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Das Schreiben über KI ist im Bereich Technik unser häufigstes Thema geworden. Erst vor wenigen Tagen haben wir darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn KI echte Gefühle hätte, eine echte Persönlichkeit wäre. Oder gibt es das bereits? Demnächst werden wir einen Aufsatz von Bill Gates besprechen, in dem er sich sehr fundiert über die KI geäußert hat. Heute wird es etwas banaler. Wir zeigen eine Statista-Grafik, welche die simple Tatsache belegt, dass KI-Nutzung zunimmt.
Infografik: Nur noch KI-Inhalte im Internet? | Statista

Begleittext von Statista
Der Gedankenstrich, das Komma vor dem und (auch Oxford-Komma genannt), das Raketen-Emoji: Diese und weitere schriftliche Eigenarten werden häufig von Künstliche-Intelligenz-Tools wie ChatGPT genutzt und sind inzwischen eng mit ihnen assoziiert. Das amerikanische Forschungsinstitut Pew Research Center hat nun nachgeforscht, wie sehr sich die Nutzung dieser und anderer KI-Marker auf englischsprachigen Webseiten erhöht hat und wie viele Seiten demnach mit KI erstellt oder zumindest stark editiert werden.
Auf der Grundlage von fast 500.000 Webseiten kamen die Forscher zum Ergebnis, dass innerhalb der Domäne .com bereits mehr als 9 Prozent aller Seiten diese Charakteristika aufweisen. Im Bereich .org waren es um die 4,6 Prozent, auf .gov- und .edu-Seiten, die in den USA in Gebrauch sind, allerdings nur um die 1 Prozent.
Insgesamt waren bereits fast 10 Prozent aller Webseiten stark von KI beeinflusst, so die Analyse. Unter Webseiten, die nach der Veröffentlichung der ersten ChatGPT-Version Ende 2022 live gingen, waren es sogar 35 Prozent.
Laut Pew Research Center schließt die genutzte KI-Erkennungssoftware neben den augenscheinlichen KI-Marotten noch weitere Kriterien mit ein, z.B. die statistische Häufigkeit aller Worte und Satzstrukturen. Während Menschen durchaus auch Gedankenstriche verwenden und ungewöhnliche Kommaregeln befolgen, ist bei dem Ergebnis der Studie vom direkten Einfluss der KI auszugehen.
Kommentar
Heute gibt es nur einen Kommentar von uns, garantiert handgeschrieben. Wir könnten witzeln, dass angesichts der Fehler, die in dem Begleittext von Statista waren und die wir korrigiert haben, eine KI-Redaktion vielleicht nicht das Schlechteste wäre. Wir lassen beruflich bereits alles, was wir schreiben, von einer KI durchsehen. Das heißt aber nicht, dass der Text überwiegend von einer KI geschrieben ist, und selbst für KI-generierte Texte gibt es das „human in the loop“. Das heißt, wir müssen die Texte nicht als KI-generiert ausweisen.
Beim Wahlberliner tun wir das aber schon seit 2025, seit wir Künstliche Intelligenz vermehrt und zum Nutzen unserer Leser für Recherche- und Analysezwecke einsetzen. Das schafft uns mehr Freiheit zum Kommentieren. Der Wahlberliner hat durch den Einsatz von KI eindeutig gewonnen, ohne ein KI-Produkt zu sein. Deswegen waren wir schon transparent, als es noch keine diesbezüglichen Regeln gab. Den Start haben wir im März 2023 mit generativer KI gemacht und verwenden ChatGPT & Co. Seit 2024. Seit einigen Monaten haben wir einen bezahlten Pro-Account bei einem KI-Anbieter.
Dass etwa 10 Prozent aller Webseiten in englischer Sprache „AI influenced“ sind, hat uns nicht überrascht, markanter finden wir die Zahl 35. Dass 35 Prozent aller seit der allgemeinen Verfügbarkeit von ChatGPT online gegangenen englischsprachigen Webseiten KI-Einflüsse aufweisen.
Wir stehen dieser Entwicklung zunächst neutral gegenüber, wie der KI-Nutzung insgesamt. Uns hilft sie, Arbeitsschritte zu beschleunigen, aber natürlich kann es so kommen, dass wir nicht genug mitbeschleunigen können und sozusagen vom eigenen KI-Hinterrad überholt werden. Wir glauben das zunächst nicht. Denn es kommt auf die Qualität und die Verzahnung an. Macht KI den Wahlberliner besser? Das haben wir mit „ja“ beantwortet. Wir könnten im Moment auch nicht jeden Tag einen Artikel zeigen, wenn wir keine Künstliche Intelligenz für Recherchen einsetzen würden. Zumindest keinen Artikel, der einen Mehrwert hat. Einen Mehrwert, den wir aber immer noch definieren und für dessen inhaltliche Ausrichtung wir die KI entsprechend anweisen müssen.
Beruflich schützt uns, dass wir mit Menschen sprechen, um Inhalte zu generieren, und das wird noch lange so bleiben. KI unterstützt uns dann beim Transkribieren und Strukturieren von Inhalten. Der Beschleunigungseffekt durch KI ist sogar größer als beim Wahlberliner. Ihr Einsatz passt zu dem, was wir schreiben, und wir haben vor, uns auf diesem Gebiet noch erheblich weiterzubilden. Damit eben nicht doch eines Tages unser Arbeitsplatz durch Künstliche Intelligenz verlorengeht.
Wir wollen erspüren, wohin der KI-Zug fährt und wie man auf ihm mitsaust, anstatt abgeworfen zu werden. Dazu braucht es Kenntnisse, die weit über unsere aktuellen hinausgehen, das ist klar. Und wir sind sehr für die institutionelle Regulierung von KI, obwohl sie wiederum eine Bremse in unserer Arbeit darstellt, schon jetzt und künftig sicher noch stärker. Vor allem sind wir dafür, dass KI-Einsatz so gestaltet wird, dass er sozial abgefedert werden kann. Stichwort Maschinensteuer. Von Bill Gates in dem oben erwähnten Aufsatz ins Spiel gebracht. Nicht neu, wir haben diesen Begriff schon verwendet, bevor wir wussten, dass er in Gates’ Gedanken über die Transformation der Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt, damit vermieden wird, dass die Ungleichheit durch KI noch größer wird, als sie ohnehin ist. Die Gefahren von KI sind ebenso vielfältig wie ihre Chancen, und es wird noch einmal sehr auf den Menschen ankommen: Wie geht er mit beiden Seiten der Medaille um? Wie viele Prozent von Webseiten KI-beeinflusst sind, ist nur eine Messlatte von vielen, die nichts über gut oder schlecht aussagt.
Diese Grafik gehört aber zu dem großen Informationsbestand, den wir hier in Sachen KI aufbauen. Für menschliche Leser. Und für Kien, die darauf zugreifen möchten. Was sie bei diesem jenseits des Statista-Begleittextes rein kommentierenden Artikel wohl nicht in großem Umfang tun werden. Auch das gönnen wir uns nach wie vor, Betrachtungen, von denen wir wissen, dass sie keinen sehr großen Leserkreis erreichen werden. Und bisher hat die KI deswegen mit uns nicht geschimpft. Weil wir sie noch nicht dazu einsetzen, unsere Reichweite beständig zu optimieren. Nicht beim Wahlberliner jedenfalls.
TH
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