Kapitalschutz voran!

2018-06-28 SpottlightZugegeben, unser heutiges Spiel ist ein bisschen kniffliger als die bisherigen, weil wir nicht weniger als sechs Antwortmöglichkeiten zur Auswahl gestellt haben. Aber Kapital verwalten ist ja auch kein Ponyhof, da muss man sich schon etwas mehr anstrengen als bei der Bodenspekulation und der Ausbeutung von Mieter_innen. Wenn man weiß, wie’s geht, wird es aber ganz leicht, versprochen. Nun zu den Antworten:

a.) Olaf Scholz, der deutsche Finanzminister, ist es nicht gewesen. Noch zu kurz im Amt, um schon persönlich zu  helfen, das Vertrauen in die üblichen Verdächtigen muss erst einmal wachsen, außerdem ist heute Sonntag.

Generell aber hat er schon durchblicken lassen, dass er dem legalen und illegalen Kapitalabfluss aus Deutschland, wie sei Vorgänger Wolfgang Schäuble, ruhig zuschauen und sich an ärmeren europäischen Staaten schadlos halten wird, von denen er weiterhin ganz viele Zinsen für sogenannte Rettungskredite einstreichen will.

b.) Lionel Messi ist Fußballer, bisher hatten wir nichts miteinander zu tun. Er hat leider noch keine Finca von mir erworben, was mich diesem sehr sensiblen Menschen sicher nähergebracht hätte, der wegen seiner feinnervigen Art auch nichts von Kapitalversteckspielen wissen will und alles seinen Vater machen lässt. Aber das Gerücht geht um, dass er in der nächsten Saison nur noch mit Fußfessel unterwegs sein darf, damit man besser, feststellen kann, wann er seinen Vater trifft und was der im Anschluss macht. Man hatte bei der WM den Eindruck, Lionel Messi spürt die Fußfessel bereits.

c.) Donald Trump, der läge nah, immerhin kommt er aus der Immobilienwirtschaft. Aber seinen Weg, alles in Casinos und Ressorts zu stecken, was er dort verdient hat, diese als GmbHen zu führen und pleite gehen zu lassen, nachdem er den letzten Heller rausgezogen und seinen Angestellten einen Arschritt gegeben hat – und dann Präsident zu werden, um endlich die offene Erpressungsmethode der Strafzölle ausprobieren zu können, also, das wäre sogar mir zu sackig.

d.) Darüber darf ich leider keine Details äußern. Nur so viel: Das mit den Koffern über die Grenze reisen ist Old School. Das ergibt sich aus den Tipps. Zu denen komme ich gleich. Bitte noch etwas Geduld.

f.) Mr. Panama Papers habe ich bereits kontaktiert und es sieht aus, als würden wir ins Geschäft kommen, denn er hat sich angeboten, sich als Registered Agent zur Verfügung zu stellen, damit ich die Escrow-Methode durchziehen kann. Selbstverständlich ist „PP“ ein Pseudonym.

Für morgen habe ich einen Termin im Online-Kalender meines Steuerberaters gebucht und einen Termin mit Frau Klatten, der da schon stand, einfach gecancelt, denn gegenüber meinen Immobilien-Milliarden sind ihre 900 Millionen Euro an Akiendividenden pro Jahr nur Erdnüsse. Aber wie ich darauf kam?

e.) Es war wirklich Sahra Wagenknecht, die in der aktuellen Mail an ihr Unterstützerteam empfohlen hat, dieses Spiel zu spielen. Es heißt „Tax Heaven“ und natürlich habe ich die zu meiner Biografie perfekt passende Figur „Edmund von Kronen“ gespielt.

Dieser Mann erfährt während des Spiels, was die Escrow-Methode ist und was einen Registered Agent ausmacht. Aber die  meisten, die das hier lesen werden, wollen ja eher Parteikarriere machen oder sind schon dabei, für sie empfiehlt sich die Jungpolitikerin „Polly Thissien“. Wenn Lionel Messi rechtzeitig dieses Spiel entdeckt hätte, hätte er sicher „Juan Penalti“ als Charakter genommen und jetzt nicht so viel Stress.

Bei manchen LINKEn weiß man ja nie, daher dieses Mal eine Klarstellung und Satire off.

Ich finde es toll, dass Sahra Wagenknecht uns auf diese Weise instruiert und uns ein wenig näherbringt, wie frech man als Kapitalist sein darf und wie einfach dann das Leben wird, wenn man sich Menschen kaufen kann.

Damit erklärt sich aber leider auch, wie schwierig es werden dürfte, internationale Soldidarität bei der Bekämpfung der Kapital- und Steuerflucht zu erzielen. Wird vermutlich dauern, bis alle großen Staaten kaum noch Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen und Unternehmensgewinnen haben und sich überlegen müssen, ob sie nicht doch besser zusammenarbeiten, als instabil zu werden, weil sie ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können. 

TH

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