Das Ende des Schweigens – Tatort 655 #Crimetime Vorschau #Tatort #Kiel #Borowski #Jung #NDR #Schweigen #Ende

Crimetime Vorschau 10.10.2021 20:15 Uhr NDR – Titelfoto © NDR, Marion von der Mehden

Ein Ereignis ist mittlerweile nicht mehr die Vorstellung eines neuen Tatorts, zumal am heutigen Abend gar keiner Premiere feiert, sondern, dass wieder einmal ein Film ausgestrahlt wird, den wir noch nicht kennen.

Selbstverständlich kann ich mich nicht mehr bei allen Produktionen, die wieder einmal gezeigt werden, daran erinnern, ob ich einen Film schon gesehen haben. Dann gehen wir ins Archiv und hoffen, die Suchfunktion tut das Richtige und übersieht keine Rezension. Unter Berücksichtigung der Richtigkeit der Recherche habe ich „Das Ende des Schweigens“ noch nicht gesehen und es ist ein Borowski-Tatort. So viele Leerstellen gibt es bei den aktuellen Ermittler:innen nicht mehr, das trifft auch auf Borowski zu, insbesondere, weil ich seine Fälle anfangs, als noch so viel zu sichten war, meist vorzog, wenn zu viele in kurzen Abständen auf den Bildschirm kamen, um über sie alle zu schreiben.

Kenner wissen, der Titel weist auf einen frühen Borowski hin, denn seit längerer Zeit steht sein Name immer in der Überschrift. Anders als bei dem Kollegen Bienzle aus Stuttgart war das aber nicht von Beginn an so. Außerdem ist Polizeipsychologin Frieda Jung dabei, das deutet ebenfalls auf einen Film der „ersten Borowski-Phase“ hin. In der zweiten hatte er eine offizielle Ermittlungspartnerin namens Sarah Brandt, in der dritten heißt sie Mila Sahin und ist viel zu jung, als dass sich, wie seinerzeit bei Frieda Jung, über das Dienstverhältnis hinausgehende Ansatzpunkte entwickeln dürften.

„Das Ende des Schweigens“ rangiert in der Fundus-Gesamtliste derzeit auf Rang 520 von über 1170 Filmen, also in der oberen Hälfte. Allerdings bedeutet das beim Borowski-internen Ranking nur Platz 28 von 36, denn, Sie werden es ahnen, die Kieler Tatorte sind überdurchschnittlich hoch angesehen. Leider nicht mehr ganz so herausragend angenommen wie noch vor einigen Jahren, als Höhepunkte wie „Borowski und die Frau am Fenster“ und „Borowski und der stille Gast“ zu den besten Tatorten ihrer Jahrgänge zählten. Aber es reicht nach einer eher durchwachsenen Phase noch für ein gutes Standing. Ob man nun also „Das Ende des Schweigens“ als mittelplusgut ansieht oder als eher schwach, hängt vom Vergleichsmaßstab – und am Ende des heutigen Tages von den persönlichen Eindrücken. Über sie werden wir schreiben, empfehlen den Film aber hier trotzdem schon einmal, denn richtig schlecht sind die Borowskis nie und „Das Ende des Schweigens“ wird offenbar auch selten gezeigt, sonst hätten wir längst einen Artikel dazu im Bestand. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit der früh verstorbenen Susanne Lothar, die zu jedem Film mit ihr, den ich bisher gesehen habe, Wesentliches beiträgt.

In der ARD-Mediathek ist der Film bereits anzuschauen.

TH

Handlung (1)

Ein leeres Segelboot wird auf offener See gefunden – an Bord Jacke, Schuhe und Handtasche von Silke Rohweder. Von ihr selbst keine Spur. Alles sieht nach Selbstmord aus. Borowski kommt das komisch vor. Der Eindruck verstärkt sich, als er Silke Rohweders Wohnung untersucht. Die Wohnung ist blitzsauber, es riecht nach Putzmittel. An den Wänden fehlen ein paar Fotos, die offensichtlich heruntergerissen wurden. Hat Silke ihre Wohnung noch einmal so richtig saubergemacht, bevor sie mit dem Boot herausgefahren ist, um sich umzubringen? Wozu? Und wer war auf den fehlenden Bildern?

Die Nachbarn erzählen Borowski, dass Silke seit kurzem einen Freund hatte. Sie können ihn aber nicht richtig beschreiben, da sie ihn nur flüchtig zu Gesicht bekommen haben. Die Überprüfung eines Rezepts in Silkes Handtasche fördert eine weitere Neuigkeit zutage: Silke war schwanger. Und Silkes Mutter bestätigt, dass sich Silke auf das Kind gefreut hat. Warum also der Selbstmord? Immer mehr Indizien bringen Borowski zu der Überzeugung, dass es kein Selbstmord war. Silkes 19-jährige Schwester Maxie verhält sich sehr seltsam. Nachdem sie durch Borowski vom Tod ihrer Schwester erfährt, geht sie in eine Kneipe und zettelt eine Prügelei an, bei der sie krankenhausreif geschlagen wird.

Was weiß sie vom Tod ihrer Schwester, dass sie der Polizei nicht mitteilen will? Hat sie vielleicht sogar etwas mit der Tod der Schwester zu tun und die Prügelei war so etwas wie eine Selbstbestrafung? Doch Maxie schweigt und auch Psychologin Frieda Jung kommt bei ihr nicht weiter. Noch bevor Borowski etwas Brauchbares von Maxie erfahren kann, flüchtet die junge Frau aus dem Krankenhaus. Borowskis Suche konzentriert sich auf das Phantom von Silkes Freund. Silkes Mutter berichtet, dass der Mann Sandor Kovac heißt und angeblich, zumindest hat er das Silke erzählt, für den Geheimdienst arbeitet.

Die Spur führt zu einem toten Uhrmacher mit dem gleichen Namen, der vor einiger Zeit in seinem Auto einem Herzschlag erlag. Offensichtlich benutzt Silkes Freund die Papiere des Toten, die ihm gestohlen wurden und bedient sich seiner Identität. Aber warum? Borowski befragt die Polizisten, die damals die ersten bei dem toten Kovac waren. Einer von ihnen war Claes Möller, der Kovac erstaunlich ähnlich sieht. Eine Tatsache, die seine Kollegen damals auch festgestellt haben. Es verdichten sich die Vermutungen, dass Möller damals Kovacs Papiere gestohlen hat, um sich der Identität des Toten zu bedienen.

Es stellt sich heraus, dass Möller tatsächlich Silkes gesuchter Freund ist. Und die falsche Identität hat er sich zugelegt, weil er verheiratet ist? Hat er Silke ermordet, nachdem sie ihm von der Schwangerschaft erzählt hat? Oder weil sie ihm auf die Schliche gekommen war? Im Hause Möller eröffnet sich den Polizisten ein weiteres Familiendrama.

Kommissar Klaus Borowski – Axel Milberg
Claes Möller – Thomas Heinze
Cora Rohwedder – Susanne Lothar
Roland Schladitz – Thomas Kügel
Frieda Jung – Maren Eggert
Maxie Rohwedder – Anna Brüggemann
u.a.

Drehbuch – Jörg von Schlebrügge
Regie – Buddy Giovinazzo
Kamera – Roman Nowocien
Musik – Fabian Römer

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