Der Exorzist (The Exorcist, USA 1973) #Filmfest 751

Filmfest 751 Cinema – Concept IMDb Top 250 of All Time (90)

Schweben um Erlösung

Der Exorzist ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1973. Er beruht auf dem Roman Der Exorzist von William Peter Blatty, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Der Exorzist zählt zu den größten Filmerfolgen der frühen 1970er Jahre und löste weltweit Diskussionen aus. Am 26. Dezember 1973 kam der Film in den Vereinigten Staaten in die Kinos.

„Der Exorzist“ war von 1998 bis 2014 Mitglied der IMDb-Top-250-Liste.  Höher liegt im Friedkin-Oeuvre nur „French Connection“, der zwei Jahre zuvor entstand (96/100), der beim Publikum mit 7,8/10 aber leicht schwächer abschneidet. So viel zur heutigen Rezeption. Bei den Oscarverleihungen bekam „Der Exzorzist“ zwei Statuen, eine davon fürs Drehbuch und „French Connection“ sogar fünf, darunter die Big Points für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller (Gene Hackman). So viel zur zeitgenössischen Rezeption. Dass ich während „The French Conncetion“ mehrfach eingeschlafen war, bis es mir gelang, den Film endlich fertigzuschauen, lassen wir heute mal weg, vielleicht ist es ja bei „Der Exorzist“ besser gelaufen, der ein Jahr später entstand. Die obigen Punktebewertungen entstammen dem Entwurf dieses Textes aus dem Jahr 2018, ich gehe davon aus, dass sie sich nicht fundamental verändert haben. Ob meine Rezeption fundamentale Unterschiede zu „The French Connection“ aufwies, z. B., dass ich vielleicht nur vier Anläufe gebraucht habe, um „Der Exorzist“ zu schauen, klären wir in der –> Rezension.

Handlung (1)

Auf einer nordirakischen Ausgrabungsstätte entdeckt der kranke Jesuitenpater Lankester Merrin eine Dämonenfigur, den Pazuzu.

Während er darüber mit einem Kollegen in einem Museum redet, bleibt eine Pendeluhr stehen. Beunruhigt kehrt Merrin nach Georgetown zurück, einem Stadtbezirk von Washington, D.C. Der ebenfalls in Georgetown lebende Jesuitenpater Damien Karras leidet darunter, dass seine greise Mutter einsam in einem verwahrlosten Mietshaus in New York lebt und er sie nicht überreden kann, in ein Seniorenheim zu gehen. Als sie von ihrem Bruder in eine armselige Irrenanstalt gebracht wird und bald darauf stirbt, macht Karras sich noch größere Vorwürfe. Er zweifelt an Gott und will sich von seinen Pflichten als psychiatrischer Berater der Georgetown University entbinden lassen. Zur selben Zeit stößt ein anderer Priester in der Kirche auf eine geschändete Marienstatue.

Die Filmschauspielerin Chris MacNeil ist für Dreharbeiten von Hollywood nach Washington, D.C. gekommen und hat ihre 12-jährige Tochter Regan dabei. In der Stadtvilla, die sie in Georgetown bewohnen, werden sie von dem Kindermädchen Sharon Spencer und den Hausangestellten Karl und Willie Engstrom umsorgt. Chris ist geschieden. Mit dem Regisseur Burke Dennings sei sie nur befreundet, erklärt sie ihrer Tochter, als diese schon glaubt, sie bekomme einen Stiefvater. Nachts hört Chris Geräusche vom Dachboden und lässt Karl dort Fallen aufstellen, weil sie davon ausgeht, dass es sich um Ratten handelt. Aber es wird kein Ungeziefer gefunden.

Während einer medizinischen Untersuchung bei Dr. Klein flucht Regan und sagt, er solle „seine Finger von ihrer gottverdammten Fotze lassen“. Als Dr. Klein darüber mit Chris redet, kann sie es sich kaum vorstellen, denn sie kennt Regan nur als wohlerzogenes und liebenswürdiges Mädchen. Dr. Klein verschreibt Regan Ritalin gegen Hyperaktivität. Die Verhaltensstörungen verstärken sich dennoch: Regan wird immer aggressiver und ausfallender. Dr. Klein vermutet, dass die 12-jährige an einer Anomalie des Schläfenlappens leidet, aber Röntgenaufnahmen ergeben keinen Befund. Von der Konsultation eines Psychiaters rät Dr. Klein ab, stattdessen nimmt er weitere Untersuchungen des Gehirns vor. (…)

Rezension

Mit dem Regisseur William Friedkin habe ich so meine Probleme. „Paper Moon“, der heute am höchsten von allen seinen Werken bewertet wird, soweit es die Nutzer der IMDb angeht. Da er auch zu den meistbewerteten Filmen der frühen 1970er zählt und derzeit über 320.000 Votes versammelt, steht er dicht an der Grenze zu den „IMDb Top 250“ aller Zeiten. Die Kritiker geben immerhin einen Metascore von 82/100, dass es überhaupt einen gibt für ein Werk, das vor 1990 entstanden ist, sagt etwas darüber aus, dass es eine gewisse Bedeutung haben muss. Höher liegt im Friedkin-Oeuvre nur „French Connection“, der zwei Jahre zuvor entstand (96/100), der beim Publikum mit 7,8/10 aber leicht schwächer abschneidet. So viel zur heutigen Rezeption. Bei den Oscarverleihungen bekam „Der Exzorzist“ zwei Statuen, eine davon fürs Drehbuch und „French Connection“ sogar fünf, darunter die Big Points für den besten Film, die beste Regie und den besten Hauptdarsteller (Gene Hackman). So viel zur zeitgenössischen Rezeption.

Sechs Mal habe ich mich kürzlich an „The French Connection“ versucht. Fünf Mal bin ich dabei eingeschlafen. Beim sechsten Mal auch. Aber nach den ersten fünf Fails habe ich den Film wieder von vorne geschaut und beim sechsten Mal nicht. Weil ich nach dem Einnicken doch wieder recht schnell wach wurde und einfach weitergeguckt habe. Jetzt fehlen mir ein paar Minuten von „The French Connection“ und deshalb gibt es zu ihm keine Rezension. Derlei passiert mir nicht so häufig, wie man aus dieser routinierten Beschreibung ableiten könnte. Gut, dass ich nicht mehr auf dem Schirm hatte, dass mir William Friedkin mit seiner seltsamen Inszenierungskunst dieses Heimkino-Erlebnis der frustrierenden Art verschafft hat, als ich mir nun „Der Exzorzist“ angeschaut habe. Gut aber auch, dass dieses Mal nicht der halbe Film daraus besteht, dass irgendwelche Menschen irgendwelchen anderen Menschen hinterherlaufen, sie beobachten, hinterherfahren etc. „The French Connection“ ist, bei allen seinen Meriten, nach  meiner Auffassung ziemlich outdated, mehr als andere bekannte Cop-Filme der frühen 1970er, wie etwa „Dirty Harry“, „Serpico“, „Shaft“. Aber damals war man wohl begeistert von dieser Form von New Hollywood und wie lebensecht auch Gene Hackman und Roy Scheider als Duo spielten. Die beiden waren Vorbilder für viele Zweipersonen-Teams bis heute.

Ich sah also „The Exzorzist“ unbeeinflusst von „derselbe Regisseur“ und es war ganz anders. Mir hat eine einzige Sichtung gereicht, um glatt durchzukommen. Ich habe in letzter Zeit ja einige stilprägende Horrorfilme jener aufregenden Jahre gesehen, in denen New Hollywood entstand und wieder verging, „The Exorzist“ hat von vielen etwas. Thematisch erinnerte er mich aber am meisten an ein weit subtileres Werk: „Rosemarys Baby“ von Roman Polanski, der fünf Jahre zuvor entstanden war. Fazit: Der Katholizismus kann bleibende Schäden hinterlassen. Aber man muss gar nicht katholisch sein, um vom Dämon befallen zu werden. Oder vom Teufel. Denn die MacNeills sind ja nicht konfessionell, was ich heute übersetzen würde, sie sind Atheisten oder Agnostiker. In den frühen 1970ern war es wohl möglich, dass Amerikaner keine hysterische und aggressive Gottesanbetung nachweisen mussten, um akzeptiert zu werden. Aber dafür war ja auch dieses Kind namens Regan des Teufels. Nicht getauft? Da kann das leicht passieren. Und was es für Sachen sagt! Ich beschreibe den Director’s Cut, der erst 2001 erstellt und nach Wikipedia-Angaben neu synchronisiert wurde. Das habe ich hinterher gelesen, ich fand die Synchronisation klasse, weil sie wirklich den Duktus der 1970er spiegelt – bis auf die sexuellen Ausdrücke. Die waren 1973 gewiss nicht dermaßen offensiv ins Deutsche übertragen worden, deshalb war ich beim Anschauen doch erst einmal irritiert.

Dass in jener Zeit so viel Horror gedreht wurde, stilprägender Horror, der das Genre bis heute kennzeichnet, hat durchaus einen tieferen Sinn. Diese Zeit war der reine Horror. Die USA waren dabei, sich verstärkt von sich selbst abzuspalten. Die Filme wurden einerseits realistischer und brutaler, andererseits war es wohl notwendig, das Entsetzen über den moralischen Verfall des Landes in bis dahin nicht gekannte Bilder zu fassen und mit einer bis dahin unzulässigen Sprache zu unterlegen. Bis Mitte der 1960er wäre der Film schon wegen des Hays Codes oder Production Codes so nicht möglich gewesen. Aber auch 1973 wurde den Zuschauern noch schlecht, sie fielen in Ohnmacht oder sie verließen das Kino. Eine Parallele zu einigen Schaustücken des expressionistischen deutschen Films direkt nach dem Ersten Weltkrieg. Auch damals kam das Medium künstlerisch voran. Ich bin nicht abgestumpft durch zu häufiges Anschauen von Horrormovies, trotz der nachholenden Tätigkeit bezüglich Klassikern der New-Hollywood-Ära. Ich bin auch nicht abgestumpft durch Gewalt-Videospiele und ich muss mich jedes Mal wegdrehen, wenn jemand im Film eine Spritze in den Arm gerammt bekommt, weil ich auch real kein Blut sehen kann. Mir wird schon schwindelig, wenn ich mir beim Gemüse schneiden einen Cut von einem halben Millimeter Tiefe zuziehe (mittlerweile verwende ich für viele dieser Tätigkeiten einen Lebensmittelzerkleinerer, mögen die Hobbyköche und Ästheten mir verzeihen).

Aber so richtig gruselig fand ich „The Exorzist“ doch nicht. Ja, wenn der Dämon spie, dieses grüne Zeugs, dann erschreckte mich das für einen Moment, weil ich nicht damit gerechnet hatte, wie man sich eben erschrickt, wenn etwas ganz plötzlich passiert. Aber der religiös unterlegte Schauder, der wollte sich nicht einstellen. Vielleicht, weil ich zwar konfessionell gebunden, aber nicht katholisch bin und auch nicht sehr am Supernaturellen hänge? Ich fand den Film unterhaltsam und stellenweise lächerlich. Und manchmal etwas umständlich, da kann ich dann im Nachhinein doch eine Verbindung zu „French Connection“ herstellen, in ihm gibt es ja auch die erwähnten Kaugummi-Passagen. Wie die Ärzte sich verhalten, das soll wohl herausstellen, wie exorbitant der Vorgang um das Mädchen Regan ist. Heute, wo der Horror und das Irrationale so normal geworden sind, würde man schon nach zwanzig Minuten festgestellt haben: Eindeutig! Dieses Kind ist besessen! Das hat auch damit zu tun, dass Amerika so furchtbar wiedererweckt wurde. Vermutlich würde man auch erst einen Exzorzisten rufen und wenn der nicht helfen kann, es mit einem Psychiater versuchen und erst dann einen Neurologen hinzuziehen, wenn dieser auch nicht weiß, wie er den massiven menschlichen Schaden beheben soll, der in „The Exorcist“ zu besichtigen ist.

Besonders die Szene mit dem wackelnden Bett und wie die Mutter von Regan sich draufschmeißt – naja, ich musste halt schmunzeln, anstatt dass es mich aus den Socken gehauen hätte. Zumindest diese beiden Friedkin-Filme, die ich jetzt kurz hintereinander genießen durfte, sind irgendwie doch sehr zeitgebunden – was nicht für die Effekte in „Der Exzorzist“ gilt, die weisen klar voraus auf heutige Schocker und die Maske für Linda Blair, welche die kleine Regan gespielt hat, ist fantastisch – allerdings wurde in den übelsten Szenen auch eine andere Darstellerin eingesetzt, was dafür gesorgt haben soll, dass Blair nicht den Oscar als beste Nebendarstellerin erhielt. Sie ist spielt zwar die wichtigste oder zentrale Figur, aber dass muss nicht bedeuten, sie auch als Hauptdarstellerin kategorisiert wird.

Eine wichtige Rolle fürs tiefere Verständnis des Films spielt sicher die Szene, in der die Mutter von Regan bei einem Dreh zu sehen ist, der auf einem Kirchengelände stattfindet. Dort sieht man auch Pater Karras, der offenbar griechischer Herkunft ist, erstmalig, wie er an dem Auftrieb mit dem Filmteam vorbei eilt. Und welche Funktion hat der Der Dämon, der in diesem Film gesehen, aber nicht benannt wird, Pazuzu? Es handelt sich um einen Dämon, der in der assyrischen und babylonischen Mythologie als jener bekannt ist, der während der Trockenzeiten Hunger und Heuschrecken während der Regenzeiten bringt. Er ist der König der Dämonen des Windes. Damit bekommt der Film allerdings eine vorchristliche Konnotation, die nicht so recht passen will – es sei denn, man nimmt an, dass der christliche Teufel diesem Landplagendämon nachgestaltet ist. In der ursprünglichen Version von 1973 ist er auch während des Exzorzismus in Regans Zimmer zu sehen, nicht aber im Director’s Cut, diese Verbindung wird also teilweise gecuttet. Da ich die damalige Kinoversion nicht kenne, muss ich diese Information irgendwo nachgelesen haben: Wie alle zusätzlichen Angaben stammt sie aus den „Trivia“ der IMDb. Von daher weiß ich auch, dass es im Original eine weitere sehr erstaunliche Szene nicht gab: Den „Spinnengang“ von Regan treppabwärts, die mich wirklich beeindruckt hat. Der Regisseur meinte, sie sei zu früh, also für den Zeitpunkt, in dem sie im Film erscheint, schon zu höllisch – mir kam sie auch ein bisschen „vorgezogen“ vor, aber sie später einzufügen, wäre wohl schnitttechnisch nicht möglich gewesen, weil es keine passende Vor- und Nacheinstellung gab.

Was dem Film selbst oder vielleicht gerade in der verlängerten Version von 2001 völlig abgeht, ist eine Erklärung dafür, dass Regan das Mädchen wurde, das vom Teufel besessen ist und eine einigermaßen fundierte philosophische oder theologische Hinterlegung. Das würde man von einem heutigen Film des Genres auch nicht erwarten, aber 1973 sollte dies ja ein Werk von gewisser Bedeutung sein und seine heute noch erstklassige Rezeption muss auf etwas Größeres hinweisen, was in ihm steckt. Oder doch nicht? Vielleicht befassen wir uns außer der oben gegebenen gesellschaftspolitischen Interpretation noch mit weiteren, wenn es geschehen sollte, dass wir eine weitere Fassung des Films vor die Linsen bekommen: Es muss eine 2010 veröffentlichte,  noch längere Variante geben, in welcher der Exorzist selbst darüber referiert, welche Symbolstellung das Kind Regan hat. Dass sie so heißt, kommt aber nicht daher, weil man schon die irrationaleren und reaktionären Reagan-Jahre vorausgeahnt hat, sondern wegen einer bösen Figur in Shakespeare’s „König Lear“.

Aber man kann es trotzdem mit einer US-Kritik halten, die sagt, der Film ist reaktionär, weil man einem Kind, das Auffälligkeiten zeigt, nur den Teufel austreiben muss und alles wird gut. In Italien soll es heute noch zahlreiche Exorzismen geben, jedes Jahr. Insofern war dieses Werk Ausdruck der Ratlosigkeit der Eltern zu jener Zeit gegenüber Kindern, die Hippies geworden waren, Drogen nahmen und keine Lust auf die Nachahmung der Bürgerlichkeit ihrer Vorfahren hatten. So ist ja auch die Mutter von Regan, dargestellt von Ellen Burstyn, freiwillig oder unfreiwillig gezeichnet: Liebend, aber einfältig und hilflos.

Die Schauspielleistungen sind allerdings tadellos und tragen viel zu dem bei, was den Film vor dem Special-Effects-Horror auszeichnet. Man spürt eine Doppelbödigkeit und eine Verunsicherung in den Figuren und es war einfach schön, den großen Lee J. Cobb, der schon in „Die zwölf Geschworenen“ den anstrengendsten Part hatte, als die sympathischste aller Figuren wiederzutreffen. Dieser Polizist trägt zwar nichts zur Auflösung bei, aber er ankert uns doch emotional, weil er inmitten seltsamer, überforderter, fehlgeleiteter Menschen, einer Kind-Dämon-Doppelperson und zwei Priestern, bei denen man nicht weiß, ob sie ihren eigenen Exorzismustrip überleben werden (nur einer kommt davon), etwas wie die gute alte Normalität darstellt und für die einzigen humorvollen Momente des Films sorgt, weil er immer mit einem Priester zusammen ins Kino gehen will und zwar in Filme, die in der von ihm genannten Besetzung nie gedreht wurden. Sicher gehören diese Momente zu den besten von „Der Exzorzist“.

Finale

Es gab zu jener Zeit schon Horrorfilme und kritischen Science-Fiction, diese Streifen gingen nicht immer gut aus. Aber „The Exorcist“ ist auch in diesem Sinn klassisch oder eben reaktionär, dass er am Ende eine Versöhnung darstellt, die beinahe unwirklicher wirkt als die Besessenheit selbst, von der dieses Mädchen, das noch unschuldig sein sollte, im Jahr 1973 und mit 12 Jahren, zu einer Bestie mutiert, mit einem Kreuz masturbiert und einen Wortschatz drauf hat, der selbst heute noch nicht bei jeder Person dieses Alters gängig ist, so sehr man sich auch anstrengt. Dieses extreme Ausspielen hat mich ohnehin gestört, nicht nur oder nicht hauptsächlich wegen der übetriebenen Sprache. Der sollte man ohnehin keinen tieferen Sinn zurechnen – man wollte nur austesten, wie weit man gehen kann, nach einigen Jahren der sexuellen Befreiung und moralischen Abrüstung.

Die Kirche nahm den Film gelassener als etwa Versuche über Jesus Christus, in denen es nicht ganz dem Wortlaut der Bibel gemäß zugeht, aber vielerorts war er erst einmal gar nicht und wenn, manchmal gekürzt zu sehen. Das ist nicht verwunderlich und auch nicht verwerflich, eher schon der krude Umgang mit Spiriutalität im Film selbst, der aber für den Katholizismus nicht untypisch ist. Von einigen Filmzeitschriften wurde dieses Werk noch in den 2000ern zum gruseligsten Horrorstreifen aller Zeiten gewählt. Ich fand ihn so übertrieben und wenig differenziert, dass sich der Grusel schon wieder in Grenzen hielt. Aber natürlich hatte er Auswirkungen auf den ganzen Trash, den wir heute sehen, er war eben stilprägend. Ist das nun eher ein Grund zur Auf- oder zur Abwertung? Muss man ihn als historischen Mega-Influencer preisen oder schon als erneuten Einbruch der Hirnlosigkeit mitten in eine Phase der Kinogeschichte sehen, in der man versuchte, sich auch im Mainstream-Kino etwas ernsthafter mit den Dingen des Lebens auseinanderzusetzen? Die Wahrheit liegt hier nicht in der Mitte, sondern abroad. Trotzdem reicht es dadurch zu einer für unsere Verhältnisse mittleren Bewertung:

68/100

© 2022 Der Wahlberliner, Thomas Hocke (Entwurf 2018)

(1), kursiv und tabellarisch: Wikipedia

Regie William Friedkin
Drehbuch William Peter Blatty
Produktion William Peter Blatty
Noel Marshall
Musik Jack Nitzsche
Mike Oldfield
David Borden
George Crumb
Hans Werner Henze
Krzysztof Penderecki
Anton Webern
Steve Boeddeker
Kamera Owen Roizman,
Billy Williams
Schnitt Norman Gay
Jordan Leondopoulos
Evan A. Lottman
Bud S. Smith
Besetzung

 

 

 

 

 

 

 

 

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