Warum kann nicht mal ein Tag ohne #Aufstehen vergehen? Heute aufgestanden mit #FabioDeMasi und #MelyKiyak

Kommentar 56

Kein Tag ohne #Aufstehen! Irgendwie geht es ja jedem so, es sei denn, er ist bettlägerig krank – und damit von hier aus ein ganz liebes „Gute Besserung!“ an alle, die nicht aufstehen können oder sollen.

Aber wir anderen, uns bleibt nichts anderes übrig. Und da ergibt es doch Sinn, uns auch mal mit dem Sinn von #Aufstehen zu befassen. Das tun wir besonders seit dem 03.08.18, an dem die Webseite der Linksbewegung mit diesem Namen online ist.

Wir schreiben fast täglich darüber, weil ja der Sinn des Lebens oder einer von mehreren (so, wie wir mehrere Identitäten haben, haben wir natürlich auch mehrere sinngebende Elemente im Leben – hoffentlich) darin liegen könnte, endlich aufzustehen für eine bessere Politik. Nach dem gestrigen Aufwasch mit einigen wirklich schlimmen Statements, die wir zu dokumentieren und zu kommentieren hatten, heute ein anderes Herangehen. Wir stellen zwei Meinungen einander gegenüber, deren Träger auf jeden Fall eines gemeinsam haben: einen Migrationshintergrund.

Die eine Stimme kommt von Fabio De Masi, stellvertretender Fraktionsvorsitzender LINKEn im Bundestag.

Er ist ein klarer Anhänger von #Aufstehen und hat dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben. Außerdem ist er Mitverfasser des Thesenpapiers zur Einwanderung, das Gegenstand eines der ersten Beiträge des neuen Wahlberliners war.

Bisher haben wir uns nicht sehr mit De Masi befasst …

Dann wird’s Zeit und daher die Verlinkung oben zu seiner Wiki-Seite. De Masi ist mir vor allem ein Begriff, seit ich im Kreis von Genossen Anfang 2017 den Film „Europa, ein Kontinent als Beute“ gesehen habe. Damals war er Abgeordneter im Europaparlament und hat Statements zum Lobbyismus auf EU-Ebene abgegeben, die mir in bleibender Erinnerung gegeben sind. In der LINKEn zählt er zu den Wagenknecht-Vertrauten und ist seit der neuen Wahlperiode, also seit der Wahl im September 2017, MdB. Wenn man so will, wie Martin Schulz von der Europapolitik in die Bundespolitik gewechselt.

Gibt es jetzt via Bewegung auch einen De Masi-Hype?

Hoffentlich nicht in der Form wie bei Schulz, wir wissen ja, wie’s ausging und ich hab’s nie verstanden – weil ich eben Schulz schon als Europapolitiker beobachtet habe. Aber einen Vorteil hat De Masi ganz sicher: Er ist in der Bundespolitik noch recht unbekannt und damit auch unverbraucht. Er hat etwas Kultiges, finde ich, und das kann ich von Politikern sonst wirklich nicht behaupten. Er hat eine Art zu reden, die wunderbar einfach, sehr sicher Fettnäpfchen vermeidend und auch hübsch manipulativ ist – und sogar humorvoll, was in der LINKEn nun wirklich nicht mehr vorkommt, seit Gysi dem umgekehrten Weg von D in die EU gegangen ist. Vielleicht ist er der Typ, den ich vor der Bewegung schon für DIE LINKE forderte und der die mehr emotionale und mitnehmende Ergänzung zu Sahra Wagenknecht sein könnte. Vor allem aber, das ist für mich mindestens genauso wichtig wie die Tatsache, ob ich jemandem Zugang zu den Menschen zutraue, ist seine Stellung als einer der wenigen Wirtschaftsexperten in der LINKEn. Da ist das Wagenknecht-Lager allein mit ihr selbst und De Masi schon fast besser aufgestellt als der gesamte „Rest“.

Jetzt aber nicht zu hymnisch!

Ich schreibe ja nicht umsonst gerade jetzt an einer kleinen Darstellung der deutschen Wirtschaftsgeschichte seit dem Beginn der Industrialisierung  – und keine Angst, es gibt  hier Dissonanzen. Das übliche Exportbashing hat DeMasi ja auch ganz gut drauf, da  unterscheidet er sich nicht von der Kipping-Blase und den Linkskeynsianern. Doch wo kommt die besondere Aufstellung Deutschlands in wirtschaftlicher Hinsicht eigentlich her und ist sie wirklich auf Ausbeutung anderer aufgebaut? Damit befasse ich mich und die Antwort ist : nein, das kann ich hier feststellen, obwohl die Reihe noch nicht komplett publiziert ist. Klar kommt der politisch niedrig gehaltene Euro der Exportwirtschaft zugute, aber diess kann nicht ihr Entstehen und ihre Stärke erklären und der Euro wurde ja nicht so eingerichtet, um in erster Linie dem deutschen Export zu helfen, das ist ein Side-Effekt und Teil eines Deals, der ja hierzulande auch viele unangenehme Folgen zeitigt. Nicht nur rechte, auch linke Volkswirtschaftler sind zu sehr an Modellen orientiert und zu weit weg von der Wirtschaftsrealität und auch von der Konsumentenpsychologie. Nicht von den Konzernspitzen, die sind stets im Visier, wie ich gerade wieder nach dem Verfassen dieses Artikels gesehen habe, deswegen füge ich den Satz noch ein (bezogen auf Siemens-Chef Joe Kaeser), sondern von den braven Arbeiter_innen, die dieses hoch komplexe System am Laufen halten. Falls das ein Knackpunkt wird und dieses Narrativ nicht zu relativieren ist, wird’s schwierig. Soziales auf nationaler Ebene regeln, ist kein Nationalismus. Aber die Grundlage für die fianzelle Ausstattung der Sozialsysteme zu erhalten, ist Nationalismus? Naja.

Auf grober Vereinfachung, auch wenn das Konzernbashing politisch nachvollziehbar ist, kann man keine konstruktive Politik für die Zukunft ausbauen, und ich will eine Bewegung sehen, die nicht nur für heute und morgen ein paar soziale Forderungen stellt, die es in der LINKEn eh gibt, sondern auch strategisches Denken nach vorne hin zu einer sozial-ökologischen Wirtschaftsveränderung ermöglicht, die gleichwohl einige deutsche Besonderheiten berücksichtigt. Dass die EU-Politik und damit auch die deutsche gegenüber Griechenland falsch war oder ist, was er immer wieder klarstellt, damit habe ich kein Problem auch das habe ich in der Reihe „Schäuble, der Marxist“ klargestellt, deren Name ja  eine ironische Anspielung auf das deutsch-griechische Verhältnis ist.

De Masi hat in diesem Interview seinen familiären Hintergrund sogar kurz angesprochen.

Ja, wusste ich bisher nicht, steht auch so nicht in der Wiki, finde ich klasse, dass er Widerstandskämpfer gegen die Nazis zu seinen Vorfahren zählt. Damit ist er aber nicht immun gegen Anfeindungen der Globalisten, die sich das Toleranzmäntelchen umhängen – leider, möchte ich hinzufügen. Denn jeder von uns kann natürlich auf positive familiäre Traditionen verweisen, wenn er welche hat, die ihn stärken, aber gerade als Deutscher will ich auch trennen zwischen historischer Verantwortung und persönlicher Schuld – sonst kriege ich den Dreh in eine positive Zukunftsgestaltung nicht hin. Logisch betrachtet, kann auch ein Antifaschisten-Nachfahre nationalistisch sein. Aber das ist eine allgemeine Anmerkung. Aber was ich darin sehe, ist auch das Folgende: Die Grünen packen den moralischen Dampfhammer aus, wie immer, wenn sie nicht in der Lage und willens sind, sachlich zu diskutieren – also haut De Masi auf ähnliche Weise zurück. Das ist sein gutes Recht. Wobei er nicht persönlich angegangen wurde, sondern sich auf eine allgemeine Aussage von Annalena Baerbock bezieht. Kommunikation & Rhetorik sind kein Ponyhof.

Also insgesamt eine positive Einstellung, trotz der wirtschaftspolitischen Fragen.

Man muss nicht mal in einer Bewegung immer derselben Meinung sind und wenn De Masi mal durch ein paar hochentwickelte Exportbetriebe getourt ist, wird er merken, dass es eine volkswirtschaftliche Erzählung gibt und eine Realität, die ganz schön erhaltenswert sein könnte. Und ich sehe es mal nicht als negativ an, dass jemand beim IWF war, den ich aus bestimmten Gründen nicht besonders mag. Das würde aber hier zu weit führen. Ich finde bei allen Berufspolitiker_innen Dinge, die ich gerne hinterfragen würde, meine Normalität, wenn man so will. Trotzdem ist De Masi für mich, Stand heute, jemand, der die Bewegung bereichern und viel Kompetenz auf wichtigen Feldern mitbringen würde.

Es sind ja auch mittlerweile schon mehr als 50.000 Mitglieder, wie neueste Statement belegen.

Ja, ja. Man muss nicht seine Oma verkaufen, um in der #Aufstehen als Mitglied zu gelten. Oder gar sein bisheriges Parteibuch zurückgeben. Es ist vorerst nur ein Newsletter-Abo, wenn auch eines, das ein politisches Statement beinhaltet. Nun aber zum anderen Beitrag.

Mely Kiyak ist ZEIT-Kolumnnistin und daher nehmen wir natürlich ihre jüngste Äußerung in der ZEIT her, um eine weitere Stimme mit Migrationshintergrund zu hören.

Für mich sind die beiden Beiträge auch ein schönes Beispiel dafür, wie unterschiedlich man generell an eine neue Erscheinung wie die #Auftstehen herantreten kann. Nämlich politisch und – wie soll ich das nennen – in Form des „Influencens“? Denn journalistisch würde ich Kiyaks Beitrag nicht nennen wollen.

Meinungsjournalismus ist es dann doch auf jeden Fall.

Ich würde jedem empfehlen, den Beitrag mal deshalb etwas genauer zu lesen:

„Am ersten Tag erzählte Margot. Rentnerin mit Hund („Jack, Jack, jaaah, braver Junge!“), ihre größte Sorge sei, die Wohnung zu verlieren. Obwohl sie ein Leben lang als Friseurin arbeitete („Hände kaputt, Knochen im Eimer“), reicht es vorne und hinten nicht. Essen muss man schließlich auch („nicht oft, aber ab und zu“). Eine Minute lang erzählt Margot, dann steht sie auf, die traurige Musik läuft weiter, die Kamera hält weiter drauf. So gehen sie in eine ungewisse Zukunft, die Margot und der Jack. Margot ist über das Wochenende ein paar Clips weiter nach unten gerutscht.“

 Hier wird mit einer Von-oben-herab-Verächtlichmachung gegenüber den ersten Bewegungs- „Testimonials“ gewerkelt, dafür ist Kiyak ja bekannt, siehe Sarrazin-Kontroverse. Sie übersetzt die Videos in Sprache, natürlich manipulativ und subjektiv, hier am Beispiel von Margot, der Rentnerin. „Jaaaah!“. Hätte man genauso gut mit einem schlichten „Ja“ transkribieren, oder, wie bei solchen Verschriftlichungen üblich, einfach weglassen können. Zudem werden grundsätzlich überall Artikel eingebaut, um die Menschen besonders rudimentär wirken zu lassen. „Oder Andy, Lehrer, allerdings noch Referendar“. Also Minder-Lehrer, dabei kann das einfach an seinem Alter liegen. Menschen werden hier zu unterschiedlich stark beschränkten, manipulierten Fällen degradiert, die natürlich auch nicht für sich selbst sprechen. Würde man sich die Videos von hinten anschauen, würde man merken, dass sie nur bewegliche und von anderen in die Bewegung geschubste Puppen sind, in denen Wagenknecht und Lafontaine stecken und die Marionetten transformieren deren Rassismus dann ins Volkstümlich-verdeckte. Ich könnte ja nun immer „die Mely“ schreiben, um die Autorin zu infantilisieren und ihr geistiges Niveau per Sprache zu bewerten, aber sowas machen wir hier nicht, obwohl es folgerichtig wäre. Oder sollen wir doch mal?

Über was schreibt sie hier eigentlich, von der Lächerlichmachung der „Testimonials“ abgesehen.

Da geht die Mely hin und verwertet sogar einfache und sachliche Angaben wie den „e. V. i. Gr.“, indem sie sie in Anführungszeichen setzt, als seien das wiederum Dinge, die man nur zitiert bringen darf, weil sie dadurch subjektiver wirken. Und sie weiß nicht, was das ist, ein „e. V. i. Gr.“ Oh je. Ich sag’sja immer, unser Bildungssystem. Ist Mist. Es gibt aber, wie die Kommentare zum Beitrag belegen, viele Leser der Zeit, die sich daran aufhängen, also tun wir der Mely doch den Gefallen und erklären es ihr und den anderen. Im Handelsrecht ist eine GmbH i. G. oder i. Gr. eine ebensolche, die gerade auf den Weg gebracht wird, aber noch nicht ins Handelsregister eingetragen ist, so ist es hier mit dem eingetragenen Verein, den die Bewegung statusmäßig darstellen wird und dem Vereinsregister. Alles ganz normal. Aber die Mely hat’s geschafft, daraus ganze Kommentarserien bei der ZEIT zu generieren. Aber Autor_innen und Zielpublikum sollen ja einander entsprechen und nicht bildungsmäßig in verschiedenen Welten leben.

Der Nationalismus-Vorwurf kommt natürlich auch hier.

Ach ja, die postnationalistische Linke, Mely. Hoffentlich passiert’s dir ihr nicht mal, dass du sie deinen ihren Job verlierst bei der Zeitung, weil dieses sachgrundlose Wagenknecht-Bashing-Niveau doch mal aus der Mode kommt und man nichts anderes kann als dieses Rumätzen. Weil, jeder wird älter und fällt irgendwann aus der Hipsterblase. Lässt sich gar nicht aufhalten. Dann wird sich zeigen, ob die postnationalistische Linke, die behauptet, in Deutschland noch Sozialpolitik zu machen, sei ohnehin Käse, wirklich noch deine ihre Bubble ist. Nichts wirkt so outdated wie der überhebliche Hipster von gestern, der abgewirtschaftet hat. Aber viele Hipster drängt es ja genau deshalb auch zum Staat, wo ihnen sowas nicht passieren kann. Das sind Schein-Hipster, die Mely ist immerhin eine echte, die sich auch  journalistisch dem freien, neoliberalen Markt stellt und dabei natürlich Herkunftsvorteile zieht. Nur eben: Die Konsumenten und die Nachfrage nach bestimmten Sprachverwendungen, sowas kann sich schnell ändern. Und da wäre es nicht schlecht, sich wenigstens mal einen sozialen Anstrich zu geben, um noch irgendwo Zugang zu finden, wo es um die Basisdinge des Lebens geht. Na, kommt vielleicht noch. Viele Grüne sind ja auch sowas von flexibel. In der Friedenspolitik zum Beispiel. Von Mutlangen in den Jugoslawienkrieg binnen einer Generation, das ist bei denen kein Problem. Aber eine der führenden Kurd_innen-Vertreterinnen in der LINKEn ist Fan von Wagenknecht und pro-russisch, das wollte ich kurz erwähnen. Aber die Mely unterscheidet hier natürlich auch nicht zwischen Putin-Fans und Menschen, die Russland aus guten Gründen nicht schlimmer finden als die USA, die ja mal von allen Linken als der Satan angesehen wurden. Fand ich damals auch übertrieben, aber eines hat sich die Mely von Extremisten aller Art gut abgeguckt: differenzierungsfrei auf den Putz zu hauen. Blöd, dass das, was sie hier gerne angreifen möchte, auf der Webpräsenz der Bewegung noch gar nicht vorkommt. Also wird es einfach hinzugequatscht. Und mit dem Rechnen hat sie’s auch nicht so, fürchte ich, die Mely.

Wegen der Millionen AfD-Wähler vom „allerrechtesten Rand“?

Der allerrechteste Rand ist ja ganz schön angeschwollen. Gut, dass die Mely ich nicht die Mühe macht, ihn zu definieren. Dann würde sich nämlich herausstellen, dass sie Protestwähler einfach mit Rassisten in einen Topf schmeißt, sonst käme ja kein so riesiger allerrechtester Rand zustande.

Da ist ja auch tatsächlich auch Sarrazin erwähnt.

Ja, der Sarrazin Thilo, der Mely ihr Lieblingsfeind.  Ich kritisiere vieles, was die rot-rote Regierung tat, der Sarrazin als Finanzsenator angehörte. Aber diesen Missstand Sahra Wagenknecht reindrücken zu wollen – also nee, Mely, das geht nicht. Und wo ist dein ihr Statement für eine endlich wirksame Mietpreisbremse? So kann man nämlich auch an die Probleme herangehen, während sich langfristig wirksame Fehler eben nur mühsam langfristig wieder korrigieren lassen, aber da müsste sich ja im Bund bei den Neoliberalen von der CDU und der SPD mal was bewegen. Das ist Politik und sowas alles. Bisschen kompliziert, wenn man ernsthaft darüber berichtet, also etwas, was ZEIT-Lesern offenbar heutzutage nicht mehr serviert werden kann. Ach, ist ja nur ne Mely-Kolumne. Was sie da aufstellt, ist mir aus anderen Zusammenhängen geläufig: Der unzulässige Quer-Whataboutismus, der Unzusammenhängendes einfach mal zu einem unappetitlichen Klumpen verpresst.

Jetzt wieder zum Konkreten – die Gewerkschaftlerin aus dem Pott.

Ach, ich  mag eigentlich gar nicht mehr, obwohl dieses Statement dem Aritkel von der Mely seinen Namen gegeben hat. Aber die Mely scheint immerhin zu wissen, wie man mit Sounds, mit visueller Ästhetik und versteckten Aussagen, die man Dritte machen lässt, manipulieren kann. Bin ich beruhigt drüber. Denn wer es kann, wendet es meist auch an. Erinnert mich an Freund Flassbecks Vorwürfe, die Kollegen würden Wirtschaftsstatistiken manipulieren und ich kenne ja die Flassbeck-Kurve zu den Lohnstückkosten, das ist genau dies, eine Manipulation ersten Ranges. Nur, dass man als einzelne Kolumnistin nicht so ein Bohei der dramaturgischen Art machen kann wie eine Bewegung, von wem auch immer sie initiiert wurde, das ist leider wahr. Aber so eine Webseite können SW und OL sich wirklich leisten, so teuer ist sowas nicht und es gibt beispielsweise linke Medienmacher, die vielleicht auch aus Überzeugung und für die Sache recht günstig die kleinen Videos herstellen. Sowas hatten wir im Bundestagswahlkampf auch in unserem Bezirk. Für die Video-Präsentation unseres Kandidaten musste die Partei meines Wissens nicht zahlen, da war tatsächlich Idealismus im Spiel. Kennst das, Mely, Idealismus? Nee, ne. Aber Millionenbudgets und Fremdsteuerung hinter einer simplen Webpräsenz zu vermuten – das ist ja  schon richtig linksverschwörungstheoretisch. Willkommen im Club.

Die Diskreditierung von „Aufstehen“ über den Auftritt, weil man sie inhaltlich noch nicht beurteilen kann, muss ja so stattfinden – naja, ich hab heute aber auch einen Drall, für den ich mich selbst kritisieren muss: Mich mit unwichtigem Gesülze zu befassen.

Sind wir aber doch irgendwie weitergekommen?

Von der Mely lernen, heißt flachen Meinungsjournalismus machen, da kann man immer was dazulernen und außerdem, wenn ich sie und ähnlich versierte Politikbegleiter_innen lese, weiß ich wenigstens, wo ich ethisch zu stehen habe. Ohne sie als Kompass für das, was wirklich rassistisch ist, da wäre ich aufgeschmissen. Könnte vielleicht auch der hemmungslose Neoliberalismus-Globalismus sein, der die sozialen Verhältnisse bei uns so herabsetzend kommentiert, der echte Rassismus – aber da ist de Mely vor, dass jemand auf solche Ideen kommen könnte und es mal mit der Bewegung #Aufstehen versucht. Es sei denn, er erkennt hinter ihren Statements auch eine Form von rassismusähnlicher Diskriminierung, welche allen gilt, die tatsächlich Zukunftssorgen haben und sich nicht darauf verlassen wollen, dass das globalistische Nirwana sie schon aufnehmen wird, wenn alle Realpolitik vor Ort zu Ende ist. Dann wird er jetzt schnell eine Mailingliste-Mitgliedschaft in der #Aufstehen für sich organisieren, dieser allerrechteste Schwei… dieses dubiose und jederzeit diskriminierungsfähige Subjekt.

© 2018 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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