Der letzte Mann (DE 1924) #Filmfest 650

Filmfest 650 Cinema

Der letzte Mann ist ein deutscher Stummfilm von Friedrich Wilhelm Murnau. Er hatte am 23. Dezember 1924 im Berliner Ufa-Palast am Zoo Premiere. Der Erfolg des Filmes brachte Murnau und mehreren der am Film Beteiligten internationale Anerkennung ein. Berühmt ist der Film auch für seinen Einsatz der Entfesselten Kamera sowie den fast vollständigen Verzicht auf Zwischentitel.

„Der letzte Mann“ ist in der Tat der erste bzw. älteste deutsche Film, den wir in „Das internationale Filmverzeichnis Nr. 8“ besprochen hatten – überwiegend anhand von Zitaten. Mittlerweile reichen unsere Kenntnisse zurück bis ins Jahr 1913, als die erste Version von „Der Student von Prag“ gedreht wurde, der nicht zu Unrecht von den Urhebern selbst als „erster deutscher Künstler-Film“ apostrophiert wurde. Der zweite Film im „IFVZ 8“ ist bereits ein Tonfilm und entstand acht Jahre später. Wir beanspruchen aber auch nicht, zu einem so frühen Zeitpunkt schon das Wichtigste der wichtigen Phase des deutschen Kinos zwischen 1913 und 1933 gekannt zu haben. Mittlerweile ist der Anspruch durchaus ein anderer. Dabei, ihn zu realisieren, hilft mittlerweile die Stiftung, die nach dem Regisseur von „Der letzte Mann“ benannt ist, grundsätzlich alle deutschen Filme aus der Zeit bis 1945 verwaltet und immer wieder neue Restaurierungen in Auftrag gibt. Einige dieser Filme sind mittlerweile gemeinfrei und problemlos z. B. auf Youtube zu sehen, das gilt auch für Murnaus „Nosferatu“ (1921), den wir hier selbstverständlich noch besprechen werden und der, anders als erstaunlicherweise „Der letzte Mann“, in der Topliste der 250 besten Filme aller Zeiten der IMDb enthalten ist.

„Der letzte Mann“ müsste dazugehören, aber er ist auch schwere Kost und so suggestiv gefilmt, dass ich ihn nicht nur historisch betrachte, sondern in der Tat die Emotionen nicht ganz heraushalten kann, wenn ich ihn anschaue. Das bedeutet exakt, was in der Rezension steht: Wer zu negativen Stimmungen neigt, sollte mit diesem Film vorsichtig sein. Nicht wegen seiner Gewaltdarstellungen oder wegen des Horrors, sondern wegen seiner möglichen Tiefenwirkung auf empfindsame Gemüter sollte „Der letzte Mann“ mindestens einen „Ab-16-Hinweis“ bekommen, wenn er ausgestrahlt wird, trotz des guten Endes, das die Handlung nimmt. Für mich hat dieser Film lange Zeit das geprägt, was in den 1920er Jahren deutsches Kino ausgemacht hat, aber er repräsentiert natürlich nicht das gesamte Schaffen, auch nicht den „künstlerischen Film“, alleine. Eine ganz andere Richtung lernen wir demnächst mit „Kuhle Wampe“ kennen, dem oben erwähnten nächsten deutschen Film im „IFVZ 8“, der im Jahr 1932 entstand und bereits ein Jahr später nicht mehr möglich gewesen wäre.

© 2022, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursiv und tabellarisch. Wikipedia

Regie Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch Carl Mayer
Produktion Erich Pommer
Musik Giuseppe Becce
Kamera Karl Freund
Besetzung

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