Amid the Trumpian Chaos, Europe Sees a Strategy: Divide and Conquer (NYT)

Medienspiegel 22

Im Grunde ist dieser Beitrag der New York Times auch ein Beleg dafür, wie kurios Titel und Inhalt auseinandergehen können. Gut zu wissen, dass das nicht nur in Deutschland bei den Leitmedien vorkommt, sondern auch bei führenden US-Publikationen.

  • Nein, bisher hat Europa eben keine Strategie gegen „Trumps neue US-Außenpolitik, die keine Freunde und Feinde mehr kennt, sondern nur noch Partner“. Gemeint sind Geschäftspartner. Demgemäß ist es Trumps selbstgewählte Mission, bisherige Deals, die er als schlecht für die USA klassifiziert, in bessere zu verwandeln. Die EU kann ihm keinen einheitlichen Verhandlungspartner anbieten, denn es gibt noch kein echtes EU-Außenministerium.
  • Wenn ich irgendwo den Namen Jeff Kornblum lese, wird mir immer etwas flau im Magen, weil er für mich Teil des US-Problems ist, nicht in erster Linie Anaylist – hier aber hat er Recht. Die Europäer sind es nicht gewöhnt, eigenständige Ziele zu formulieren. Von Visionen und einer daraus folgenden gemeinsamen Strategie wollen wir gar nicht erst sprechen.
  • Grundsätzlich ist die Idee, sich geschäftlich vernünftig auszutauschen, anstatt ideologische Grabenkämpfe zu führen, nicht so schlecht, nur: Das Geschäft hat leider bei Trump eine ideologische Hinterlegung. Das US-Gesellschaftsmodell wird mitverkauft und alles, was davon auch nur minimal abweicht, höchst ungern gesehen. Das heißt letztlich, man darf sich nicht zu viele Hoffnungen auf ein friedliches Miteinander machen, in dem alle Staaten eine Art friedliche, auf internationalen Regeln basierte Handelsordnung aufstellen und keine geostrategischen Ansprüche mehr anmelden, die mit Gewalt durchgesetzt werden sollen, wenn’s nicht anders geht oder selbst dann, wenn es anders ginge. Geschäft ist hier auch Handel mit Systemgestaltugsansprüchen.
  • Trump versucht, seine „Geschäftspartner“ zu spalten, wo es geht. Und in Deutschland geben sich Menschen der Hoffnung hin, er könnte zu einer friedlicheren Weltordnung beitragen, indem er Russland die Hand reicht. Wenn er das tut, das sollt wohl jedem klar sein, dann nicht, um den Frieden zu fördern, sondern – um die Europäer zu spalten und jeden einzelnen dieser Geschäftspartner zu schwächen, weil die Gemeinsamkeiten schwinden. Kapitalistische Geschäftspolitik und machiavellistische Machteroberungsstrategien gehen Hand in Hand. In der Regel schließen sich Unternehmen im Lauf der Zeit zu größeren Einheiten zusammen, um dadurch Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Wenn Trump  geschäftlich drauf ist, erklärt sich seine Haltung Europa gegenüber trotzdem: Er versucht, diesen eher lockeren Firmenverbund zu sprengen, um jeden Teil, der dann ganz allein steht, dank der US-Überlegenheit besser mit schlechten Deals traktieren zu können. Es gibt wohl die WHO, die über bestimmte Regularien wacht, aber kein alle bindendes ausgleichendes Recht, das verhindert, dass der Stärkere sich bei diesen Deals uneingeschränkt durchsetzen kann.

TH

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