Gemeinsam mit ChatGPT schreiben wir über Sahra Wagenknecht und die Bankenkrise +++ Eine Premiere beim Wahlberliner (Info + Kommentar) | Briefing 164 | Parteien, Personen, Politik | Wirtschaft

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Liebe Leser:innen, nachdem wir kürzlich unsere Ansicht über das Entstehen einer neuen politischen Partei mit einer Vorsitzenden Sahra Wagenknecht geäußert und und zuvor mit der Lage der Bankkredite in Europa befasst haben, möchten wir heute beides zusammenführen, denn dazu gibt es a.) einen Podcast von Wagenknecht und b.) feiern wir heute eine Premiere:

Wir haben erstmals ChatGPT eingesetzt, um uns für einen Artikel inspirieren zu lassen. Wir haben aber klar gekennzeichnet, was vom Bot stammt und was von uns und das auch kommentiert, was ChatGPT geschrieben hat.  Ganz wichtig ist bereits eine Erkenntnis: Dieses Modul ist sehr flexibel und reagiert sehr sensibel auf die Art, wie eine Frage gestellt ist. Man kann ohne Weiteres so fragen, dass die eigenen Ansichten gestützt werden, sie gegenchecken mit These und Antithese arbeiten. Einen prononciert geschriebenen individuellen Artikel, insbesondere, wenn es sich um ein Meinungsblog wie „Der Wahlberliner“  handelt,  kann es zumindest in der vorliegenden Version noch nicht alleine gestalten.

Wir sind in vielen Dingen anderer Ansicht als Wagenknecht und sie braucht 25 Minuten, um mit einer Rhetorik, die erkennbar von derjenigen ihrer Bundestagsreden abweicht, das Wesentliche zu erklären. Aber in diesem Fall ist ihre Analyse – leider, muss man sagen – weit überwiegend zutreffend. Vollständig kann sie nicht sein, es muss ja alles auch verständlich bleiben, aber stimmig. Was hat uns besonders gut gefallen? Dass sie am Schluss noch den Dreh zum Gemeinwohl hinkriegt. Allerdings zu knapp. Manche Menschen mögen diesen fast ausschließlich kritischen Modus, aber gibt es noch mehr Empfehlungen? Ja, doch. An uns zum Beispiel: Wir wissen alle von den explosionsartig anwachsenden Schattenbanken, aber kommentiert werden die Gefahren, die sie bergen, kaum. Das hat Sahra Wagenknecht beispielsweise in dem Podcast getan und wir werden diese Anregung aufnehmen.

Bankenbeben – droht eine neue Finanzkrise? – YouTube

Und nun zu einer Premiere beim Wahlberliner. Wir haben heute erstmals ChatGPT-4 für die Generierung eines Artikels eingesetzt. Und zwar, indem wir dem Modul eine Frage gestellt haben:

Was sagt Sahra Wagenknecht zur neuen Bankenkrise?

Hier die Antwort des Chatbots, der in aller Munde ist und an Popularität sogar Wagenknecht den Rang abläuft. Das Fettgedruckte ist unsere Kommentierung dazu.

Die Bankenkrise ist zurück. Nachdem die Corona-Pandemie die Wirtschaft weltweit erschüttert hat, stehen viele Finanzinstitute vor großen Problemen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits angekündigt, die Geldschleusen weiter zu öffnen und die Zinsen auf Rekordtiefs zu halten, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Doch ist das die richtige Lösung?

Wir stellen gleich zu Beginn fest. Unsere Fragestellung war wohl nicht präzise genug, jedenfalls bezieht sich die Antwort auf einen weiter zurückliegenden Zeitpunkt, nicht auf die Zinswende, die gegenwärtig für eine Bremsung der Inflation sorgt, aber auch neue Risiken birgt, wie: Die Schuldenspirale wird sich schneller drehen. Anmerkung nach einigen weiteren Sitzungen mit ChatGPT. Es ist offensichtlich noch eine Schwäche des  Moduls, dass es nicht vorrangig ganz aktuelle Informationen herausgreift, das war auch bei anderen Themen zu bemerken. Wir haben versucht, das mit der Eingabe einer Jahreszahl zu verbessern, wie etwa „Warum ist die FDP klassistisch im Jahr 2023?“ (freuen Sie sich schon einmal auf unsere bald erscheinende Parteien- und Berliner Stadtpolitik-Analyse im Verein mit ChatGPT!), aber ganz zufrieden waren wir mit dem Ergebnis nicht. Da es sich um ein lernendes System handelt, finden wir sicher noch einen Weg, hier zu Fortschritten zu kommen.

Sahra Wagenknecht, die ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag und Autorin des Bestsellers „Die Selbstgerechten“, hat eine andere Meinung. Sie kritisiert die EZB-Politik als „Geschenk an die Spekulanten“ und fordert eine stärkere Regulierung des Finanzsektors.

Apropos Bestseller: Aktuell stehen ja Wagenknechts Nebeneinkünfte zur Diskussion, die weitaus höher sind als ihre Bezüge als Bundestagsabgeordnete (mehr als 700.000 Euro – brutto –  im vergangenen Jahr). Großkapitalismus ist das nicht und die Linken-Spitze ist schlecht beraten, Wagenknecht mit einer Debatte anzugreifen, die einen Bezug zwischen Wagenknechts Parteiaktivität und diesen Einkünften herstellt. Es mag verführerisch sein, aber solche Schüsse gehen gerne nach hinten los. Um ehrlich zu sein: Einen solchen Bestseller würden wir auch gerne mal schreiben und erkennen neidlos an, dass man Popularität und Kenntnisse von Interna eben auch für solche Zwecke nutzen kann.

In einem Interview mit dem Spiegel sagte sie: „Die EZB betreibt eine Politik, die den Reichen nützt und den Armen schadet. Sie schafft künstliche Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten, während sie gleichzeitig die Sparzinsen abschafft und so die Altersvorsorge vieler Menschen zerstört.“

Das war genau unsere Rede, als die Niedrigzinspolitik noch der Stand der Dinge war. Die Kapitalflutung half nur einer kleinen Minderheit von Kapitalist:innen, war nach Ansicht der EZB und vieler Ökonom:innen aber notwendig, damit in Europa, das u. E. die letzte Bankenkrise von 2008 nie richtig verdaut hat, nicht viele Unternehmen, mit ihnen viele Arbeitsplätze und ganze Staaten insolvent werden.

Heute sind die Schuldenstände sowohl der Privaten als auch der Staaten höher als vor der Finanzkrise, aller anderslautenden Versprechungen und Ziele von damals zum Trotz. Seit Corona und dem Ukrainekrieg ist eine Zwickmühle entstanden: Der Kreditbedarf steigt enorm, aber die höheren Zinsen machen es immer schwieriger, Kredite zu bedienen oder Umschuldungen vorzunehmen. Dadurch wird das schuldenfinanzierte Wachstum der letzten Jahre gebremst und bei fast allen Anlageklassen kann es zu heftigen Wertkorrekturen kommen. Diese wiederum können Banken ins Schleudern bringen: Fallieren Schuldner,  sind deren Assets weniger wert als zu dem ihrer Besicherung und wenn diese Sicherheiten verwertet werden müssen,  macht die Bank Verluste und ihr Eigenkapital sinkt.

Wagenknecht plädiert für eine Rückkehr zu einer sozialen Marktwirtschaft, in der der Staat mehr Einfluss auf die Wirtschaft nimmt und für mehr Gerechtigkeit sorgt. Sie warnt vor den Gefahren einer neuen Finanzkrise, die noch schlimmer ausfallen könnte als 2008.

Im Podcast sieht sie zwei Szenarien: Genau das oben beschriebene oder den weiteren Slow-Burn des Volksvermögens durch Inflation. Denn dadurch werden auch Schulden „weginflationiert“. Diejenigen, die sich redlich ein kleines Vermögen aufgebaut haben, etwa in Form einer späteren Zusatzrente,  sind die Dummen. Der Ausdruck stammt nicht von Wagenknecht, sondern von uns.

„Wir brauchen eine echte Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, eine Besteuerung von Finanztransaktionen und eine Haftung der Banker für ihre Fehlspekulationen“, sagte sie.

Auch im Podcast erwähnt sie die Abschaffung des Trennbankensystems als großen Fehler, auch damit stimmen wir überein. Die USA, von wo aus diese Bewegung kam, haben damit der Realwirtschaft einen Bärendienst erwiesen und sie instabiler gemacht. Wären von den Verlusten beim Zocken nur ein paar Zocker betroffen, wäre es ja nicht so schlimm. Aber bis auf die Einlagensicherung, die in Deutschland 100.000 Euro beträgt, haften alle, die Bankeinlagen besitzen, für dieses schwerwiegende Fehlverhalten, wenn es kracht. Wir haben dazu allerdings am Ende des Beitrags noch eine Sicht zu erwähnen, die uns selbst überrascht hat.

Es sei denn, der Staat greift ein, wie er das jetzt bei der US-Bank SVB gemacht hat. Dies wiederum nimmt in Wirklichkeit die Steuerzahler:innen in die Verantwortung. Deswegen schließen wir an: Es muss endlich in diesem verlotterten Bankensystem wieder eine Verknüpfung von Ursache und Verantwortung dafür hergestellt werden. Das wird auch im Podcast ausgedrückt, das „verlottert“ stammt von uns.

Wagenknecht ist bekannt für ihre scharfe Kritik an der neoliberalen Globalisierung, dem Freihandel und der EU. Sie vertritt einen linkspopulistischen Standpunkt, der sich sowohl gegen das Establishment als auch gegen Migration richtet.

Beim Freihandel kommt es vor allem darauf an, ob er fair ist. Das war er bisher nicht und diese Tendenz kann durch Freihandelsabkommen, die zugunsten von mächtigen Ländern und Konzernen zulasten der Ärmeren abgeschlossen werden, noch gesteigert werden. Den Neoliberalen gefällt das, uns nicht. Die EU ist neoliberal aufgestellt, das ist auch ihr Hauptfehler. Allein der Quasi-Zwang zu immer weiteren Privatisierungen und damit die immer stärkere Begrenzung der Handlungssfähigkeiten sowohl der Einzelstaaten wie der EU im Ganzen, den sie in den Mitgliedsstaaten willentlich auslöst, ist toxisch für den Zusammenhalt der Gesellschaften. Das mit dem Establishment lassen wir mal so stehen, obwohl man plötzlich Donald Trump vor Augen hat – der ja immerhin russlandfreundlich gewesen sein soll, nebenbei bemerkt. „Gegen Migration“ ist zu pauschal, gegen eine offensive  Migration ist richtig. Der Hintergrund ist u. E. aber nicht rassistisch, sondern vor allem die Befürchtung, dass damit zu viele billige Arbeitskräfte ins Land kommen und es Arbeitnehmer:innen erschweren, dringend notwendige Verbesserungen gegen Arbeitgeber durchzusetzen.  Ob das so stimmt, ist ein eigenes Feld, das im vorliegenden Beitrag nicht zu disktutierne ist.

Sie hat sich in den letzten Jahren immer mehr von ihrer eigenen Partei distanziert und spielt mit dem Gedanken, eine neue Bewegung oder Partei zu gründen. Sie hat bereits eine Online-Plattform namens „Aufstehen“ ins Leben gerufen, die sich als Sammelbecken für enttäuschte Wähler aus verschiedenen politischen Lagern versteht.

Da kann man sehen, wie weit ChatGPT schon ist. Wir haben aber nicht alle möglichen Varianten des Erzählstils, der Textlänge und -gliederung durchgespielt. Aber es antwortet auch auf Dinge, die gar nicht gefragt waren, erweitert die Betrachtung und macht den Text damit vor allem für Menschen informativ, die sich nicht jeden Tag mit Politik oder speziell mit der hier in Bezug genommenen Person befassen. Die Gefahr liegt auf der Hand: Nicht jeder erkennt den Slang, die Manipulation durch Verkürzung und andere Aspekte eines Textes, der gar nicht neutral sein kann. So, wie auch menschengeschriebene Texte, garade in einem Meinungsblog, nicht neutral sein können und nicht neutral sein sollen.

Ob sie damit Erfolg haben wird, ist fraglich. Die Linkspartei ist über ihre Rolle zerstritten und droht bei der Bundestagswahl im September an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern.

Hier merkt man wieder, dass ChatGPT nicht ganz up to date ist. Aber wie treffend, oder etwa nicht? Nun ja, der Satz fasst im Grunde zwei Aussagen zusammen und verknüpft sie ziemlich kühn, denn zunächst ging es um „Aufstehen“, dann um die Linke.

Umfragen sahen die Linke vor dem 26. September 2021 stets über 5 Prozent, aber in Wirklichkeit hat sie die 5-Prozent-Hürde eben nicht „auf dem normalen Weg“ genommen, sondern nur 4,92 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten und kam über drei Direktmandate in Fraktionsstärke in den aktuellen Bundestag. Mitten im Streit natürlich: Sahra Wagenknecht. Der Hinweis von ChatGPT war also berechtigt.

Die Bankenkrise könnte jedoch ein Thema sein, das viele Menschen bewegt und das Potenzial hat, das politische Spektrum zu verändern.

Wer wollte dem widersprechen, wenn nun zu allen anderen Krisen auch noch eine Bankenkrise kommt? Neben den Spekulationen an den Finanzmärkten nehmen ja auch die Spekulationen um eine Wagenknecht-Partei zu. Wir sind ebenfalls der Ansicht, wie im oben verlinkten Briefing  „Sonntagsfrage“ ausgedrückt, dass sich dadurch das politische Spektrum in Deutschland verändern könnte. Mit verändern ist gemeint, dass tatsächlich die Karten neu gemischt würden.

Einen Kommentar zum Podcast fanden wir besonders bemerkenswert: Die Zentralbanken (vor allem die EZB) haben die Banken quasi in diese Situation hineingetrieben, weil man mit normalem Kundengeschäft kaum noch etwas verdienen konnte, heißt es darin.

Vielleicht haben Sie vor der Coronakrise  gebaut und Ihnen kamen die super niedrigen Zinsen bis zu weniger als 1 Prozent zugute, aber gesund für den Bankenbetrieb waren sie nicht und wer eine Anschlussfinanzierung braucht, kann nach der Zinswende in große Schwierigkeiten kommen.

Wir haben einen weiteren Entwurf  mit anderer Textlängee von ChatGPT erstellen lassen:

Wagenknecht warnte vor den Folgen einer möglichen Kettenreaktion für die Weltwirtschaft und forderte eine stärkere Regulierung des Finanzsektors. Sie kritisierte auch die Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB), die durch ihre Niedrigzinspolitik und Anleihekäufe die Spekulation anheize. Sie sagte: „Die EZB hat sich zu einer Geisel der Finanzmärkte gemacht. Sie muss endlich ihre Geldpolitik normalisieren und aufhören, Zombiebanken und Zombieunternehmen künstlich am Leben zu halten.“

Sie sieht also Ursache und Wirkung umgekehrt wie der Kommentator, den wir eben erwähnt haben und wie wohl die Mehrzahl der Kritiker:innen des aktuellen Finanzsystems.

Das Zocken liegt leider in der Natur der Investmentbanker, aber wie anders als mit dem Handel von Investments sollte man in der Nullzinsphase das Geschäft bestreiten? Wir finden diese Fragestellung gar nicht so absurd und sie hat uns zum Nachdenken angeregt.

Es geht auch anders. So machen es z. B. die Sparkassen, wie wir leidvoll in den letzten Jahren erfahren mussten: Sie heben die Kontoführungsgebühren immer mehr an und verpassen ihren Kunden damit einen Negativzins. Dessen Höhe hängt von der Höhe des Kontostands ab. Selbst dann, wenn sie also einen Negativzins nicht offiziell für größere Beträge einführen, was es zwischenzeitlich auch gab, liegt hier eine Abschöpfung der Vermögen der Bankkunden vor, auch wenn deren Ausmaß sich für Besserverdienende in Grenzen hält. Das war schon zu Zeiten niedriger Inflation eine schleichende Enteignung – doch wie erst jetzt, bei immer noch niedrigen Tagesgeldzinsen von höchstens 2 Prozent und bei einer Inflation von fast 10 Prozent?

Um ein kränkelndes System zu retten und die großen Vermögen zu schützen, werden die kleineren immer weiter zusammengeschmolzen. Das schreiben wir nicht erst, seit wir gestern Abend den Podcast von Sahra Wagenknecht angeschaut haben. Im Podcast spricht SW auch eine Währungsreform an, die einem Großcrash vielleicht folgen könnte. Ja, auch das wäre möglich. Kämen dann einige wieder zur Besinnung? Leider nicht diejenigen, die wirklich einmal Grenzen aufgezeigt bekommen müssten. Denn aufgrund der extrem ungleichen Verteilung der Produktionsmittel ginge das Rennen von vorne los, mit dem üblichen gewaltigem Vorsprung des Großkapitals, der von Krise zu Krise gewachsen ist, seit die Systemkonkurrenz mit dem früheren Ostblock die Gier des Turbokapitalismus nicht mehr zügelt.

Eines verrät der Podcast noch. Es wird oben auch vom ChatGPT angedeutet („soziale Marktwirtschaft“). Wagenknecht ist keine Sozialistin, aber auch keine Linkskeynesianerin, wie einige in ihrer Partei, die glauben, man könne alle ökonomischen Probleme durch Geld drucken seitens der Zentralbanken und durch die Flutung der Welt mit billigem Kapital lösen.  

Doch etwas Sorge um das eigene Vermögen, SW? Eines würde uns schon interessieren: Wie sie sich abgesichert hat vor beiden Hauptszenarien, die sie  sie warnend und sehr instruktiv beschreibt, denn zu den Kapitalistinnen, die über Produktionsmittel verfügen und damit aus jeder Krise gut und von jeder Krise profitieren, gehört sie unseres Wissen nicht. Sie ist also auch darauf angewiesen, dass Wertanlagen nicht total crashen.

Was macht man in dem Fall am besten? Man beteiligt sich in kleinem Stil an den Produktionsmitteln der Großen, in Form von Aktienbesitz. Was aber ist man damit? Genau. In einer Position, die es schwierig macht, sich selbst der Klasse zuzuordnen, die man vertreten möchte. Ist das aber entscheidend? Nach unserer Ansicht nicht zwingenderweise.

Aber auch amüsant, zu sehen, wie durch diese Diskussion bestimmte Narrative im Stil eines Bumerangs zurückkommen. Etwa der in Wagenknecht-Anhängerkreisen beliebte Spin, dass alle Organisationen, die (co- oder gänzlich) von den USA oder aus den USA  finanziert werden, und seien sie noch so sehr auf die Herstellung von Demokratie und Transparenz ausgerichtet, in Wahrheit nur das tun oder propagandistisch in die Welt setzen, was die US-Elite will.

Keinesfalls können sie sich wegen dieser Abhängigkeit trotzdem inhaltlich eine gewisse geistige Unabhängigkeit bewahren, denn echte Demokratie gibt es nicht, im Westen. Wenn man so argumentieren würde wie einige ihre eigenen Fans, die meist auch dem Lager der V-Theoretiker angehören, würde Wagenknecht von Jahr zu Jahr und von Bestseller zu Bestseller und von Nebeneinkünfte-Abrechnung zu Nebeneinkünfte-Abrechnung  unglaubwürdiger, denn sie wird faktisch immer mehr abhängig davon, dass ihre eigenen Vermögensanlagen funktionieren. Und wäre sie erst in der Gates-Soros-Liga angelangt, weil sie eine gute Geschäftsidee hatte! 

Nun urteilen Sie selbst. Hätte ChatGPT das alleine so prononciert und mit assoziativen Elementen und Verknüpfungen schreiben können? Wir finden es sehr inspirierend. Auch bei weiteren Sitzungen damit hat sich gezeigt, dass es manchmal auf Aspekte verweist, die wir nicht im Blick hatten. Gerade, wenn es schnell gehen soll, aber auch, wenn man diese zusätzlichen Aspekte zum weiterrecherchieren nutzt, lässt sich mit ChatGPT schon jetzt die Qualität von Beiträgen steigern. Was auch bedeutet, dass Profis es schwerer haben werden, besser zu schreiben als z. B. wir in diesem Bürgerblog. Das ist inhaltlich  gemeint. Stilistisch werden gute Texter:innen erst einmal einen Vorsprung behalten – nicht aber orthografisch: Wir haben leider zu häufig Tippfehler in unseren Beiträgen zu verzeichnen, trotz Vorverfassung in Word. In dem von ChatGPT generierten Teil dieses Textes haben wir nicht einen einzigen Fehler gefunden. Wenn ChatGPT das menschliche Lektorat ersetzen könnte, sehen wir speziell für uns eine Riesenchance.

Nämlich, ohne teure oder persönliche Abhängigkeit von anderen oder entsprechenden Programmen unser Online-Verlagsprojekt noch dieses Jahr umsetzen zu können, über das wir schon so lange nachdenken. Es ist eine Organisationsfrage, ganz wie bei der Wagenknecht-Partei, wie sie selbst schon ausgeführt hat. Frage an ChatGPT: Ist es plausibel, dass dies der einzige Grund ist? Es bleibt spannend!

TH & ChatGPT-4


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