Infografik: Teilweise Rekord-Niedrigwasser entlang der Donau (Statista + Kurzkommentar)

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Seit Tagen ist in unserem privaten Resonanzraum die Dürre ein Thema, nachdem die größte Hitze erst einmal vorbei ist. Passenderweise hat Statista dazu eine Grafik gefertigt, die belegt, dass man auch dieses Phänomen statistisch aufbereiten kann. Die Donau scheint sich besonders für Darstellungen historischer Dürrezeichen zu eignen, wie wir an der heutigen Grafik und einer weiteren sehen werden, die wir morgen zeigen und die insofern sehr bildhaft ist, als sie sich auch mit makaberen Begleiterscheinungen des Niedrigwassers befasst.

Infografik: Donau-Pegel an vielen Stellen sehr niedrig | Statista

Statista-Begleittext

Der Donaupegel ist an ausgewählten Messstationen in Bayern derzeit ungewöhnlich niedrig: So liegen die Pegel an allen gezeigten Messpunkten unterhalb des so genannten Regulierungs-Niedrigwasserstands, wie die Statista-Infografik mit Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. An den Messstationen Hofkirchen und Pfelling wurden sogar die bisherigen historischen Pegel-Tiefstände unterschritten. Der Regulierungs‑Niedrigwasserstand (RNW) ist ein amtlich festgelegter Pegelwert, der als technische Referenz für Betrieb und Unterhaltung einer Wasserstraße dient (z. B. Planung der Fahrrinnentiefe). Unterschreitet der aktuelle Pegel den RNW, löst das Monitoring und Alarmprozesse aus; die zuständigen Wasserstraßenbehörden prüfen dann Trend und Dauer und informieren die Schifffahrt. Typische Folgen sind gestaffelte Betriebseinschränkungen (z. B. reduzierte zulässige Tiefgänge), priorisierte Unterhaltungsmaßnahmen und—bei weiterer Verschärfung—temporäre Sperrungen. Die konkrete Maßnahme entscheidet das zuständige Wasserstraßenamt.

Kurzfristig bedeutet das geringere Frachttiefen und höherenAufwand für die Binnenschifffahrt sowie mögliche Einschränkungen für wasserintensive Industrieanlagen entlang der Donau. Langfristig könnte die Häufung sehr niedriger Pegel den Druck auf die Anpassungsplanung für Wasserstraßen, Energieerzeugung und Landwirtschaft verstärken.

Für derartige Niedrigwasserpegel kommen laut Experten mehrere klimatische und hydrologische Faktoren infrage: Anhaltende Hitze und niederschlagsarme Witterung haben die Abflüsse reduziert, gleichzeitig schwächen bereits reduzierte Schneeschmelzen und veränderte Niederschlagsverteilungen die längerfristige Grundwasserneubildung. Hitzeperioden werden durch den Klimawandel wahrscheinlicher und länger. Dies erhöhe das Risiko für schwere Niedrigwasserphasen.

Kurzer Kommentar

Wir fassen uns heute kurz, weil wir meinen, die Grafik und der Text sprechen für sich selbst, weisen aber darauf hin, dass der Sommer noch nicht zu Ende ist und die Tiefststände der Wasserstraßen noch nicht erreicht sein dürften. Wir machen auch darauf aufmerksam, dass Deutschland eines der Länder ist, die am stärksten vom Verlust von Wasservorräten betroffen sind – weltweit. Das Ausgangsniveau war vor einigen Jahrzehnten natürlich viel höher als in Trockengebieten der Erde, im Vergleich dazu gibt es hierzulande immer noch viel Wasser, aber es wird weniger, und zwar nicht nur ein bisschen. Schon jetzt sträuben sich die immer gleichen Typen davor, das anzuerkennen und sich eventuell sogar Einschränkungen unterwerfen zu lassen, wenn z. B. die Trinkwassermenge nicht mehr ausreicht, um die bislang übliche Verschwendung von Wasser fortzuführen. Der Klimawandel ist sowieso demokratiegefährdend, aber jeder seiner Aspekt kann einzeln weitere Schäden in einer ohnehin devastierten Gesellschaft anrichten, die immer mehr von Personen dominiert wird, die anscheinend einen schnellen Untergang der Zivilisation herbeisehnen, anstatt vernünftig gegen das zu steuern, was die Menschheit ohnehin über Jahrhunderte angerichtet hat. Die bessere Erkenntnis führt nicht zu besserem Verhalten. Wir werden also nicht nur weitere Dürreperioden sehen, sondern auch immer mehr verstärkt die Weigerung, entsprechende Anpassungsmaßnahmen zu vollziehen.

Eine Politik, die das aus Gründen der Vernunft gegen eine Bevölkerungsmehrheit versuchen würde, die jedwedes Maß und jede Denklogik verloren hat, wäre nicht lange im Amt und nach ihr wäre es schlimmer als zuvor. Wir sehen hier vorerst keine Lösung. Anders ausgedrückt: Wir können nicht abschätzen, wie schlimm es kommen muss, damit ein Umdenken stattfindet. Treffen wird es wieder vor allem die Ärmeren, unabhängig von ihrer Einstellung zum Klimawandel.

TH


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