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Wir hatten Ihnen noch einen Dürre-Niedrigwasser-Artikel als Update zu unserer Darstellung der Donau-Niedrigstände versprochen, dieses Update können Sie nun lesen. Es ergänzt die nüchternen Pegel-Angaben auf der vorausgegangenen Statistik (der Ausgangsartikel steht direkt unter diesem Update) mit einigen im wörtlichen Sinne plastischen, teilweise makaberen Funden, die das Niedrigwasser mit sich gebracht hat.
Infografik: Donau-Niedrigwasser legt Kriegs‑ und Urzeitfunde frei | Statista

Begleittext von Statista
Der niedrige Wasserstand der Donau hat an einer Reihe von Orten ungewöhnliche Relikte freigelegt. Hierzu zählen etwa Mammutknochen bei Ruse in Bulgarien bis hin zu mehreren Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg bei Prahovo in Serbien. Medien berichten ebenfalls von einer kontrollierten Sprengung zur Wasserversorgung eines Kernreaktors am 3. August in Izvoarele (Rumänien) sowie von einem auf Grund gelaufenen Kreuzfahrtschiff in Bulgarien.
Die Wasserstände und Abflüsse sind derzeit laut Bundesanstalt für Gewässerkunde in allen freifließenden deutschen Binnenwasserstraßen zurückgegangen. Die einschlägigen Niedrigwassermarken über weite Gewässerabschnitte seien ungewöhnlich früh im Jahr unterschritten worden. Besonders gering sei im Vergleich aktuell die Wasserführung der Donau, aber auch Elbe und Rhein etwa seien betroffen. Mit einer Entspannung der Situation sei noch nicht zu rechnen:
Regional auftretende Schauer und Gewitter, wie sie für die nächsten Tage und Wochen vorhergesagt würden, könnten nur ein vorübergehendes kurzes Ansteigen der Wasserstände und Abflüsse bewirken. Insgesamt überwiege die weiterhin sinkende Tendenz der Pegelstände.
Für derartige Niedrigwasserpegel kommen laut Experten mehrere klimatische und hydrologische Faktoren infrage: Anhaltende Hitze und niederschlagsarme Witterung haben die Abflüsse reduziert, gleichzeitig schwächen bereits reduzierte Schneeschmelzen und veränderte Niederschlagsverteilungen die längerfristige Grundwasserneubildung. Hitzeperioden werden durch den Klimawandel wahrscheinlicher und länger. Dies erhöhe das Risiko für schwere Niedrigwasserphasen.
Kurzkommentar
Man kann einen solchen Artikel auch einfach wirken lassen. Darüber nachdenken, was diese Funde bedeuten, auf welche unterschiedliche Art sie zu uns sprechen. Das Meta liegt hingegen auf der Hand: Hätte die Donau einen normalen Wasserstand, gäbe es diese Funde nicht. Und, um ehrlich zu sein, wir könnten auf sie verzichten.
Das Vergangene der jüngeren Geschichte, was dort zutage trat, ist ohnehin unerfreulich und das Übrige nicht so fundamental interessant, dass es wichtiger wäre als der Klimawandel, der zu Dürreperioden führt und außerdem die Schneegrenze im Winter immer weiter nach oben verschiebt, sodass die Schneeschmelze im Frühjahr nicht mehr den gewohnten Wasserreichtum mit sich bringt. Wir haben für diesen kurzen Kommentar nicht nachgeschaut, aber vermutlich müssen schon mehr Wintersportgebiete mit Kunstschnee am Leben gehalten werden, als es noch welche mit natürlichem Weiß gibt.
Es gibt verschiedene Methoden, der kognitiven Dissonanz vieler Menschen beim vorliegenden Thema zu begegnen. Vielleicht sind diese Geister der Vergangenheit, die man nicht rief, sondern die durch die Versäumnisse der Gegenwart hervorgetreten sind, eine davon. Etwas verändert sich mit großer Offenkundigkeit, und es lässt sich nicht einfach wegleugnen. Ignorieren geht natürlich immer, wenn die Wahrheit schwierig ist und der richtige Umgang mit ihr Mut und Zuversicht erfordert, und das tun ja auch die meisten.
TH
12.08.2026
Seit Tagen ist in unserem privaten Resonanzraum die Dürre ein Thema, nachdem die größte Hitze erst einmal vorbei ist. Passenderweise hat Statista dazu eine Grafik gefertigt, die belegt, dass man auch dieses Phänomen statistisch aufbereiten kann. Die Donau scheint sich besonders für Darstellungen historischer Dürrezeichen zu eignen, wie wir an der heutigen Grafik und einer weiteren sehen werden, die wir morgen zeigen und die insofern sehr bildhaft ist, als sie sich auch mit makaberen Begleiterscheinungen des Niedrigwassers befasst.
Infografik: Donau-Pegel an vielen Stellen sehr niedrig | Statista

Statista-Begleittext
Der Donaupegel ist an ausgewählten Messstationen in Bayern derzeit ungewöhnlich niedrig: So liegen die Pegel an allen gezeigten Messpunkten unterhalb des so genannten Regulierungs-Niedrigwasserstands, wie die Statista-Infografik mit Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. An den Messstationen Hofkirchen und Pfelling wurden sogar die bisherigen historischen Pegel-Tiefstände unterschritten. Der Regulierungs‑Niedrigwasserstand (RNW) ist ein amtlich festgelegter Pegelwert, der als technische Referenz für Betrieb und Unterhaltung einer Wasserstraße dient (z. B. Planung der Fahrrinnentiefe). Unterschreitet der aktuelle Pegel den RNW, löst das Monitoring und Alarmprozesse aus; die zuständigen Wasserstraßenbehörden prüfen dann Trend und Dauer und informieren die Schifffahrt. Typische Folgen sind gestaffelte Betriebseinschränkungen (z. B. reduzierte zulässige Tiefgänge), priorisierte Unterhaltungsmaßnahmen und—bei weiterer Verschärfung—temporäre Sperrungen. Die konkrete Maßnahme entscheidet das zuständige Wasserstraßenamt.
Kurzfristig bedeutet das geringere Frachttiefen und höherenAufwand für die Binnenschifffahrt sowie mögliche Einschränkungen für wasserintensive Industrieanlagen entlang der Donau. Langfristig könnte die Häufung sehr niedriger Pegel den Druck auf die Anpassungsplanung für Wasserstraßen, Energieerzeugung und Landwirtschaft verstärken.
Für derartige Niedrigwasserpegel kommen laut Experten mehrere klimatische und hydrologische Faktoren infrage: Anhaltende Hitze und niederschlagsarme Witterung haben die Abflüsse reduziert, gleichzeitig schwächen bereits reduzierte Schneeschmelzen und veränderte Niederschlagsverteilungen die längerfristige Grundwasserneubildung. Hitzeperioden werden durch den Klimawandel wahrscheinlicher und länger. Dies erhöhe das Risiko für schwere Niedrigwasserphasen.
Kurzer Kommentar
Wir fassen uns heute kurz, weil wir meinen, die Grafik und der Text sprechen für sich selbst, weisen aber darauf hin, dass der Sommer noch nicht zu Ende ist und die Tiefststände der Wasserstraßen noch nicht erreicht sein dürften. Wir machen auch darauf aufmerksam, dass Deutschland eines der Länder ist, die am stärksten vom Verlust von Wasservorräten betroffen sind – weltweit. Das Ausgangsniveau war vor einigen Jahrzehnten natürlich viel höher als in Trockengebieten der Erde, im Vergleich dazu gibt es hierzulande immer noch viel Wasser, aber es wird weniger, und zwar nicht nur ein bisschen. Schon jetzt sträuben sich die immer gleichen Typen davor, das anzuerkennen und sich eventuell sogar Einschränkungen unterwerfen zu lassen, wenn z. B. die Trinkwassermenge nicht mehr ausreicht, um die bislang übliche Verschwendung von Wasser fortzuführen. Der Klimawandel ist sowieso demokratiegefährdend, aber jeder seiner Aspekt kann einzeln weitere Schäden in einer ohnehin devastierten Gesellschaft anrichten, die immer mehr von Personen dominiert wird, die anscheinend einen schnellen Untergang der Zivilisation herbeisehnen, anstatt vernünftig gegen das zu steuern, was die Menschheit ohnehin über Jahrhunderte angerichtet hat. Die bessere Erkenntnis führt nicht zu besserem Verhalten. Wir werden also nicht nur weitere Dürreperioden sehen, sondern auch immer mehr verstärkt die Weigerung, entsprechende Anpassungsmaßnahmen zu vollziehen.
Eine Politik, die das aus Gründen der Vernunft gegen eine Bevölkerungsmehrheit versuchen würde, die jedwedes Maß und jede Denklogik verloren hat, wäre nicht lange im Amt und nach ihr wäre es schlimmer als zuvor. Wir sehen hier vorerst keine Lösung. Anders ausgedrückt: Wir können nicht abschätzen, wie schlimm es kommen muss, damit ein Umdenken stattfindet. Treffen wird es wieder vor allem die Ärmeren, unabhängig von ihrer Einstellung zum Klimawandel.
TH
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