Weihnachten: Der große Wunschkatalog, statistisch aufbereitet | #Frontpage #Wirtschaft #Weihnachten | Statista-Grafiken und Text von uns

Frontpage | Wirtschaft, Weihnachten | Weihnachten anhand von Verbraucherpräferenzen

Was ist Weihnachten für uns? Dieser Frage ist man bei Statista nachgegangen und kam zu einem im Grunde erfreulichen Ergebnis: Im Vordergrund steht die Zeit mit der Familie und mit Freunden, das gilt für mehr als zwei Drittel der Befragten, um Geschenke geht es nur bei 31 Prozent der Menschen in besonderem Maße. Wir haben einiges für Sie aufbereitet, es kommt dabei sogar zur einen oder anderen perönlichen Anmerkung.

Der zweite Advent steht vor der Tür und will rein, deswegen haben wir Weihnachten für Sie anhand von Statista-Grafiken dargestellt, die sich alle mit unserem Konsumverhalten, unseren Gewohnheiten und Wünschen befassen, nicht mit der spirituellen Seite. Zur Kritik kommen wir noch. Diese Kritik erwarten Sie ja auch von uns und wir liefern sie ebenso zuverlässig, wie der Weihnachtsmann (in der Regel) seine Geschenke ausliefert. Mit „in der Regel“ meinen wir nicht, dass er sich verhält wie die Postzustellung in Berlin, wo ab und zu auch was abhandenkommt und es innerhalb der Stadt länger dauert als aus anderen Gegenden in Deutschland, bis etwas im Briefkasten landet.

Nein, es geht auch um die Lieferprobleme, welche derzeit die industrielle Corona-Erholung stark belasten, aber auch bei der Lieferung bestimmter Güter kommt es zu Problemen. Und wie sehen unsere Weihnachtsbäume aus, was essen wir an Gebäck, wie verhalten wir uns auf Weihnachtsmärkten? Doch zunächst: Worauf freuen wir uns besonders, wenn es ums Weihnachtsfest geht?

Ein weiteres positives Merkmal: Die Menschen freuen sich mehr darüber, zu schenken als darüber, beschenkt zu werden. Hoffentlich kommt es nicht zum Familienkrach, wenn Menschen, die gerne schenken, auf solche treffen, denen der Konsum Wumpe ist. Können Sie sich noch erinnern? Die meisten von Ihnen und auch wir nicht mehr, aber wir wissen es:

„In der Hungerzeit, vor allem in den Jahren nach dem letzten Krieg, war es ein Highlight, wenn unter dem kleinen Baum auf der Anrichte, den Papa heimlich im Wald geschlagen hatte, eine Tafel Schokolade oder sogar Obst gab“ (tradierte Erzählung). 

So relativieren sich auch die 31 Prozent, die sich auf Geschenke freuen, denn es wird eh das Ganze Jahr hindurch konsumiert, was das Zeug hält. Unsere Papier- und Pappe-Container, der für unser Haus nach normalen Maßstäben überdimensioniert ist, drückt das lebhaft aus, wenn drei oder vier Tage nach der Leerung schon der Deckel nicht mehr geschlossen werden kann, weil das Teil schon wieder pickepacke voll ist. Das ist auf Normalzeiten bezogen, nicht auf kurz vor Weihnachten, da dauert es nur einen oder zwei Tage. Aber die Cyberweek ist ja auch gerade erst vorbei, vielleicht hat das unsere Wahrnehmung negativ beeinflusst. Da war der Container nämlich am Abend nach der Leerung schon wieder dicht bis zum Rand. Und wir dachten immer, wir hätten mindestens 40 Prozent nachhaltige Grünwählende im Haus, gemäß dem Durchschnitt in unserem Berliner Kiez.

Die übrigen Positionen der Grafik besprechen wir nicht, die verstehen sich quasi von selbst und sind auch okay. Bis auf die Weihnachtsmärkte in Corona-Zeiten. Wir haben sogar eine spezielle Weihnachtsmärkte-Grafik bei Statista gefunden:

Gestern haben sich Twitter-Nutzer:innen darüber ausgelassen, dass der Weihnachtsmarkt am Alex in Berlin proppenvoll war, ohne jede Kontrolle. Wir gehen da nicht hin.

Auf diesen Markt sowieso nicht, aber auch nicht auf einen der anderen, nicht mal auf den schicken Weihnachtsmarkt am Charlottenburger Schloss, den wir früher gerne besucht haben, denn dieser Markt findet 2021 nicht statt. Richtig ist richtig, bei einer Inzidenz in Berlin von fast 400, oder?

Wenn wir gerade bei Corona sind. Das, was die in diesem Artikel gezeigte Grafik ausweist, wollen Menschen dieses Jahr wegen Corona sein lassen

Und was fällt nun möglicherweise konsummäßig aus, ohne dass es gewollt ist?

Uns hat diese Grafik überrascht. Die Geschäfte machen bezüglich der Unterhaltungselektronik gar keinen so leeren Eindruck und die Onlinehändler versprechen im Moment noch übliche Lieferzeiten. Lediglich sind bestimmte TV-Modelle oder Waschmaschinen (bei dieser weißen Ware haben wir genau hingeschaut, weil wir uns mit einer Neuanschaffung befassen) mal nicht lieferbar, aber das kann ja auch Produktwechselgründe haben und man findet immer etwa Ähnliches.

Wie wär’s denn mit Klamotten? Da gibt es offensichtlich kaum Probleme, obwohl sie zu 90 Prozent aus Asien hierher geschippert werden. Falls es was zum Anziehen sein soll, bitte mengenmäßig in Maßen, lieber in guter Qualität und nach allen wichtigen Ökostandards. Okay? Es wird ohnehin zu einer Rücksendungs- und Umtauschwelle kommen, wenn man Schenker:in die Figur der Beschenkten idealisiert im Kopf hatte oder diejenigen, die gerne verschenken, den Geschmack derer, die sie beschenken wollten, nicht exakt trafen. Auch dieses mögliche Problem könnte eine der Erklärungen dafür sein, warum aufgrund der ersten Grafik der Eindruck entsteht, geben ist seliger denn nehmen.

Zur Entspannung ein Abstecher zum Weihnachtsgebäck: Eines werden wir niemals, solange wir leben: Keine Spaß an Gebäck und süßen Sachen haben. Zum Glück wurden wir bisher von Diabetes verschont, aber es 2022 wird nach einem ziemlichen Ausreißerjahr aufgrund von Coronastress der Süßwarenumsatz generell wieder sinken, man kann auch sagen, wir haben damit schon angefangen, und das ausgerechnet vor Weihnachten. Erinnern Sie sich an den Satz weiter oben mit der Schokolade? Dann freut man sich auch mehr. Was mögen die Menschen gebäckmäßig am meisten? Hier steht es:

etzt geht es ins Geschmäcklerische, damit wird der Text auch sehr privat-individuell, aber keine Angst, wir finden da auch wieder raus.

Jetzt geht es ins Geschmäcklerische, damit wird der Text auch sehr privat-individuell, aber keine Angst, wir finden da auch wieder raus.

Dominosteine empfanden wir immer schon als ziemlich „mastig“, irgendwie dann doch zu süß, aber in größeren Lebkuchenpaketen sind meist auch Dominosteine enthalten, da müssen also alle durch, denn dass sich nicht die einen immer nur die Rosinen rauspicken, darauf wurde bei uns zu Hause sehr geachtet.

Apropos Rosinen: Wenn in Stollen nur Rosinen drin waren, ging es ja noch, aber dieses Reintun von allem Möglichen, was sich schlecht kauen lässt und seltsam schmeckt, hat dazu geführt, dass die Dresdner Stollen neben dem vortragen müssen von Hausmusik zu den unabwendbaren Weihnachtselementen unserer Kindheit zählten, auf die wir gut und gerne hätten verzichten können. Aber Lebkuchen, Plätzchen (selbstgemachte!), Spekulatius, obwohl es gestern in einer ARD-Comedyshow eine grauslige Einlassung zu diesen Teilen gab, kein Problem. Die Zimtsterne zählten ohnehin zu den selbstgemachten Plätzchen. Was jedoch die Vanillekipferl angeht – da haben wir wohl seit vielen Jahren einen Trend verpasst. Also dieses Jahr testweise Vanillekipferl.

Und wie ist die Mode bei den Weihnachtbäumen? Dazu gibt es selbstverständlich eine Statista-Grafik:

„Früher war mehr Lametta,“ befindet Opa Hoppenstedt in einem legendären Loriot-Sketch. Ob das dieses Jahr auch gilt, sei dahin gestellt. Jedenfalls haben die goldenen und silbernen Metallstreifen auf 38 Prozent der Weihnachtsbäume einen festen Platz (…), heißt es unter anderem im Begleittext.

Von den Zuckerstangen abgesehen gab es bei uns eigentlich alles, was die Äste und Zweige tragen konnten, auch Lametta. Die Bäume unserer Kindheit waren bunt, prächtig, immer schon raumhoch, sogar in den frühen Jahren, als sie noch bis unters Dach geschleppt werden mussten, die Kerzen immer schon elektrisch, der Unfallgefahr wegen.

Aber der Geschmack wandelte sich, es gewann der Stilwille über diese vielfarbige, kindliche Pracht die Oberhand und Bäume wurden generell zweifarbig geschmückt: Die Kugeln kamen in Silber und Rot oder in Gold und Rot, durch letztere Kombination wandelte sich dann auch die Lametta-Farbe und irgendwie ließ sich das Goldlametta nicht anständig biegen.

Die nächste Veränderung war, dass das Lametta in der Tat entfiel und durch wiederverwendbare Girlanden ersetzt wurde, vermutlich im Zuge der voranschreitenden Amerikanisierung des Lebens, denn man sparte dadurch auch gut 15 Prozent Baumschmückzeit ein. Apropos Zeit: Wie ging es weiter in den sich wandelnden Zeiten? Das verraten wir hier nicht exakt, aber es hat (auch, nicht nur) etwas mit Nachhaltigkeit zu tun und wir wollen unseren geschätzten Leser:innen nicht neben so vielem, was heute das Weihnachtsfest prägt, auch noch die Bäume madig machen. Okay, zur Klarstellung: Wir sind nicht auf Plastikbäume umgestiegen und es lässt sich festhalten: Früher war mehr Lametta. Baumschmücken ist trotzdem eine wunderschöne Weihnachtsaktivität, fast so schön wie Filme schauen.

Auch zu den beliebtesten Weihnachtsfilmen bietet Statista eine Grafik an, diese verlinken wir aber nur, denn nach unserer Ansicht ist sie nicht inflationsbereinigt und daher sind die Einspielergebnisse von Filmen, die in verschiedenen Jahrzehnten entstanden sind, nicht vergleichbar. Eine weitere Grafik verrät, dass das Weihnachtsgebäck den meisten Menschen schon zu früh in den Geschäften herumsteht, zu jenen zählen wir uns auch. Ab November würde vollkommen ausreichen, wissen wir uns einig mit der Mehrheit. Wenn Sie möchten, machen Sie sich ein statistisches Vorweihnachtsgeschenk, stöbern Sie anhand der Links weiter, wir haben nicht alles gezeigt, was Statista bereithält, bedanken uns an dieser Stelle aber auch einmal ganz herzlich dafür, dass alle diese tollen Schaubilder gemeinfrei sind und wir sie hier verwenden dürfen. Da wir den Artikel nicht zu sehr mit Links durch- oder zersetzen wollen, hier die Verweise zu den gezeigten Bildern, dort gibt es auch Erklärungstexte dazu:

Und nun: Frohe Weihnachten. Keine Bange, wir werden uns mit dem Thema noch häufiger befassen, sei es dieses oder nächstes Jahr oder irgendwann. Zum Beispiel damit, dass auf keiner einzigen Statistik irgendein Hinweis darauf enthalten ist, dass Weihnachten einmal eine religiöse Veranstaltung war. Vor allem die erste Grafik hätte durchaus enthalten können, dass man sich auf die Christmette freut, aber das Freuen darauf schaffte es wohl nicht über 30 Prozent. Das ist kein Plädoyer für Frömmigkeit oder für eine bestimmte Religion, aber gegen die Banalisierung von wirklich allem, die ein nicht einmal durch Corona, das vielleicht hätte zum Nachdenken über die Dinge des Lebens anregen können, zu brechender Trend ist.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s