Mit der Stadtregierung unzufriedene Berliner, die aber treu sind – und kaum Bewegung im Bund

„Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit der Arbeit der rot-rot-grünen Regierung in Berlin?“ fragt Civey aktuell im Auftrag des Tagesspiegels. Weiterhin: Sonntagsfrage Bundestagswahl und Sonntagsfrage AGH-Wahl Berlin.

Nachfolgend die Ergebnisse, meine Angaben sind blau unterlegt. Alle Umfragen Stand 25.07.2018, 13:00 Uhr bis 13:30 Uhr.

Sehr zufrieden 4,7%
Eher zufrieden 19,4%
Eher unzufrieden 22,2%
Sehr unzufrieden 49,3%
Weiß nicht 4,4%

Ich muss zugeben, in dem Fall habe ich taktisch optiert, damit mal irgendwer sehr zufrieden ist, meine wirkliche Meinung nimmt sich etwas differenzierter aus.

Ich bin gerade sauer darüber, dass fast ganz Schöneberg zum Milieuschutzgebiet erklärt wird, nur mein Kiez nicht, obwohl er sich nicht wesentlich von den direkten Nachbargebieten unterscheidet. Es mir dabei auch mal wurscht, dass dies eine Sache des Bezirks, nicht der Landesregierung ist. Warum man da nicht etwas großflächiger optiert hat, wird wohl das Geheimnis der Zuständigen bleiben.

Außerdem stehe ich dem Schulbauprojekt des Senats mittlerweile kritisch gegenüber, vor allem, seit ich weiß, wie lang die damit verbundenen Verträge laufen oder laufen sollen. Fehlentscheidungen auf 30 Jahre hinaus nicht mehr korrigieren zu können, falls sie offensichtlich werden, das ist ein Zeitraum, über den ich nur den Kopf schütteln kann. Die meisten ÖÖPen oder ÖPPen sind auf 15 Jahre angelegt, das ist eigentlich auch schon eine zu langfristige Festlegung, aber die Planungssicherheit, die Amortisierung usw.

Die Bildung ist ja schon lange das Feld, auf dem Politiker sich gerne einen schlanken Fuß machen, ungeachtet der dramatischen Folgen, die Fehler gerade auf diesem Gebiet nach sich ziehen.

Kurios finde ich es, dass sich die geradezu dramatische Unzufriedenheit der Berliner_innen mit der aktuellen Stadtregierung nicht auch in den Werten für die Parteien spiegelt. Offensichtlich hat man von der vorherigen SPD/CDU-Regierung noch so die Schnauze voll, dass man die jetzige schlechte Bewertung noch nicht aufs eigene Wahlverhalten überträgt, sondern 2RG noch ein wenig  Zeit geben möchte. Außerdem müsste man etwas tiefer schürfen und fragen, woran’s denn genau hapert. Die Vermutung, dass vor allem innerhalb der Sachbereiche, welche von der LINKEn geführt werden, das Bauressort und seine wenig glanzvolle Handhabungen zu einem nicht geringen Teil zur Genervtheit der Menschen beitragen, darf ich hier aber aussprechen, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass sie nicht falsch ist.

Wenn wir schon dabei sind, die aktuelle Umfrage zum BUND, nicht zu Berlin: Wen würden Sie wählen, wenn heute Bundestagswahl wäre?

CDU/CSU 30,6%
SPD 17,8%
GRÜNE 13,3%
FDP 8,3%
LINKE 9,9%
AFD 15,3%
Eine andere Partei 4,8%

In dem Fall ist das leichter, weil die programmatische Verortung nicht durch irritierende Wahrnehmungen der Realpolitik gekontert wird. Die generelle Erkenntnis, dass die AfD zu stark ist und warum bloß und dass ein linkes Regierungswechselprojekt utopisch wirkt bei gerade mal 40  Prozent Zustimmung zu SPD, Grünen und der LINKEn zusammen, ist schon ein alter Hut. Leider. Interessant, dass die Themen, die das diesjährige Sommerloch so gut fülle, kaum eine Verschiebung ausgelöst haben. Die SPD kann aufatmen, sie liegt 2,5 Prozent vor der AfD. Ironie nach einem Satz gleich wieder off.

Und nun zur AGH-Wahl. Die aktuellen Werte, „Wäre jetzt in Berlin Wahl, welcher Partei würden Sie Ihre Stimme geben?“

CDU 19,0%
SPD 16,6%
GRÜNE 17,1%
FDP 7,9%
LINKE 18,9%
AFD 13,6%
Eine andere Partei 6,9%

DIE LINKE und die CDU Kopf an Kopf, die SPD verliert immer weiter –  die Grünen sind nun nach der LINKEn ebenfalls an ihr vorbeigezogen ,was nichts anderes bedeutet, als dass aktuell der schwächste der drei Koalitionspartner den Regierenden Bürgermeister stellt.
Auch die AfD hat allerdings wieder zugelegt, lag vor einiger Zeit noch zwischen 11 und 12 Prozent, jetzt 13,6. Die Koalition aus Rot, Rot und Grün hat weiterhin eine Mehrheit hinter sich. Diese veränderte sich seit der Wahl 2016 kaum, weil sich Verschiebungen zwischen den drei Regierungspartner-Parteien immer wieder so ausgleichen, dass das Gesamtergebnis beinahe konstant ist und zwischen 51 und 53 Prozent liegt (derzeit 52,6 Prozent).

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

Wortwechsel 15

Das Schreibblog von Anja, Armena, Elke und Thomas

The Blog Cinematic

Film als emotionalisierende Kunstform

%d Bloggern gefällt das: