Masken – Tatort 1180 #Crimetime #Premiere Vorschau 28.11.2021, 20:15 Uhr, Das Erste #Dortmund #Faber #Bönisch #Pawlak #Herzog #WDR #Masken #Maske

Crimetime Premierenvorschau | 28.11.2021, 20:15 Uhr | Titelfoto © WDR, 

Nicht schon wieder Corona!

Nein, in diesem neuen Dortmund-Tatort geht es nicht um die immer noch allgegenwärtige Coronapandemie, auch wenn der Titel „Masken“ dies nahelegen könnte. Vielmehr haben es die Hauptkommissare Faber, Bönisch, Herzog und Pawlak in ihrem zweiten gemeinsamen Fall seit dem Einstand von Stefanie Reinsperger als Hauptkommissarin Rosa Herzog mit dem Mord an einem Streifenpolizisten zu tun, durch den am Ende einige Masken – auch im übertragenen Sinn – fallen werden.

So leitet die Redaktion von Tatort-Fans ihren Bericht zum 1180. Tatort ein, dem nunmehr 19. Fall des Faber-Bönisch-Teams, wie man es nun wohl nennen muss, nachdem die anderen Mitglieder der Ermittler:innengruppe bereits gewechselt haben. Als der Titel festgelegt wurde, war aber gewiss schon klar, dass er mit der Pandemie assoziiert werden würde, daher: Absicht, kein Zufall. Interessant sind die Faber-Fälle meistens, schon wegen dieses durchgeknalltesten Ermittlers aller bisherigen Tatort-Zeiten. Allerdings hat auch Faber eine Entwicklung durchgemacht, man hat ihn ein wenig mehr sozialisiert und damit eine Art von horizontaler Erzählweise etabliert, die es hin und wieder sogar implizierte, dass aus Martina Bönisch (Anna Schudt) und ihm etwas werden kann. Ob diese Vermutung im letzten Tatort weitere Nahrung erfahren hat, wissen wir nicht, denn wir haben die Nr. 1157 „Heile Welt“ noch nicht gesehen. Demnächst kehren wir aber in den Direkt-bei-Premiere-Rezensionsmodus zurück. Vermutlich muss das so ablaufen, dass wir mit einem der nächsten neuen Tatorte einsteigen und ab ca. Nr. 1140 parallel nachrezensiern.

Das Problem, dass wir dadurch die meisten vorletzten Tatorte eines Teams nicht kennen, sollte nicht so dramatisch sein, wir haben alle diese Filme aufgezeichnet und können unseren Turnus anpassen, also z. B. die oben erwähnte 1157 direkt vor oder nach „Masken“ anschauen, um die Chronologie zu wahren. Außerdem mussten wir vor zehn Jahren auch irgendwie anfangen und das ging nur mit:  „Hier und Jetzt“ und dann die Vergangenheit, wie sie in Wiederholungen gezeigt wurde. Eine ARD-Mediathek, in der man weitersuchen und das Bild komplettieren konnte, gab es zu der Zeit noch nicht. Aber auch in dieser sind leider bei Weitem nicht alle Tatorte zu sehen, angeblich liegt das an den Rechten, die bei den Filmen unterschiedlich verteilt sind. Einige ältere Tatorte sind allerdings auch nicht unumstritten und diese werden wir wohl nie zu sehen bekommen. Und damit wieder zurück zum aktuellen Fall, zum heutigen Abend, zu dem, was sich in einer Stunde auf den Bildschirmen der Fernsehlagerfeuer-Gemeinde abspielen wird. Was sagen die Profis zu dem Film? Wir fangen wieder mit Tatort-Fans an:

Faber in Love – dass wir das noch erleben dürfen! (…) Wem es in erster Linie um den Kriminalfall geht, mag kritisieren, dass das Privatleben der Kommissare eine etwas zu große Rolle einnimmt, wobei Faber und Bönisch ja auch persönlich in den Fall involviert sind. Nur die Sorgen von Kommissar Pawlak um seine verschwundene Frau stehen überflüssig, weil beziehungslos neben der eigentlichen Handlung. Der WDR zeigt hier wieder einmal einen soliden Dortmund-Tatort, der mit einer packenden Story, überraschenden Wendungen und relevanten Themensetzungen aufwartet (…). Ein zugleich spannender, unterhaltsamer und erkenntnisreicher Fernsehabend, der vier Sterne wert ist.

Na bitte, da haben wir’s. Gut antizipiert, oder? Unser Tipp: Irgendwie wird er’s vermasseln, sonst wäre er nicht Faber. Und wir erfahren, dass tausend Tage oft bei Weitem nicht ausreichen, dass tausend Blicke und Dienstgespräche passieren können und erst dann passiert etwas. Das kennen wir schon vom Rostock-Polizeiruf und da wird es kein Happy-End geben, denn eines der beteiligten Teammitglieder steigt aus der Reihe aus. Man soll ja auch gehen, wenn’s am schönsten ist. Wir machen traditionell weiter mit dem SWR3-Tatortcheck:

Einfach wahnsinnig nah am Leben, so fühlt sich dieser Tatort an. Thema ist alles, was sich zwischen Männern und Frauen abspielen kann. (…) Aber es ist auch nicht alles Gold. Längen hat er auch, dieser Dortmund Tatort. Vor allem in der Mitte, wenn man die meisten Figuren kennt und die Ermittler nur noch rauskriegen, was man selbst schon geahnt hat. Da wird’s ein bisschen zäh. Ein bisschen. Dafür erstmal drei Elche. Dann gibt’s aber noch einen extra für das echte, kantige, wirkliche Leben, das da gekonnt und mit viel Liebe dargestellt wird. Macht zusammen gute vier von fünf.

Ein Tatort nah am Leben, das ist doch mal wieder eine Abwechslung, und der Vorteil der Reihe liegt gerade darin, dass das Abgefahrene und das Nah-am-Leben-Seiende jeweils seinen Platz hat. Dass wir alten weißen Männer bei dieser lebensnahen Betrachtung vermutlich nicht gut wegkommen werden: Wir sind’s mittlerweile gewöhnt und es stört den Unterhaltungswert gar nicht, vor allem, weil es so realistisch ist. Christian Buß vom Spiegel titelt und meint:

Ich vögel, also bin ich. Mit 28 Frauen im Bett: Faber und Bönisch ermitteln den Mord an einem Kollegen, der zur Pick-up-Szene gehörte. Ein »Tatort«, der trotz Geschwitze und Geächze dramaturgisch nicht recht vom Fleck kommt.

Aves ergo sum, heißt das Originalzitat. Klingt nicht ganz logisch, schon wegen der Mehrzahl, aber davon wird der Realismus erst einmal nicht beeinträchtigt. Die kalte Dusche kommt am Ende der Rezension: Buß vergibt nur 3 von 10 Punkten, obwohl er sicher dem Dortmund-Team grundsätzlich ebenso gewogen ist wie die meisten Kritiker:innen. Schwitzen und ächzen ist aber auch nicht jeder Menschs Ding, vielleicht nicht einmal jedermanns Ding. Schließlich befragen wir noch das Orakel Tittelbach-TV in Person der Person, die für den Namen der Publikation steht: 

Auf den Dortmunder „Tatort“ ist Verlass. Diesmal schaffen es die Regisseurin Ayse Polat in ihrem ersten Beitrag zum ARD-Krimi-Flaggschiff und die Autoren Arnd Mayer & Claudia Matschulla, unterstützt von einem spielfreudigen Ensemble, einen klassischen Whodunit eine Stunde lang offen und abwechslungsreich, thematisch anregend und ästhetisch reizvoll zu erzählen, bevor die titelgebenden „Masken“ (…) fallen und die Geschichte einen völlig überraschenden Twist bekommt. (…) Viele Figuren sind auf komplexe Weise emotional miteinander verbandelt und schicksalhaft verstrickt. Auch Bönisch und der tiefenentspannte Faber mischen kräftig mit im höchst unterhaltsamen Beziehungsclinch (…). Ein rundum gelungenes Krimi-Charakterkopf-Paket, bei dem gleich in der Tatort-Begehung die Vernetzung der Figuren kameratechnisch superb in Szene gesetzt wird.

Auf Tittelbach-TV ist auch Verlass, nämlich in Sachen positiver Tatortbewertung, und wir wollen ja auch niemandem den Spaß schon vorher verderben, deshalb und weil wir keine gut erzählende vierte Stimme finden, die auch Bewertungen schreibt (bei TTV sind es 5/6) und weil wir heute extraspät dran sind, schließen wir an dieser Stelle und überlassen das, was gleich geschehen wird, Ihrem und unserem Urteil.

TH

Handlung

Von seiner morgendlichen Jogging-Runde kommt der 28-jährige Nicolas Schlüter nicht zurück: Ein Auto hat den Polizeihauptmeister erfasst. Schlüter stand unmittelbar vor einer Beförderung, auf der Wache war er beliebt und hatte gute Freunde, seine Frau Simone erwartet gerade das erste Kind. Hinweise auf ein Mordmotiv oder Verdächtige scheint es nicht zu geben.

Und die Prellungen, die sich Schlüter wenige Tage vor seinem Tod zuzog, sind laut Simone Schlüter auf einen Reitunfall zurückzuführen. Peter Faber, Martina Bönisch, Rosa Herzog und Jan Pawlak ermitteln in alle Richtungen – auch auf der Polizeiwache in Dortmund-Hörde. Dort trifft Martina Bönisch auf eine alte Bekannte: Auf der Polizeischule verstand sie sich mit Katrin Steinmann bestens. Heute stellt sich die Leiterin der Wache schützend vor ihr Team. Nicolas Schlüter hatte in den Wochen vor seinem Tod offenbar einen Arzt ganz besonders ins Visier genommen: Dr. Johannes Oberländer, der sich als Seminarleiter einen guten Namen gemacht hat. Männer sollen von ihm lernen können, wie sie bei möglichst vielen Frauen gut ankommen.

Besetzung und Stab

Hauptkommissar Peter Faber – Jörg Hartmann
Hauptkommissarin Martina Bönisch – Anna Schudt
Hauptkommissarin Rosa Herzog – Stefanie Reinsperger
Hauptkommissar Jan Pawlak – Rick Okon
Gerichtsmedizinerin Dr. Greta Leitner – Sybille J. Schedwill
Sebastian Haller – Tilmann Strauß
Katrin Steinmann – Anne Ratte-Polle
Jessica Steinmann – Michelle Barthel
Paul Lohse – Jonas Friedrich Leonhardi
Simone Schlüter – Kyra Sophia Kahre
Dr. Johannes Oberschläger – Simon Böer
Nicolas Schlüter – Daniel Kötter
u. a. 

Buch – Arnd Mayer, Claudia Matschulla
Regie – Ayse Polat 
Musik – Martin Berger, Matthias Wolf, Martin Rott 

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