Filmfest 1422 – Die große Rezension
Lilien auf dem Felde (Lilies of the Field) ist ein amerikanischer Comedy-Drama-Film aus dem Jahr 1963, der von Ralph Nelson inszeniert und produziert wurde. Adaptiert von James Poe nach William Edmund Barretts Roman von 1962, leitet der Film seinen Titel von der Bergpredigt ab. In der Hauptrolle spielt Sidney Poitier Homer Smith, einen umherziehenden Hausmeister, der in der Wüste von Arizona auf eine Gruppe ostdeutscher Nonnen trifft. Angeführt von der entschlossenen Mutter Maria Marthe, gespielt von Lilia Skala, glauben die Nonnen, dass Homer von Gott gesandt wurde, um ihnen eine Kapelle zu bauen.1
Die Sichtung von „Lilien auf dem Felde“ ist der Tatsache zu verdanken, dass wir für die 3. US-Chronologie (jedes Jahr ein Film, von Beginn an) keine Rezension eines Werkes aus dem Jahr 1963 auf Lager hatten. Wir wollten aber auch weg von den Mainstream-Filmen und Blockbustern. Und wie kann man derlei besser hinter sich lassen als mit einem Film, dessen Thema so ungewöhnlich ist wie das von „Lilien auf dem Felde“ und außerdem zeigt, wie Sidney Poitier als erster afroamerikanischer Schauspieler einen Hauptrollen-Oscar gewann.
Handlung
Homer Smith, ein treibender Handwerker, hält an einer abgelegenen Farm in Arizona, um Wasser für sein Auto zu holen. Er trifft auf eine Gruppe Nonnen aus der ehemaligen DDR – angeführt von der strengen Mutter Maria Marthe –, die darum kämpfen, ihr bescheidenes Wüstenhaus zu erhalten. Obwohl er zunächst widerwillig ist, erklärt sich Homer bereit, ihr Dach zu reparieren. Die Nonnen, die wenig Englisch sprechen, nennen ihn humorvoll „Schmidt“ (das deutsche Pendant zu Smith) und gewinnen sich langsam seine Sympathie.
Durch Begegnungen mit Einheimischen, darunter Juan, einen Cafébesitzer, und einen reisenden Priester, erfährt Homer von der erschütternden Flucht der Nonnen hinter dem Eisernen Vorhang und ihrem armen Dasein. Trotz ihrer Zahlungsunfähigkeit verlängert er widerwillig seinen Aufenthalt, verlockt von der Herausforderung, eine Kapelle für die nahegelegene mexikanisch-amerikanische Gemeinde zu bauen.
Homers anfängliche Zurückhaltung weicht Ehrgeiz, als er seinen unerfüllten Traum, Architekt zu werden, gesteht. Mit gespendeten Materialien und seinen schwindenden Ersparnissen beginnt er im Alleingang mit dem Bau der Kapelle und besteht auf Perfektion. Spannungen mit Mutter Maria steigen auf, die Pragmatismus über seine Ideale stellt, was Homer dazu bringt, das Projekt vorübergehend aufzugeben. Er kehrt verkatert, aber voller Reue zurück und findet einen neuen Sinn, während die Gemeinde allmählich zur Unterstützung zusammenkommt. Einheimische spenden Vorräte und Arbeitskraft, wodurch Homers einsames Unterfangen zu einer gemeinsamen Anstrengung wird, obwohl er sich zunächst gegen ihre Beteiligung wehrt.
Im Verlauf der Bauarbeiten gewinnt Homers Führung Respekt, sogar von Ashton, einem abweisenden Bauunternehmer, der ihm später einen Job anbietet. Die Fertigstellung der Kapelle gipfelt in einem bittersüßen Sieg: Homer signiert heimlich sein Werk, was Stolz und Demut symbolisiert.
Am Vorabend der Einweihung fleht Mutter Maria ihn subtil an zu bleiben, doch Homer verlässt sich leise bei Einbruch der Dunkelheit. Die hallende Interpretation von „Amen“ durch die Nonnen – ein Lied, das sie von ihm gelernt haben – unterstreicht ihre unausgesprochene Dankbarkeit, während er davonfährt.
Analyse2 mit unseren Anmerkungen*
„Lilies of the Field“ ist ein formal eher schlichter, inhaltlich aber hoch aufgeladener Film, der Sidney Poitier an einem Wendepunkt seiner Karriere zeigt und die US-Bürgerrechtsära in eine leise, fast märchenhafte Parabel über Glaube, Arbeit und gegenseitigen Respekt übersetzt.
Stellung im Werk von Ralph Nelson
Ralph Nelson war ein Regisseur, der aus dem Live-Fernsehen der 1950er Jahre kam und sich schnell einen Ruf mit ernsthaften, oft gesellschaftskritischen Stoffen erarbeitete – zunächst mit der TV- und dann der Kinoversion von „Requiem for a Heavyweight“ (1962). In den 1960er- und 1970er-Jahren drehte er wiederholt Filme, die offen den Rassismus der US-Geschichte thematisierten, unter anderem „… Tick… Tick… Tick…“ (1970), „The Wilby Conspiracy“ (1975) und vor allem den hoch kontroversen Western „Soldier Blue“ (1970) über das Sand-Creek-Massaker.
„Lilies of the Field“ steht innerhalb dieses Œuvres am Beginn jener Phase, in der Nelson Rasse- und Minderheitenfragen in unterschiedlichen Genres – vom Western bis zum Bürgerrechtsdrama – auslotet. Bereits hier interessiert ihn weniger die agitatorische Programmschrift als die modellhafte Konstellation: ein schwarzer Wanderarbeiter, ostdeutsche Nonnen, eine mexikanisch-amerikanische Dorfgemeinschaft und ein weißer Bauunternehmer werden auf engstem Raum zusammengebracht und müssen sich arrangieren. Nelsons „Markenzeichen“ in „Lilies“ ist die Verbindung von realistischem Milieu (Arizona-Wüste, Armut, Alltagsrassismus) mit einer bewusst einfach erzählten Parabel, die an die biblische Vorlage des Titels – die Lilien auf dem Felde aus der Bergpredigt – anknüpft.
Dass Nelsons spätere Rassenfilme zum Teil als „schonungslos“ und provokant beschrieben wurden, zeigt, dass er keine Scheu hatte, Gewalt und strukturellen Rassismus frontal abzubilden. „Lilies of the Field“ ist demgegenüber sanfter, aber nicht unpolitisch: die Reibungen zwischen Homer und der Mutter Oberin, die Anrede „boy“ durch den Bauunternehmer und die Skepsis der Mexikaner markieren deutlich, wie tief Rassenschranken im Alltag sitzen, gerade weil der Film sie nicht in Reden, sondern in kleinen Gesten verhandelt.
Sidney Poitier und die Stellung des Films in seinem Werk
Sidney Poitier hatte sich schon vor „Lilies of the Field“ als einer der wichtigsten afroamerikanischen Darsteller etabliert – mit Filmen wie „Blackboard Jungle“ („Die Saat der Gewalt“, 1955) und „The Defiant Ones“ („Flucht in Ketten“, 1958), in denen seine Präsenz die Stoffe über klassische Problemfilme hinaushebt. In „Lilies of the Field“ gelang ihm dann 1964 der historische Durchbruch: Er erhielt als erster schwarzer Schauspieler den Oscar als bester Hauptdarsteller, ein bis dahin unerreichter Meilenstein in Hollywood. Der Film brachte zudem fünf Oscar-Nominierungen, darunter für den besten Film und Lilia Skala als beste Nebendarstellerin, was die zentrale Stellung in Poitiers Karriere unterstreicht.
Zeitgenössische und spätere Analysen heben hervor, dass Poitier hier einen ungewöhnlichen Part spielt: Er verkörpert keinen „race problem hero“ im engeren Sinne, sondern einen Handwerker, dessen Rasse zwar immer mitschwingt, aber nicht explizit zum Thema gemacht wird. In einer Rückschau zum 50-jährigen Jubiläum wird betont, Poitier habe der Figur des Homer Smith „eine Dimension verliehen, die sich nicht ins Drehbuch schreiben lässt“, was aus seiner „Stärke und Integrität als Schauspieler“ resultiere. Gleichzeitig wird angemerkt, dass Poitiers Erfolg nicht automatisch zu größeren Chancen für andere schwarze Schauspieler führte und er am Set oft der einzige Afroamerikaner außerhalb von Hilfstätigkeiten war.
Innerhalb von Poitiers Werk markiert „Lilies“ die Brücke zu den noch deutlicher politischen Rollen der späten 1960er, etwa in „Heat of the Night“ („In der Hitze der Nacht„, 1967) und „Guess Who’s Coming to Dinner“ („Rat mal, wer zum Essen kommt“, 1967). Manche Filmhistoriker sehen in Homer Smith gleichwohl eine Figur, die tendenziell ein „assimilationist posture“ verkörpere, also ein Bild des Afroamerikaners, der vor allem durch Fleiß, Anpassungsbereitschaft und moralische Integrität Akzeptanz findet – eine Qualität, die damals nicht von allen Teilen der schwarzen Community unkritisch rezipiert wurde.
*“In der Hitze der Nacht“ ist ein großartiger Film, den wir in der Summe der Eigenschaften für einen der besten politisch gefärbten Krimis seiner Zeit halten, und es war eine gute Zeit für gutes Kino. Der Film ist zwar noch überwiegend klassisch inszeniert, zeigt aber thematisch deutliche Fortschritte und neue Perspektiven im Sinne von New Hollywood. „Rat mal, wer zum Essen kommt“, ist eine Variation des Rassenthemas, die wohl noch hochmögender ist und durch die drei Superstars Poitier, Spencer Tracy (in seinem letzten Leinwandauftritt) und Katherine Hepburn geadelt wird. In den beiden wohl wichtigsten Filmen des Jahres 1967 hatte Poitier die Hauptrolle bzw. eine tragende Rolle und war damit auch auf dem Zenit seiner Karriere. „Lilien auf dem Felde“ ist ganz anders als diese beiden Filme, die untereinander auch sehr verschieden sind. Er spricht nicht, wie „Rat mal, wer zum Essen kommt“ über die diskriminierungsärmere Wunschgesellschaft der Zukunft, er bietet keine dampfende Kriminal-Action mit Kulturclash, sondern zeigt vor allem eine kleine Welt, die vielleicht etwas nach einer konstruierten Versuchsanordnung aussieht, aber dadurch auch spannend und ungewöhnlich ist.
Form und Technik: Schwarzweiß-Bild, Kadrage, Vorbilder
„Lilies of the Field“ ist ein kompaktes, etwa 94-minütiges Schwarzweiß-Drama, inszeniert mit einem erstaunlich schlichten, fast asketischen Stil, der zum kargen Setting passt. Gedreht wurde weitgehend on Location in der Wüste Arizonas, wodurch reale Lichtverhältnisse – gleißende Sonne am Tag, tiefe Schatten und kühle Grautöne in der Nacht – die existentielle Einsamkeit der Figuren unterstreichen. Der Kamerastil arbeitet viel mit Halbtotale und Totalen, in denen Homer gemeinsam mit den Nonnen oder den Dorfbewohnern ins Bild gesetzt wird, was die Idee von Gemeinschaft und Arbeit im Kollektiv bildlich stützt.
Die Kameraarbeit, die in der Tradition des klassischen Hollywood-Stils steht, vermeidet auffällige Effekte und setzt stattdessen auf klare Kompositionen: Die unfertige Kapelle steht oft im Bildzentrum, umgeben von der Leere des Wüstenhorizonts – ein visuelles Bild für das, was noch werden soll, aber noch nicht ist. Vergleichbar ist diese Herangehensweise mit anderen, bewusst schlicht fotografierten US-Filmen jener Zeit, die religiöse oder moralische Parabeln erzählen; als Vorbild lässt sich eher das naturalistische Fernsehen der 1950er Jahre vermuten, in dem Nelson geschult wurde, als das opulente Kinoepos.
Die Farbgebung – in Nuancen von Weiß, Grau und Schwarz – hat zugleich eine symbolische Dimension: Die dunkle Haut Homers hebt sich visuell gegen die hellen Schleier der Nonnen und den grellen Sand ab, ohne dass Nelson dies je plump ausstellt. Das Schwarzweiß vermeidet exotisierende Farben und rückt stattdessen Körper, Gesichter und Gesten in den Mittelpunkt; der Film wirkt dadurch zeitloser und weniger an den frühen 1960er-Look gebunden als viele Farbproduktionen der Epoche.
„Firsts“ und Innovationen
Der offensichtlichste „First“ ist der Oscar für Sidney Poitier: Er war der erste schwarze Schauspieler, der einen Academy Award in der Hauptdarsteller-Kategorie erhielt, und der erste Nicht-Weiße überhaupt in dieser Kategorie. Dass dies ausgerechnet für einen vergleichsweise kleinen, günstig produzierten Film geschah, galt schon damals als Signal, dass auch abseits der Studio-Großproduktionen ästhetisch und gesellschaftlich relevante Arbeiten entstehen konnten.
Filmtechnisch ist „Lilies of the Field“ keine bahnbrechende Innovation; seine „Neuheit“ liegt eher in der Kombination: Ein afroamerikanischer Protagonist trägt einen Film, der als christliche, aber ökumenisch offene Parabel funktioniert, in der Rasse zwar präsent, aber nie zum alleinigen Thema wird. Hinzu kommt, dass der Film eine der frühen Kinomusiken von Jerry Goldsmith enthält, der später zu den bedeutendsten Hollywood-Komponisten avancieren sollte.
Die Musik
Die Filmmusik stammt von Jerry Goldsmith, der Anfang der 1960er Jahre aus dem Fernsehen kommend seine Kinokarriere aufbaute. Seine Partitur für „Lilies of the Field“ ist sparsam instrumentiert und setzt auf kurze, eingängige Motive, die den Wechsel von leiser Komik, Spiritualität und Alltagsschwere begleiten, ohne je ins pathetische Church-Music-Klischee abzugleiten.kids.britannica+1
Berühmt geworden ist das wiederkehrende Spiritual „Amen“, das Homer zusammen mit den Nonnen singt: Poitiers Figur bringt hier afrikanisch-amerikanische Gospel-Tradition in den katholischen Kontext der deutschen Schwestern ein. Diese musikalische Verschmelzung steht zugleich für die interkulturelle Begegnung, die der Film erzählt: Das Lied funktioniert als gemeinsamer Nenner jenseits von Sprache, Konfession und Herkunft.
*Die Schwestern können ja noch nicht gut Englisch- mit Abstufungen. Und da sie nur „Amen“ (sie lernen, die in englischer Aussprache zu tun) singen müssen, während Smith die inhaltlichen Zeilen mit Sprechgesang liefert, lernen sie von ihm auch Englisch. Wir wollten den Film eigentlich in Deutsch sehen und wurden von einer deutschen Übersetzung der Überschrift – ins Original gelockt. Gut so, denn der Film eignet sich hervorragend, um einfaches Englisch intuitiv zu lernen und mit einer deutschen Synchronisierung wären die witzigen Zwischentöne und das gebrochene Englisch der Nonnen so nicht herübergekommen, und Wortspiele und kleine Dialogperlen hätten vermutlich ihre Prägnanz verloren, weil sie nicht direkt übersetzt werden können.*
Tonalität: Zwischen Parabel und Alltagsrealismus
Zeitgenössische Kritiker beschrieben „Lilies of the Field“ als „helle kleine Parabel“, die auf „sanfte und einfallsreiche Weise“ eine moderne Glaubensgeschichte konstruiere. Die „Hollywood Reporter“-Kritik nannte ihn ein „witziges, sentimentales, charmantes und erhebendes“ Werk, das mit Intelligenz und Energie weit über sein kleines Budget hinauswirke. Diese Einschätzungen treffen die Tonalität gut: Der Film bleibt leichtfüßig und humorvoll, ohne seine Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben.
Gleichzeitig ist der Film alles andere als naiv: Der harte Alltag der Nonnen, die Ressentiments der Mexikaner gegenüber der „fremden“ Gemeinschaft und Homers berechtigter Wunsch, für seine Arbeit bezahlt zu werden, sorgen für einen realistischen Grundton, der die Parabel erdet. Die Mischung aus Lakonie, stillem Witz und spirituellem Ernst wirkt bis heute erstaunlich modern und erklärt, warum der Film als „uplifting“ empfunden wird, ohne in Kitsch zu kippen.
Figuren und Rollenprofile
Homer Smith
Homer Smith ist ein Drifter, ein ehemaliger Soldat, der mit seinem Kombi durchs Land zieht, um Gelegenheitsjobs anzunehmen. Er denkt zunächst kurzfristig: Dach reparieren, Geld kassieren, weiterfahren – ein pragmatischer Individualist, der aber Stolz und beruflichen Ehrgeiz besitzt. Im Lauf der Handlung wächst sein Engagement: Aus der Gefälligkeit wird das selbst gesetzte Projekt, eine Kapelle zu bauen, die seinem Ehrgeiz als Handwerker und latentem Architekten entspricht.
Gerade die Entscheidung am Ende, das Angebot des Bauunternehmers nicht anzunehmen und erneut aufzubrechen, ist dafür zentral: Homer verwandelt die Lektion des Films nicht in bürgerliche Sesshaftigkeit, sondern in eine innere, kaum ausgesprochene Veränderung. Er hat erfahren, dass seine Arbeit Sinn haben kann, der über unmittelbare Bezahlung hinausgeht, und dass er imstande ist, eine Gemeinschaft buchstäblich zu „bauen“ – aber er bleibt jemand, der seine Autonomie verteidigt und keinen festen Platz in einer hierarchischen Ordnung sucht.
Die deutschen Nonnen
Die Nonnen stammen – zumindest in der Romanvorlage – aus der DDR, sind also Flüchtlinge aus einem kommunistischen System, und haben über testamentarische Zuwendung die Farm in den USA erhalten. Der Film macht sie zu einer bunt gemischten, deutschsprachigen Schwesterngruppe aus Ostdeutschland, Ungarn und Österreich; sie sprechen gebrochen Englisch und bewegen sich kulturell wie sprachlich am Rand der amerikanischen Gesellschaft.
Die Idee, diese europäischen, katholischen, weiß-deutschen Frauenfiguren mit einem jungen afroamerikanischen Amerikaner zusammenzubringen, erzeugt eine doppelte Fremdheit: Für die Nonnen ist Homer zunächst ebenso „anders“ wie die Mexikaner; für Homer sind sie eine etwas weltfremde, sture Gruppe, die Gott an die Stelle von Arbeitsrecht und Lohnverhandlung setzt. Gerade diese Konstellation erlaubt Nelson aber, jenseits der gewohnten Schwarz-Weiß-Dichotomie des US-Rassendiskurses zu erzählen: Die Nonnen sind selbst Migrantinnen und in gewisser Weise entrechtet, was Homer eine moralische Handlungsfreiheit gibt, ohne ihn zur bloßen Projektionsfläche weißer Wohltätigkeit zu machen.
Die mexikanische Gemeinde
Die überwiegend mexikanisch-amerikanische Bevölkerung des nahegelegenen Städtchens bildet die dritte Achse des Figurenensembles. Anfangs betrachten sie die Nonnen und Homer mit Skepsis, teils mit ironischer Distanz: Die Idee einer Kapelle mitten im Nichts erscheint ihnen unrealistisch, und die Schwestern sind für sie kaum weniger exotisch als für Homer.[en.wikipedia]
Im Lauf der Handlung wird die Gemeinde jedoch zur entscheidenden Ressource: Die Männer bringen Baumaterial, spenden Arbeitskraft und feiern am Ende gemeinsam die Einweihung der Kapelle. Die Mexikaner werden so weder zur bemitleideten Unterschicht noch zum bloßen folkloristischen Hintergrund, sondern zu aktiven Subjekten einer selbst organisierten Gemeinschaft, die sich mit den Nonnen und Homer solidarisiert.
Der Bauunternehmer
Der lokale Bauunternehmer – in der Romanvorlage Orville Livingston – tritt zunächst als etwas selbstgefälliger Vertreter der weißen Geschäftswelt auf. Seine Anrede „Boy“ gegenüber Homer und sein herablassender Ton deuten den alltäglichen Rassismus an, der im Wirtschaftsleben der frühen 1960er Jahre selbstverständlich war.[en.wikipedia]
Im Verlauf des Films wandelt er sich allerdings vom latent rassistischen Opportunisten zum pragmatischen Unterstützer, der Material beschafft und die Leistung Homers anerkennt. Seine Entwicklung ist weniger eine moralische Bekehrung als Ausdruck eines amerikanischen Pragmatismus: Er erkennt, dass Homers Arbeit Qualität hat und dass das Projekt Kapelle dem Ort Nutzen bringt – wirtschaftlich (Aufwertung des Umfelds) wie sozial (Stabilisierung der Gemeinde).
Settings und Dekors
Die Schauplätze sind streng begrenzt: die verfallene Farm der Nonnen, die staubige Straße, das mexikanische Restaurant, das Café der Mexikaner, der Rohbau der Kapelle. Diese Reduktion gibt dem Film eine beinahe theatrale Geschlossenheit, in der sich Beziehungen und Konflikte klar fokussiert beobachten lassen.[en.wikipedia]
Die Dekors sind bewusst arm: morsche Zäune, einfache Holztische, karge Schlafräume und ein Kirchenrohbau aus einfachen Steinen und Brettern. Diese materielle Armut spiegelt die spirituelle Idee des Films – Glauben und Gemeinschaft brauchen keine Pracht, sondern Beharrlichkeit und Einsatz. Gleichzeitig fungiert die Kapelle als wachsendes Objekt im Raum: Von Szene zu Szene wächst der Bau, verändert die Landschaft und zieht schließlich die Blicke der ganzen Gemeinde auf sich.
Handlung, Romanvorlage und Ideologie
Die Handlung ist chronologisch streng linear erzählt: Ankunft Homers, erste Reparaturarbeiten, das langsam wachsende Kapellenprojekt, Konflikte mit der Mutter Oberin, Zuwendung der Gemeinde, Fertigstellung und stiller Abschied. Anders als in vielen zeitgenössischen Hollywoodfilmen ähnlicher Länge verzichtet Nelson auf Nebenhandlungen; alles ordnet sich dem „Projekt Kapelle“ unter, wodurch der Film die Geschlossenheit einer Parabel gewinnt.[en.wikipedia]
Der Stoff geht auf den 1962 erschienenen Roman „The Lilies of the Field“ von William Edmund Barrett zurück. Barrett schildert Homer als Ex-Soldaten und Jack-of-all-trades, der auf seiner Westreise zufällig auf die Nonnen stößt; auch dort glaubt die Mutter Oberin, Gott habe ihn als Baumeister geschickt. Kritik und Sekundärliteratur betonen, dass der Film den Grundkonflikt weitgehend getreu übernimmt, aber innere Monologe Homers reduziert und dafür das Zusammenspiel mit der mexikanischen Gemeinde stärker ausbaut.
Christliche Prinzipien durchziehen den Film sichtbar, ohne in Predigten zu münden: Glaube als Vertrauen auf göttliche Fügung (Mutter Maria), Arbeit als Berufung und Selbstverwirklichung (Homer), Nächstenliebe und Solidarität (die Mexikaner, die Materialien und Arbeitskraft beisteuern). Interessant ist, dass Homer selbst Baptist ist, also nicht dem katholischen Milieu der Nonnen angehört; die Kapelle dient insofern als ökumenischer Raum, in dem verschiedene christliche Traditionen, aber auch ethnische Gruppen – Afroamerikaner, deutsche Europäerinnen, Mexikaner – zusammenfinden.
Der gelungene Kirchenbau symbolisiert mehrere Ebenen: Er ist sichtbares Zeichen, dass aus Misstrauen Vertrauen geworden ist; er steht für Homers beruflichen Stolz; und er markiert die Möglichkeit, dass in einem von Rassentrennung und Klassenschranken geprägten Land eine kleine Gemeinschaft jenseits institutioneller Machtstrukturen etwas gemeinsam schafft. Homer fügt sich dabei nicht einfach in ein christliches Schema, sondern bleibt ein freiheitlich geprägter, gelegentlich widerborstiger Charakter, dessen Glaube – wenn überhaupt – vor allem in der Ernsthaftigkeit seiner Arbeit und seiner Bereitschaft, etwas „für andere“ zu tun, sichtbar wird.
Kontext 1963: Bürgerrechtsbewegung und Rezeption
„Lilies of the Field“ entstand und erschien 1963, also im Jahr von Martin Luther Kings „I Have a Dream“-Rede und kurz vor dem Civil Rights Act. In diesem Klima hoch politisierter Debatten über Rassentrennung, Wahlrechte und Gewalt im Süden wirkt der Film auf den ersten Blick fast unzeitgemäß unpolitisch: Statt Demonstrationen, Polizeigewalt oder Gerichtsprozessen zeigt er eine private, fast intime Geschichte in der Wüste.
Genau diese Zurückhaltung war Gegenstand späterer kritischer Diskussionen. Eine wissenschaftliche Analyse spricht davon, dass der Film eine „assimilationistische Haltung“ stütze: Poitiers Figur lasse sich auf „die Kompromisse ein, die von den vorherrschenden rassischen Einstellungen vorgegeben werden“, und präsentiere ein Bild des idealisierten, immer kontrollierten, moralisch makellosen Schwarzen, das bestimmten Segmenten des schwarzen Publikums problematisch erschien. Gleichzeitig wird betont, dass Homers Rolle insofern ungewöhnlich ist, als sie nicht in einem expliziten Rassenkonflikt verankert ist, sondern ihn als „Handwerker unter vielen“ zeigt, dessen Kompetenz und Würde nicht in Frage gestellt werden.
In der Rückschau haben Filmhistoriker darauf hingewiesen, dass „Lilies of the Field“ zusammen mit anderen Poitier-Filmen jener Zeit eine Art „Gegenkino“ zur offenen Protestkultur der Bürgerrechtsbewegung bildet: Die Filme beschreiben weniger die kollektive Aktion als den einzelnen Afroamerikaner, der in überwiegend weißen oder mehrheitlich nicht schwarzen Räumen seinen Platz sucht. Progressivere schwarze Intellektuelle und Künstler setzten diesem Hollywood-Bild bald schon radikalere, direkt konfrontative Werke entgegen – vom unabhängigen „Nothing But a Man“ (1964) bis zu den Blaxploitation-Filmen der 1970er.
*Die Kritik betrifft vermutlich nicht nur „Lilien auf dem Felde“, sondern auch die beiden erwähnten Filme aus dem Jahr 1967, in denen grundsätzlich nach den Regeln der Weißen gespielt wird – der Afroamerikaner wirkt so kompetent und makellos, dass man an ihm gar nicht vorbeikommt, und das ist natürlich nicht die Erfahrung, die die meisten Menschen mit sich selbst und der Umwelt gemacht haben, dass sie den Alltagsrassismus durch ihre herausragende Persönlichkeit individuell überwinden können. Poitiers Figur in „Lilien auf dem Felde“ ist dabei noch besonders unprätentiös angelegt, weil er ein schlichter Arbeiter ist, kein hervorgehobener Hauptstadtpolizist, der den weißen Provinzcops zeigt, wo der Hammer hängt, kein junger Arzt mit tadellosen Manieren und perfekt sitzendem Anzug. Das Blaxploitation-Kino entwickelte sich allerdings erst etwas später, als eine Infrastruktur dafür bestand und fand seine Höhepunkte in Filmen wie „Do the Right Thing“ (1989), in denen die Bürgerrechtsbewegung schon Vergangenheit ist.
Zeitgenössische und heutige Rezeption
Zeitgenössische Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Der „New York Times“-Kritiker Bosley Crowther nannte den Film „ein helles kleines Werk“, das so „sanft und einfallsreich“ eine moderne Parabel konstruiere, dass es „vor Zuneigung geradezu leuchtet“. Die „Hollywood Reporter“-Rezension lobte ihn als „witzigen, sentimentalen, charmanten und erhebenden Film“, dessen Intelligenz und Energie mehr wert seien als jedes Superbudget.
Heute gilt „Lilies of the Field“ als Klassiker; 2020 wurde er von der Library of Congress in das National Film Registry aufgenommen, als „kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam“. Auf Rotten Tomatoes hält der Film einen Kritiker-Score von 92 Prozent bei einem Publikumswert von 86 Prozent, was eine anhaltend hohe Wertschätzung widerspiegelt. Die IMDb-Nutzerinnen und -Nutzer vergeben derzeit 7,5 von 10 Punkten bei rund 15.000 Stimmen, der Metascore liegt bei 68 von 100 und signalisiert „generally positive reviews“.
Spätere Essays, etwa „Lilies of the Field at 50: Race, Religion, and Sidney Poitier’s Westward Journey“, betonen sowohl die spirituelle Qualität des Films als auch die Ambivalenz seiner Rassenpolitik: Einerseits verkörpere Poitier Würde, Stärke und Professionalität, andererseits stabilisiere seine Figur ein idealisiertes, konfliktscheues Bild schwarzer Männlichkeit, das wenig Raum für Wut oder politische Radikalität lasse. Interessant ist auch, dass Harry Belafonte die Rolle angeblich abgelehnt habe, weil er den Charakter als „nonperson“ empfand – was die Debatte innerhalb der schwarzen Künstlerszene jener Jahre sichtbar macht. Poitier selbst bezeichnete den Film in einem zeitgenössischen Interview als „labor of love“, also Herzensprojekt, und sah darin offenbar eine Chance, sich von sich wiederholenden „Race Problem“-Rollen zu lösen.
*Es gibt ein berühmtes Bild, auf dem Poitier, Belafonte und der weiße Schauspieler Charlton Heston zusammen beim March on Washington im Jahr 1963 zu sehen sind, als Martin Luther King mit „I Have A Dream“ eine der brühmtesten Reden der Geschichte hielt. Der Film kam also in einer Zeit sehr klein daher, als eine unglaubliche Kraft der Veränderung die Gesellschaft beherrschte – noch ohne die furchtbaren Auswirkungen der politischen Morde, die bald folgen sollten.“
Hat sich am Schluss etwas verändert?
Auf der Handlungsebene scheint am Ende alles beim Alten: Die Nonnen bleiben, wo sie sind; die Mexikaner gehen ihrem Alltag nach; Homer fährt weiter. Und doch ist vieles anders: Die Kapelle steht, bietet der kleinen Glaubensgemeinschaft des Ortes einen gemeinsamen, würdigen Raum, wie auch die Haltung des irischen Priester belegt, der künftig in ihr predigen kann, und mit ihr hat sich die Selbstwahrnehmung der Beteiligten verschoben – sie haben erfahren, dass sie gemeinsam in der Lage sind, aus dem Nichts ein dauerhaftes, sichtbares Zeichen zu schaffen.
Für Homer bedeutet das Projekt eine stille Initiation. Er beginnt als Mann, der „für sich“ arbeitet – gegen Lohn, gegen Kost und Logis –, und entdeckt unterwegs, dass seine Arbeit über das eigene Fortkommen hinaus Sinn stiften kann. Dass er dennoch nicht bleibt, schützt die Figur vor der naheliegenden Hollywoodauflösung: Der schwarze Held fügt sich nicht am Ende brav in eine weiße oder europäische Institution ein, sondern nimmt die Erfahrung mit, ohne seine Beweglichkeit aufzugeben. Die Veränderung ist innerlich, nicht sozialstatistisch messbar.
*Auch dies unterscheidet den Film von den wesentlich bekannteren Werken aus dem Jahr 1967, in denen Poitier sich beweist, durchsetzt (der Krimi) oder in die weiße Mittelklasse integriert (das Gesellschaftsdrama).
Eigene Einschätzung und Bewertung
Aus heutiger Perspektive wirkt „Lilies of the Field“ wie ein bewusst klein gehaltener Gegenentwurf zum großen Bürgerrechtskino – und gerade darin liegt seine Stärke wie seine Problematik. Die Stärke: Der Film interessiert sich aufrichtig für Arbeit, für handwerkliche Präzision, für Glaube als praktische Haltung und für die Möglichkeit, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft sich über sehr konkrete Projekte – ein Dach, ein Stein, ein Lied – annähern können. Die Problematik: Indem die strukturelle Gewalt der Rassentrennung weitgehend ausgespart bleibt, kann das Miteinander fast zu leicht wirken; Konflikte werden durch Fleiß, Humor und Demut gelöst, ohne dass Machtverhältnisse grundlegend hinterfragt werden.
Für Sidney Poitier ist der Film dennoch ein zentrales, vielleicht sogar unverzichtbares Kapitel seiner Laufbahn: Er beweist hier, wie viel Charisma, Musikalität und komödiantische Leichtigkeit in ihm steckt, und trägt einen Film, dessen Budget und Konzeption ihn leicht zum frommen Kammerspiel im Nichts hätten machen können. Ralph Nelson wiederum nutzt seine Fernseh-Erfahrung, um mit geringen Mitteln maximale Wirkung zu erzielen und Themen vorzubereiten, die er später mit sehr viel größerer Vehemenz bearbeiten sollte.
In Relation zur IMDb-Bewertung von 7,5/10 ist eine etwas höhere Einschätzung plausibel, gerade wenn man historische Bedeutung, darstellerische Qualität und die elegante Einfachheit der Inszenierung zusammennimmt. Eine Wertung im Bereich von etwa 8,5/10 erscheint angemessen: „Lilies of the Field“ ist kein makelloses Meisterwerk, aber ein erstaunlich zeitloser, kluger und berührender Film, der leise erzählt, was 1963 viele laut forderten – dass Respekt, Gleichheit und Solidarität nicht Utopie, sondern gelebte Praxis sein können.
Finale
Wir mögen „Lilien auf dem Felde“ sehr, auch wenn er nicht vollkommen und kein bürgerrechtliches Revolutionskino ist. Er hat Charme und Originalität, kaum falsche Töne und das ist sehr bemerkenswert und man kann das von den großen Rassendramen der damaligen Zeit nicht immer in gleichem Maße behaupten, auch wenn sie sehr wohlwollend, integrativ, anti-diskriminierend sein wollen. Sie sind klar weißes Kino, während „Lilien auf dem Felde“ zwar kein „schwarzer Film“ ist, aber beinahe neutral wirkt. Natürlich haben die Nonnen durch ihre Überzahl auch ein gewisses Übergewicht, aber, wie oben richtig angemerkt: Sie sind selbst keine Mitglieder der weißen Mehrheitsgesellschaft, sondern Vertriebene, die sich in einer neuen Situation, in einem anderen Land zurechtfinden müssen. Diese Probleme darf man nicht unterschätzen. Sie sind keine Abenteuerinnen, die in den USA auf Verdrängungskurs sind, sondern arm und ein bisschen hilflos, auch wenn sie nicht komplett dem Untergang geweiht sind. Die Kapelle, die erst ein paar Mauerecken aufweist, steht symbolisch für die Fragilität ihrer Position in den großen USA, wie die fertige Kirche für eine Etablierung, die nicht dominant, sondern der Gemeinschaft dienlich wirkt. Ihr Feld müssen sie weiterhin selbst bestellen, aber sie haben mit ihrer spirituell intendierten Tatkraft etwas erreicht, woran der irische Priester nicht einmal gedacht hat, nämlich etwas aufzubauen.
Man darf den Aufbau als uramerikanisches Symbol nicht unterschätzen. Menschen, die gemeinsam ein Haus, ein ganzes Dorf bauen, unentgeltlich, um die Wildnis zu einem Heim zu machen, dieses Handlungselement gibt es in mehreren Filmen, u. a. In „Eine Braut für sieben Brüder“ (der eigentlich „Sieben Bräute für sieben Brüder“ heißen müsste, einem Musical aus dem Jahr 1954).
Außerdem hat dieser Ansatz gleichermaßen etwas Sozialistisches, denn wir sehen hier ein Kollektiv am Werk, das keinen Kapitalisten braucht, auch wenn der vermutliche einzige Kapitalist weit und breit ein paar teure Ziegel beisteuert, die nicht so recht zum übrigen Baumaterial passen wollen, was ja auch wieder eine Aussage ist. Das Kollektiv braucht fachkundige Anleitung, aber niemanden, der aus dem Bau einen unangemessenen materiellen Gewinn zieht, denn er ist ein Ort des Glaubens.
Diese eigenartige Mischung aus christlichem Existenzialismus und Liberalität in ethnischen Fragen macht aus „Lilien auf dem Felde“ etwas Besonderes, das man als Liebhaber erfrischender Perspektiven und generell von interessanten Filmen anschauen sollte. Er zeigt eine überraschende USA, die zwar nicht ganz realistisch wirkt, aber auch nicht unrealistischer als der Hollywood-Mainstream, dessen Ende sich in diesem Film schon andeutet, der jedoch nicht die manchmal brachiale Art von New Hollywood, mit Traditionen zu brechen, zeigt.
Nach dem Titel, den wir schon länger kennen, hätten wir ein Rassendrama mit Theatralik erwartet, eine Art Vorläufer von Werken wie „Die Farbe Lila“ oder einen Problemfilm, wie sie Anfang der 1960er in Mode waren, aber mit dieser kleinen Perle in Schwarz-Weiß hatten wir nicht gerechnet. Die Bewertung der KI trifft unsere Einschätzung sehr gut, aber wir hatten im Rahmen der Fragestellung schon angedeutet, dass wir höher gehen werden, also die Richtung vorgegeben.
83/100
2025 Der Wahlberliner, Thomas Hocke / Analyse: KI
| Regie | Ralph Nelson |
|---|---|
| Drehbuch | James Poe |
| Produktion | Ralph Nelson |
| Musik | Jerry Goldsmith |
| Kamera | Ernest Haller |
| Schnitt | John W. McCafferty |
| Besetzung | |
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1Maiglöckchen des Feldes (Film von 1963) – Wikipedia
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„Lilies of the Field“ („Lilien auf dem Felde“, USA 1963). Schreiben Sie bitte eine ausführliche Analyse von mindestens 1.800 Wörtern zu dem Film in einem journalistischen, aber klar gegliederten Stil und korrektem Deutsch.
Orientieren Sie sich bitte an folgenden Aspekten und Fragen:
1.) Stellung des Films im Werk
a.) des Regisseurs Ralph Nelson. Schildern Sie uns mehr über Ralph Nelson, der in Deutschland ziemlich unbekannt ist, obwohl er auch einige Starproduktionen gemacht hat, u. a. Western. Was war sein Markenzeichen, wie ist er mit der Rassenfrage umgegangen?
b.) des Schauspielers Sidney Poitier. Für mich bis heute einer der besten afroamerikanischen Schauspieler und ein Lieblingsschauspieler von mir. Der erste Film mit ihm, den ich gesehen habe, war „Blackboard Jungle“ (1955), in dem zwar der Lehrer, gespielt von Glenn Ford, im Mittelpunkt steht, wo aber Poitiers Talent schon aufschimmer.
2.) Besonderheiten des Films im Allgemeinen, dann speziell:
a.) technische Besonderheiten (inklusive Farbgebung, Kamerastil, Kadrage, eventuelle Vorbilder).
b.) gab es in dem Film „Firsts“, etwas, das erstmalig umgesetzt wurde oder gar eine Innovation in der Filmbranche oder Filmtechnik darstellte?
c.) Die Musik des Films.
3.) wie ist die Tonalität des Films?
4.) Wie wird der Film rezipiert?
a.) Zeitgenössische Kritiken, bitte mit Zitaten und Quellen.
c.) Heutige Einschätzung der Kritiker, bitte mit Zitaten und Quellen sowie die Durchschnittsbewertung in wichtigen Kritiken-Aggregatoren (Rotten Tomatoes, MetaCritic, wenn vorhanden, falls nicht, das Nichtvorhandensein eines Scores bitte nicht erwähnen).
d.) Wie haben sich die Beteiligten an dem Film zu ihm geäußert?
e.) Unsere Einschätzung wird oberhalb derjenigen der IMDb-Voter:innen liegen (diese vergeben aktuell ansehnliche 7,5/10).
5.) Die Rollenprofile / Charaktere in diesem Film:
a.) Die Rolle Poitier als einer Art Drifter oder Gelegenheitsarbeiter, der sich nur um seine aktuellen Bedürfnisse kümmert und sich dann bei einem Kapellenbauprojekt einbringt, wo er seinen Ehrgeiz entdeckt. Aber am Ende nimmt er das Angebot eines lokalen Bauunternehmers nicht an, als Vorarbeiter fest angestellt zu werden und kommt auch nicht auf die Idee, die weiteren Projekte der Nonnen voranzutreiben.
b.) Die ungewöhnlichen Charaktere der fünf (oder sechs) deutschen Nonnen, die in Arizona ihre Zelte aufgeschlagen haben und sich durchschlagen, sie sind aus der DDR geflohen – offenbar direkt nach oder während des Mauerbaus, kommen aber auch aus Ungarn oder Österreich. Wie verfiel man auf die außergewöhnliche Idee, sie mit einem jungen Afroamerikaner interagieren zu lassen?
c.) Die örtlichen Mexikaner in einer Kurzcharakterisierung.
d.) Der Bauunternehmer, der einen relativ neuen Lincoln fährt und anfangs ein bisschen rassistisch ist („Boy!“), aber dann vor allem pragmatisch und auch bei der Materialbeschaffung hilft.
6.) Settings und Dekors .
7.) Handlung und Ideologie
a.) Wie ist der Plot gebaut? Wie kann man ihn am besten charakterisieren? Er ist relativ strikt, trotz mehr als zwei Stunden Länge, was damals für einen Kimi viel war, chronologisch aufgebaut.
c.) Gibt es eine Buchvorlage und wie wurde sie umgesetzt? Benennen Sie bitte die wichtigsten Unterschiede, falls es eine Vorlage gibt.
d.) Wichtig ist bei diesem Film ganz sicher die Aussage. Welche christlichen Prinzipien werden dabei behandelt und miteinander in Verbindung oder auch in Kontrast zueinander gebracht? Wie agieren die unterschiedlichen Ethnien miteinander, und wie verändern sich die Charaktere durch das Erlebnis, die jeweils andere Kultur kennenzulernen? Was symbolisiert der am Ende gelungene Kirchenbau? Wie passt Homer Smith in ein offensichtlich von biblischen Leitgedanken durchzogenes Setting?
8.) Stellen Sie 7.) in Relation zur Situation der USA 1963 dar, dem Jahr, als M L King seine berühmte „I have da dream“-Rede in Washington hielt und ein Jahr vor der Verabschiedung des Civil Rights Act. Der Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung? Natürlich passt der Film gut in diese Zeit, aber ich finde, er steht auch etwas separat, weil er auf Individuen mehr Wert legt als auf vordergründige politische Aussagen. Wie sehen Kritiker das, wie wurde es damals vom progressiven Teil der afroamerikanischen Community aufgefasst?
9.) Hat sich am Schluss etwas veränder, und wenn ja, was? Hat Homer Smith eine entscheidende Erfahrung gemacht, die ihn trotz seines leisen Abgangs begleiten und sein weiteres Leben mitbestimmen, evtl. verändern wird?
10.) Schreiben Sie gerne eine eigene Zusammenfassung und Einschätzung, die meine Anmerkungen stützen, aber auch relativieren oder kritisieren darf und geben Sie eine Bewertung ab.
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