Aufstand der Meinungsmacher: Der Appell der US-Medien ist ein Dokument der Heuchelei (Nachdenkseiten) / #DonaldTrump #NDS #Medien #Volksfeinde #Gegenmedien #Alternativmedien

Medienspiegel 47

Aufstand der Meinungsmacher: Der Appell der US-Medien ist ein Dokument der Heuchelei (Nachdenkseiten)

Als ich den Titel dieses Beitrages erblickte, heute mal in einem Tweet, nicht, weil ihn jemand aus meiner Blase eh schon via Facebook etc. weitergeleitet hatte, dachte ich: Ja, das geht uns alle an.  UNS, die Mediennutzer und … äh … Medienmacher. Gut, dass diese sehr junge Mini-Publikation nicht den kaum verhüllten Anspruch der Nachdenkseiten hat, eben nicht zum Nachdenken anzuregen, sondern Gegenagitation zu betreiben. So muss man auch alles lesen, was dort geschrieben wird. Da wird zwar schön dargestellt, wie die Besitzverhältnisse der amerikanischen Medien sich ausweisen, aber natürlich nicht, dass RT / RT Deutsch, auf die sich im fast schon selbstreferenziellen Kreisel der Alternativmedien ja viele andere beziehen, ein russischer Staatssender und  dessen hiesige Dependance sind, gegründet zu Propagandazwecken und ebenfalls in seiner kurzen Geschichte bereits mit erwiesenen Falschdarstellungen behaftet.

So what, it’s Propganda! Die Deutsche Welle ist ein staatsfinanzierter Weltsender, die amerikanischen Medien sind kapitalnah und die deutschen Medien staatsnah oder dem Konsum verpflichtet, was angesichts ihrer Struktur und ihrer Finanzierung durch die Bevölkerung per Gesetz oder durch die werbende Wirtschaft naheliegt. Und die Gegenmedien sind das Gegenteil und gegen das alles.

Hier hat niemand dem anderen viel nachzutragen und wenn man wirklich kritisch sein und nachdenken will, muss man alle Medien mit dem Filter – nein, nicht nur dem namens „cui bono“ – sondern auch mit der Frage nach der Motivation der Macher lesen. Und die Nachdenkseiten sind von einem Mann geprägt, der seine persönliche Enttäuschung, die aus seiner Biografie und seinen Erlebnissen im politischen Raum resultiert, sichtbar zum Ausgangspunkt aller Beiträge und Überlegungen macht. Und wenn man die vorhandenen Demokratiesysteme eh als Mist empfindet, sind Appelle, mit denen diese verteidigt werden sollen, wie jetzt der „gleichgeschaltete“ Aufruf führender US-Publikationen, abzulehnen.

Ich könnte wetten, dass in dem Moment, in dem die ewige Kränkung dadurch überwunden wäre, dass die NDS selbst ein Leitmedium würden, auch der Tenor eine Wendung nähme: Nämlich dahin, dass es nicht angeht, dass so ein Trump alles, was ihm nicht passt, als volksfeindlich bezeichnet. Im Moment wird so getan, als seien Fake News das tägliche Geschäft der Leitmedien und ab und zu ist vielleicht mal eine wahre Meldung dazwischen. Die Proportionen waren immer schon umgekehrt und Medien, die vor der Politik einknicken, anstatt sie zu überwachen, können doch im Grune nicht im Sinn eines Mediums sein, selbst wenn es sich als Wächter der heimischen Politik versteht.

Außerdem trifft Trumps Verhalten nicht nur die Medien, sondern schlicht alle, die nicht nach seiner Pfeife tanzen wollen, auch viele Parteifreunde – alle, die ihn bei seiner wilden, erratischen, unberechenbaren Politik stören. Denn sie alle, die Traditionsrepublikaner wie die Medienhäuser, waren längst anerkannte Institutionen und Personen, als Klein-Donald noch versuchte, andere Immobilienhaie geschäftlich zu bescheißen, so gut es geht.

Jemand mit so vielen Komplexen wie Donald Trump als „mächtigster Mann der Welt“ (abzüglich Deep State natürlich, würden die NDS nun anmerken) ist sowas wie ein natürlicher Verbündeter von Medienmachern, die selbst von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt sind. Also von etwas, das man den deutschen Mainstream-Medien nicht vorwerfen kann. Sie mögen verkürzend, manchmal falsch, auch zu selbstgefällig berichten, aber eines ist deutlich: Sie sind nicht mit einer persönlich motivierten Negativmission unterwegs, in der unterschiedslos alles angegriffen wird, was dem deutschen Staatswesen Stabilität verleiht. Deswegen ist es auch nicht so anstrengend, sie zu lesen. Und: Wir brauchen diesen Staat noch, um in ihm linke Politik zu machen.

Freilich sehe ich alles von einem Standpunkt aus, wie jeder Mensch und insbesondere wie jeder kritische Mensch: Wem schadet es und wem nützt es nicht, könnte ich diesen beschreiben. Es schadet dem Vorwärtsdenken, immer nur in die Grütze zu hauen, anstatt wirklich zum Nachdenken anzuregen, also einen Stil zu pflegen, der Interpretationsspielräume öffnet und Fragen stellt, anstatt eine Art defätistische Variante von Agitprop zu verwenden – und es nützt der Solidarität und der Humanität in der Welt nichts, wenn nur gegeifert und eine vermeintliche Schuldzuschreibung durch eine andere ersetzt und so getan wird, als sei irgendeines der konkurrierenden Imperien wirklich besser als das andere.

Das ist eine Sprache, die selbst imperialistisch ist, asymmetrisch, Leser manipuliert ohne Ende und ohne ihnen Luft zum Atmen zu geben, hier wird schon informatorisch durch unendlich viele Zitierungen eine gigantische Fallhöhe simuliert zwischen den alles wissenden Gegenmedienmachern und den übrigen Idioten, welche die Frechheit haben, diese Welt zu besiedeln. Wenn man genauer hinschaut, sind viele Zitate wiederum der eigenen Blase entnommen, also Minderheitenmeinungen.

Und wie wir wissen: Es ist den Imperien immanent, dass sie nicht zum Gutmenschentum neigen. Ein super nettes Imperium und ein Reich des Bösen gibt es nicht.

Hätte beispielsweise Russland mehr wirtschaftliches Potenzial, würde Putin mehr rüsten und sich den USA mehr entgegenstellen und das Moskauer Oligarchentum mehr gegen das der USA in Stellung bringen (sofern dort nicht ohnehin mehr kooperiert wird, als man nach außen sieht – diese Verschwörungstheorie liegt eigentlich recht nah, aber die haben wir hier wohl exklusiv, weil sie nicht ins einseitige Bild der Gegenmedien passt).

So einfach ist manchmal die Wahrheit, wenn man Logik bei ihrer Ermittlung zulässt und einen Schritt hinter die eigene Mission zurücktritt. Wenn man das tut, kann man Vorgänge auch leichter bewerten und die schreckliche Wahrheit erkennen, anstatt unappetitliche Opfer-Whataboutismen betreiben zu müssen: Zum Beispiel, wenn es um die richtige Haltung angesichts der allseits verursachten humanitäre Katastrophe in Syrien geht. Und man ist dann nicht in einem Freund-Feind-Dilemma gefangen, wenn man den einzig richtigen Schluss zieht: „Wehret den Imperien und dem Imperialismus!“ Und nicht „Haut den USA in den Sack, alle anderen sind eh immer gut, es sei denn, sie sind Verbündete der USA.“

Gleichwohl sind die Gegenmedien wichtig, weil der Mainstream-Pool ja auch ein Pol ist, und ein Pol braucht einen Gegenpol. Die Medienwelt liefe ganz schön unrund, wenn sie nur einen Pol besäße. Das Schöne ist aber doch, dass man in Deutschland nicht nur von rechts hetzen darf, sondern auch von links, falls denn dieses ewige Schlechtreden anstatt Zukunftskonzepte aufbauen helfen wirklich links ist.

Niemand greift aber bisher ein. Man kann so schräg und einseitig kommentieren, wie man will, ohne dass jemand ernsthaft dagegen vorgeht oder auch nur, dass ein Regierungsvertreter die Gegenmedien bereits als Feinde des Volkes bezeichnet hätte.

Und genau das ist der Unterschied zu den USA.

Aber aus dem netten kleinen Deutschland heraus wird das rotzige Poltern eines infantilen, narzisstischen Herrscher-Darstellers, der in einer ohnehin recht gewalttätigen Atmosphäre agiert und den Hass weiter anheizt, plötzlich zur aufklärerischen Mission erklärt. Hier sonnt man sich gemütlich im ungefährdet sein, weil es keinen Trump gibt, der solchen Druck auf die Presse ausübt und dafür sorgt, dass es mittlerweile Bombendrohungen gegen Zeitungen gibt.

Aber vielleicht ist es ja genau das, was stört, wenn man doch unbedingt wahrgenommen werden will und die Ehre echter Feindschaft bisher nicht so recht genießen konnte: Dass hier mal ein Trump kommt und sich so richtig einschießt – egal, welchen Teil des Medienspektrums er sich dabei herausgreift. Helmut Kohl, der letzte hochrangige Medienkritiker in der deutschen Politik, fehlt offenbar doch sehr.

TH

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