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Haben Sie auch ein iPhone? Wir hatten nur einmal eines, und zwar dienstlich. Das ist schon recht lange her. Seitdem sind wir mit Android-Geräten vollkommen zufrieden.
Die Grafik ließ sich im Grunde recht einfach erstellen. Wer iOS nutzt oder gerne nutzen würde, muss ein Apple-Gerät haben, während alle anderen Hersteller mehr oder weniger auf Android setzen. Insofern steht in den Säulen tatsächlich Apple gegen den Rest der Smartphone-Welt, von einigen Exoten abgesehen. Was wir hier sehen, ist wieder einmal philosophisch oder psychologisch ausdeutbar.

Begleittext von Statista
Smartphones der Marke Apple sind unter jüngeren Menschen in Deutschland verbreiteter als unter älteren. Das ist das Ergebnis einer Statista-Umfrage unter Angehörigen verschiedener Generationen zu dem Betriebssystem auf ihrem hauptsächlich genutzten Handy. Demnach läuft iOS – Apples Betriebssystem für iPhones – besonders häufig auf den Handys der Generation Z: 55 Prozent der Befragten dieser Generation haben angegeben, ein iOS-Gerät als Haupt-Smartphone zu nutzen. Mit zunehmendem Alter setzen sich Android-Geräte durch. Bei den Babyboomern schließlich haben etwa nur noch 19 Prozent der Befragten ein iOS-Handy, dagegen 80 Prozent ein Android-Handy.
Ein Grund für die stärkere Verbreitung von iPhones unter jüngeren Befragten könnte sein, dass das ein teures Smartphone – zu denen iPhones zweifellos zählen – für sie eher als Statussymbol dient als für die älteren Befragten. Altersübergreifend sind für rund ein Fünftel der durch die Statista Consumer Insights Befragten in Deutschland der Ansicht, dass elektronische Geräte wie Smartphones für sie Statussymbole sind.
Die beiden Betriebssysteme iOS und Android machen gemeinsam knapp 100 Prozent des weltweiten Absatzmarktes unter sich aus, andere Betriebssysteme wie Black Berry oder Windows spielen so nahezu keine Rolle mehr. Auch in Deutschland liegt Android vorn: Im 3-Monatszeitraum Juli bis September 2025 erzielte Googles Betriebssystem Android in Deutschland einen Marktanteil am gesamten Smartphone-Absatz von 74,5 Prozent, der Anteil von Apples iPhone betrug 25,4 Prozent. Das auf Linux basierende Android-Betriebssystem wird von der Open Handset Alliance, unter der Führung des amerikanischen Tech-Riesen Google, entwickelt.
Kommentar
Wir müssen etwas warnen. Als wir den Kommentar geschrieben hatten, waren wir nicht gerade in bester Laune, das merkt man aber eher an der Ausdrucksweise als am Inhalt, denn zu dem stehen wir natürlich, sonst würden wir – sic! – ihn nicht so stehen lassen. Gleichwohl, es ist eine Meinung.
Nun ja, über Google kann man auch verschiedener Meinung sein, aber sein Betriebssystem hat sich nun einmal überwiegend durchgesetzt, und das muss Gründe haben. Zum Beispiel mehr Apps, mehr Konnektivität in verschiedenen Geräteumgebungen, und auf keinen Fall eine schlechtere Leistung oder Bedienbarkeit, zumindest nicht bei teureren Android-Geräten, gegenüber Apples iPhones. Und bis auf den Apfel, den man als essentiell oder eklektisch ansehen kann, gibt es keine echten Design-Unterschiede mehr, die darauf hinauslaufen würden, dass man sagt, dieses Handy ist optisch gelungen und jenes nicht. Auch das Format unseres aktuellen Geräts ist nahezu identisch mit dem eines iPhone 17 und wohltuend handlich, gegenüber den Teilen, die manche Menschen mit sich herumschleppen. Es ist ein echtes Einhand-Handy, genau wie die meisten Produkte von Apple. Der Akku ist sogar eher etwas besser und leistungsmäßig zeigen sich kaum Unterschiede.
Der Konsumismus der Generation Z ist jetzt schon in negativem Sinne legendär. Keine Generation zuvor war so durchweg frei von anderen Werten als wo man am meisten Geld für ausgeben kann, und wie man zeigen kann, dass man es hat.
Stimmt das? Natürlich nicht. Nicht so eindeutig. Wir erinnern uns zurück. Als wir jung waren, kam gerade der Markenklamottenfetischismus der 1980er auf. Der hat bis heute nicht nachgelassen, aber er ist auch typisch für junge Menschen und für solche, die nicht erwachsen werden können. Und von denen gibt es, bis hinauf in die Boomer-Generation, immer mehr. Aber das Statusdenken mit Konsumprodukten lässt im Alter nach. Weil man es nicht geschafft hat, einen Status zu erreichen, den man als Jugendlicher lediglich vorgeben kann, und man das ehrlich zugibt oder aus finanziellen Gründen zugeben muss. Oder weil man ihn hat und es nicht mehr so wichtig ist, ihn bei jeder Gelegenheit zu zeigen. Oder weil man postmaterialistisch genau das Gegenteil tun will. Jugendliche sind eher auf „Konformität in Individualität“ aus als ältere Menschen. Wir erinnern uns noch gut, dass wir mit 20 bis 30 auch immer das Neueste haben mussten, was es damals gab. Bei den Klamotten oder bei den Elektronik-Geräten, was sich unter anderem in einem 600 Mark teuren Sony Walkman niederschlug. Und wir waren bei den ersten mit einem CD-Player. Wer weiß, was diese Geräte anfangs kosteten, kann ermessen, wie viel mehr verkörperte Finanzpower eines Jugendlichen ein solcher Tonträger-Abspieler gegenüber einem heutigen Smartphone grundsätzlich bedeutete. Allein: Er stand zu Hause, man konnte ihn nicht überall vorzeigen. So ein Mist. Also doch die Klamotten. Typisch Mittelstands-Aufsteiger.
Dass heute viele Menschen, denen man bestenfalls die Geldversorgung durch ein Jobcenter zutraut, mit iPhones herumlaufen, das gab es damals eher nicht. Denn es gab noch keine Jobcenter. Und kein Raunen über zusätzliche Finanzquellen. Bei Handwerkern ja, bei Jugendlichen eher nicht, wenn sie nicht gerade Drogen verkauften. Was damals wiederum nicht ganz so gängig war wie heute in bestimmten Vierteln bestimmter Städte. Jede Generation, jedes Jahrzehnt hat seine eigenen Statussymbole. Aber Apple ist ein Sonderfall, das muss man zugeben. Seit den ersten iPhones vor fast 20 Jahren schafft es die Firma immer wieder, ein Image aufrechtzuerhalten, das es ermöglicht, Preise zu nehmen, die ganz sicher nicht durch technischen Vorsprung oder besseres Design gerechtfertigt sind. Falls wir mal eine Firma gründen sollten, die Äpfel verkauft, werden wir auf jeden Fall einen angebissenen Apfel als Logo nehmen. Damit kann man gar nichts falsch machen.
Und deswegen ist alles Psychologie und leider lässt es tief in die Untiefen des menschlichen Charakters blicken. Deutsche Autos sind übrigens eine ähnliche Nummer, zumindest die von drei bis vier Marken – nur geht es jetzt, global betrachtet, langsam zu Ende damit, dass man für mittelmäßige Technik Überpreise nehmen kann. Einmal hintendran, nie mehr zurück zur Spitze. So wird es vermutlich kommen. Bei Apple hingegen haben wir den Verdacht, dass die Firma sich sogar einen technologischen Rückstand leisten könnte, ohne dass die jungen Leute ernsthaft darüber nachdenken würden, ob es nicht doch Sinn ergeben könnte, anstatt über 1.000 Euro lieber 6.00 Euro für ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis auszugeben. Klar, wir nehmen gerade uns selbst als Beispiel, und durch die übliche Bezahlweise von Smartphones durch monatliche Raten, die mit Mobilfunkverträgen gekoppelt sind, ist der einzelne Betrag, der vom Konto abgeht, überschaubarer. Aber auch undurchsichtig. Wir mussten uns erst von einer KI beraten lassen, zusätzlich Vergleichsportale checken, bevor wir einigermaßen sicher waren, dass wir einen günstigen Vertrag bekommen, als dieses Jahr eine Neuanschaffung anstand. IPhone-Nutzer zahlen, ohne mit der Wimper zu zucken, für ein ähnliches Leistungspaket das Doppelte wie das, was wir uns jetzt organisiert haben.
Insofern ist das iPhone mehr als ein Statussymbol, es ist ein Fetisch. Das darf man ruhig so klar schreiben. Kein anderes Produkt wird so angebetet, und die Nutzer sind keine Fans, sondern Jünger. So etwas gibt es auch bei anderen Produkten, eben bei Klamotten oder auch bei einzelnen Automodellen und -marken. Aber nicht in der Form, dass alle, die ein solches Produkt nutzen, auch Jünger sind. Das schafft nur Apple. Ein simples Konsumprodukt in den Stand einer Religion zu erheben. Machen kann man das nur mit Menschen, die von Spiritualität keine Ahnung haben und Mimikry mit Mystik verwechseln. So gesehen, verrät die Apple-Nutzung spirituelle Armut.
Das ist natürlich überspitzt ausgedrückt, aber schräg ist dieser iPhone-Fetischismus auf jeden Fall. Insofern ist er menschlich, denn wer behauptet, dass Menschen halbwegs logisch und nachhaltig denken, kann nicht erklären, warum sie sich zum Beispiel eine Politik wählen, und das immer häufiger, die gegen ihre Interessen gerichtet ist und geniale Marketingstrategen wie zum Beispiel die Apple-Betreiber hundertfach besser entlohnt als Menschen, die Menschen retten, um ein Gegenbeispiel in Sachen Nutzwert eines Jobs in diesem Bereich gegenüber einem Steve Jobs zu benennen. Gott hab ihn selig. Oder wer immer für die Religion tatsächlich zuständig ist, die Jobs gestiftet hat.
Okay, von nichts kommt nichts. Apple hatte schon vor den Smartphones ein besonderes Image bei den Desktop-Computern, Designer schworen darauf, teilweise sogar aus nachvollziehbaren Gründen, und Apple war bei den Smartphones nun einmal der Vorreiter. Dafür gebührt Steve Jobs Anerkennung. Ob man deswegen fast zwei Jahrzehnte noch fast doppelt so viel für ein Apple-iPhone ausgeben muss wie für ein vergleichbares Android-Gerät ist eine ganz andere Frage, und die lässt sich eben nicht rational beantworten, weil es hier tatsächlich um eine Glaubensfrage geht. Wir glauben längst daran, dass es Sinn ergibt, rational an Konsumprodukte heranzugehen. Mit wenigen Ausnahmen, aber die sind nicht so fundamental wie immer das neueste iPhone haben zu müssen. Denn das kommt ja noch dazu: Wir sind uns ziemlich sicher, dass Apple-Jünger ihre Geräte auch häufiger wechseln als Android-Nutzer, weil cooler als ein Apple ja nur ein ganz neues Apple sein kann. Kennen Sie eine andere Marke, vor deren Läden sich lange Schlangen bilden, wenn sie das Rollout eines neuen Produkts bekanntgibt? Uns fällt spontan keine ein. Außer vielleicht bei Aldi, wenn das genaue Gegenteil eintritt und ein Elektronik-Gerät als Schnäppchen angeboten wird. Das sind die Extreme der Konsumgesellschaften und zwei Seiten derselben Medaille. Oder: Jünger sind jünger, Ältere merken eher, wenn sie veräppelt werden.
TH
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