grad geostrategisch deuten und versteht auch einen der Gründe, warum die USA plötzlich in Sachen Patentfreigabe engagiert sind. Da wir keinen Corona-Artikel ohne informative Grafik veröffentlichen, nun die zur Impfkampagne der großen Länder. Die deutsche Gesamtquote ist mittlerweile auf 41 Prozent gestiegen, gestern wurden wieder über 800.000 Menschen geimpft und am Tag zuvor gab es einen neuen Rekord bei den Zweitimpfungen (150.000).

COVID-19 Data Explorer – Our World in Data

Wenn man die Zeitleiste am unteren Rand bedient, sieht man, dass die gegenwärtige Reihenfolge sich in den Monaten seit dem Start der Impfungen nur mäßig verändert hat. Es versteht sich dabei, dass dort, wo die Zulassungen am schnellsten erfolgten, ein gewisser Vorsprung entstand. Dennoch: Nichts spricht dagegen, dass es in Deutschland hätte genauso schnell gehen können wie in den USA oder in Großbritannien und alles dafür, dass unnötige Einschränkungen und unnötige Krankheits- und Todesfälle zu beklagen sind. Wenn wir Deutschland schreiben, denken wir die Kampagne in der EU mit, aber was administrativ gelaufen ist und was nicht, können wir für Deutschland besser beurteilen als für die anderen Staaten der Union, weil wir es nachrichtlich enger verfolgen.

Dass Deutschland in den letzten Taten stark aufgeholt hat, wird übrigens auch deutlich. Dass es in Ländern jetzt langsamer geht, in denen bereits ein hoher Anteil der Bevölkerung geimpft ist und dass am Ende alle eine Rate von über 80 Prozent erreichen werden, ist ebenfalls unstreitig. Das Tempo in den ersten Monaten hat aber erheblich darüber mitbestimmt, wie das Gefühl bezüglich des Corona-Managements war und da kann man nur sagen: Die Bundesregierung und die Landesregierungen haben zum wiederholten Mal während dieser Krise bewiesen, dass sie nicht den optimalen Schutz der Bevölkerung anstreben oder / und gewährleisten können, sondern uns einen Stotter-Lockdown beschert haben, der immer noch dafür sorgt, dass in anderen größeren Ländern bereits eine weitaus entspanntere Situation herrscht als bei uns. Deutschland zählt derzeit zu den Ländern mit den striktesten Beschränkungen. Das hätte sich vermeiden lassen, wenn im Herbst 2020, als die Neuinfektionszahlen rasch anstiegen, der Rat von Expert*innen befolgt und sofort ein kurzer, harter Lockdown verhängt worden wäre. In der Konsequenz wäre es dann auch nicht so weit gekommen, dass jetzt die Privilegien für Geimpfte von anderen als störend empfunden werden, denn die Rückgabe der Freiheitsrechte wäre insgesamt weitaus mehr vorangeschritten und die Lage dadurch entspannter.

TH

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