Filmfest 1199 Cinema
Fanfan, der Husar (Originaltitel: Fanfan la Tulipe) ist ein Mantel-und-Degen-Film aus dem Jahr 1952 mit Gérard Philipe unter der Regie von Christian-Jaque. Der Film wendet sich mit beißendem Spott gegen Feudalismus, Militarismus und dünkelhaftes Hofschranzentum.

Beißend war die Ironie wohl nicht, sonst hätte ich nach dem Anschauen des Films Bisswunden haben müssen. Nun ist das schon so lange her, bezogen auf die kleine Rezension aus dem Jahr 1988, die im Rahmen einer Gérard-Philipe-Retrospektive in einem der dritten Programme der ARD entstand. Ja, auf solche liebenswerten Werkschauen, die meist auch mit dokumentarischen Begleitfeatures angereichert wurden, verstand man sich damals noch.
Das Lexikon des Internationalen Films schrieb, Fanfan, der Husar biete „liebenswert-freche, geistvoll-ironische Unterhaltung“ und sei „heiter und spritzig“. Besonders die „Landschaft und Dekors“ seien vorteilhaft in Szene gesetzt worden, während das Geschehen „mit leichter Hand von Höhepunkt zu Höhepunkt getrieben“ werde, wobei die Actionszenen „unbeschwert und liebenswert“ blieben.[3]
Was das Filmlexikon schreibt, finde ich ziemlich passend, und Gérard Philipe war nun einmal in den frühen 1950ern der größte Nachwuchsstar des französischen Films. Man sieht hier warum, aber auch in anderen Filmen, in denen er alles andere als komische Rollen spielt. Ein so gutes Aussehen und eine so große Rollenbandbreite hatte in seinen ersten Jahren nicht einmal Alain Delon kombiniert – seiner Rollenprofile wegen, nicht, weil er weniger hübsch gewesen wäre; eine Bemerkung, die jenseits von „Geschmackssache“ verstanden werden will.
Philipe stehen hier auch zwei ausgesucht schöne und spielfreudige weibliche Jungstars zur Seite: Geneviève Page und Gina Lollobrigida.
Es wird zu diesem Film noch einmal einen Text geben, da ich ihn mir vor einigen Jahren noch einmal angeschaut habe. Meine 9-Punkte-Begeisterung aus den eigenen Jugendzeiten hat sich dabei nicht ganz erhalten, aber Spaß hat das Wiedersehen trotzdem gemacht, auch des Wiedersehens wegen.
© 2024, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke
Kursiv, tabellarisch: Wikipedia
| Regie | Christian-Jaque |
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| Drehbuch | René Wheeler René Fallet Henri Jeanson |
| Produktion | Alexandre Mnouchkine |
| Musik | Georges van Parys, Maurice Thiriet |
| Kamera | Christian Matras |
| Schnitt | Jacques Desagneaux |
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