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Die Erde expandiert nicht, sie bleibt immer gleich groß. Expansiv ist hingegen nach wie vor die Spezies, welche die Welt mehr einer Belastungsprobe aussetzt, mehr als alle anderen Arten zusammen. Der Mensch vermehrt sich weiter und noch schneller wachsen die Riesenstädte, die Megacities, in denen sich das Dasein der Menschen konzentriert. Die größten dieser Städte hat Statista heute in einer Grafik dargestellt.
Infografik: Welches sind die größten Megastädte? | Statista

Begleittext von Statista
Mit 41,9 Millionen Einwohnern liegt Jakarta an der Spitze der bevölkerungsreichsten Städte weltweit – gefolgt von Dhaka mit 36,6 Millionen und Tokio mit 33,4 Millionen. Das zeigen Daten der UN Population Division. Auffällig ist die geografische Verteilung: Unter den größten Städten dominieren asiatische Metropolen klar, während Städte aus Europa oder Amerika deutlich weiter hinten rangieren. Europa ist in diesem Vergleich deutlich unterrepräsentiert: London ist mit 10,4 Millionen Einwohnern die einzige europäische Megacity in diesem Ranking.
Zugleich zeigen sich große Unterschiede bei der Bevölkerungsdichte: So leben in Kairo rechnerisch 15.542 Einwohner auf einem Quadratkilometer. Dagegen wirken Städte wie Los Angeles mit 3.444 Einwohnern je Quadratkilometer vergleichsweise weitläufig. In Mumbai (nicht in der Grafik enthalten, mit 20,2 Millionen Einwohnern auf Platz 12) leben mit 27.301 am meisten Menschen auf einem Quadratkilometer Fläche.
Diese Entwicklung spiegelt strukturelle Trends der globalen Urbanisierung wider. Besonders in Schwellenländern zieht es immer mehr Menschen in wirtschaftliche Zentren. Das starke Wachstum könnte jedoch Infrastruktur, Wohnraum und Umwelt zunehmend unter Druck setzen und langfristig neue Herausforderungen für die Stadtplanung schaffen.
Eine große Herausforderung ist zum Beispiel der so genannte Wärmeinseleffekt: danach heizen sich Bauwerke und Straßen auf und wirken wie Hitzespeicher. Durch die vielen hohen Häuser und engen Straßenschluchten reduziere sich außerdem die Windgeschwindigkeit und der Abtransport der aufgetauten Wärme dauere länger. Durch diese zusätzliche Wärmebelastung und der beobachteten höheren Luftverunreinigung in Städten potenziere sich die Beeinträchtigung der Gesundheit des Menschen. Dies sei eines der wichtigsten urbanen Umweltprobleme weltweit.
Kurzkommentar
Wer Berlin groß findet, sollte sich also mal in Asien umsehen. Aber zumindest eng ist es auch in europäischen Städten: Paris kommt mit knapp 20.000 Einwohnern pro m² dicht an die asiatischen Megacitys heran oder übertrumpft sie sogar. London ist mit ca. 5.800 Einwohnern pro km² wesentlich entspannter – und Berlin wird seinem Ruf als relativ locker bebaute Stadt gerecht, mit ca. 4.100 Menschen, die auf einem von etwas über 800 km² wohnen. Wenn es nach Immobilienplanern geht, die irgendwo zwischen übermorgen und vorgestern hängen, würde sich das allerdings ändern, es käme zu Wohntürmen und zur Bebauung der für das Stadtklima so wichtigen Freiflächen. Da die Wärmeinsel oben angesprochen wurde: Berlin ist nicht gerade Vorreiter in Sachen Klimaschutz, speziell Hitzeschutz. Deswegen sind die grünen Oasen hier besonders wichtig. Die Wohnungsnot droht, diese Oasen zu vernichten, aber sie durch den Zubau von Grünflächen und weiterer Verdichtung zu beheben, anstatt im Rande der Stadt großzügig neue Viertel zu planen, halten wir für einen denkbar schlechten Weg, die Lebensqualität in der Stadt betreffend. Für die Bewohner asiatischer Megastädte sind das natürlich Luxusprobleme, aber darin zeigt sich auch die Chance, dass Deutschland nicht aus allen Nähten platzt: Man kann an der Qualität, der Verbesserung arbeiten, anstatt dem explosionsartigen Anstieg von Agglomerationen Herr werden zu müssen.
Dhaka ist die Hauptstadt von Bangladesh, wo viele Textilunternehmen auch für Europa produzieren. Deutschland ist nach Großbritannien der zweitwichtigste Handelspartner des Landes. Es wird erwartet, dass Dhaka die indonesische Hauptstadt Jakarta in den nächsten 20 Jahren an Einwohnerzahl überholen wird. Da keine andere der Megastädte ähnlich schnell weiterwächst, wird Dhaka dann die bevölkerungsreichste Stadt der Welt sein.
Bei den Daten muss man immer mitdenken, dass es unterschiedliche Ansätze zur Bemessung der Einwohnerzahl gibt. Tokio zum Beispiel hat nicht über 30 Millionen Einwohner, sondern lediglich knapp 10 Millionen, gemeint ist in der Statista-Grafik die gesamte Metropolregion Tokio-Yokohama bzw. Kanto, die nach Wikipedia-Angaben sogar 38 Millionen Einwohner hat und nach dieser Angabe auf Rang 2 der Megastädte liegen würde. Auch europäische Städte kann man sehr unterschiedlich bemessen. Paris hat zum Beispiel nur 2,1 Millionen Einwohner auf lediglich 105 km², etwas mehr als halb so viele wie Berlin, das 8-mal größer ist, aber die Metropolregion in der Ile de France umfast 13 Millionen Menschen, während die Region Berlin-Brandenburg nur auf die Hälfte kommt.
Aber auch in Asien wächst die Bevölkerung nicht mehr so schnell, deswegen geht man davon aus, dass auch das künftige Wachstum der Weltbevölkerung viel geringer ausfallen wird (prozentual) als bisher, weil Asien den größten Teil der Erdbevölkerung stellt. Afrika nimmt hingegen noch nicht wesentlich am ansonsten global zu beobachtenden Rückgang der Geburtenraten teil. Deswegen werden Städte wie Lagos, die Hauptstadt des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes, Nigeria, in nicht allzu ferner Zeit unter den größten der Welt zu finden sein. Lagos hat derzeit als Stadt 18 Millionen, als Metropolregion 21 Millionen Einwohner.
TH
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