That’s Dancing (USA 1985) #Filmfest 632

Filmfest 632 Cinema

Das ist Tanzen! ist ein US-amerikanischer Kompilationsfilm von Metro-Goldwyn-Mayer aus dem Jahr 1985. Im Gegensatz zur That’s Entertainment!-Reihe konzentriert sich dieser Film nicht nur speziell auf MGM-Filme, sondern enthält auch Filme von United Artists und der Associated Artists Productions-Bibliothek. Es enthielt auch neuere Auftritte von John Travolta (aus Saturday Night Fever)und Michael Jackson und Auftritte aus den damals populären Filmen Fame (1980) und Flashdance (1983) sowie klassische Filme aus anderen Studios, darunter Carousel, veröffentlicht von 20th Century Fox,und Oklahoma!, veröffentlicht von Magna Corporation (Roadshow Pictures) und RKO Radio Pictures (allgemeine Veröffentlichung).

Ein Höhepunkt des Films war der erste Kinostart einer kompletten Tanzroutine von Ray Bolger für seine Nummer „If I Only Had a Brain„, die in Der Zauberer von Oz gekürzt worden war.

Die Gastgeber für diesen Film sind Gene Kelly (der auch ausführender Produzent war), Ray Bolger (sein letzter Filmauftritt vor seinem Tod im Jahr 1987), Liza Minnelli, Sammy Davis Jr. und Mikhail Baryshnikov. Popsängerin Kim Carnes wurde beauftragt, einen Originalsong zu singen, „Invitation to Dance“, der während des Abspanns gespielt wird.

Dieser Film ist neben den That’s Entertainment-Kompilationen aus den Jahren 1974 und 1977 wichtig für das Verständnis unseres Zugangs zum Medium Film. Ich hatte früh mit Musik „zu tun“, also ein Instrument erlernt und es stellte sich zudem heraus, dass ich einen besonderen Zugang zum Visuellen hatte und beides wird nirgendwo so gut verbunden wie im Musical, das darüber hinaus das „filmischste“ Genre, weil man dabei die Fantasie der Dekors und die Kameraexperimente beinahe ins Unendliche treiben konnte, mehr war vor der CGI nicht möglich, als das, was in manchen Musikfilmen gezeigt wurde und sie zumindest teilweise zu Kunstobjekten machten. Dies begann sofort nach der Einführung des Tonfilms und erreichte seinen Höhepunkt in den frühen 1950ern.

Danach wurden mehr handlungsgetragene Musicals gemacht, weniger Filme, bei denen das Tanzen im Vordergrund stand. Geprägt wurde mein Einstieg ins Medium vor allem durch die MGM-Filme, die damals häufig im Fernsehen gezeigt wurden, aber auch andere Studios schufen zuweilen hinreißende Genreproduktionen, die nicht selten mit Oscars prämiert wurden, wie „Yankee Doodle Dandy“ (1942) oder „West Side Story“ (1961). In glücklichen Fällen hatten Musicals auch sehr schön ausgearbeitete Handlungen und waren äußerst fantasievoll gefertigt, wie etwa „The Wizard of Oz“ (1940), aber oft reichte es schon, wundervolle Tanznummern in den Mittelpunkt zu rücken, die zum Beispiel die inhaltlich meist eher schlichten Astaire-Rogers-Filme der 1930er auszeichneten, um mich zu begeistern.

Mittlerweile nehme ich eine striktere Trennung zwischen der Qualität der musikalisch-tänzerischen Darbietungen und dem Eindruck von einem Film im Ganzen vor, doch immer noch ist für mich ein MGM-Film das beste Filmmusical aller Zeiten und einer meiner Lieblingsfilme: „Singin‘ in the Rain“ aus dem Jahr 1952. Die Qualität als Tanz- und Musikfilm ist herausragend, auch weil man mit bereits bewährten Standards auf Nummer sicher ging (die wichtigsten Songs sind alle lange vor diesem Film geschrieben und bereits in füheren MGM-Produktionen eingesetzt worden) die Handlung durchaus hintergründig, die Besetzung unwiderstehlich. Gene Kelly, der die männliche Hauptrolle spielte, präsentierte 33 Jahre später als Gastgeber und Produzent „That’s Dancing“ – in einer Zeit also, in der es so aussah, als könnte das Filmmusical mit Werken wie „Saturday Night Fever“, „Fame“ oder „Flashdance“ eine bescheidene Renaissance erleben. In der zweiten Hälfte der 1980er gab es aber keine Filme dieser Art mehr, die große Popularität erreichten. Wer aber glaubt, der Musikfilm sei ein abgeschlossenes Kapitel, irrt, wie der preisgekrönte „La La Land“ zuletzt bewiesen hat, den wir aufgezeichnet haben und demnächst rezensieren werden.

Und hier die vollständige Liste der Filme, aus denen in „That’s Dancing“ Ausschnitte gezeigt werden, darunter erstaunlicherweise zwei Stummfilme – und einer der Filme spielt in Berlin. Welcher ist es?

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) Kursiv, Auflistung: Wikipedia (englisch)

 

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