Deutschland auf Platz 5 bei Startups für humanoide Robotik (Statista + Kurzkommentar)

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Gestern hatten wir die Finanzierung der Startups für humanoide Robotik dargestellt (China ist führend bei der Finanzierung humanoider Robotik (Statista + Kurzkommentar) – DER WAHLBERLINER), heute schauen wir darauf, wie viele Startups es in den führenden Ländern gibt. Dabei zeigt sich im Vergleich mit der sehr einseitig wirkenden Finanzierungsmacht Überraschendes.

Infografik: Deutschland auf Rang 5 bei Startups für humanoide Robotik | Statista

Begleittext von Statista

China liegt mit 23 Startups im Bereich humanoide Robotik derzeit an der Weltspitze – knapp vor den USA, die 22 entsprechende Startups vorweisen können. Deutschland liegt auf Rang fünf, hinter Indien und dem Vereinigten Königreich. Humanoide Robotik wird damit derzeit von den großen Tech‑Nationen und bevölkerungsreichen Märkten dominiert.

Der Markt für humanoide Roboter wächst zuletzt deutlich, wie sich an den Investitionen in entsprechende Startups ablesen lässt. So wurden 2025 mit 2,65 Mrd. US-Dollar mehr in Startups für humanoide Robotik investiert als in den Jahren 2018 bis 2024 zusammengerechnet. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Investoren humanoide Robotik inzwischen als reifere und kommerziell attraktivere Technologie ansehen, sodass Kapital nicht mehr vorsichtig getestet, sondern in größerem Stil investiert wird.

Humanoide Roboter orientieren sich in Form und Beweglichkeit am menschlichen Körper. Sie haben typischerweise Kopf, Rumpf, zwei Arme und zwei Beine und sollen möglichst viele verschiedene Tätigkeiten in menschen­gemachten Umgebungen übernehmen. Sie sind in ihren Bewegungen meist langsamer als der Mensch – dafür aber flexibler, können sich frei im Raum bewegen und perspektivisch verschiedenste Aufgaben lernen. Dabei können sie körperlich anstrengende, monotone oder gefährliche Arbeiten übernehmen.

Kurzkommentar

Die gestern gezeigte Statista-Grafik weist aus, dass China und die USA sich bei den Investitionen in humanoide Robotik den Markt beinahe alleine aufteilen, der Rest der in dieser Darstellung ausgewiesenen Nationen kommt nur auf einen Bruchteil dessen, was diese beiden Länder investieren. Deutschland ist darauf nicht einmal erwähnt. Bei der Zahl der Startups sieht es aber etwas anders aus, da ist Deutschland immerhin bei den führenden Ländern sichtbar, die EU insgesamt käme vermutlich auf Platz drei hinter China und den USA. Vielleicht wäre sie sogar vorne, wenn Großbritannien noch dabei wäre.

Freilich beschäftigt uns aber dieses Missverhältnis zwischen Zahl der Startups und Finanzierung. Es wirkt, als ob die europäischen Startups geradezu winzig wären, im Vergleich zu denen der USA und Chinas, und leider ist das ja oft tatsächlich so, auch im Bereich der KI. Es gibt etwas, aber es ist kaum ernstzunehmen und kann sich am Markt gegen die beiden Digitalsupermächte kaum durchsetzen. Japan hätten wir eine höhere Zahl von Startups zugerechnet, denn diese Gesellschaft, die noch stärker altert als die deutsche, versucht schon länger, Assistenzroboter in den Alltag zu implementieren und die gesellschaftliche Akzeptanz dafür ist auch deutlich höher als in den individualistischen westlichen Gesellschaften – besonders im Pflegebereich, wo man hierzulande davon ausgeht, dass die Interaktion mit echten Menschen wichtig für das soziale Wohlgefühl der Patient:innen oder Bewohner:innen (z. B. von Senioreneinrichtungen) ist. Ob das angesichts von überlastetem und teilweise ruppigem Pflegepersonal stimmt, kann man diskutieren. Wir sehen eher die psychosozialen Betreuungsleistungen als längerfristig an Menschen gebunden an als die physischen Tätigkeiten.

Ergänzung 06.08.2026: Allerdings bestimmen Startups nicht allein über das Bild: In Japan beispielsweise dürften es sich auch traditionelle Industrie-Großkonzerne wie Mitsubishi oder Toshiba zur Aufgabe gemacht haben, an der Robotik mitzuentwickeln. Einen Hinweis darauf, dass auch in Deutschland die Konzerne, die jeder kennt, auf dem Gebiet tätig sind, hat uns ein Leser in einem Kommentar zu diesem Text mitgegeben:

Post von @thomas-katzenminze.bsky.social — Bluesky (verlinkter Artikel des Berliner Tagesspiegel mit Paywall.)

Wir haben im gestrigen Artikel geschrieben, Roboter haben die Fantasie der Menschen schon befeuert, lange bevor es die Form der KI gab, die heute viel mehr von den meisten von uns genutzt wird als die Robotik. Aber die Entwicklung geht bei den Computern auf zwei Beinen nicht so schnell, weil die mechanische Komponente nicht so leicht in den Griff zu bekommen ist. Anders als bei den stationären Industrierobotern, die auf genau einen oder zwei „Handgriffe“ spezialisiert sind, ist die freie Beweglichkeit eine beachtliche Herausforderung – und hier sind europäische Unternehmen, wie auf allen Feldern der Feinmechanik, durchaus noch gut im Rennen, sie bauen häufig die Scharniere, die Gelenke, die präzise genug sind, um den Anforderungen zu genügen. Aber eben als Zulieferer, nicht als Systemanbieter und wie bei der deutschen Maschinenbauindustrie insgesamt dürfte auch hier die Tendenz vorhanden sind, dass chinesische Unternehmen sich den exklusiven technischen Zugang durch den Erwerb solcher Unternehmen sichern.

TH


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