Göring-Eckhardt muss jetzt tapfer sein: Derzeitige Hochdrucklage kein Klimawandel-Phänomen (Jouwatch) #Hitzewelle #Klimawandel #Klimawandelleugner #AfD #Postfaktisches

2018-06-24 Medienspiegel

Medienspiegel 36

Göring-Eckhardt muss jetzt tapfer sein: Derzeitige Hochdrucklage kein Klimawandel-Phänomen (Jouwatch) 

Ich bin kein so großer Fan von Katrin Göring-Eckhardt, aber mehr deswegen, weil sie zur Verbürgerlichung der Grünen ziemlich viel beigetragen hat.

Ich bin nicht immer ein Fan der linken Alternativmedien, weil sie dermaßen mit V-Theorien in die Grütze hauen, dass man in den gegenwärtigen Tropennächten schweißgebadet aufwacht, weil man geträumt hat, der Deep State sei gerade durch die weit geöffneten Fenster gekommen und nun sei die Umzinglung ebenso nah wie komplett.

„Jouwatch“ ist jetzt mal eine rechtes Alternativ- und Gegenmedium und wenn ich den Schwachsinn lese, der dort verbreitet wird, mag ich diese „Mit-dem-Messer-zwischen-den-Zähnen“ Whataboutismen-Produzenten von links geradezu wieder. Weil sie zumindest auf höherem Niveau argumentieren. 

In der Serenade von Gegendarstellungen zum Klimawandel, die man im verlinkten Jouwatch-Beitrag lesen kann, ist kein einziger belastbarer Fakt enthalten, alles nur Meinungsmache auf – klar, auf AfD-Niveau.

Wie wär’s stattdessen damit, sich mal wirklich etwas mit den Grundlagen, also den Wettermessungen über die Jahrzehnte, sogar über die Jahrhunderte hinweg zu befassen und dabei festzustellen, dass es sehr wohl seit Jahrzehnten eine signifikante und sich beschleunigende Veränderung der Temperaturen nach oben in Deutschland gibt?

Besonders auffällig, mehr noch als heißere Sommer, sind dabei die immer milderen Winter und dort wieder besonders, dass die durchschnittlichen Januartemperaturen mittlerweile ins Plus gedreht haben. Aber was rede ich gegen bornierte Klimawandel-Leugner auf Adam-und-Eva-Level an (Wir müssen alles von vorn lernen, auch das Obst betreffend), es gibt ja von uns schon einen ausführlichen Beitrag zur Sache.

Aber ich  kann natürlich auch meine persönlichen Empfindungen zum Ausgangspunkt jeder Überlegung machen:

„Also, seit ich in Berlin wohne, hat es eindeutig noch nie eine solche Häufung von Über-30-Grad-Tagen gegeben wie dieses Jahr.“ Und das stimmt sogar. Und dass wie 2011, 2012 die letzten echten Schneewinter hatten mit wochenlangen zweistelligen Minustemperaturen, daran kann ich mich auch noch erinnern. Und dass mir die Winter in Berlin mittlerweile eher vorkommen wie dort, wo ich herstamme und wo es eben nicht diese kalten Ostwinde hat, die wochenlang für Zähneklappern sorgen, das fühl ich doch auch ganz deutlich. Etc. Stimmt alles. Und wird zudem von den echten Fakten gedeckt.

Aber wer politisch so schräg denkt wie die von Storchs und andere, die das Wetter gleich noch zum Rundumschlag gegen Vegetarier nutzen und derlei zusammenhanglosen Stuss von sich geben, der hat vermutlich auch ein schräges Wärmemepfinden und die emotionale Temperatur ist eh unter dem Gefrierpunkt (Ich schau dir in die Triefaugen, Böses!) Was wir mittlerweile für Leute im Bundestag haben, da ist ja geradezu postfaktisch. Da ist wohl einigen Wählern doch zu heiß im Hirn gewesen, als sie in der Wahlkabine saßen und ausgerechnet in diesem wichtige Moment das Denken einstellen und ihnen der Stift im AfD-Kringel hängen blieb -und das Ende September. Oh ja, der Klimwandel wirkt. Quod erat demonstrantum, wie selbst der faktenresistenteste AfD-ler angesichts dieser genialen Argumentationsführung zugeben muss.

TH

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