Sie sagt. Er sagt. von Ferdinand von Schirach: Matti Geschonneck inszeniert packendes Justizdrama für das ZDF | #Filmfest #zuHause #Präsentation

Filmfest zu Hause Präsentation – Titelfoto  © ZDF und Julia Terjung / [M] FeedMee

Liebe Leser:innen, wir wollen Ihnen heute wieder einmal eine Fernsehproduktion präsentieren, die sich anzuschauen ganz bestimmt lohnend ist. Ferdinand von Schirach hat wieder ein juristisches Kammerspiel, ein Gerichtsdrama geschrieben, das verfilmt wurde und  am 26. Februar 2024 im ZDF ausgestrahlt werden wird.

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In einem Strafprozess am Berliner Landgericht wird der Vorwurf einer Vergewaltigung verhandelt. Es steht Aussage gegen Aussage – juristisch wie menschlich ein scheinbar unauflösbares Dilemma, das eine ungeheure Sprengkraft entfaltet. Denn über die berufliche und private Zukunft zweier Menschen hinaus geht es um nicht weniger als um die Werte und Vorurteile, die uns als Gesellschaft ausmachen.

Das Gerichts-Drama Sie sagt. Er sagt. von Ferdinand von Schirach wird am Montag, 26. Februar 2024 um 20.15 Uhr im ZDF und ab Samstag, 17. Februar 2024 in der ZDF Mediathek ausgestrahlt.

Im Anschluss an die Ausstrahlung wird um 22.00 Uhr im ZDF Sie sagt. Er sagt. Die Dokumentation. gezeigt. Wie entsteht Wahrheit im Gerichtssaal? Die Dokumentation zum Fernsehfilm hinterfragt und spitzt zu: Wie entscheiden Richter im Gewissensdilemma – zum Beispiel, wenn es keine Zeugen gibt?

Der preisgekrönte Regisseur Matti Geschonneck („Die Wannseekonferenz“, „Unterleuten“) inszenierte die Koproduktion des ZDF mit der MOOVIE GmbH nach einem Originaldrehbuch des internationalen Bestsellerautors Ferdinand von Schirach („Schuld“, „Verbrechen“). SIE wird gespielt von Ina Weisse, ihr Anwalt von Matthias Brandt. ER ist Godehard Giese, seine Verteidigerin Henriette Confurius. Als Vorsitzende Richterin ist Johanna Gastdorf zu sehen.

Inhalt: Es ist ein Fall von hoher öffentlicher Aufmerksamkeit: Die bekannte TV-Moderatorin Katharina Schlüter und der Industrielle Christian Thiede verbindet eine jahrelange heimliche Affäre, jetzt sitzen sie einander als feindliche Parteien im Gerichtsaal gegenüber. Im Zeugenstand schildert Schlüter, wie aus dem zunächst einvernehmlichen Sex in Thiedes Wohnung eine Vergewaltigung wurde. Doch reichen Indizien wie Spermaspuren auf dem Kleid, das sie an dem Tag trug, als Beweismittel aus? Sachverständige und Zeugen werden vernommen, und eine unerwartete Wendung der Verhandlung macht es dem Gericht nicht leichter, über Glaubwürdigkeit und Wahrheit zu entscheiden.

Der Film ist eine Koproduktion von ZDF und MOOVIE GmbH, gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Filmförderfonds Bayern. Produzentin ist Sarah Kirkegaard, MOOVIE GmbH, Produzent Reinhold Elschot. Als Executive Producer fungieren Oliver Berben, Constantin Film AG, und Jan Ehlert, Constantin Television. Die Redaktion im ZDF haben Frank Zervos und Stefanie von Heydwolff.

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Schon die sehr gute Besetzung des Films und die sicherlich versierte Regie von Matti Geschonneck macht ihn interessant, aber die Themen, die von Schirach aufwirft, bisher wenig erschüttert von der immer raueren politisch-gesellschaftlichen Diskussion, sind schwierige Rechtsfragen, die sich der populistischen Vereinfachung entziehen (sollten).

Wir haben bereits mehrfach Stoffe von Schirachs vorgestellt, die im Fernsehen auf viel Resonanz trafen:

Von Schirach: Strafe – eine Anthologie (DE 2022)

Von Schirach: Glauben (DE 2022)

Von Schirach: Jeder Mensch (DE 2022)

Von Schirach: Feinde – Gegen die Zeit (DE 2021)

Von Schirach: GOTT – Wer entscheidet über unseren Tod? (DE 2020)

Stimmen zu „Er sagt. Sie sagt.“

„[…] Sie sagt. Er sagt. ist klug, elegant, hinreißend genau, ein Film der Zwischentöne und Schauspielkunst – in vielerlei Hinsicht eine Sensation, im Schirach-Kosmos, im ZDF und im deutschen Fernsehen.“ – Laura HertreiterSüddeutsche Zeitung[2]

Gerichtsdrama mit überraschenden Wendungen und einem außergewöhnlichen Ende: Eine bekannte TV-Moderatorin (Ina Weisse) wirft ihrem Ex-Liebhaber (Godehard Giese) vor, sie bei einem zufälligen Wiedersehen vergewaltigt zu haben. Matti Geschonneck inszeniert das Drehbuch von Ferdinand von Schirach als streng reduziertes, packendes Kammerspiel im Gerichtssaal – allerdings ohne Urteilsspruch. „Sie sagt. Er sagt.“ (ZDF / Moovie) führt das Dilemma der Wahrheitssuche vor Augen, ohne Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen. Das Publikum wird angeregt, die eigenen Prägungen und Vorurteile zu hinterfragen, aber auf eine Abstimmung wie einst beim Schirach-Drama „Terror“ wird klugerweise verzichtet. Die erstklassige Besetzung komplettieren unter anderem Matthias Brandt, Henriette Confurius, Johanna Gastdorf und Maria Köstlinger. (Dieser Artikel stammt von https://www.tittelbach.tv/programm/fernsehfilm/artikel-6528.html)

[Bewertung 5,5/6, Anm. TH]

Dass es ganz zum Schluss eine Überraschung gibt, die dem Gericht (also uns) die Entscheidung nochmals erschweren soll, ist die einzige Schwäche des Films, weil unnötig. Durch den Rückzug der Strafkammer zur Urteilsberatung wäre die Zäsur, mit der „Sie sagt. Er sagt“ endet, auch gewährleistet gewesen. Aber das alles verblasst gegenüber ästhetischer Brillanz und gesellschaftlicher Relevanz dieses Strafkammerspiels. (FAZ)

TH


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