Herrmann – Polizeiruf 110 Episode 394 #Crimetime #Vorschau Das Erste, 05.12.2021, 20:15 Uhr #Polizeiruf #Polizeiruf110 #Swiècko #Raczek #RBB #Herrmann

Crimetime Vorschau 5. Dezember 2021 – Titelfoto © RBB, Maor Weisbud

Hermann ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110. Die 394. Folge innerhalb der Filmreihe Polizeiruf 110 soll am 5. Dezember 2021 erstgesendet werden. Es ist der 11. Fall von Kriminalhauptkommissar Adam Raczek.

Es ist nicht nur der elfte Fall von Adam Raczek, sondern der erste für ihn ohne Olga Lenski (Maria Simon), die den Dienst quittiert / die Reihe verlassen hat. Es gibt auch keinen Ersatz auf gleicher Höhe, vorerst jedenfalls. Damit ist Raczek unter allen Polizeiruf- und Tatortermittlern derzeit der einzige „einsame Wolf“, was vielleicht ganz gut zu der von Wölfen durchzogenen Gegend passt, in welcher er tätig ist. Wölfe sind zwar Rudeltiere, aber das Bild hat sich nun einmal so eingeprägt, dass ein einzelnes Exemplar durch die Nacht streift und gelegentlich den Mond anheult. Der angesprochenen Einsamkeit wegen. 

[Ohne Olga Lenski muss] „(…) Adam Raczek den gewaltsamen Tod einer Bauingenieurin aufklären, der ihn in mehrfacher Hinsicht ins Gestern führt: einerseits in seine eigene Vergangenheit nach Cottbus, wo seine Polizeikarriere begann, andererseits in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte: Es geht um einen Immobilienstreit, der bis in die Nazizeit zurückreicht.“ So beginnt die Redaktion von Tatort-Fans ihren Bericht zum nach Wikipedia-Zählung 394. Polizeiruf (eine andere Zählweise, bei der ein alter Fall nicht in die Reihe integriert wurde, ergibt die Nr. 393). Die Beurteilung der Tatort-Fans: Die ruhige Erzählweise der Brandenburg-Tatorte ist ein Plus, Lucas Gregorowicz kann in seiner Rolle als Adam Racezk die Leerstelle alleine füllen, die Maria Simon hinterlassen hat, die Handlung sei nicht vollständig nachvollziehbar, trotzdem der Film auch für geschichtlich Interessierte kurzweilig. Und was sagen die anderen?

„Raczek funktioniert auch ganz gut als Typ „einsamer Ermittler“, denn auch ohne Olga Lenksi bleibt der Polizeiruf seiner ruhigen, unaufgeregten Art treu. Interims-Kollegin Luschke ist aber trotzdem ein guter Gegenpol. Dazu gibt es großartige schauspielerische Momente – vor allem von Dov Glickmann als Zvi Spielmann. Trotzdem hätte ich mir eine versöhnlichere Auflösung der Schuld-und-Sühne-Story gewünscht und insgesamt einen etwas raffinierteren Kriminalfall. Deshalb von mir solide drei von fünf Elchen“, fasst Simone Sarnow vom SWR3-Tatortcheck ihre Rezension zusammen.

Tja, soll man auf versöhnliche Auflösungen abheben, weil ein Fernsehkrimi am Ende eine Wiederherstellung der guten Ordnung darstellen sollte? Ich meine: nein. Offene oder zumindest nicht komplett geschlossene Enden entsprechen zum Beispiel bei Krimis über die OK mehr der Realität und gerade beim Thema Nazi-Verbrechen muss man mit dem Begriff „Ende“ vorsichtig sein. Ein abgeschlossener Fall könnte leicht als Aufforderung zum Rückbau der Erinnerungskultur missinterpretiert werden. Gut, das ist jetzt ein wenig ins Blaue geschrieben, da ich den Film noch nicht gesehen habe, aber wenn der 394. Polizeiruf ein offenes Ende zeigt, finde ich das zumindest generell okay.

„Eine Mordermittlung führt Kommissar Raczek nach Cottbus. Im ersten Post-Maria-Simon-Fall des Brandenburger „Polizeiruf 110“ ermittelt der Kommissar mit einer ehemaligen Kollegin. Die Rollen sind klar verteilt: Sie geht pragmatisch vor und blendet aus, was der Aufklärung nicht dient. Er verlässt sich auf sein Gefühl, auch weil er ihr trauen kann. Die Mischung aus aktueller Mordermittlung und dem durch sie heraufbeschworenen Schuld-und-Sühne-Drama verzichtet auf raffinierte Wendungen und baut klug auf die Geschichte hinter dem Fall. Das verspricht nicht viel Spannung, ist aber ein Fall, der dem deutsch-polnischen Kommissariat in Frankfurt/Oder gutsteht. Dror Zahavis „Hermann“ (…) zeichnet eine Momentaufnahme aus dem Osten der Gegenwart, erinnert an Verbrechen und Versäumnisse in der Vergangenheit und macht deutlich, was das eine mit dem anderen zu tun hat“, konstatiert Martina Kallweit in Tittelbach-TV und kommt auf 4,5/6 Sterne.

Der Osten der Gegenwart hat eine ganze Menge mit den Versäumnissen der Vergangenheit zu tun, wer wollte das bestreiten? Man sollte so fair sein, 40 Jahre, in denen die Menschen im deutschen Osten keine Möglichkeit hatten, eine offene Zivilgesellschaft zu entwickeln, nicht einfach als Betriebsunfall abhaken, andererseits sind seit der Wende nun mehr als 30 Jahre vergangen es wird höchste Zeit, vom politischen Rechtstrend und vom Schwurbeln abzurücken. Man sieht an dieser Zusammenfassung auch wieder, wie unterschiedlich Filme wahrgenommen werden: Raczek ermittelt, so liest es sich bei Tittelbach-TV, gar nicht (überwiegend) alleine.

Hermann ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110. Die 394. Folge innerhalb der Filmreihe Polizeiruf 110 soll am 5. Dezember 2021 erstgesendet werden. Es ist der 11. Fall von Kriminalhauptkommissar Adam Raczek.

Es ist nicht nur der elfte Fall von Adam Raczek, sondern der erste für ihn ohne Olga Lenski (Maria Simon), die den Dienst quittiert / die Reihe verlassen hat. Es gibt auch keinen Ersatz auf gleicher Höhe, vorerst jedenfalls. Damit ist Raczek unter allen Polizeiruf- und Tatortermittlern derzeit der einzige „einsame Wolf“, was vielleicht ganz gut zu der von Wölfen durchzogenen Gegend passt, in welcher er tätig ist. Wölfe sind zwar Rudeltiere, aber das Bild hat sich nun einmal so eingeprägt, dass ein einzelnes Exemplar durch die Nacht streift und gelegentlich den Mond anheult. Der angesprochenen Einsamkeit wegen. 

[Ohne Olga Lenski muss] „(…) Adam Raczek den gewaltsamen Tod einer Bauingenieurin aufklären, der ihn in mehrfacher Hinsicht ins Gestern führt: einerseits in seine eigene Vergangenheit nach Cottbus, wo seine Polizeikarriere begann, andererseits in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte: Es geht um einen Immobilienstreit, der bis in die Nazizeit zurückreicht.“ So beginnt die Redaktion von Tatort-Fans ihren Bericht zum nach Wikipedia-Zählung 394. Polizeiruf (eine andere Zählweise, bei der ein alter Fall nicht in die Reihe integriert wurde, ergibt die Nr. 393). Die Beurteilung der Tatort-Fans: Die ruhige Erzählweise der Brandenburg-Tatorte ist ein Plus, Lucas Gregorowicz kann in seiner Rolle als Adam Racezk die Leerstelle alleine füllen, die Maria Simon hinterlassen hat, die Handlung sei nicht vollständig nachvollziehbar, trotzdem der Film auch für geschichtlich Interessierte kurzweilig. Und was sagen die anderen?

„Raczek funktioniert auch ganz gut als Typ „einsamer Ermittler“, denn auch ohne Olga Lenksi bleibt der Polizeiruf seiner ruhigen, unaufgeregten Art treu. Interims-Kollegin Luschke ist aber trotzdem ein guter Gegenpol. Dazu gibt es großartige schauspielerische Momente – vor allem von Dov Glickmann als Zvi Spielmann. Trotzdem hätte ich mir eine versöhnlichere Auflösung der Schuld-und-Sühne-Story gewünscht und insgesamt einen etwas raffinierteren Kriminalfall. Deshalb von mir solide drei von fünf Elchen“, fasst Simone Sarnow vom SWR3-Tatortcheck ihre Rezension zusammen.

Tja, soll man auf versöhnliche Auflösungen abheben, weil ein Fernsehkrimi am Ende eine Wiederherstellung der guten Ordnung darstellen sollte? Ich meine: nein. Offene oder zumindest nicht komplett geschlossene Enden entsprechen zum Beispiel bei Krimis über die OK mehr der Realität und gerade beim Thema Nazi-Verbrechen muss man mit dem Begriff „Ende“ vorsichtig sein. Ein abgeschlossener Fall könnte leicht als Aufforderung zum Rückbau der Erinnerungskultur missinterpretiert werden. Gut, das ist jetzt ein wenig ins Blaue geschrieben, da ich den Film noch nicht gesehen habe, aber wenn der 394. Polizeiruf ein offenes Ende zeigt, finde ich das zumindest generell okay.

„Eine Mordermittlung führt Kommissar Raczek nach Cottbus. Im ersten Post-Maria-Simon-Fall des Brandenburger „Polizeiruf 110“ ermittelt der Kommissar mit einer ehemaligen Kollegin. Die Rollen sind klar verteilt: Sie geht pragmatisch vor und blendet aus, was der Aufklärung nicht dient. Er verlässt sich auf sein Gefühl, auch weil er ihr trauen kann. Die Mischung aus aktueller Mordermittlung und dem durch sie heraufbeschworenen Schuld-und-Sühne-Drama verzichtet auf raffinierte Wendungen und baut klug auf die Geschichte hinter dem Fall. Das verspricht nicht viel Spannung, ist aber ein Fall, der dem deutsch-polnischen Kommissariat in Frankfurt/Oder gutsteht. Dror Zahavis „Hermann“ (…) zeichnet eine Momentaufnahme aus dem Osten der Gegenwart, erinnert an Verbrechen und Versäumnisse in der Vergangenheit und macht deutlich, was das eine mit dem anderen zu tun hat“, konstatiert Martina Kallweit in Tittelbach-TV und kommt auf 4,5/6 Sterne.

Der Osten der Gegenwart hat eine ganze Menge mit den Versäumnissen der Vergangenheit zu tun, wer wollte das bestreiten? Man sollte so fair sein, 40 Jahre, in denen die Menschen im deutschen Osten keine Möglichkeit hatten, eine offene Zivilgesellschaft zu entwickeln, nicht einfach als Betriebsunfall abhaken, andererseits sind seit der Wende nun mehr als 30 Jahre vergangen es wird höchste Zeit, vom politischen Rechtstrend und vom Schwurbeln abzurücken. Man sieht an dieser Zusammenfassung auch wieder, wie unterschiedlich Filme wahrgenommen werden: Raczek ermittelt, so liest es sich bei Tittelbach-TV, gar nicht (überwiegend) alleine.

„Ist der Immobilienhai die KZ-Dogge von heute? Eine Immobilie in Cottbus soll luxussaniert werden – und der jüdische Vorbesitzer gerät in eine mörderische Auseinandersetzung. Dieser »Polizeiruf« löst das große Thema viel zu versöhnlich auf“, meint Christian Buß im Spiegel und wir mussten den Beginn fett drucken, denn es handelt sich um den wieder einmal coolen Titel. In Sachen Titelfindung ist Buß unschlagbar. Und: eindeutig ja. Nein, natürlich nicht, denn bei aller Feindschaft meinerseits den Immobilienhaien gegenüber, die Zeiten sind noch nicht vergleichbar, deswegen schreibe ich u. a., wenn es um Gentrifizierung geht, in der Regel von „Verdrängung“, nicht von „Vertreibung“ und ziehe, anders als die Gegenseite, wenn es um Mieteranliegen geht, keine Vergleiche zu Diktaturen und schon gar nicht zu den Nazis.

Und was sehen wir noch, anhand des kurzen Zitats? Wie unterschiedlich man einen Film … hatten wird as nicht gerade eins weiter oben? Buß ist also gegenteiliger Ansicht wie der SWR3-Check, er hält fest, dass am Ende zu viel Versöhnung herrscht. Das kann ja ein spannender Abend werden, denn dieser Polizeiruf fordert offenbar zu unterschiedlichen Lesarten heraus. Auch das Fazit von Buß geht in die Richtung: Zum Schluss ist der Film viel zu smooth für das große Thema und daher nur 4/10 und was habe ich für ein Glück, dass ich bereits weiter oben darauf hingewiesen habe, dass dieses Thema sich nicht optimal für ein positives geschlossenes Ende eignet (ich kommentiere immer „fortlaufend“, nicht nach der Sichtung aller Quellen). 

Das RND in Person von Lars Grote hingegen meint, die Geschichte sei ohne optischen Ehrgeiz, mühsam und glanzlos inszeniert, anders ausgedrückt: Die gute Absicht hat einen eher drögen Film hervorgebracht. Vielleicht war es aber auch Absicht, auf Schnickschnack zu verzichten, eben wegen des des Themas. Ich traue Regisseur Dror Zahavi diese Absicht jedenfalls zu, weil er auch schon Filme gemacht hat, die stilistisch ausgefeilt sind.

Von allen Seiten aber wird Lucas Gregorowicz als Adam Raczek gelobt, andererseits ist es eine Tradition, auch bei uns: Wenn Filme nicht so gelungen sind, wird das eher der Regie und dem Drehbuch zugerechnet als den Menschen vor der Kamera.

TH

Handlung

Kriminalhauptkommissar Adam Raczek wird nach Slubice gerufen, wo bei der Entsorgung von Bauschutt die Leiche der Bauingenieurin Daniela Nowak gefunden wurde. Die Ermittlungen führen ihn zu einer Baustelle nach Cottbus. Das Opfer arbeitete dort für Karl Winkler, der im Rahmen eines großen Bauprojekts einen ganzen Häuserblock saniert. Unklar ist zunächst, wo und warum die Frau zu Tode gekommen ist. Fest steht, die Wohnung der jungen Frau in Frankfurt (Oder) wurde kurz vor ihrem Tod durchsucht.

Eine erste Spur führt zu einem Mietwagen, der im Tatzeitraum vor der Wohnung des Opfers von Nachbarn gesehen wurde. Zvi Spielmann und seine Tochter Maja Spielmann aus Israel geben zu, mit dem Opfer verabredet gewesen zu sein, behaupten aber, Daniela Nowak nicht angetroffen zu haben. Sie war angeblich im Besitz von wichtigen Dokumenten im Zusammenhang mit einem Restitutionsanspruch, den Zvi Spielmann geltend macht. Die Besitzverhältnisse des Hauses, dass Zvis Vater gebaut hatte, sind fast 80 Jahre nach Kriegsende nicht geklärt. Auch Elisabeth Behrend, die in dem Haus aufgewachsen ist und ihr Sohn Jakob hatten Kontakt zu Daniela Nowak und bestehen darauf, dass sie die rechtmäßigen Besitzer sind. Weitere Dokumente, die während der Ermittlungen auftauchen und im Besitz von Daniela Nowak waren, scheinen das zu belegen. Hat das Opfer beide Parteien gegeneinander ausgespielt?

Auch Adam Raczek führt diese Ermittlung zurück in seine Vergangenheit. Im Polizeipräsidium von Cottbus trifft er auf seine ehemalige Kollegin Alexandra Luschke und seinen früheren Dienststellenleiter Markus Oelßner, der offensichtlich kein Interesse daran hat, Adams Ermittlungen zu unterstützen.

Besetzung, Stab

Regie Dror Zahavi
Drehbuch Mike Bäuml
Produktion Mario Krebs
Musik Jörg Lemberg
Kamera Gero Steffen
Schnitt Fritz Busse
Besetzung

 

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