Die schlechten Zustimmungswerte für Trump: Etwas mehr Ordnung und Differenzierung (Statista + Mehrwert-Analyse + Erklärung der Midterms + Kurzkommentar)

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Infografik: Wie bewerten die US-Amerikaner:innen Trumps Politik? | Statista

Die Grafik zeigt ein erhebliches politisches Problem für Donald Trump: Seine größten Zustimmungsdefizite liegen ausgerechnet bei den Themen, die für die US-Wählerschaft besonders wichtig sind – Wirtschaft und Lebenshaltungskosten. Allerdings müssen wir zwischen der Inflationsrate, dem inzwischen erreichten Preisniveau und der politischen Verantwortung dafür unterscheiden. Die aktuelle Unzufriedenheit lässt sich weder als bloße Einbildung abtun noch vollständig Trump zurechnen. Ein erheblicher Teil des Preisschubs entstand bereits unter Joe Biden; inzwischen kommen Belastungen hinzu, die mit Trumps eigener Politik zusammenhängen. Das zeigen sowohl die amtliche Preisstatistik als auch aktuelle Befragungen.[fred.stlouisfed][bls][reuters]

Eine Quellenbegrenzung vorweg: Die hochgeladene Grafik lässt sich vollständig auslesen. Ihr Statista-Begleittext liegt ebenfalls vor. Die verlinkte Infografik-Seite und die RealClearPolling-Seite waren beim Abruf dagegen nicht zugänglich. Die exakte Zusammensetzung des in der Grafik verwendeten Umfragedurchschnitts konnten wir deshalb nicht unabhängig rekonstruieren. Die folgenden aktuellen Vergleichsbefunde stammen unter anderem von Pew Research, Reuters/Ipsos und NBC News.

1. Was die Statista-Grafik tatsächlich zeigt

Die Grafik trägt den Titel „Trumps Zustimmungswerte in allen Bereichen unterirdisch“. Sie zeigt folgende durchschnittliche Nettozustimmung, Stand 27. Oktober 2026, 9.30 Uhr:

PolitikfeldNettozustimmung in Prozentpunkten
Inflation−43,8
Wirtschaft−32,4
Iran−30,5
Außenpolitik−27,8
Russland/Ukraine−24,8
Israel/Hamas−16,0
Einwanderung−10,6
Kriminalität−6,5

Quelle dieser Auslese ist die hochgeladene Statista-Grafik; dort wird RealClearPolitics als Datenquelle genannt.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws]

Nettozustimmung bedeutet: Anteil der Zustimmenden minus Anteil der Ablehnenden. Minus 43,8 Prozentpunkte bei Inflation heißt deshalb nicht, dass nur 43,8 Prozent unzufrieden wären. Vielmehr liegt die Ablehnung um diesen Betrag über der Zustimmung. Wie hoch beide Einzelwerte sind und wie viele Menschen keine Meinung äußern, lässt sich aus dem Saldo allein nicht ablesen.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws]

Auch die Überschrift braucht eine Präzisierung: Die Grafik dokumentiert negative Werte in allen acht ausgewählten Feldern, nicht notwendigerweise in jedem denkbaren Politikbereich. Sie ist zudem keine einzelne Umfrage mit einem gemeinsamen Fragebogen, sondern beruht laut Fußnote auf einer Auswahl landesweiter Umfragen. Ohne deren Einzelliste bleiben Unterschiede bei Erhebungszeitraum, Fragestellung und befragter Bevölkerung offen.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws]

Der grundlegende Befund wird gleichwohl durch andere Erhebungen gestützt. Der NBC-Umfragedurchschnitt lag am 27. Oktober bei 38 Prozent Zustimmung und 60 Prozent Ablehnung. Reuters/Ipsos ermittelte für den Zeitraum vom 22. bis 26. Oktober sogar nur 32 Prozent Zustimmung unter Erwachsenen. Diese Werte widersprechen sich nicht automatisch: Einzelumfragen und Durchschnittswerte sind unterschiedliche Messungen; zudem unterscheiden sich Stichproben und Methoden.[nbcnews]

2. Welche Themen den Amerikaner:innen besonders wichtig sind

Für die politische Wirkung ist entscheidend, nicht nur die Höhe eines Zustimmungsdefizits zu betrachten, sondern auch die Bedeutung des jeweiligen Themas. Dazu liefert Pew Research eine aktuelle Untersuchung, erhoben vom 28. September bis 4. Oktober 2026.

ThemaAnteil der registrierten Wähler:innen, für deren Wahlentscheidung das Thema „sehr wichtig“ ist
Wirtschaft84%
Zukunft der Demokratie73%
Gesundheitsversorgung68%
Bildung62%
Einwanderung59%
Außenpolitik57%
Energiepolitik54%
Gewaltkriminalität52%
Schwangerschaftsabbruch46%

Mehrfachnennungen waren möglich; die Werte sind daher keine Verteilung mit einer Summe von 100 Prozent.[pewresearch]

Damit wird deutlich, warum die Statista-Grafik für die Republikaner so ungünstig ausfällt: Trump ist bei der Wirtschaft besonders schwach, während seine vergleichsweise besseren Felder Einwanderung und Kriminalität insgesamt weniger häufig als sehr wichtig bezeichnet werden. Zugleich fehlen in der Grafik mit Demokratie und Gesundheitsversorgung zwei der besonders wichtigen Themen. Wer daraus ein vollständiges Bild der Wählerstimmung gewinnen will, muss diese ergänzen.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch]

Bemerkenswert ist außerdem die parteipolitische Verschiebung. Unter Unterstützer:innen republikanischer Kandidat:innen bezeichnen heute 82 Prozent die Wirtschaft als sehr wichtig; vor den Midterms 2022 waren es 92 Prozent. Unter demokratischen Unterstützer:innen stieg der Anteil dagegen von 65 auf 88 Prozent. Das deutet darauf hin, dass wirtschaftliche Probleme nicht unabhängig von der eigenen Parteibindung wahrgenommen und politisch gewichtet werden. Es bedeutet aber keineswegs, dass die Belastungen deshalb erfunden wären.[pewresearch]

3. Inflation seit 2020: Der internationale Vergleich

Die Frage „War die Inflation in den beiden Trump-Jahren wirklich so hoch?“ benötigt zunächst eine zeitliche Einschränkung: Trump ist seit Januar 2025 wieder Präsident; am 31. Oktober 2026 sind noch keine zwei vollständigen Amtsjahre vergangen. Für 2026 kann folglich noch kein gemessener Jahresdurchschnitt vorliegen.

Die folgende Tabelle zeigt zunächst die abgeschlossenen Jahre der Pandemie- und anschließenden Inflationsphase. Es handelt sich um Veränderungen der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr, gerundet auf eine Nachkommastelle.

JahrUSADeutschlandFrankreichKanada
20201,2%0,5%0,5%0,7%
20214,7%3,1%1,6%3,4%
20228,0%6,9%5,2%6,8%
20234,1%5,9%4,9%3,9%
20242,9%2,2%2,0%2,4%

Quellen: USA – Weltbank über FRED; Deutschland – Destatis; Frankreich – Insee; Kanada – Statistics Canada. Verwendet werden nationale Verbraucherpreisindizes, kein vollständig einheitlicher internationaler Warenkorb. Die deutschen Angaben folgen ausdrücklich der aktuellen Destatis-Reihe.[fred.stlouisfed][genesis.destatis][insee][www150.statcan.gc]

Für zwei weitere wichtige Industrieländer lässt sich die Entwicklung ergänzen:

JahrJapanVereinigtes Königreich, Weltbank-Reihe
2021−0,2%2,5%
20222,5%7,9%
20233,3%6,8%
20242,7%3,3%
20253,2%3,9%

Hier verwenden wir die von FRED bereitgestellten Weltbank-Reihen. Beim Vereinigten Königreich dürfen diese Werte nicht ungeprüft mit der britischen CPI-Reihe gleichgesetzt werden: In Großbritannien werden unterschiedliche Verbraucherpreisindikatoren veröffentlicht, unter anderem CPI und CPIH einschließlich selbst genutzten Wohneigentums. Die Abgrenzung ist für internationale Vergleiche erheblich.[fred.stlouisfed][fred.stlouisfed][ons.gov]

Für 2025 liegen außerdem folgende amtliche Jahresdurchschnittswerte vor: Deutschland 2,2 Prozent, Frankreich 0,9 Prozent und Kanada 2,1 Prozent. Für die USA bestätigt der ausgewertete BLS-Jahresrückblick einen Preisanstieg von 2,7 Prozent zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025. Das ist ausdrücklich ein Dezember-zu-Dezember-Wert und kein Jahresdurchschnitt; wir sollten ihn deshalb nicht kommentarlos in dieselbe Tabellenzeile setzen.[destatis][insee][www150.statcan.gc][bls]

Der historische Befund ist dennoch eindeutig: Der große Inflationsschub fiel in den USA in Bidens Amtszeit, besonders 2021 und 2022. Die Vereinigten Staaten waren aber kein isolierter Sonderfall. Auch Deutschland, Frankreich, Kanada und Großbritannien erlebten erhebliche Teuerung. Japan folgte mit einem schwächeren und zeitlich anders verlaufenden Anstieg. Die Aussage „Während Corona zog die Inflation überall an“ trifft den internationalen Zusammenhang, ist zeitlich aber zu grob: Im ersten Pandemiejahr 2020 blieb die Teuerung in den hier verglichenen Ländern zunächst niedrig; der starke Schub kam anschließend.[fred.stlouisfed][genesis.destatis][insee][www150.statcan.gc][fred.stlouisfed][fred.stlouisfed]

4. Weniger Inflation bedeutet nicht: Das Leben wird wieder billiger

Der wichtigste Unterschied für unseren Artikel lautet: Sinkende Inflation bedeutet normalerweise, dass Preise langsamer steigen – nicht, dass sie auf das frühere Niveau zurückkehren.

Deutschland illustriert das besonders anschaulich. Der Verbraucherpreisindex stieg von 100 im Jahresdurchschnitt 2020 auf 121,9 im Jahr 2025. Der durchschnittliche Warenkorb war damit 21,9 Prozent teurer, obwohl die jährliche Inflationsrate 2025 nur noch 2,2 Prozent betrug. Das hohe Preisniveau ist keine bloß „gefühlte“ Belastung.[genesis.destatis]

Für die USA gilt derselbe grundsätzliche Zusammenhang: Auf den Anstieg um 4,7 Prozent 2021 folgten 8,0 Prozent 2022, 4,1 Prozent 2023 und weitere 2,9 Prozent 2024. Die spätere Abschwächung machte die vorherigen Verteuerungen nicht rückgängig.[fred.stlouisfed]

Deshalb wäre es unfair, die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit einem Hinweis auf eine niedrigere aktuelle Inflationsrate abzuräumen. Allerdings ist auch der Preisindex allein kein vollständiges Wohlstandsmaß. Ob ein Haushalt tatsächlich Kaufkraft verliert, hängt ebenfalls von seinem Einkommen und seinem persönlichen Ausgabenmix ab. Die aktuellen US-Daten zeigen, wie unterschiedlich sich einzelne Ausgaben entwickeln: Im September 2026 lagen die Benzinpreise 34,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, Lebensmittel für den häuslichen Verbrauch dagegen 1,8 Prozent.[bls]

5. Wie hoch ist die Inflation unter Trump tatsächlich?

Die amtliche US-Statistik meldet für September 2026 eine Inflationsrate von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 3,4 Prozent im August. Gegenüber August stiegen die Preise saisonbereinigt um 0,6 Prozent. Die Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie betrug 2,6 Prozent.[bls]

Das ist deutlich weniger als der unter Biden erreichte Spitzenwert von 9,1 Prozent im Juni 2022. Wir sollten deshalb nicht schreiben, Trump habe bereits wieder eine Inflation wie auf dem Höhepunkt der damaligen Krise verursacht. Gleichwohl ist die erneute Beschleunigung real. Besonders auffällig ist der Energiekanal: Benzin verteuerte sich allein im September saisonbereinigt um 9,1 Prozent und verursachte mehr als die Hälfte des monatlichen Gesamtanstiegs.[news.gallup][bls]

Damit verändert sich auch die Verantwortungsfrage. Trump übernahm ein bereits erhöhtes Preisniveau. Für dessen gesamten Anstieg seit 2020 ist er nicht verantwortlich. Aber der Iran-Krieg und seine Zollpolitik schaffen zusätzliche Belastungen. Reuters beschreibt den Anstieg der Energiepreise nach den im Februar begonnenen Angriffen auf Iran; der Council on Foreign Relations erläutert die Störungen von Öl- und Gasexporten sowie Schäden an Raffinerien als Übertragungswege in die amerikanischen Lebenshaltungskosten.[reuters][cfr]

Die politische Brisanz zeigt eine Reuters/Ipsos-Befragung vom Oktober: 78 Prozent gaben dem Weißen Haus zumindest einen Teil der Schuld an höheren Preisen, darunter 64 Prozent der Republikaner:innen. 57 Prozent der republikanischen Befragten berichteten, die Kosten stiegen schneller als ihre Einkommen. Das Problem reicht damit deutlich über Trumps politische Gegner hinaus.[reuters]

6. Biden wurde für die Inflation ebenfalls abgestraft

Wer die heutige Stimmung beurteilt, sollte nicht so tun, als habe die amerikanische Öffentlichkeit unter Biden großzügiger über die Teuerung hinweggesehen. Gallup dokumentiert einen Absturz des Vertrauens in seine wirtschaftspolitische Führung von 57 Prozent 2021 auf 40 Prozent 2022. Anschließend blieb dieses Vertrauen unter 40 Prozent.[news.gallup]

Auch die allgemeine Wirtschaftsstimmung brach ein. Gallups Economic Confidence Index fiel im Juni 2022 auf minus 58. Bis kurz vor der Wahl 2024 verbesserte er sich zwar auf minus 26, blieb aber deutlich negativ. Bidens allgemeine Zustimmung lag im Dezember 2024 bei 39 Prozent; seit Juli 2021 hatte er keine 50 Prozent mehr erreicht.[news.gallup]

Für eine faire Ursachenanalyse reicht allerdings die Gleichung „Inflation unter Biden, also Inflation durch Biden“ nicht aus. Eine vergleichende Untersuchung von Ben Bernanke und Olivier Blanchard zu elf Volkswirtschaften sieht den pandemischen Inflationsschub vor allem als Folge einer Abfolge ungünstiger Preisschocks: steigende Energie- und Lebensmittelpreise sowie Lieferstörungen in wichtigen Branchen. Das spätere Abklingen dieser Schocks erklärt nach ihrer Untersuchung auch einen großen Teil der internationalen Disinflation.[brookings]

Das entlastet politische Entscheidungen nicht pauschal. Es widerspricht aber einer ausschließlich personalisierten Erklärung. Für Biden wie für Trump gilt: Wir müssen geerbte Bedingungen, internationale Schocks und eigene Maßnahmen auseinanderhalten. Politisch werden Präsidenten dennoch an der Entwicklung während ihrer Amtszeit und an ihren Versprechen gemessen. Trumps Versprechen, Inflation zu beenden und Preise rasch zu senken, erhöht deshalb heute den Erwartungsdruck.[reuters]

7. Die übrigen Politikfelder: Was hinter den Balken steckt

Wirtschaft: Mehr als eine zweite Bezeichnung für Inflation

Mit minus 32,4 Prozentpunkten ist die Wirtschaft Trumps zweitschlechtestes Feld in der Statista-Grafik. Sie überschneidet sich mit Inflation, ist aber nicht identisch damit. Aktuelle Befragungen zeigen, dass es bei den Lebenshaltungskosten um ein Bündel von Belastungen geht: Benzin, Lebensmittel, Wohnen und Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig hält Pew fest, dass 84 Prozent der registrierten Wähler:innen die Wirtschaft für ihre Wahlentscheidung als sehr wichtig ansehen.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch][indianexpress]

Ein möglicher Verteidigungsansatz der Republikaner lautet, dass wirtschaftliche Umbauten und eine neue Handelspolitik Zeit benötigen. Das politische Gegenargument liegt auf der Hand: Wer schnelle Entlastung verspricht, kann sich bei steigenden Alltagskosten nicht ausschließlich auf langfristige Ziele berufen. Aktuell bevorzugen laut Reuters/Ipsos 37 Prozent die Demokraten als wirtschaftspolitisch kompetenter, gegenüber 33 Prozent für die Republikaner.[reuters]

Iran: Außenpolitik trifft unmittelbar den Geldbeutel

Der Iran-Balken liegt bei minus 30,5 Prozentpunkten. Hier verbinden sich militärische Risiken, Zweifel am Nutzen des Krieges und wirtschaftliche Folgen. Laut einer vom Council on Foreign Relations ausgewerteten Reuters/Ipsos-Befragung befürworteten Mitte Oktober lediglich 34 Prozent die US-Angriffe; 54 Prozent hielten den Krieg für nicht lohnend.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][cfr]

Das stärkste Argument der Befürworter ist die sicherheitspolitische Zielsetzung, Bedrohungen einzudämmen. Die Kritik richtet sich gegen Kosten, Eskalationsrisiken und fehlenden erkennbaren Nutzen. Wahlpolitisch besonders schwer wiegt, dass der Konflikt nicht mehr nur ein entferntes außenpolitisches Thema ist: Seine Folgen sind an amerikanischen Tankstellen sichtbar.[cfr]

Außenpolitik insgesamt: Ein negativer Saldo erklärt noch keine gemeinsame Alternative

Die allgemeine Außenpolitik steht bei minus 27,8 Prozentpunkten. Zugleich bezeichnen 57 Prozent der registrierten Wähler:innen Außenpolitik als sehr wichtig. Das ist deutlich weniger als bei der Wirtschaft, aber immer noch eine Mehrheit.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch]

Wir sollten daraus nicht schließen, alle Unzufriedenen wollten dieselbe Gegenpolitik. Negative Bewertungen können aus gegensätzlichen Motiven entstehen: Manche halten militärisches Engagement für zu groß, andere Trumps Umgang mit Partnern oder Konflikten für unzureichend. Gerade die Verflechtung mit Energiepreisen und Handelspolitik macht die einfache Trennung zwischen Innen- und Außenpolitik zunehmend unbrauchbar.[cfr]

Russland/Ukraine: Kritik bedeutet nicht automatisch Ablehnung von Ukrainehilfe

Bei Russland/Ukraine beträgt der Saldo minus 24,8 Prozentpunkte. Pew stellte bereits im April fest, dass das Vertrauen in Trumps Entscheidungen zur Ukraine zurückgegangen war. Die Einstellungen zum Krieg unterscheiden sich weiterhin stark nach Parteibindung; die Sicht auf Russland und Putin ist dagegen in beiden politischen Lagern überwiegend negativ.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch]

Eine aktuelle Harvard-CAPS/Harris-Befragung vom 24. bis 26. Oktober unter 2.700 registrierten Wähler:innen ermittelte 58 Prozent Ablehnung von Trumps Umgang mit dem Konflikt. Das ist eine eigenständige Umfrage, nicht die Erklärung des Statista-Durchschnitts. Sie stützt aber dessen Richtung. Aus der Ablehnung allein lässt sich nicht ablesen, ob Menschen mehr Unterstützung für die Ukraine, weniger amerikanische Verpflichtungen oder eine andere Verhandlungsstrategie verlangen.[miamiherald]

Israel/Hamas: Mehrere Konfliktlinien innerhalb desselben Balkens

Der Saldo von minus 16,0 Prozentpunkten bündelt ebenfalls unterschiedliche politische Motive. Pew berichtet von zunehmend negativen Einstellungen zu Israel und Benjamin Netanyahu, besonders unter jüngeren Amerikaner:innen. Gleichzeitig dokumentiert die aktuelle Harvard-CAPS/Harris-Erhebung weiterhin mehrheitliche Unterstützung für Israel gegenüber Hamas.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch][miamiherald]

Beide Aussagen können nebeneinander zutreffen: Die Ablehnung der Hamas bedeutet nicht automatisch Zustimmung zur israelischen Regierung oder zu Trumps Politik. Für den Artikel sollten wir daher Sympathien für Bevölkerungen, Bewertungen von Regierungen und Zustimmung zu konkreten militärischen Entscheidungen nicht miteinander vermischen.

Einwanderung: Relative Stärke mit Grenzen

Einwanderung liegt bei minus 10,6 Prozentpunkten und bleibt eines von Trumps vergleichsweise besseren Feldern. Wichtig ist es vor allem seiner eigenen Wählerschaft: 72 Prozent der Unterstützer:innen republikanischer Kandidat:innen nennen es sehr wichtig, gegenüber 53 Prozent auf demokratischer Seite.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch]

Der politische Vorteil besteht im Wunsch nach Kontrolle über Grenzen und Migration. Der Gegenwind richtet sich gegen die Art der Durchsetzung. Der Council on Foreign Relations beschreibt sowohl den hohen Stellenwert der Grenzfrage für Trumps Wahlsieg 2024 als auch die Gegenreaktionen auf Vollzugstaktiken und die Abwendung insbesondere hispanischer Wähler:innen. Der Wunsch nach einer kontrollierten Einwanderungspolitik ist also nicht gleichbedeutend mit Zustimmung zu jeder Razzia oder Abschiebung.[cfr]

Kriminalität: Der beste Balken ist noch kein positives Urteil

Kriminalität ist mit minus 6,5 Prozentpunkten Trumps günstigstes der acht Felder. Auch hier ist die parteipolitische Gewichtung unterschiedlich: 64 Prozent der republikanischen Unterstützer:innen bezeichnen Gewaltkriminalität als sehr wichtig, aber nur 37 Prozent der demokratischen.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch]

Für die Einordnung müssen wir öffentliche Sicherheitsgefühle, tatsächliche Kriminalitätsentwicklung und die Bewertung der Bundespolitik auseinanderhalten. Die Statista-Grafik misst nur Letzteres. Aus einem relativ günstigen Zustimmungswert lässt sich weder eine sinkende Kriminalitätsrate noch ein ursächlicher Erfolg bestimmter Maßnahmen ableiten.

8. Was daraus für die Midterms folgt

Die Zwischenwahlen finden am 3. November 2026 statt. Historisch verliert die Partei des amtierenden Präsidenten dabei häufig Sitze. Nationale Umfragen sind jedoch keine direkte Sitzprognose: Gewählt wird in einzelnen Staaten und Wahlkreisen, mit unterschiedlichen Kandidat:innen und Mobilisierungsbedingungen.[de.statista]

Für die Republikaner liegt das Risiko weniger darin, dass jeder negative Balken gleich stark wirkt. Es liegt in der ungünstigen Kombination: Wirtschaftliche Belastungen dominieren die Wahlentscheidung, Trump erhält gerade dort besonders schlechte Bewertungen, und der Iran-Krieg verschärft über die Energiepreise ein innenpolitisches Kernproblem. Seine relativen Stärken bei Einwanderung und Kriminalität können das möglicherweise abfedern, aber die verfügbaren Daten belegen nicht, dass sie es ausgleichen.[ppl-ai-file-upload.s3.amazonaws][pewresearch][cfr]

Unsere zentrale Einordnung: Die Amerikaner:innen reagieren nicht lediglich auf eine statistische Inflationsrate, sondern auf die Frage, ob ihr Alltag bezahlbar bleibt. Unter Biden entstand ein großer Teil des Preisschubs, und seine Regierung wurde dafür ebenfalls abgestraft. Trump erbte diese Belastung, versprach jedoch rasche Abhilfe. Jetzt muss er sich zusätzlich an den wirtschaftlichen Folgen seiner eigenen Entscheidungen messen lassen. Genau diese Verbindung aus anhaltend hohem Preisniveau, erneuter Teuerung und enttäuschten Erwartungen erklärt die politische Schärfe der aktuellen Stimmung besser als die pauschale Überschrift, seine Werte seien einfach „in allen Bereichen unterirdisch“.[fred.stlouisfed][bls][reuters][news.gallup]

Bei uns ist vieles etwas anders als in den USA, komplizierter als dort kann ein Wahlsystem kaum sein. Dewegen haben wir hier die Midterms noch kurz erklärt:

Die Midterms finden am Dienstag, 3. November 2026, statt – also in drei Tagen. Die Stimmabgabe läuft allerdings schon seit Wochen: Je nach Bundesstaat können Wahlberechtigte vorab persönlich oder per Brief wählen. Einen landesweit einheitlichen Briefwahlzeitraum gibt es nicht.[usnews][michigan]

Wahltag und Wahlnacht nach deutscher Zeit

Die Öffnungszeiten der Wahllokale unterscheiden sich nach Bundesstaat, teilweise auch innerhalb eines Staates. Für die Berichterstattung in Deutschland sind vor allem folgende Schließzeiten wichtig. Alle deutschen Angaben beziehen sich auf die dann geltende Mitteleuropäische Zeit, MEZ.[indianexpress]

EreignisUS-Ortszeit am 3. NovemberDeutsche Zeit
Erste Wahllokale schließen in Teilen von Indiana und Kentucky18 Uhr Eastern TimeMittwoch, 4. November, 0 Uhr
Unter anderem Virginia schließt19 Uhr Eastern Time4. November, 1 Uhr
Unter anderem North Carolina und Ohio schließen19.30 Uhr Eastern Time4. November, 1.30 Uhr
Pennsylvania schließt20 Uhr Eastern Time4. November, 2 Uhr
Kalifornien schließt20 Uhr Pacific Time4. November, 5 Uhr

Die ersten Schließzeiten und die Angaben für Virginia, North Carolina und Ohio stammen aus der aktuellen Wahlübersicht; Pennsylvania und Kalifornien bestätigen ihre Zeiten auf den offiziellen Wahlseiten.[indianexpress][pa][sos.ca]

Für unseren Artikel heißt das: Die eigentliche amerikanische Wahlnacht erleben wir in Deutschland in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 3./4. November. Erste Ergebnisse sind aber nicht mit einem vollständigen oder endgültigen Ergebnis gleichzusetzen.

Briefwahl: Drei unterschiedliche Fristen beachten

Bei der Briefwahl müssen wir drei Termine auseinanderhalten:

  1. Ab wann werden die Unterlagen ausgegeben oder verschickt?
  2. Bis wann müssen Wahlberechtigte die Unterlagen beantragen, sofern diese nicht automatisch verschickt werden?
  3. Bis wann muss die ausgefüllte Stimme bei der Wahlbehörde eingegangen sein?

Der entscheidende Unterschied liegt bei Punkt drei: In manchen Staaten muss der Stimmzettel spätestens am Wahltag eingegangen sein. In anderen genügt ein rechtzeitiger Poststempel, wenn der Brief innerhalb einer zusätzlichen Frist ankommt. Ein landesweiter Satz wie „Briefwahl ist bis zum 3. November möglich“ wäre deshalb zu ungenau.[usnews][ballotpedia]

Konkrete Beispiele für 2026

Alle Uhrzeiten in der folgenden Tabelle sind Ortszeiten des jeweiligen Bundesstaates.

BundesstaatBeginn beziehungsweise Ausgabe der BriefwahlunterlagenBeantragungRückgabefrist
PennsylvaniaErste Countys begannen bereits im September mit dem Versand; Verfügbarkeit abhängig vom CountyRegulär bis 27. Oktober, 17 UhrEingang bei der zuständigen Wahlbehörde spätestens 3. November, 20 Uhr. Ein Poststempel vom Wahltag reicht nicht.
MichiganBriefwahlunterlagen seit 24. September verfügbarAntrag für postalische Zusendung bis 30. Oktober, 17 Uhr; bereits registrierte Wähler:innen können grundsätzlich noch bis 2. November, 16 Uhr, persönlich Unterlagen beantragenFür gewöhnliche inländische Briefwahlstimmen Eingang spätestens 3. November, 20 Uhr
KalifornienVersand an alle aktiv registrierten Wahlberechtigten spätestens ab 5. Oktober; Briefwahlzeitraum seit 5. OktoberFür bereits aktiv Registrierte kein gesonderter regulärer Antrag nötigPersönliche Abgabe bis 3. November, 20 Uhr; bei Postversand Poststempel spätestens 3. November und Eingang spätestens 10. November

Quellen: offizielle Wahlbehörden Pennsylvanias und Kaliforniens sowie die Wahlbehörde Michigans und der aktuelle Michigan-Public-Wahlleitfaden. Für Sonderfälle, insbesondere Militärangehörige und im Ausland lebende Wahlberechtigte, können abweichende Regeln gelten.[michigan][pa][pa][michiganpublic][sos.ca]

Stand heute, 31. Oktober, sind damit beispielsweise die regulären Antragsfristen für eine postalische Zusendung in Pennsylvania und Michigan bereits abgelaufen. Bereits vorliegende Unterlagen können aber noch fristgerecht zurückgegeben werden. Pennsylvania kennt zudem eine gesonderte Notfallregelung für bestimmte unvorhergesehene Verhinderungen.[pa][michiganpublic]

Persönliche vorzeitige Wahl ist etwas anderes als Briefwahl

Neben der Briefwahl gibt es das „Early Voting“, also die persönliche Stimmabgabe vor dem eigentlichen Wahltag. Auch hierfür gelten unterschiedliche Zeiträume:

  • Michigan: landesweit vorgeschriebener Zeitraum vom 24. Oktober bis 1. November; manche Kommunen bieten zusätzliche Tage an.[michigan][michiganpublic]
  • North Carolina: bis heute, 31. Oktober, 15 Uhr Ortszeit.[indianexpress]
  • Texas: vom 19. bis 30. Oktober, also bereits beendet.[indianexpress]
  • Kalifornien: frühe Wahlmöglichkeiten seit 5. Oktober; konkrete Orte und Öffnungszeiten unterscheiden sich nach County.[sos.ca][caearlyvoting.sos.ca]

Für die Einordnung der aktuellen Umfragen ist das wichtig: Ein Teil der Bevölkerung hat seine Entscheidung bereits verbindlich getroffen. Ereignisse unmittelbar vor dem 3. November können diese abgegebenen Stimmen nicht mehr verändern. Dass bereits Millionen Menschen gewählt haben, hält auch die aktuelle bundesweite Wahlübersicht fest.[usnews]

Wann steht das Ergebnis fest?

Einen einheitlichen Zeitpunkt gibt es nicht. Insbesondere knappe Rennen können länger offenbleiben. In Kalifornien dürfen beispielsweise rechtzeitig abgestempelte Briefwahlunterlagen noch bis zum 10. November eingehen. Das bedeutet nicht, dass erst dann Ergebnisse veröffentlicht werden: Die vorläufige Ergebnisberichterstattung beginnt dort bereits nach Schließung der Wahllokale am 3. November um 20 Uhr Ortszeit, also am 4. November um 5 Uhr deutscher Zeit.[sos.ca]

Die US-Zwischenwahlen finden am Dienstag, 3. November 2026, statt. Tatsächlich läuft die Abstimmung durch Briefwahl und vorzeitige persönliche Stimmabgabe bereits seit Wochen. Für Deutschland beginnt die entscheidende Wahlnacht am Mittwoch, 4. November, um Mitternacht mit den ersten Wahllokalschließungen. Wann die Mehrheitsverhältnisse feststehen, hängt vom Ausgang der einzelnen Rennen und der Auszählung ab; rechtzeitig abgeschickte Briefwahlstimmen dürfen in manchen Staaten noch nach dem Wahltag eintreffen.[usnews][indianexpress][sos.ca]

Schlusskommentar

Eines muss man den USA auf jeden Fall lassen: Demokratie ist dort spannend, auch wenn sie unter Druck steht. Trump ist genauso unbeliebt wie Merz, das wäre auch eine gute Schlagzeile, aber hebt natürlich die die Differenzierung komplett auf, die uns bei den Analysen wichtig ist. Es gibt ja noch die Kommentare, also das, was Sie gerade lesen. Natürlich wünschen wir uns, dass Trump 2028 abgewählt wird. Natürlich würden wir uns freuen, wenn er bis dahin nur noch als lahme Ente herumwatschelt, die nicht mehr so viel Schaden anrichten kann wie bisher. Die Chancen, dass das passieren wird, stehen aktuell gut. Aber wenn man die letzten zehn Jahre anschaut, zeigt sich auch, dass amtierende Präsidenten es immer schwer hatten. Das galt für Trump während seiner ersten Amtszeit, folgerichtig wurde er 2020 abgewählt. Es traf aber auch auf Joe Biden in den darauffolgenden vier Jahren zu. Bis auf eine ganz kurze Zeit vor und nach der Präsidentschaftswahl standen die Präsidenten in den letzten zehn Jahren nie im Plus. Er kam zwischenzeitlich auf ähnlich schlechte Werte wie Trump jetzt. Nun müsste man eruieren, wie es noch weiter zurück ausschaut, ob beispielsweise Barack Obama, was seine Wiederwahl 2012 nahelegen würde, ein von breiter Zustimmung getragener Präsident war, er wäre der letzte gewesen.

President Trump Job Approval | RealClearPolling Real Clear Politics ist ein Umfragen-Aggregator, der den gleitenden Durchschnitt aller Erhebungen aller Meinungsforscher misst und daher sehr aussagkräftig, weil Trump-freundliche und ihm gegenüber besonders negativ eingestellte Organisationen sich in dieser Zusammenfassung ausgleichen. Auch in Deutschland sind bekanntlich gewisse Unterschiede zwischen den Meinungsforschern festzustellen, wenn es um bestimmte Parteien geht – wenn auch nicht in dem Ausmaß wie bei den US-“Pollstern“. Es lohnt sich sehr, auf die Seite selbst zu schauen. Allein dafür lohnt sich das Lesen des viel zu kurzen Statista-Begleittexts und natürlich dieses Artikels, den wir auf der Grafik aufgebaut haben.

Wäre nun die Welt ohne Trump ein besserer Ort? Emotional ist es leicht, es zu bejahen, aber wie geht es den Demokratien tatsächlich, um die wir uns immer mehr Sorgen machen? In Deutschland wurde während der Biden-Zeit aufgeatmet. Aber wer sich die Werte, die Real Clear Politics ausweist, angeschaut hat, konnte sich damals schon darauf vorbereiten, dass Trump zurückkehren könnte. Und wer kommt nach ihm? Vance? Wer glaubt, das wäre besser für Europa, dürfte eine weitere Enttäuschung erleben. Marco Rubio? Ähnliche Grundhaltung wie die anderen, in etwas gediegenerer Verpackung. Es gibt noch mehr Möglichkeiten, aber: Die europafreundlichen Republikaner, von denen George Bush senior der letzte war, dürften nicht zurückkehren.

Also die Demokraten? Noch wissen wir nicht, wer für sie 2028 ins Rennen gehen wird. Der Fehler von 2024, mittendrin einen schwachen Amtsinhaber gegen eine, wie wir heute wissen und was damals im hiesigen Pressejubel über sie unterging, schwache Ersatzkandidatin auszutauschen, dürfte sich nicht wiederholen. Aber stellen die Demokraten eine zentristische Person auf, die im Grunde die bisherige, viel zu offensive US-Außenpolitik weiterführen wird, die auch im Kampf um die wirtschaftliche Vorherrschaft vor allem darauf schauen wird, wie die USA dabei abschneiden und weniger auf die Partner in Europa, oder wagen sie es, eine starke Person aus dem DSA-Lager ins Rennen zu schicken? Sogar jemanden, der internationalistisch denkt? Für Letzteres fehlt uns die Fantasie, obwohl wir es uns wünschen würden. Letztlich geht es um die Macht, und ein paar Mitte-Links-Leuchttürme spiegeln keine breite Wählerzustimmung im ganzen Land. Und in dem Land gibt es genauso eine eher konservative Mehrheit wie bei uns. Durch den Rechtsruck in Deutschland hat sich das Bild etwas mehr angeglichen, aber eine Kehrwende wie zuletzt unter Barack Obama sehen wir nicht. Sie hat die Polarisierung in den USA nicht zurückgedrängt. Wenn Menschen andere Menschen schon aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeiten grundsätzlich ablehnen, kann auch eine gute Amtsführung oder ein mitnehmendes Verhalten sie nicht besänftigen. Und so denken eben viele. Und das wird sich nicht so schnell ändern, deswegen ist das Eis für eine wirklich progressive Politik sehr dünn. Viele Jahre der zivilgesellschaftlichen Aufbauarbeit wären nötig, um ihn tragfähig zu machen. Für eine Mehrheit. Gab es das jemals? Auch die Bürgerrechtsbewegung der 1960er wurde hart angefeindet.

Dass ein Mann wie Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden konnte, ist, wie bei einigen anderen Machthabern dieser Tage, ein Symptom dafür, dass mit uns Menschen grundsätzlich etwas nicht stimmt. Wer jemanden mit einer so ausgesprochen unfreundlichen, spalterischen und egozentrischen, für die Welt hochgefährlichen Konstitution gut findet, bei dem sind Herz und Hand, Emotion und Verstand nicht synchronisiert. Eine disharmonische Führung lässt auf den Charakter der Wählenden schließen, die sich eine solche Führung geben. Auch hier darf der Hinweis nicht fehlen, dass es in Deutschland nicht besser ist. Wer jemandem wie Friedrich Merz ins Amt des Bundeskanzlers verhilft, dem fehlt es an Kenntnis über die Dimension des Menschlichen, das dafür sorgt, dass eine Gesellschaft für die meisten Menschen funktioniert. Trump kann 2028 nicht wieder antreten, auch wenn es gelegentlich Zweifel daran zu geben scheint, vor allem bei ihm selbst. Aber wir sollten uns damit vertraut machen, dass es danach nicht automatisch besser wird. Was wir aber tun dürfen: Schadenfreude zeigen, ausnahmsweise. Wenn seine Politik am 3. November so abgestraft wird, dass er danach wüten kann wie bisher, dieses Wüten aber in seiner Lächerlichkeit dann noch mehr kenntlich werden wird.

Transparenz

Die Grafik und der Begleittext stammen von Statista, die Einleitung und der Schlusskommentar von uns (TH) und die beiden Analyseteile sind von einer KI für uns erstellt worden.


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