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Im Grunde ein Montagsartikel, den wir heute veröffentlichen. Kurzer Sachtext, kaum Kommentar und keine weitere Recherche. Es geht um die Verkehrswende.
Infografik: Mit dem Fahrrad zur Arbeit | Statista

Begleittext von Statista
80 Prozent der im Rahmen der Statista Consumer Insights in Deutschland befragten Menschen sind auf ein Transportmittel angewiesen, um Arbeitsplatz, Schule oder Universität zu erreichen. Von diesen Pendler:innen nutzen 20 Prozent unter anderem das eigene Fahrrad. Damit liegt das Zweirad hinter Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln auf Platz drei. Bei kürzeren Strecken steigt der Anteil der Fahrrad-Pendler:innen auf knapp 30 Prozent. Im europäischen Vergleich steht Deutschland relativ gut da, wie der Blick auf Grafik zeigt. So ist der Drahtesel in Frankreich, Großbritannien oder Spanien deutlich unpopulärer. Es geht aber auch ein ganzes Stück besser: In den Niederlanden nutzen 33 Prozent der Pendler:innen das Fiets (niederländisch für Fahrrad), um zur Arbeit zu kommen. Die Freizeitnutzung eingerechnet steigt dieser Wert sogar auf über 50 Prozent. Das liegt freilich auch an einer Verkehrspolitik, die dem Verkehrsmittel Fahrrad deutlich mehr Platz auf den Straßen einräumt.
Kurzkommentar
Geht doch, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. In Deutschland. Dass die Niederlande ein Radfahrer:innenland sind, ist kein Klischee. Die Topografie macht es einfacher als in weiten Teilen Deutschlands, aber es ist auch eine Mentalitätsfrage, inklusive der Mentalität der Politik. Die Verkehrsplanung in den Niederlanden ist so aufgestellt, dass Radfahrer und Autofahrer besser miteinander auskommen als bei uns. Bis auf Schweden liegen die anderen europäischen Länder schlechter, wo bei Österreich noch ganz gut abschneidet. Vermutlich fahren dort aber auch die meisten eher in Städten wie Wien und dem flacheren Umland mit dem Fahrrad zur Arbeit als in den Bergen. Südeuropa betreffend können wir auch verstehen, dass die Leute dort nicht mitten am Tag durch die sengende Hitze mit dem Fahrrad gondeln wollen. Das E-Bike könnte beim Schwitzen ein wenig Abhilfe schaffen, aber trotzdem kommt man nicht gerade frisch auf der Arbeit an, wenn man bei dortigen Temperaturen das Rad benutzt – wohl dem, der den Komfort hat, sich dort umziehen und am besten auch duschen zu können.
Zu beachten ist, dass es sich um eine Umfrage handelt, nicht um Daten, welche von den statistischen Behörden der gezeigten Länder erhoben wurden. Subjektive Aspekte sind also immer zu berücksichtigen – wobei das Bild hier ziemlich realistisch erscheint. Es ist aus vielen Quellen ablesbar, dass die Menschen in den Ländern, die der Befragung gemäß beim Radfahren vorne sind, sich tatsächlich mehr mit dem Zweirad bewegen. Was uns sehr interessieren würde: Sie sich zum Beispiel im klassischen Radfahrerland Niederlande das E-Bike im Vergleich zu Deutschland verbreitet, wo es schon einen hälftigen Anteil an den Neukäufen erreicht hat. Eine andere Grafik, die nicht aufgrund einer Umfrage erstellt wurde, hat uns mehr getriggert als die oben gezeigt, mit ihr werden wir uns in einem eigenen Artikel beschäftigen: Es geht um die steigende Zahl von Fahrradfahrer:innen, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Der Grund ist der bereits genannte: E-Bikes verbreiten sich immer mehr und nach unseren Beobachtungen können viele E-Bike-Fahrer überhaupt nicht Radfahren, sie sind vermutlich vom ÖPNV oder / und vom Auto umgestiegen. Das soll ja auch so sein, es treibt die Verkehrswende voran, aber sicherer macht es die Straßen nicht, auch nicht für die Radfahrer, die noch in die Pedale treten, um Vortrieb zu erzeugen. Die weitaus größere Gefahr stellen aber nach wie vor bösartige, ignorante oder ungeschickte Autofahrer, in Berlin sind alle drei Gruppen erschreckend weit verbreitet. Heute keine Aufschlüsselung, denn die wäre subjektiv – und auch überraschend. Sie gehört zu der Unfallgrafik, über die wir noch schreiben werden.
Wir haben gerade die Teile bestellt, um unser 4 Jahre altes ATB wieder fit für den Sommer machen zu lassen und wollen generell mehr fahren als 2025. Im kommenden Frühjahr, falls die Dinge des Lebens insgesamt zufriedenstellend laufen, wollen wir uns ein Rennrad zulegen. Es wird Zeit für neue Herausforderungen, gerade, wenn man älter wird.
TH
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